Das böse C-Wort bestimmt immer noch unser alltägliches Leben und zwingt uns dazu, auf wichtige und lang ersehnte Platten länger warten zu müssen, oder sich mit halbgaren Ausgeburten gähnender Langeweile auseinanderzusetzen. Davon gab es im Juli eine ganze Menge, wobei das Ein-Mann-Projekt Ice War dem Fass den Boden ausschlug und unserem armen, bereits gebeutelten Karsten fast den Rest gab. Die Geschäftsleitung sendet wärmste Grüße und baldige Genesung! Was gab’s sonst Neues? Hm…dieser Satz kommt mir bekannt vor…Schrod? Egal…

Ensiferum haben es in den Monthly Warfare geschafft. Wie zur Hölle konnte das denn passieren? Meine Fresse, wenn man dem Maik mal einen sicheren Verriss zuschanzt. Dazu noch die unfassbar kostenfreie Werbung für die finnischen Fellmützen-Hoschis durch den Schwarzwälder Rambo Verschnitt und fertig ist die Laube. Dafür entschädigen aber die grandiosen Alben von Gaerea, die ziemlich souverän den Titel der CD des Monats an sich reißen konnten, Temple of Dread von unserem ehemaligen Mitstreiter Bünne, DAS Rock’n’Roll Album des Jahres von Massive Wagons oder die erste vollständige Scheibe der Bremer Stadtmusikanten von Soul Grinder, denen wir eine rosige Zukunft prophezeien. Und weiter?

Wieder eine schicke Auswahl, querbeet durch die Rabatten, bei dem sich Bands wie Genortshagen, Septicflesh oder die truven Japaner von Satanica mit High Spirits, Primal Fear oder den Newcomern von Midnight Priest um unsere Gunst duellieren. Herrlich finden wir das und hoffen auf ähnlich geartete Wettbewerbe bis zum Jahresende. Vielleicht haben wir bis dahin auch das Rätsel hinter Martyr gelöst, die zwar ein tolle Mini Scheibchen vorlegten, mit Infos aber eher spärlich umgingen. Unser Aufruf zu einem Interview wurde ebenfalls geflissentlich ignoriert. Nicht zu vergessen die alten Helden von Poltergeist und vor allem Night in Gales, die ein mächtiges Pfund rausgedrückt und viele Nörglern auf Mute geschaltet haben. Und unsere Monatsempfehlung kommt diesmal aus Österreich, nennt sich Deathstorm und ist bei uns „Hot oft he month“.

Ihr seht, Abwechslung ist Trumpf und es mit den Worten von Udo und dem Musikkorps der Bundeswehr zu sagen: Stillgestanden, die Augen links. Herr General, ich melde: Monthly Warfare erfolgreich niedergeschrieben.

TOP 15 - JULI 2020


GAEREA – Limbo (2020) - 10 Punkte

Es mag wohl sein, dass ich aus der Sicht eines Fans schreibe, da mich die Band schon vor zwei Jahren völlig überzeugt hatte, andersrum hatte ich auch einen enorm hohen Anspruch an das neue Material. Und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass diese Erwartungen so enorm überstiegen werden würden. Alles, was ich an GAEREA seit dem ersten Kontakt so schätze, wurde nochmals verbessert. Für mich ist dieses Quintett aus Portugal ein ganz großer Hoffnungsträger für die Zukunft des extremen Metals und „Limbo“ wird einer ihrer Meilensteine sein. Applaus!

SOUL GRINDER – Chronicles of decay (2020) - 10 Punkte

Vielmehr bricht einem die brutale Produktion das Genick und man muss nach Beendigung dieser ultimativ akustischen Schlacht umgehend die Repeat Taste betätigen, um erneut in wilde Raserei zu verfallen, neue Nuancen zu entdecken und einfach nur, wie in meinem Falle festzustellen, dass Soul Grinder in Sachen versierten und hochwertigen Death Metal die Messlatte in deutschen und europäischen Landen in fast unerreichbare Höhe gelegt haben.

