MICHAEL EDEN

Das heißt Emder und nicht Emdener!


Es wurde Zeit, lang genug hat es gedauert bis ich Michael Eden, dem sympathischen Deathbanger vom Deich, mal wieder vor die Vokabelmuschel zerren konnte…Das Jungchen ist ein richtiges, ostfriesisches Szeneurgestein, mit dem ich damals in Kontakt trat, nachdem er mir das „Redemption“ Demo seiner Death Metal Kapelle Tears Of Decay schickte. Ja lang ist es her. Das war Ende der 90er. Mittlerweile organisiert er alljährlich das familiäre Death Metal Festival Earterror, in der Alten Post in Emden und sorgt mit der Mähdrescher Radiosendung regelmäßig für deftige Beschallung bei den Fischköppen! Los geht’s...

Micha, bist du gut ins neue Jahr gekommen? Welche Pläne hast du im Köcher?

Moin Timo. Ja, bin ganz chillig mit meiner Freundin und ihrem Sohn auf einem 50 Geburtstag ins neue Jahr geschlittert. In der Tat. Für 2020 habe ich wieder neue Sachen am Wickel. Ich habe ein neues Projekt. Ich bin laufender Metalhead, höre beim Laufen neue Musik und schreibe dann Reviews dazu. Außerdem sammele ich pro 5 km, die ich laufe, Spenden für die Projekte „Flugkraft“ und „Ocean Clean Up“. Um das Interview nicht auf 5 Seiten auszuführen, verweise ich mal auf meine Facebookseite. Wer mich dabei unterstützen möchte, ist gerne eingeladen. Kostet für jeden ungefähr 4 Euro im Monat, also nicht die Welt. Des Weiteren werde ich für einen Kollegen ein Album einsingen (old school Death Metal) und wir versuchen gerade, Tears of Decay wieder zum Leben zu erwecken. Mal sehen, was da kommen wird.
Dazwischen findest du scheinbar auch die nötige Zeit den Verein Eastfrisian Metal Association zu leiten, seit wann gibt es ihn und aus welchem Grund habt ihr ihn ins Leben gerufen?

Die Eastfrisian Metal Association (kurz EMA) ist ein ostfriesischer Verein, welcher sich für den Erhalt und die Förderung der lokalen Heavy-Metal-Szene einsetzt. Die Idee einer Vereinigung, welche sich dem Erhalt und der Förderung der lokalen Heavy-Metal-Szene widmet, hatte ich bereits Anfang 2000 in Form von „DeichRec“. Besonders inspiriert hat mich dabei die Death-Metal-Community in Nordrhein-Westfalen. Ich begann interessierte Metaller aus Ostfriesland zusammenzuführen und gründete daraufhin im Jahre 2002 die Eastfrisian Metal Association (EMA).

Im Jahr 2015 wurde der Entschluss gefasst die EMA im Vereinsregister eintragen zu lassen. Seit dem 08.06.2017 ist die EMA ein eingetragener Verein und trägt den Zusatz e.V. Der Verein heißt somit "Eastfrisian Metal Association e.V.". Die derzeitige Mitgliederzahl liegt bei 51 Personen. Wir machen halt Konzerte und versuchen, die Bands aus der Region so weit es geht zu unterstützen und mittlerweile haben wir sogar eine Laufgruppe und eine Dartmannschaft. Jährlich führen wir das EMA Fest durch (am 07.02.2020 in der Alten Post in Emden mit Warpath, Space Chaser und Northerion). Dabei wird immer ein Teil des Eintritts gespendet.
Du warst bis vor kurzem noch bei der Emdener Death Metal Truppe Eastfrisian Terror als Vokalakrobat an der Growlmuschel, nun bist du dort ausgestiegen, gibt es in dieser Hinsicht schon neue Pläne?

Eigentlich müsste ich das Interview hier beenden. Das heißt Emder und nicht Emdener. Darauf steht in Ostfriesland die Todesstrafe, hehe. neue Pläne gesangstechnischer Natur meinerseits habe ich ja bereits zu Beginn beschrieben. Die Band selber macht jetzt zu viert weiter und der Basser Björn übernimmt den Gesang. Hatten in dieser Konstellation nun bis dato auch schon einen Auftritt.

Haha, so schnell ist man ein Kopf kürzer, oder einen Hals länger. Was bei mir eh nicht so auffallen würde. Ich bin geübt in Langhalsakrobatik, haha. Ganz nebenbei bis du auch ziemlich sportlich, wieviel Zeit investierst Du für das laufen? Wie lange betreibst du bereits diese Leibesertüchtigung? Was begeistert dich daran?

