SCHLUMPFBESCHWÖRUNG INKLUSIVE - DAS BARTHER METAL OPEN AIR 2017

17. - 20.08.2017 @ Barth

VORWORT / EINDRUCK / ALLGMEIN

Das Barther Metal Open Air (BMOA) hat auch dieses Jahr zum 19. Mal wieder vom 17. bis zum 20. August zum Feiern geladen Wie üblich gestaltet sich das BMOA um die Freilichtbühne Barth als eigentliches Festivalgelände sowie den umgebenden Stadtpark als Campinggelände. Auch dieses Jahr waren wieder einige bekannte Vertreter des Metals auf der Freilichtbühne zu sehen, darunter Trollfest, Uada, Batushka, The Committe, Thormesis und weitere. Insgesamt waren ca. 30 Bands auf dem Festival zu sehen und zu hören und das Ganze wie immer für einen unschlagbaren Preis, dieses Jahr konnte man auch Tageskarten erwerben, sofern gewünscht.

Donnerstag, 17.08.2017

Pünktlich um 11.30 schlagen wir (meine Reisegruppe und ich) in Barth auf dem Parkplatz in der Wilhelm-Liebknecht-Straße auf. Die Sonne brennt kräftig, die Temperaturen liegen um die 25°C und drüber. Also schnell mit den ersten Fuhre Gepäck auf das Campinggelände und den begehrten Stammplatz in Hörweite der Bühne sichern. Im Wald sind angenehme (geschätzte) 20°C, wesentlich kühler und wohltemperierter als auf dem Parkplatz. Bis 13.00 ist alles aufgebaut, jetzt heißt es warten und den Grill anfeuern bevor die ersten Bands spielen; der Rest der Gruppe trudelt auch langsam ein.

Als ergänzendes Vorwort möchte ich noch hinzufügen, dass der von mir und meiner Gruppe gewählte Zeltplatz eine sehr gute Akustik bietet, so dass ich nicht zwangsweise zu jeder Band auf das Festivalgelände gegangen bin sondern sie auch gemütlich vom Sessel aus genießen konnte. Gerade bei Regen war aufgrund des Pavillons der Verbleib im Sessel doch wesentlich schöner und genusspendender.

Eigentlich rechtzeitig stellen wir uns mit unseren Karten an um die Festivalbändchen abzuholen, aus irgendeinem Grund verzögert sich das Ganze um ein paar Minuten, so kommen wir erst gg. 15.20 auf das Festivalgelände.

15.15 – 16.00 Uhr LAGERSTEIN
LagerStein eröffnen das BMOA 2017 und haben, wie jede Band die anfängt, erstmal gewisse Schwierigkeiten das Publikum zu mobilisieren, jedoch kommen im Verlauf des Auftritts immer mehr Leute nach vorne. Die Jungs aus Australien zelebrieren astreinen Pirate Metal, im Prinzip wie Alestorm, nur mit dem Vorteil das die Musiker nicht vor dem Auftritt voll wie eine Strandhaubitze sind; getrunken wird bei LagerStein erst zum Abschluss, quasi nach erfolgreichem Beutezug. Auf der Bühne machen sie auch einiges her, die Show und die Kleidung passen jedenfalls hervorragend zum Genre; auch die Attitüde der Australier trägt dazu bei.

16.30 – 17.15 Uhr YMYRGAR
Als nächstes übernehmen Ymyrgar aus Tunesien, die Jungs sollten ja eigentlich schon letztes Jahr spielen, haben dann aber keine Visum bekommen, bzw. wurden bestehende entzogen. Hätte mich jemand mit verbundenen Augen vor die Bühne gesetzt, hätte ich schwören können, dass dort Nordeuropäer auf der Bühne stehen und Viking Metal spielen. Von der Thematik und der Präsentation her würde man nicht annehmen, dass die Jungs aus Tunesien kommen.

17.45 – 18.30 Uhr ARS VENEFICIUM
Zu Ars Veneficium bin ich zwischendrin mal zur Bühne gegangen, einfach weil mich die Präsentation interessierte, die Musik war für mich eher Standard Black Metal. Keineswegs schlecht aber auch nicht so weltbewegend wie die Bands zuvor. Auch die Bühnenshow war recht unspektakulär, lediglich der Frontmann hat mich ein wenig Seregor von Carach Angren erinnert, aber vor allem eher von der Bemalung her; immerhin war er relativ gut zu verstehen. Der einsetzende Regen trug auch seinen Teil dazu bei, dass ich mich schnell wieder in Richtung Campingplatz und der dort aufgestellten Pavillons begab.

