10.12.2019 13:32 Alter 248 days
Kategorien: N-P
Von: VONNI

PROPHETS OF YAHWEH – Oronodromozro (2019)

(5.922) Markus Vonhoff (8,0/10) Progressive Death Metal

Label: Eigenproduktion
VÖ: 19.02.2019
Stil: Progressive Death Metal

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Zephyr´s Odem ist bekanntlich immer auch bestrebt, Bands aus dem vermeintlichen Underground Gehör zu verschaffen. Aus diesem Grund widme ich mich heute einer sehr interessanten Band aus Kochi, Indien, die bereits im Februar ihr Album „Oronodromozro“ in Eigenregie veröffentlicht hat.

Mit Prophets Of Yahweh wurde zwar ein Bandname mit biblisch bzw. geschichtlichem Hintergrund gewählt, jedoch bezeichnet sich die Band nicht als religiös, sondern eher geprägt von spiritueller Natur. 2012 wurde die Band von Jithin Peter gegründet, der mir in einem Gespräch über die nicht einfache Szene in Indien zu berichten wusste, dass die „Bloodywood“-Maschinerie generell nicht so groß gehalten wird wie z.B. in Europa oder Südamerika, wo die harte Musik in den letzten 10 Jahren massive Wachstumsschübe zu verzeichnen hat. In Indien gibt es derweil nicht viele Clubs, die Szene ist vergleichbar minimalistischen Ursprungs, allerdings gibt es das ein oder andere Festival, wo sich die indischen Bands zusammenrotten und ihrer Leidenschaft frönen.

Oronodromozro“ ist eine Blast-Beats gesteuerte Ansage an die Death Metal Szene, wo progressive Einschläge und langsame instrumentelle Gitarrenparts für harmonische Abwechslung sorgen. Der Opener und gleichzeitig auch Titelsong „Oronodromozro“ verkündet sinnbildlich die bevorstehende Dunkelheit, brilliert abgesehen von den langsamen Passagen mit Starkstrom verifiziertem Gitarrenspiel. Der Song fühlt sich an, als würde langsam ein Walze auf dich zukommen und die Verfolgung aufnehmen. Es ist das spürbare Leiden, wenn die scharfkantigen Gitarrenparts dir womöglich ins Fleisch schneiden könnten. Ausdrucksstark und gesanglich geht es wiederum sehr düster in „Critical“ zu, einem Song, der einen grandiosen Druck aufbauen kann und kaum eine Verschnaufpause zulässt. „Exodus“ baut auf der Melodie einer warmen Leadgitarre auf, begleitet von zunächst okkult, dämonisch anmutendem tiefem Gesang mit gepaart bedrohlichen Screams, geschürt von einer unendlichen Aversion, das in einem übelstem Gitarrengewitter final endet.

Ganz klar steht dieses Album für die Umsetzung von Themen in einem ernsten Gewand, wo pure Aggression und die ständige Bedrohung für keine ruhige Minute sorgen. Gerade deshalb lauscht man wie gebannt jeder weiteren Ansage zu. Egal ob bei Songs wie „The Mighty March“ oder „Cure“, die Rhythmen ähneln sich zwar immer ein wenig, aber der Sound fordert trotzdem immer wieder aufs Neue. Prophets Of Yahweh sind wandelbar in dem was sie tun, manchmal fühlt es sich wie ein Weltensprung an. „Lucid Dream“ als finaler Song bringt dieses Gefühl bestens auf den Punkt. Eine Orgie von Screams lassen keinen Zweifel an einer persönlich inspirierten, möglichen Verzweiflung und Enttäuschung, die dem Sound das Albums über immer wieder hörbar entspringt.

Technisch sauber und gut produziert reiht sich „Oronodromozro“ in ein erstaunliches Album aus einem Land ein, welches in Sachen harter Musik in Zukunft sicherlich mehr Beachtung geschenkt werden dürfte. Bands wie Demonic Resurrection, die auf dem Bloodstock in UK zu Gast sein durften, haben es bereits vorgemacht. Dennoch, harte Musik und wenig Möglichkeiten mit dieser Art von Musik in Indien Geld zu verdienen, bleiben ein leidiges Thema. Support!

Bewertung: 8,0 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Oronodromozro
02. Critical
03. Exodus
04. No More
05. The Mighty March
06. Cure
07. WW3
08. Lucid Dream

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