15.11.2019 16:02 Alter 24 days
Kategorien: K-M
Von: SCHAACKI

KRATER – Venenare (2019)

(5.866) Schaacki (9,3/10) Black Metal

Label: Eisenwald
VÖ: 15.11.2019
Stil: Black Metal

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Die Geschichte von KRATER begann zwar 2003, doch kann man wohl behaupten, dass 2011 wohl eine Art Neugeburt für die Truppe aus Sachsen verzeichnet. Denn als damals ihr Werk „Nocebo“ erschien, stellte die Band die Weichen für ihren heutigen Sound – jedenfalls empfinde ich es so, wenn ich mich heute so durch die Discografie höre. Auch wenn sie noch immer ein paar pagane Noten einfließen lassen, so haben sich die Sachsen doch auch stark der Moderne zugewandt und somit einen schönen und eigenen Mix aus Tradition und Neuzeit geschaffen. Das manifestierte 2016 dann ihr Meisterwerk „Urere“, welches allein mit dem Übersong „Flammen im Vakuum“ schon mächtig punktete. Kleine Anekdote dazu: Im Folgejahr stieß ich eigentlich erst auf die Band und sah sie dann gleich drei mal, während sie unterwegs waren, um die Scheibe zu supporten – und jedes verdammte Mal konnten sie mit ihrer Live-Qualität überzeugen.

Nun also steht der neuste Output „Venenare“ in den Startlöchern. Die Messlatte liegt nach „Urere“ jetzt recht hoch und die Frage steht im Raum, ob die neue Platte da mithält. Zwar finde ich keinen einzeln herausragender „Hit“ wie die besagten „Flammen im Vakuum“ darauf, dafür sind die Songs selbst alle sehr ebenbürtig bzw. gleich stark. Bass sowie Gesang von Frontmann Abortio sind abermals fies und drückend und kennen weder Freunde noch Gnade. Selten spielt der Viersaiter im Black Metal so eine wichtige Rolle wie bei KRATER. Er ist für den Sound der Band genauso bedeutend wie der markante Gesang. Doch natürlich beschränkt sich der Klang des Quintetts nicht allein auf eine Person. Gerade auch das Drumming von Shardik, der am längsten an Abortios Seite steht, hat einen ausschlaggebenden Anteil am Gesamtkonstrukt des KRATER-Sounds. Und vielleicht stolperte jemand von euch Lesern gerade über den Begriff „Quintett“ – richtig gelesen, laut Internet und Promotext arbeiten die Herren inzwischen mit gar drei Gitarren. Den erhöhten Einsatz von Sechssaitern hört man den Liedern dann auch an. Gleich der Opener „Prayer for Demise“ verzückt nebst blankem Hass nämlich auch mit wunderbaren Melodien. Allgemein darf man zu Buche halten, dass KRATER Anno 2019 noch etwas verspielter und experimenteller sowie melodischer zu Werke gehen. Dennoch lassen sie nie den Druck und die Härte missen. Es bleibt auch diesmal bei bitterböser Dunkelheit, die den Hörer in eine melancholische Leere zieht und später wieder ausspuckt, um ihn allein mit seinen Gedanken im Nirgendwo zurückzulassen. Nur wird dieses Drama eben noch mehr durch Melodien verschönert als zuvor, was das arme Herz noch mehr trifft und aufzuwühlen vermag. Ja, KRATERs Musik ist in der Tat eine emotionale und berührende. So schaffen es die Harmonien von Liedern wie „Zwischen den Worten“ und „Stellar Sparks“ betroffen zu machen und gleichzeitig zu faszinieren. Und nein, ich schäme mich nicht, so etwas Kitschiges zu schreiben, denn KRATER selbst lassen „Tausend Herzen als eines bluten“…

Doch möchte ich nochmals betonen, dass wir es hier nicht mit softem Gedudel zu tun haben. KRATER sind und bleiben eine Black Metal Band. Nur schreiben sie eben keine stumpfe Prügelmusik. Die Kompositionen lassen Tiefgang und Gefühl zu und doch bleibt es finster und brachial und die Texte fies. So auch die Worte Abortios in „Atmet Asche“: „Ihr seid nur Futter für die Flammen“ – böse, ganz herrlich böse. Und auch wenn mir die Texte nicht vorliegen, so möchte ich auch bei „No place for you“ auf eine derbe Kampfansage setzen. „Darvaza Breeds“ fügt daraufhin noch seiner aggressiven Grundstimmung viel Schwermut hinzu und driftet in doomige Gefielde ab. Zum Ende überraschen noch einige Zeilen im Stile von tibetanischem Mönchs-/ Obertongesang. Wüsste ich es nicht besser, hätte ich auf einen gewissen Herrn Morean (DARK FORTESS) getippt. Aber nein, wie ich erfahren durfte, stammen auch diese Töne aus der Kehle von Abortio. Wer hätte es gedacht…? Beifall!

Ob man am Ende noch die Frage beantworten muss, ob „Venenare“ mit „Urere“ mithalten kann, ist wahrscheinlich gar nicht mehr wichtig. Beides sind großartige Alben mit starken Songs, wobei man „Venenare“ durchaus attestieren darf, noch ein Stück weit epischer ausgefallen zu sein.

Bewertung
: 9,3 von 10 Punkten


Tracklist:

01. Eruption
02. Prayer for Demise
03. Zwischen den Worten
04. Stellar Sparks
05. When Thousand Hearts
06. Atmet Asche
07. No Place for You
08. Darvaza Breeds
09. Wasted Carbon

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