21.11.2018 13:35 Alter 24 days
Kategorien: K-M
Von: MARTIN

MENSCHENFRESSER – Sterben (2018)

(5.097) - Martin (8,5/10) Horror Metal

Label: Boersma Records
VÖ: 21.12.2018
Stil: Horror Metal


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Ich hatte die Band vor Jahren bereits kurzzeitig auf dem Schirm, dann aber aus den Augen verloren. Zeit, mal wieder reinzuhorchen!

Wie kann sich Otto Normal-Metaller MENSCHENFRESSER vorstellen? Musikalisch trifft Death/Black Metal auf American Horror Story; lyrisch und gesanglich könnte man meinen, Till Lindemann habe jene seiner Texte, die ihm selbst für Rammstein einen Hauch zu makaber waren, versehentlich in CC an Eisregen und Alf Ator (Letzterer im Übrigen Mitglied einer finsteren Sekte, die in ihm eine Erkenntnis weckte) gemailt, derer man sich dann gemeinsam dankend annahm und unter dem Pseudonym „Aasgeier foltern“ dem Todesmetal hingab. Klingt komisch, ist es aber gar nicht so sehr, denn es funktioniert.

Gekommen, um zu knechte(l)n! Mit „Morbus“ bringt man ohne Umschweife auf den Punkt, wohin die Reise führt. Anfängliches Verweilen in leicht doomig-zähen Gefilden, um zwischenzeitlich akkurat nach vorne zu walzen. Hier werden keine Gefangenen gemacht, so darf es weitergehen. Heiter weiter ins Verderben, oder so ähnlich. „Wer ist da“ erweckt den Eindruck eines Grimm-Märchens, vorgetragen mitternachts auf dem Friedhof, bei Bloody Mary und Kerzenschein. Solide düster untermalt vom meist eher gemächlichen Tempo.Wir werden alle „Sterben“! Der Titeltrack eröffnet in dezent rockiger Eigenart und führt den Leitfaden nahtlos weiter. Morbides Midtempo und flüsterndes Geröchel, gespickt mit einem Hauch Wahnsinn.

Die „Mittagssonne“ hingegen drückt wieder mehr aufs Gaspedal und bietet einen angenehmen Kontrast zu den vorangegangenen Songs. Schlicht-solides Riffing mit einem Addams Family‘schen Zwischenpart – fügt sich bestens ins Gesamtbild. „Der Übergang“ stellt einen, naja, Übergang dar. Ein einminütiges Zwischenstück, das den Hörer erneut daran erinnert, dass „Sterben“ nun mal kein Ponyhof ist. „Frontfleisch“ stellt, wie der Name schon suggeriert, die Ballade des Albums dar. Melancholische Melodeien: Überraschend eingängig!

Gehirnmassaker“
macht zweierlei: Alles richtig und Spaß! Hier haben wir den, meines Erachtens nach, komplettesten Song des Albums. Man beginnt in leichter Totenmond-Manier und knüppelt sich rabiat durch die Synapsen-Landschaft - Kurzer Break und weiter im Gebälk. Man trumpft hier semi-abschließend noch mal richtig auf, dass sich die Briten biegen.

Am „Ende“ angelangt, scheint es mir, als hätte man sich klammheimlich an HYPOCRISY´s selbstbetitelter Scheibe von ´99 bedient. Schwer melodiös, schleppend, Synthie-lastig und bis auf den obligatorischen Textpart „Ihr werdet alle sterben“ komplett instrumental gehalten. Anders, aber nicht minder gut. Ein krönender Abschluss eines doch recht spannenden Langspielers, der sicher den Weg in meine Regale finden wird.

Fazit: MENSCHENFRESSER muss man mögen, darf man aber gerne auch. Das Trio versteht es, brachiale Metal-Elemente gezielt mit Grusel-Atmosphäre anzureichern und Kontraste zu schaffen. Hier drückend hart, dort melodisch und eingängig und gelegentlich sogar leicht humorvoll – alles in allem durchaus stimmig. Warum hat man diese Kapelle eigentlich kaum auf dem Schirm? Da verhält es sich bei mir wie mit vielen Fremdsprachen: Verstehe ich nicht.

Anspieltipps: „Frontfleischund „Gehirnmassaker“

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Morbus
02. Wer ist da?
03. Sterben
04. Mittagssonne
05. Der Übergang
06. Frontfleisch
07. Gehirnmassaker
08. Ende

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