19.00 – 19.45 Uhr DRAUGGARD
Als nächstes sind Drauggard aus Russland dran um ihre Spielart des Viking Metals zu präsentieren. Auch hier wurde ich nicht wirklich vom Hocker gerissen dennoch war die Musik recht ordentlich und solide gespielt. Wer jedoch gerne druckvollen, schnellen und akkurat gespielten Death Metal mit Wikingern (und deren Glaubenssystem) als Hauptthema mag, wird von Drauggard voll und ganz bedient werden.

20.15 – 21.00 Uhr WELICORUSS
Die Russen von Welicoruss sind anschließend dran ihren Symphonic Pagan Black Metal an den geneigten Zuhörer zu bringen. Hier muss ich fairerweise sagen, dass ich mir etwas mehr versprochen hatte, zumindest musikalisch. Von der Bühnenshow her war Welicoruss schon ziemlich beeindruckend, vor allem wegen des Erscheinungsbildes der Band. Auch hat mich beeindruckt, das man mit nur 3 Personen wirklich so viel abreißen kann. Jedoch war das ganze durch die eher durchschnittlichen Sound etwas getrübt; vielleicht funktioniert der symphonische Teil auf den Aufnahmen einfach besser.

21.30 – 22.15 Uhr DJEVELKULT
Mit Djevelkult konnte ich persönlich überhaupt nichts anfangen, weswegen ich doch lieber unter dem Pavillon geblieben bin. Es klang für mich relativ stark nach Tsjuder (erwähnt sei, dass ich die Band gerne höre), allerdings mit einem hohen Anteil an Monotonie und Grind bzw. Noise; und irgendwie primitiver als Tsjuder selbst, wenn das überhaupt möglich ist.

22.45 – 23.30 Uhr TEMPLE OF OBLIVION
Temple of Oblivion präsentieren sich mit einem ähnlichen musikalischen Ansatz wie Carach Angren, ich muss dazu sagen ich weiß nicht ob diese Ähnlichkeit bewusst angelegt ist. Nach dem Auftritt und dem Hören des bestehenden Materials muss ich sagen, dass mir der Ansatz von Carach Angren besser gefällt, fast egal in welcher Hinsicht, einzig der klare Gesang des Sängers von Temple of Oblivion kam richtig gut bei mir an; würde man den epischen bzw. symphonischen Aspekt dazu anpassen, wäre das Paket komplett.

00.00 – 01.00 Uhr UADA
Mein persönliches Highlight des Donnerstag Abends, oder sollte ich lieber sagen Freitag früh? Egal, ich hab mich jedenfalls sehr auf die Jungs aus den Staaten gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Lediglich der wieder einsetzende Regen während des Auftrittes war etwas unangenehm. Bühnenshow suchte man abseits vom Üblichen (Nebel und Beleuchtung) vergeblich, das war aber auch garnicht nötig, am meisten wirkte die Musik. Kleine Soundprobleme waren am Anfang ebenfalls vorhanden, die gaben sich jedoch im Laufe des Auftrittes. Gespielt wurden alle Songs des aktuellen Albums, wenn ich mich recht erinnere auch in der Reihenfolge.

Damit geht der Donnerstag zu Ende, als ich am Zeltplatz ankomme sind offenbar schon alle in die Zelte verschwunden und die Lichter sind aus. Der noch durch die Bäume rinnende Regen tropft langsam aber stetig auf mein Zelt und erzeugt einen angenehmen Rhythmus zum einschlafen.

FREITAG, 18. August 2017
Freitag um kurz nach neun Uhr heißt es aufstehen, Frühstück zubereiten (diesmal mit Sturmkocher) und dann langsam in den Tag starten und auf die Bands warten. Temperaturtechnisch bewegen wir uns noch unter 15°C, zumindest im Wald, auf dem Parkplatz ist es deutlich wärmer und auch nicht so feucht bzw. klamm wie im Wald; der Regen fordert langsam etwas Tribut.

12.15 – 13.00 Uhr HASSMORD (krankheitsbedingt ausgefallen, Ersatz: Artes Orbis, Start um 13.30)
Hassmord mussten leider krankheitsbedingt absagen, für sie übernahm kurzfristig Artes Orbis aus Greifswald, dadurch wurde der eigentlich Start auf 13.30 verlegt. Kurz gesagt war der Auftritt gut aber irgendwie fehlte mir persönlich das gewisse Etwas, was gerade das alte Material ausgemacht hat. So verbleibt Artes Orbis leider nur als Lokalband mit etwas mittelmäßigem Black Metal im Gedächtnis. Immerhin war es mal interessant seit langem einen Schlagzeuger ins Mikrofon singen bzw. eher krächzen zu hören.