MASSIVE WAGONS – House of noise (2020) - 10 Punkte

„House of noise“ ist so eine herrlich altmodische Rock Scheibe mit Schmackes und zeigt eine Band, die einfach Bock an ihrer Musik hat, nach billigen Bier und Whisky klingt und in der Lage ist, grandiose Hymnen zu fabrizieren. Seit Erscheinen dreht dieses großartige Werk seine Runden in meiner Playlist und wird dort in absehbarer Zeit auch nicht wegzudenken sein. Kippe an, Dosenbier aufgerissen und als Beifahrer den Ellbogen aus dem Fenster gehalten.

TEMPLE OF DREAD – World sacrifice (2020) - 9,5 Punkte

Temple of dread haben bei dieser Schlagzahl durchaus das Zeug zu einem ganz großen Todesblei Act Europas zu werden und arbeiten hart, präzise und vor allem zügig am Erreichen dieses Ziels. Ich bin erneut vollkommen geflasht, hebe mir dennoch die 10 für das voraussichtlich im Juni 2021 erscheinende dritte Album auf.

MIDNIGHT PRIEST – Agressive Hauntings (2020) - 9,2 Punkte

Die Wurzeln liegen in den 80ies und das möchten viele. Die meisten scheitern jedoch daran, weil sie einfach nur so klingen wollen und setzen alles daran ihren Sound nachzuempfinden. Die Leidenschaft oder besser gesagt die Liebe zu diesem Jahrzehnt kann man nicht nachmachen, man muss sie leben und das geschieht hier. Das spiegelt ich in Sound und Cover des Albums wider. Problemlos hätten sich MIDNIHGT PRIEST neben altbekannten Helden einreihen können und dennoch eine Untergrunderscheinung sein können. Im positiven Sinne.

SEPTICFLESH – Infernus Sinfonica MMXIX (2020) - 9,1 Punkte

Auf jeden Fall ein sehr gutes Live-Album, welches sich auch einem gewissen Kuriositätswert nicht entziehen kann. Denn wo in der Welt wäre es möglich, ein großes Theater anzumieten, ein Sinfonieorchester, einen Chor und einen Kinderchor dazu zu bringen, zusammen mit einer bööööösen Black Metal-Band aufzutreten?

NIGHT IN GALES – Dawnligjht Garden (2020) - 9,0

Als Fan der Göteburgschule kommt man an „Dawnlight Garden“ wohl kaum vorbei. Andererseits sollte das Album auch stark genug sein, um Fans anderer Lager zu begeistern. Neben BURDEN OF GRIEF, BEHIND THE SCENERY und SOUL DEMISE wohl auch die Dienstältesten dieser Zunft aus unseren Gefilden und hoffentlich noch lange nicht vom Aussterben bedroht.

GERNOTSHAGEN – Ode Naturae (2020) - 9,0 Punkte

Hier wird nicht versucht dasselbe Feuer noch mal zu entflammen, nein, hier haben Gernotshagen einen neuen Meilenstein aufgestellt, einen weiteren Schritt nach vorne gemacht, welcher sich hören, sowie auch sehen lassen kann. Neben der Musik ist das Artwork nämlich auch wirklich gelungen und ich kann jedem empfehlen, sich ein physisches Exemplar der kleinen Auflage von „Ode Naturae“ zu sichern um das komplette Erlebnis „Ode Naturae“ genießen zu können!

PRIMAL FEAR – Metal Commando (2020) - 9,0 Punkte

Tja also alles in allem wieder einmal ein richtig gutes Album, welches die Jungs da eingezimmert haben. Ich hoffe dieser Corona Scheiß ist bald vorbei und man kann sich sowas mal wieder Live um die Ohren bügeln lassen kann. Hier kann ich einfach nur ne Kaufempfehlung aussprechen.

MARTYR – Fists of Iron (2020) - 9,0 Punkte

Dafür werden die Altvorderen frohlocken, denn herrliche Doublebass Gewitter, ein pumpender Bass und meterdicke Riffwände sorgen für einen meterdicken Erpelparka und das unbändige Verlangen, mit selbstgedrehten Fluppen und diversen Dosenbieren die Nackenmuskulatur rotieren zu lassen. Allerdings mit der Gefahr eines massiven Schleudertraumas verbunden, denn trotz lediglich 5 Songs kommt man nicht umhin, das Teil in perverser Regelmäßigkeit den Ohren zuzuführen.