Sport habe ich mein Leben lang schon gemacht. Fußball, Handball, Tischtennis. Am Ende nur Tischtennis und dann ab 29 nichts mehr wegen der Geburt meiner Tochter und somit der kaum vorhandenen Freizeit. Band und Radio hatte ich ja auch noch. Dann bin ich irgendwie mit Fitness angefangen, da ich ein wenig zugenommen hatte. Und um abzunehmen, ist laufen nun einmal am besten. Ausprobiert und Spaß daran gefunden, vor allem hier in Ostfriesland. Man kann am Wasser laufen, über Felder oder über den Wall. Ist schon herrlich. Dabei immer schön Musik hören. Was willste mehr. Man ist unabhängig und auf keinen angewiesen. Ich laufe jetzt ca 10 Jahre und nehme seit 9 Jahren an Wettkämpfen teil. In der Woche versuche ich 2 – 3-mal zu laufen. Ansonsten treibe ich mich auch ab und zu im Fitnessstudio herum.
Auch beteiligst du dich bei der Laufveranstaltung „In 30 Tagen um die Welt“ bzw. nimmst daran im Juli teil. Was genau verbirgt sich dahinter und wie kam die Idee über die gelaufenen km Spendengelder zu generieren.

Aus der Facebookgruppe „Laufjunkie“ hat mich jemand dazu eingeladen. Eine schöne Idee, wie ich finde. Firmen spenden dafür, wenn Läufer soviel km zusammen bekommen, dass der Erdball umkreist werden kann. Maximal 3 Runden werden gewertet. Die Firmen spenden dann an „Ärzte ohne Grenzen“. Man muss sein Laufkilometer auf einer Seite hochladen und dann wird zusammengerechnet. Diese Idee habe ich aufgeschnappt und dann quasi ein Ganzjahresspendenlauf gestartet.

Neben dem Laufen bist du mit Mähdrescher Radio ja auch ziemlich regelmäßig auf Sendung. Da stellt sich natürlich die Frage wie genau kam es damals dazu und natürlich muss ich die Frage stellen, wer hat sich den passenden Namen ausgedacht?

Also, ich bin da ja Schlawiner. Ein Kollege von mir, der Frank (damals Gitarrist bei Anasarca ) hat die Sendung ins Leben gerufen und ich war irgendwie kurz nach Gründung als Gast da und es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht, dass ich für immer dabei war. Zumal ich ja durch die Tätigkeit als Schreiberling immer neues Zeug hatte. Das ist jetzt 20 Jahre her, Wahnsinn. Frank hatte dann irgendwann keine Zeit mehr und ich habe dann alleine weiter gemacht.
Wie plant ihr eine Radiosendung, wer gehört alles zu eurem Team?

Ich mache die Sendung alleine und spezialisiere mich auf Death, Grind und Thrash Metal. Ich versuche immer nur neues Material zu spielen und das klappt auch ganz gut. Ich habe die Rubriken „Grindattack (3 Grinder am Stück) und Triple Thrash Threat (3 Thrasher) und drumrum gibt es old school und brutal Death Metal. Außerdem gibt es immer Neuigkeit aus der Gegend und Veranstaltungshinweise. Da ich immer neues Zeug bekomme, bereite ich quasi täglich eine neue Sendung vor.

Sicher ein großer Spaß, so eine Sendung vorzubereiten, aber wie oft sendest du mit dem Mähdrescherfunk und wie ist die Sendung zu empfangen?

Alle 14 Tage im Raum Ostfriesland (bis Emsland) normal im Radio zu empfangen, ansonsten natürlich über den Livestream von Radio Ostfriesland. Außerdem biete ich die Sendung nach der Liveausstrahlung zum Download an. Stilistisch gibt es Death, Thrash und Grind und ab und zu mal Black Metal, aber eher selten.

Du veranstaltest jährlich das Earterror Festival, wie viele Jahre jetzt eigentlich schon? Aus welcher Intention machst du es, was treibt dich dabei an?

Dieses Jahr habe ich 20-jähriges Jubiläum und ich habe da noch genauso viel Bock zu wie am Anfang. Ich kann mir ja quasi die Bands selber aussuchen und das ist natürlich eine schöne Sache. Zumal ist es ja hier mittlerweile eine feste Konzertgröße und ein großes Familienfest. Das muss beibehalten werden, obwohl es von Jahr zu Jahr schwieriger wird. Man wird nicht jünger und finanziell sind natürlich auch Grenzen gesetzt. Aber schockt noch. Die Liebe zum Metal treibt mich wohl an, würde ich sagen.