13.30 – 14.15 Uhr MYRD (krankheitsbedingt ausgefallen )
Myrd sind ebenfalls krankheitsbedingt ausgefallen, auf Nachfrage bekam man zu erfahren, dass der Chef der Band offenbar gerade in einer Nervenheilanstalt behandelt wird, um es neutral zu beschreiben. Ich hoffe das gibt sich wieder, denn der letzte Auftritt vor ein paar Jahren ist mir noch immer positiv im Gedächtnis. Von daher Gute Besserung (sofern möglich) von meiner Seite.

14.45 – 15.30 Uhr VANIR
Ich durfte die Dänen schon einmal 2013 in Barth erleben, damals gingen sie leider etwas unter. Das lag aber eher an der Tatsache, das Vanir damals als dritte oder vierte Band nacheinander ihre Spielart des Melodic Metal präsentieren durften; irgendwann ist auch einfach mal zu viel des Guten. Diesmal war der Auftritt jedendfalls wesentlich besser wahrzunehmen und hat auch wesentlich mehr Freude bereitet.

16.00 – 16.45 Uhr THORMESIS
Die Band auf die ich mich, seitdem ich sie das allererste Mal 2011 gesehen habe, immer wieder freue wenn sie in Barth sind; Bonus am Rande, jedesmal ist ein neues Album bzw. Material vorhanden. Diese eigenartige Mischung aus Black Metal und verschiedenen anderen Einflüssen ist einfach einzigartig und daher kann auch nicht jeder etwas mit dieser Band anfangen; ich zum Glück schon. Dieser Auftritt ist auch wieder sehr gut gewesen, auch der neue Schlagzeuger integriert sich gut in den Bandkontext.

17.15 – 18.00 Uhr SVARTBY
Danach ging es zum Zeltplatz zurück, die Russen von Svartby ließen sich auch von da aus gut vernehmen. Auch diese Band wollte ich gerne wieder sehen, da mir Auftritt 2012 mit ihrem sehr stark an ältere Finntroll erinnernden Songs sehr positiv in Erinnerung geblieben ist. Was ich jetzt vom Hören her sagen kann ist, dass die Qualität der Songs gewohnt gut und hoch war. Auch die neuen Stücke vom aktuellen Album klingen nach wie vor nach Svartby. Würde man nur auf die Musik hören könnte man direkt meinen, eine Finntroll-Cover-Band zu hören; jedoch wird immer ein eigener Stil eingewoben.

18.30 – 19.15 Uhr FIMBULVET
Fimbulvet kann man schon fast als Stammband bezeichnen, sind sie doch seit 2010 alle paar Jahre auf dem BMOA anzutreffen. Es wurde ein gewohnt hohes Niveau geboten, zusätzlich verstärkt durch den dieses Jahr noch besseren Sound. Viel zur Musik kann man garnicht sagen, es klingt nunmal einfach nach Fimbulvet.

19.45 – 20.30 Uhr SURTURS LOHE
Auch bei Surthurs Lohe ließ ich es mir nicht nehmen, wenigstens kurz bei der Bühne vorbei zu schauen. Gewohnt gute Songs mit einem guten Sound hervorragend umgesetzt. Gerade der Wechsel der Gitarristen zwischen elektrischen und akustischen Gitarren macht den Auftritt besonders; wo hat man das schonmal, das die Akustik-Gitarre nicht durch eine cleane E-Gitarre simuliert wird? Auch das Zusammenspiel der klaren weiblichen und männlichen Gesänge und der Wechsel zwischen klarem und gutturalem Gesang passen sehr gut zusammen und ergeben ein stimmiges Gesamtkonzept.

21.00 – 21.45 Uhr TROLLFEST
Dann kommt einer der wichtigen Headliner des Abends: Trollfest. Zu dieser Zeit waren wir alle reichlich angeheitert, um es euphemistisch zu beschreiben, das hat sich allerdings positiv auf den Auftritt ausgewirkt, also zumindest für uns. Trollfest macht nüchtern schon viel Spaß und ich meine der angetrunkene Zustand hat das nicht verschlimmert, sondern eher noch etwas verbessert. Egal wie, Trollfest machen Stimmung und zwar eine der man sich nicht entziehen kann, der Fuß und/oder Kopf geht immer im Takt mit, ob man will oder nicht.

