27.10.2018 11:00 Alter 242 days
Kategorien: K-M
Von: PETER

METAMORPHER - Becoming (2018)

(5.034) - Peter (7,9/10) Progressive Ambient Metal

Label: Timezone Records
VÖ: 21.09.2018
Stil: Progressive Ambient Metal

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Schaut man in den fernen Metal-Horizont, schrauben sich dieser Tage einige junge und verheißungsvolle neue Sterne empor und versuchen ihren Platz am Firmament einzunehmen. Das ist für unsere Szene schon mal sehr schön, denn wir brauchen Nachwuchs. Zu diesen Sternen gehören die Gladbacher METAMORPHER, die für sich allerdings den mitunter schwierigsten und sicher auch umstrittensten Pfad der Progressivität gewählt haben, aber bitte jeder so, wie er mag. Ich persönliche habe ja einen ausgeprägten Febel für den progressiven Metal, insofern wende ich mich dieser am 21.09.2018 über Timezone Records erschienen Debüt-EP mit besonderem Interesse zu.

Der Erstling beheimatet zunächst nur drei Tracks, die mit dem Genre beinahe typischen Laufzeiten von jeweils über fünf Minuten je Song aufwarten. Diese Stilrichtung ist sozusagen die Plattform, um seinen Ideen, seiner Vorstellung von Musik und darüber hinaus seiner Kreativität Ausdruck zu verleihen. Klingt überschaubar, allerdings packen METAMORPHER viele unterschiedliche Ansätze in die Songs und demzufolge muss man genauer hinhören. Eine Track by Track Review bietet sich hier deshalb an.

„Like A Mantis“ beginnt mit einem anspruchsvollen Riff, welches über den Song hinweg auch die Headline bilden wird. Darauf aufbauend, versehen mit einem Hauch Mystik, gehen die Drums und die die Gitarren einen zunächst gegenläufigen Rhythmus ein, der schon mal sehr interessant klingt. Da baut sich eine wohltuende Spannung auf und druckvoller Groove ist die Folge. Dem schließen sich feine Soliansätze an, diese zeugen von musikalischem Verständnis. Bei den Drums ist das akzentuierte Moment hervorzuheben. Carlos Gottberath scheint bekannte Freunde als Vorbild zu haben. Diese Spielart kann man bei Mike Portnoy oder auch Mike Mangini nachvollziehen. Die Vocals setzen auf der Headline auf, die Strophe wird entgegen meiner Erwartung recht aggressiv moduliert, die Melodie ist noch etwas verhalten und geht in eine Bridge über, die das Ohr auf Grund der sicher bewusst eingesetzten Dissonanz ein wenig herausfordert. Der Refrain hingegen wirkt frisch, lockert auf und bringt Momente des Metalcore mit sich. Der Song bietet neben technischer Raffinesse wirklich fulminante Grooveparts, in der sich die Musiker austoben können. Knapp sieben Minuten Vollbedienung. Allerdings eine Nummer, der man sicher auch Verspieltheit nachsagen könnte. Muss man öfter hören.

Mit „Limbic“ wendet sich METAMORPHER dem Stil der ersten Nummer ab und gehen kommerziellere Wege. Diese Nummer geht den Herren scheinbar leichter von der Hand, was der grundlegend melodiöseren Ausrichtung geschuldet ist. Das blitzt ein wenig Sludge durch, das Riffing wirkt fluffig und harmonisch. Der Track geht zügig voran, was sich auch konsequent durchzieht, bis auf den Refrain, der nach meinem Dafürhalten den Stil des typisch amerikanischen Metalcore verkörpert, so meine Meinung zumindest. Mehrstimmige Chöre unterlegen den doch vielsagenden Refrain. Allerdings, dies sei erwähnt, muss man das auch erst mal machen können. Die Gitarrenarbeit mag hier nochmals besonders hervorheben, die beiden Herren Schiefer und Wasserburg fricklen hier offensichtlich Mühelos über das Griffbrett. Nun, „Limbic“ hat Charme und Potential. Vielleicht auch der Song, der am ehesten Hitcharakter aufweist. „Limbic“ bildet jedoch auch einen Kontrast, der die EP somit abwechslungsreich macht.

Um im Bilde einer Metamorphose zu bleiben, könnte „House In The Fields“ wie auch immer interpretiert werden. Ich versuche es mal so: Eine lupenreine Ballade die sanftmütig auf traurig anmutenden Basslines, cleanen Gitarren und Piano aufbaut. Die Vocals streicheln die Harmonien und sind mit reichlich Gefühl ausgestattet. Michael Junker zeigt hier seine weiche und tiefgründige Seite. Das psychedelische Moment der Harmonien geht eine Symbiose mit den Melodien ein. Der Song baut sich schlüssig und organisch auf, der Spannungsbogen kann gehalten werden und nimmt mich als Hörer in der Tat von Sequenz zu Sequenz mit. Ich schmachte irgendwie nach dem Höhepunkt, der allerdings irgendwie vermieden wird. Das ist für mich jedoch das Besondere an „House In The Fields“. Man achte und höre bitte auch auf die Soli, die bei mir Gänsehaut erzeugen. Als Abschluss einer „zu“ kurzen EP ist dieser Track nicht nur wegen seines Alleinstellungsmerkmales der Arrangements ein echter Hinhörer.

So, was METAMORPHER hier abliefern ist vielsagend und für mehr ausgelegt. Eine saubere technische Produktion rundet die EP ab. Ich wünsche den Herren, dass sie sich von ihrem Weg nicht abbringen lassen. Wie dann mal ein ganzes Album klingen mag, kann ich nicht voraussehen, die Raupe allerdings ist auf einem guten Weg zu einem schönen Schmetterling zu werden. Weiter so!! Ach ja, Fehlinterpretationen sehe man mir bitte nach…

Anspieltipps: 1-3

Bewertung: 7,9 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Like a Mantis (06:51)
02. Limbic (05:28)
03. House in the Fields (06:40)

Gesamtspielzeit: 18:59

Line-Up:
Carlos Gottberath - Drums
Dominik Kwasny - Bass
Michael Junker – Vocals
Michael Schiefer - Guitars
Patrick Wasserburg - Guitars

 

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