29.07.2019 16:19 Alter 1 year
Kategorien: W-Z
Von: EM ZETT

WANDAR – Zyklus (2019)

(5.649) Em Zett (9,95/10) Atmospheric Black Metal

Label: Obscuritas Aeterna
VÖ: 12.07.2019
Stil: Atmospheric Black Metal

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Inmitten der teilweise grenzwertigen Hitze des Zwo’19er Hochsommers wird die MZ- Welt aus Richtung Halle/a.d.Saale mit Finsternis, eisiger Kälte und hochgradig intelligenter Black Metal Poesie überschüttet. Und das aus dem völligen Nichts. Hatte ich bis eben noch gar keinen Zweifel, daß mein #1-Jahresalbum bereits in Stein gemeisselt ist (DEKADENT – The Nemean Ordeal), wird selbiger Felsen damit konfrontiert, einen zweiten Monolithen neben sich dulden zu müssen.

Was also ist passiert ?
Dem klassischen Ausspruch des Undertakers folgend, der da lautet: „Unverhofft kommt oft“ beherzigte ich den Rat der Dresdener Blackies von GATEWAY TO SELFDESTRUCTION auf ihrer FB-Seite , das neue Album „Zyklus“ ihrer Genrefreunde WANDAR anzuchecken. Im Ergebnis dessen rannte ich sehenden Auges in ein neues Kapitel schwarzmetallischer Offenbarung.

Nun ist es beileibe nicht so, daß es sich bei WANDAR um frische Newcomer handelt. Bereits seit 2005 ist die Band am Start. 2007 erschien ihr erstes Demo „Kälte“, 2008 dann eine EP namens „Vergessenes Wandern“ (Wat’n Titel). Mit „Landlose Ufer“ legten WANDAR 2012 ihr erstes richtiges Album vor. Satte 7 Jahre später erscheint nun mit „Zyklus“ ein regelrechtes Referenzwerk des Atmosphärischen Black Metal.

Sofort mit den ersten akustischen Gitarrenklängen des Openers „Winden“ stellen sich meine Nackenhaare auf, bevor die Orgie losbricht. Wunderbare Gitarrenwände, brilliantes Drumming, unmenschlich klirrendes geiles Shouting, bei dem dir das Blut in den Adern gefriert. Bewußt baut man auf dem norwegischen Grundgerüst der Altvorderen auf, ist aber jederzeit in der Lage, dieser Art der Musik die bandeigene Note zu verleihen.

In dichter Folge türmt sich die Atmosphäre der Songs wie wie eine Bergkette vor dir auf,dann wieder umschliesst sie dich wie ein dichter Nebel. Die Schönheit der Melodien versetzt dich immer wieder in wohlige Schockstarre, weil du einfach nicht begreifen kannst, was sie mit dir machen.

„Zyklus“ bietet unendlich viel Raum für Selbstinterpretation, egal, ob diese für einen positiv oder negativ ausfällt. Entscheidend ist dabei sicher der eigene momentane Gemütszustand. Definitiv sollten aber Leute mit Todessehnsucht dieses Album nicht zum falschen Zeitpunkt hören. Andererseits verströmen die Songs durchweg irgendwie Kraft und Schönheit, die einen auch aufbauen kann. Instrumente wie Cello, Violine und Klavier geben ihnen etwas zerbrechliches und tragen (wie die in deutscher Sprache zu Gehör gebrachten Texte) dazu bei, diese Platte immer wieder neu für sich zu entdecken, statt sich im schlimmsten Fall über den sprichwörtlichen Abgrund hinaus zu bewegen.

Die Texte von „Zyklus“ sind, wie bereits weiter oben erwähnt, von einer dermaßen bemerkenswerten Poesie, daß es sich unbedingt lohnt, sie beim Hören parallel im Booklet mitzulesen.

In bemerkenswerter Weise schaffen es WANDAR, die Intensität des Albums von Anfang bis Ende zu transportieren. Zum einen sorgen dafür die von ihnen verwendeten Stilmittel, zum anderen merkt man der Band zu jeder Sekunde an, daß sie diese spezielle Spielart des Metal absolut in sich verinnerlicht hat und „Zyklus“ eben deshalb genau so geworden ist, wie sie es haben wollten. Nichts aufgesetztes, nichts theatralisches. Absolute Ehrlichkeit und Hingabe. Ich würde mal behaupten, in dieses Album haben die Jungs ihre komplette Seele und alles Herzblut reingelegt.

Nicht unerwähnt soll bleiben, daß MARA von GATEWAY TO SELFDESTRUCTION bei einigen Songs die Vokillz vervollkommnet.

Im Übrigen sind WANDAR seit vielen Jahren gern gesehener Gast auf Festivals wie dem In Flammen, Metal Embrace oder Dark Troll. Auch sonst ist die Band mit vielen Live-Gigs unterwegs. Bei uns im Berliner Raum u.a. am 2. Oktober im Blackland.

Fazit: Bei all der Masse an Musik lohnt es sich dennoch, seine Antennen geschärft zu halten. Dann eröffnen sich einem solche Perlen wie „Zyklus“, auch wenn man oft und lange danach suchen muss. Bands wie WANDAR sind der Grund, warum ich immer weiter nach guter Musik suche. „Zyklus“ ist einfach nichts anderes als ein Meisterwerk des atmosphärischen Black Metal und WANDAR damit für mich auf einer Stufe mit Bands wie ULTHA, AFSKY oder ASHBRINGER.

In diesem Sinne : „Stein schlägt Kreuz, Feuer schlägt Stein“

Anspieltip: Das gesamte Album

Bewertung: 9,95 von 10 Punkten

Tracklist:
I. Winden
II. Tothfall
III. Fylgia
IV. Rast
V. Se(e)hen
VI. Heimgang
VII. Basalt

 

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