22.15 – 23.00 Uhr TEMPLE OF BAAL
Wie als wenn das Wetter es gewusst hätte setze pünktlich nach Trollfest Regen ein, also erfolgte eine schnelle Flucht in Richtung des Pavillons um trocken zu bleiben. Musikalisch präsentieren sich Temple of Baal erstaunlich schwer für Black Metal, selbiges wirkt durchaus gut, da es mal etwas Anderes und dadurch erfrischend ist. Auch das Songwriting ist erstaunlich vielfältig und dennoch gleichzeitig angenehm monoton, das muss man auch erstmal hinbekommen. Ab und zu erinnerte mich die Musik an Arckanum, wahrscheinlich, da es gewisse Abschweifungen in den Punk-Bereich gab.

23.30 – 00.15 Uhr IMPERIUM DEKADENZ
Imperium Dekadenz hatte ich mir bereits 2012 einmal angesehen und angehört, war aber schön die Band mit neuem Material wieder hören zu dürfen. Auch schon damals gefiel mir die Musik schon recht gut, warum kann ich nicht genau sagen, aber ich würde es mal auf die Präsentation ihrer Musik live und in Farbe schieben. Jedenfalls eignen sich Imperium Dekadenz auch hervorragend als Hintergrundbeschallung beim gemütlichen Zusammensitzen unter dem Pavillon während es regnet.

01.15 – 02.15 Uhr BATUSHKA
Auch Batushka wollte ich gerne noch am Freitag (bzw. Sonnabend) mitnehmen, die vorhandenen Live-Videos haben ihren Teil dazu beigetragen. Nunja, erstmal hieß es noch ca. 40 Minuten warten, bis endlich die Messe um 01.55 beginnen konnte.

Stilecht wurden als erstes die Kerzen neben dem Schrein entzündet, anschließend fanden sich alle Musiker ein und der Sänger in seiner Rolle als Priester eröffnete dann die Feier, indem er mit seinem Weihrauchfässchen liturgisch korrekt die Menge vor der Bühne einnebelte. Die restliche Bühnenshow zu beschrieben würde den Rahmen sprengen, daher verzichte ich an dieser Stelle darauf.

Gespielt wurden die Songs des jetzigen Albums „Litourgiya”, wie bei Uada auch in der Reihenfolge wie sie auf dem Album vorkommen; bin ich zumindest der Meinung, leider gab es auch bei Batushka ein paar Soundprobleme, so dass ich das nicht zweifelsfrei sagen kann. Daher ist der Auftritt auch nach etwa 45 Minuten vorbei und die Musiker verlassen in einer geordneten Prozession die Bühne. Auch wenn ich nach dem Auftritt ziemlich kaputt beim Zelt ankam, hat es sich doch noch gelohnt, die 40 Minuten zusätzlich zu warten, auch wenn es ziemlich knapp war.

Als kleine Anekdote kann und will ich hier noch einfügen, dass unsere Nachbarn auf ihrem Campingplatz offenbar nachts um 02.50 noch Schlümpfe beschwören wollten, warum auch immer. Dafür aber schön ordentlich mit Musik und Zeichnungen auf dem Boden, wie nach Anleitung aus einem alten arkanen Wälzer. Ob sie mit ihrem Versuch erfolgreich waren, habe ich leider nicht in Erfahrung bringen können. Viellicht treffe ich die Gesellen nächstes Jahr wieder, mal sehen.

SONNABEND, 19. August 2017

Nachdem Batushka in der Nacht so tierisch überzogen haben, reicht auch der Schlaf bis 09.30 nicht wirklich zum erholen, auch der Regen und die Feuchtigkeit tragen dazu bei. Beim Aufstehen hat es gefühlte 5°C, es ist dunkel, feucht und windig, perfekte Voraussetzungen also, um in den Tag zu starten; auch das warme Frühstück ändern wenig an der Lage, immerhin ist es auf den Parkplatz wieder etwas wärmer. Leider wird es auch im Laufe des Tages nicht wirklich wärmer, es geht immer wieder recht starker Wind und der vertreibt leider alles an Wärme was sich eventuell gebildet haben könnte. Auch leichter Niesel darf nicht fehlen, wenn auch nicht ansatzweise so stark wie am Freitag.