Du kannst allerdings in diesem Jahr den Veranstaltungsort „Alte Post“ nicht nutzen, ist schon ein anderer Laden in Aussicht? Wie schwer ist die Suche bei euch nach einem passenden Veranstaltungsort?

In der Tat ist es zum 20-jährigen Jubiläum nicht möglich, mein zweites Wohnzimmer für die Veranstaltung zu nutzen, da die „Alte Post“ umgebaut wird. Ich bin noch in der Planung, aber so groß ist die Auswahl in Ostfriesland nicht. Aber wird schon werden.
Was hat sich in den Jahren bei euch in Ostfriesenland szenetechnisch getan, eine geniale Kombo aus deiner Heimatstadt wie Weak Aside ist leider eine Weile nicht mehr aktiv, allerdings hab ich vernommen, dass Vomiting Corpses wieder was machen?

Ja, schön blöd, Weak Aside haben jetzt vorläufig ihren letzten Gig gespielt. Schön blöd, denn es läuft gerade so gut bei denen. Mastermind Zorn braucht aber ne Auszeit, aber ich denke, dass diese nicht für immer sein wird. Momentan hält die old school Death Metal Combo Slaughterday die Fahne aufrecht, aber den richtigen Durchbruch haben meine Jungs von Nailed to Obscurity geschafft, Deal mit Nuclear Blast und viele Touren, u.a. mit Amorphis. Schöne Mischung aus Doom Death Metal, Melodie, Atmosphäre und Melancholie. Sehr geil.

Ansonsten haben wir ja noch Eastfrisian Terror, die Death/Thrasher von Monster, die Heavy/Thrahser von Northerion, old school Death von Temple of Dread. Apallic mit ihrem progressiven Death Metal sind auch gerade am Kommen. Leider haben die Goregrinder von Meatknife nun endgültig aufgehört. Anasarca tümpeln gerade vor sich hin. Tears of Decay auf und Vomiting Corpses gab es kurz wieder, ist aber mittlerweile in Hamburg ansässig und macht glaube ich im Moment auch nichts mehr. Fearer waren mal wieder kurz aktiv, aber dieses Vorhaben wurde auch wieder eingestellt. Die Black Metaller von Friisk starten auch gerade richtig durch und Blixxem ist eine Combo, die dieses Jahr auch mit ihrem Death Metal durchstarten möchte. Mal in Kürze die ostfriesische Szene zusammengefasst.


Das ist ja einiges am rumtümmeln. Was ist deine persönliche Faszination für Death Metal, was treibt dich über Jahre an die Begeisterung dafür mit Enthusiasmus zu füllen?

Wenn ich das mal sagen könnte, hehe. Ich liebe diese Musik einfach und die Szene dazu auch. Dieses ganze im Paket ist eben ein Lebensstil. Aus. Als ich damals angefangen habe Metal zu hören, war mir klar, dass ist es, aber da muss noch was kommen und dann kam Death Metal, Possessed und Massacre auf die Ohren und es war um mich geschehen. Geht nicht mehr ohne. Ich mag aber die Vielfalt. Schwedischer Death Metal ist momentan bei mir wieder oben, aber der old schoolige im Allgemeinen und natürlich auch der Brutal Death. Bands wie Cryptopsy oder Suffocation werde ich immer geil finden.

Welche Death Metal Scheiben haben dich im letzten Jahr aus den Socken gehauen?

Also 2019 waren es definitiv die neue Possessed, Bodyfarm, Nile, Endseeker und Revel in Flesh, aber noch viele mehr. War ein sehr gutes Jahr.

Zum Abschluss lassen wir es nochmal richtig krachen und ich erzähl Dir einen Ostfriesenwitz, haha! Warum gehen die Ostfriesen immer mit Topflappen ins Bett? Um sich an ihren heißen Frauen nicht die Hände zu verbrennen. Haha!

Krass, Timo, du möchtest ja wirklich sterben. Erst Emdener und nun noch einen Ostfriesenwitz, hehe. Alles gut. Ich bin halt lieber ein Freund des Flachwitzes, jeden Freitag auf meiner Facebookseite gibt es einen neuen + 2 Bilder ), wie z.B. Forscher haben herausgefunden und sind dann wieder reingegangen.

Micha hab nun erstmal vielen Dank für deine ausführlichen Antworten und wir vom Zephyr`s Odem wünschen Dir viel Erfolg für all deine Pläne in diesem Jahr! Bis die Tage! Death Metal Rules!


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