16.11.2017 16:51 Alter 3 yrs
Kategorien: E-G
Von: INGMAR

GRABAK – Bloodline Divine (2017)

(4.227) - Ingmar (8,9/10) – Black Metal

Label: Massacre Records
VÖ: 17.11.2017
Stil: Black Metal

FACEBOOK     HOMEPAGE     KAUFEN

 

 

 

Nach sechs Jahren melden sich die Leipziger Mannen von GRABAK mit „Bloodline Divine” zurück um thematisch dort fortzusetzen, wo „Agash Daeva” und „Sin” aufgehört haben. Für diese Veröffentlichung sind die Sachsen vom Twilight Vertrieb zu den Massacre Records gewechselt, ob sich der Wechsel gelohnt hat, wird sich zeigen.

Im Intro „Post Lucis Natum (Intro)” bekommt man als Zuhörer tiefe Paukenschläge, hallendes Gewisper und elektrisierende tiefe Keyboard-Einlagen zu hören. Insgesamt ein sehr interessantes Intro, mit einem erheblichen Dynamikumfang was Lautstärke betrifft.

In „Via Dolorosa” nähert man sich, genre-typisch rasend, dem letzten Leidensweg des Jesus Christus aus einer eher geschichtlichen und daher neutralen Richtung. Hier findet sich dann auch schon der Anknüpfungspunkt zu den Vorgängeralben, hatten jene doch bereits biblische Themen als Fokus.

In der Mitte des Albums hat „Oblivion” sehr schöne atmosphärische Strecken im Song zu bieten, in denen man als Zuhörer langsam musikalisch versinken kann. So federleicht und schwebend kann man sich selten fühlen, während Gitarren und Keyboards einen erstaunlich dichten Klangteppich weben. Der daran anschließende „Seelensammler” geht wieder in die Vollen, hier wird vor allem dem Schlagzeug wieder alles abverlangt, was überhaupt physikalisch möglich ist bzw. erscheint; auch textlich ist man hier hart an der Grenze des Vertretbaren unterwegs.

Zu „Phoenix” gab es im Vorfeld eine Auskopplung als Lyric-Video von Massacre Records, dort konnte man bereits einen guten Eindruck vom Album selbst gewinnen und dieser war aus meiner Sicht positiv. In diesem Song zeigen GRABAK was sie alles spielen können und bieten gleichzeitig den perfekten musikalischen Schnitt durch „Bloodline Divine“ für den geneigten Zuhörer.

Die Vocals präsentieren sich allgemein als gut vernehmbar und verhältnismäßig deutlich, je nach Ausführung. Die wenig genutzten Growls sind erstaunlich klar, bei den Screams muss man leichte Abstriche machen, da hier sehr viel in der Stimme mitschwingt, was leider auf Kosten der Artikulation geht. Die gesprochenen Passagen stechen dagegen wieder sehr positiv hervor, da sie passend in Szene gesetzt wurden.

Die Gitarren sind stark verzerrt, komprimieren allerdings nur sehr wenig, am ehesten fällt dies bei der Lead-Gitarren auf, wo es auch sein darf. Unabhängig davon präsentieren sich die Gitarren sehr ausgewogen im Mix, stil-typisch mit viel Höhenanteil, allerdings ohne das es unangenehm im Ohr beißt.

Der Bass ist quasi unhörbar bzw. untrennbar mit den Gitarren verbunden und nur minimal angezerrt, dies ist aber fast nicht zu hören. Insgesamt bietet der Bass ein sehr breites und stabiles Fundament für die Gitarren, so wie es sein soll.

Das Schlagzeug wurde mit dem Fokus auf die sehr knackige Snare gemischt, es gruppiert sich Alles um diesen zentralen Taktgeber, der Kick ist eher fellig und bleibt mehr im Hintergrund um dem Reverb der Snare Platz zu geben; bei DoubleBass-Einlagen kommt der Kick erheblich deutlicher zum Hörer durch. Die Becken vermischen sich angenehm mit den Gitarren und haben so keine störenden oder schneidenden Frequenz-Anteile in den Höhen.

Nach dem ersten Durchlauf vermittelte mir „Bloodline Divine“ ein tendenziell uneinheitliches Bild von sich, der Großteil der Titel ist textlich sehr interessant, musikalisch positionieren sich GRABAK in der unteren Oberliga. Zusätzlich hat man solche Kracher wie „Oblivion”, „Phoenix” und auch „Seelensammler” und dann wiederum solch stumpfe Titel wie beispielsweise „Corpsebride“, das hinterlässt leider ein wie bereits erwähnt uneinheitlich Bild vom Album.

Nach mehrmaligem Hören werden die Titel insgesamt besser und steigern sich von gut auf sehr gut, offenbar muss man „Bloodline Divine“ den ein oder anderen Durchlauf geben, bis sich das Potential voll entfalten kann, ein gewisser bitterer Nachgeschmack wie beschrieben bleibt jedoch.

Anspieltipps: „Oblivion” und „Phoenix

Bewertung: 8,9 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Post Lucis Natum (Intro)
02. Via Dolorosa
03. Sinnocence
04. Corpsebride
05. Oblivion
06. Seelensammler
07. Bloodline Divine
08. S.T.U.K.A.
09. Phoenix
10. Apostate

 

Jahrespoll 2020

CD der Woche

Z.O.F.F. 2020

alter Z.O.F.F.

On Tour

WO WIR SIND

27.09.
12.11.
13.12.

ZO PRÄSENTIERT:

Schrod's...

VERLOSUNGEN

ZO SONGCHECK

Join the Army

V.I.P.

Der Patch

ZO AUF YOUTUBE

PARTNER

BLACKLAND BERLIN

Das Shirt

Damit das klar ist