20.08.2019 12:25 Alter 30 days
Kategorien: H-J
Von: JEZEBEL

HOLOCAUSTO – Diário de Guerra (2019)

(5.676) Jezebel (6/10) War Metal

Label: Nuclear War Now Productions
VÖ: 31.07.2019
Stil: War Metal

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Eine Band namens HOLOCAUSTO, die ihr Album „Diário de Guerra” (Kriegstagebuch) beim nicht immer unproblematischen Label Nuclear War Now herausbringt… diese Kollegen haben ihr selbstgewähltes Genre War Metal jedenfalls vollständig verinnerlicht.

Bevor jetzt Schnappatmung und Beißreflex einsetzen: HOLOCAUSTO kommen aus Brasilien und machen solchen Krach (mit Unterbrechungen) bereits seit 1984. Sie gehören zur ersten Welle brasilianischen Extrem-Metals zusammen mit SEPULTURA und SARCOFAGO. Zu dieser Zeit und ganz besonders in jener Ecke der Welt gab es einen völlig anderen Umgang mit dem Thema, da kann man nicht unbedingt den deutschen Maßstab für politische Korrektheit anlegen. Sowohl die Texte als auch die Posts auf Facebook sind konsequent in Portugiesisch gehalten, ich verstehe aber immerhin genug, um diese Band nicht als Nazis zu sehen, selbst wenn sie mit entsprechender Ästhetik spielen. Textzeilen a là „die Welt ist im Krieg und die Menschheit kann nur verlieren“ oder „Opfer der Macht, Opfer der Ignoranz, Opfer des Elends“ haben recht wenig mit vorgestrigem Herrenmenschengeschwafel oder Rassenhass zu tun. Die Videos, und es gibt zu jedem einzelnen Lied außer „Prisioneiro“ eins, machen klar, dass hier nichts verherrlicht wird, es wird aber auch dann nicht weggesehen, wenn es unangenehm wird (sh. „Refugiados/ Solução Final“).

Musikalisch betrachtet ist das ein recht räudiges Geschrummel. Wir haben die Rohheit und Geschwindigkeit der allerersten Gehversuche des Black Metal, gepaart mit einer Prise Punk und einem Schwung Grindcore. Die Stimme erinnert nicht zuletzt aufgrund der Sprache an BRUJERIA (Spanisch und Portugiesisch sind nicht dasselbe, aber nicht allzu weit voneinander entfernt). Das ist nicht sonderlich originell oder gar innovativ, den Anspruch erhebt „Diário de Guerra” aber auch zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr gehen HOLOCAUSTO hier zurück zu ihren Wurzeln und klingen zum Glück dennoch nicht altbacken, sondern authentisch und intensiv, auch die Produktion ist passend.

Außer bei Die-Hard-Fans, die sich genau auf solche Mucke spezialisiert haben, wird „Diário de Guerra” kaum Anklang finden. Zu extrem einerseits und andererseits zu belanglos ist die musikalische Seite von HOLOCAUSTO. Mindestens einen der 6 Punkte gibt es allein für die Videos, hinter denen Recherche und eine Aussage steht sowie für das SODOM-Gedenk-Covermotiv.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Intro
02. Holocausto
03. Refugiados / Solução Final
04. Zona de Conflito (Faixa de Gaza)
05. Guerra Total Apocalipse
06. Símbolos da Discórdia
07. Intro
08. Diário de Guerra
09. Prisioneiro
10. Ocupação Hostil
11. Pelotão da Morte
12. Outro

 

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