HIGH SPIRITS – Hard To Stop (2020) - 8,9 Punkte

Ein sehr gutes Album, welches nicht mit übertriebenem Rumgeballer punktet, sondern mit Dynamik und astreinem Sound. Ebenso wie die Spielweise und hervorragend geschriebener Songs, die auch Leute sagen lässt, dass es nicht ihr Fall ist, aber man nichts dagegen sagen kann.

U.D.O. UND DAS MUSIKKORPS DER BUNDESWEHR – We Are One (2020) - 8,7 Punkte

Nachdem es schon zweimal öffentliche Auftritte in dieser Konstellation gab, hat Mastermind Udo Dirkschneider nun seinen Traum wahr gemacht, und ein Album mit dem Musikkorps der Bundeswehr aufgenommen. Zum ersten ist das aber nicht einfach U.D.O.-Songs mit Orchester verstärkt, wie es eben METALLICA praktiziert haben, sondern die Band und das Ensemble haben sich die Mühe gemacht, eigens für diese Produktion Songs zu schreiben.

POLTERGEIST - Feather of truth (2020) - 8,5 Punkte

Vielmehr vermischen die Jungs ein wenig Punk, Kneipenrock und Hardcore mit dem rifflastigen Urschleim, der hier seinen Ursprung an der Ostküste hat und kreieren damit ihren immer noch frisch klingenden Alpen Thrash. das macht Spaß inne Backen, lädt zum bangen ein und wenn man solch einen Partykracher wie “Saturday night´s allright for rocki?” vorweisen kann, steht einem baldigen Kauf Eurerseits nichts mehr im Wege.

SATANICA – Resurrection of devil’s spirit (2020) - 8,4 Punkte

Eine Band für Sammler, für die Altvorderen und diejenigen unter Euch, die bei herrlich traditionellem Heavy Metal gerne ihr Haupt im sanften Abendwind wiegen und sich dabei mit billigem Dosenbier und selbstgebauten Fluppen in Erinnerungen an bessere Tage verlieren.

ENSIFERUM – Thalassic (2020) - 8,4 Punkte

Ich hatte die Band damals im Interview gefragt, ob, in Anbetracht der fröhlich wirkenden Musik, ENSIFERUM auch fröhliche Leute wären. Ich bekam dann die lakonische Antwort: „Nur wenn wir dicht sind.“. Angesichts der flockig lockeren Spielfreude scheinen ENSIFERUM beim Komponieren von „Thalassic“ ziemlich gut einen verlötet zu haben, denn das Album macht einfach Spaß und ist perfekte Partyuntermalung.

HOT OF THE MONTH


DEATHSTORM – For dread shall reign (2020) - 8,7 Punkte

Natürlich kann man nicht erwarten, dass hier das Rad neu erfunden wird, doch das Trio ist sichtlich bemüht, nicht in 08/15 Schemata zu verfallen und zu viel Heldenverehrung zu betreiben, obwohl man hier und da schon eine fette Prise Razor, Legion of the Damned oder ganz alte Sepultura heraushören kann, die zu einem eigenen, mehr als wohlschmeckenden Gericht zusammengerührt werden.

WASTE OF THE MONTH


ICE WAR – Defender, Destroyer (2020) - 0,5 Punkte

Das Machwerk hier ist für diejenigen unter uns, denen es im Suff egal ist was sie hören, bzw. für alle Metal-Enthusiasten, die einfach alles sammeln. Alle anderen hören besser die originalen 80er Helden und vergessen ganz schnell, dass es dieses kauzige „Band“ genannte Konstrukt überhaupt gibt. Das hier reicht nicht mal für eine Fußnote im Metal-Jahr 2020. Anspieltipps: Die Stille nach dem letzten Song – oder alles von Metallicas Kill ’Em All


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