12.15 – 13.00 Uhr MOGH
Den letzten Spieltag eröffnen Mogh aus dem Iran bzw. jetzt Hamburg. Die Besetzung war schon letztes Jahr auf dem BMOA mit einer anderen Band (Beaten Victoriouses) vertreten; die Spielart bleibt Black Metal, dafür werden diesmal andere Themen abgearbeitet. Insgesamt klingt die Kombination aus Black Metal und arabischen Instrumenten und Spielweisen sehr angenehm und auch der Einsatz von klarem Gesang hat seine Momente. Die Paar Sachen, die mich ein bisschen an dem Auftritt gestört haben waren einerseits die paar Neuansätze für Songs, was man durchaus verzeihen kann und andererseits die Soundprobleme mit dem klaren Gesang. Aber wie immer gilt, als erste Band des Tages hat man nunmal die schwerste Arbeit und die meiste Mühe.

13.30 – 14.15 Uhr CHAOS & CONFUSION
Auch wenn Hypocrisy nicht unbedingt zu meiner Lieblingsmusik gehören muss ich Chaos & Confusion aus Schwerin ein großes Lob aussprechen. Gerade als Tribute-Band ist es nicht einfach und ich muss sagen, dass mir die musikalische Präsentation sehr gut und irgendwie sogar besser als das Original gefallen hat. Mächtige Gitarren, gute Riffs, tiefes Growling und ein sehr gutes Schlagzeug treffen aufeinander und erzeugen so eine Soundkulisse, die schon fast ihresgleichen sucht.

14.45 – 15.30 Uhr BLOOD FIRE DEATH
Anschließend darf dann die zweite Tribute-Band des Festivals die Bühne betreten. Wer es dem Namen nach nicht schon erahnt hat, Blood Fire Death sind eine Bathory-Tribute-Band und auch aus Deutschland. Eigentlich ist damit alles gesagt, was man wissen muss. Der Auftritt an sich klang relativ unspektakulär, das könnte aber auch am Sound gelegen haben, denn abgeholt wurde ich nicht wirklich, zumindest vom musikalischen Standpunkt her; und das finde ich durchaus Schade muss ich sagen.

16.00 – 16.45 Uhr BALDRS DRAUMAR
Thematisch und stilistisch hätten Baldrs Draumar wesentlich besser in die Running Order des Sonnabends gepasst, aber ich nehme mal an die Anordnung wird ihre Gründe haben. Thematisch und stilistisch ist es durchaus interessant, was die Jungs aus dem niederländischen Teil von Friesland anzubieten haben. Alle Texte sind in einem alten friesländischen Dialekt verfasst, was schonmal an sich sehr interessant ist. Und dann wird das Ganze auch stilistisch passend und vielfältig präsentiert, was auf den Alben noch besser wirkt.

17.15 – 18.00 Uhr DISTASTE
Zwischendurch ging es mal wieder für Distaste Richtung Bühne, vorrangig weil mich das Gemeter auf der Snare doch irgendwie anzog. Als ich dann vor der Bühne war hab ich mich kurz gewundert, warum mir die Band so bekannt vorkam. Die werten Herren waren schon 2013 als GodHateCode auf dem BMOA. Viel geändert sich nicht, lediglich der Schlagzeuger ist neu und die Thematik der Songs anders; das Riffing ließ sich sehr gut wieder erkennen.

18.30 – 19.15 Uhr DRUDENSANG
Drudensang lassen sich kurz zusammenfassen: Starkes Intro, schwacher Rest. Das Intro war echt gut gelungen und zumindest akustisch gut in Szene gesetzt, jedoch konnte der Rest der dargebotenen Musik nicht so recht mithalten. Die Gitarren waren zu eintönig und der Gesang war leider nur unverständliches Gekrächze bzw. Geschreie, und das lag nicht an der Tontechnik. Also bin ich auch hier schnell wieder zum Campingplatz zurück gegangen.

19.45 – 20.30 Uhr VREDEHAMMER
Da es in der Zwischenzeit anfing zu regnen, wurde dann auch gleich der Grill angeworfen, damit man die Zeit vernünftig nutzen konnte. Vredehammer lieferte dazu eine passende Hintergrundbeschallung, mächtig im Klang und von der musikalischen Art und Weise her sehr interessant. Was ich so gehört (und nachgehört) habe verlangt aber eindeutig nach Konzentration, für mich definitiv nichts zum einfachen nebenbei Hören; auch weil es für mich stimmungsabhängig ist.

21.00 – 21.45 Uhr FIRTAN
Auf Firtan hab ich mich am Sonnabend am meisten gefreut und daher ging es ganz nach vorne, direkt vor Bühne. Genau beschreiben lässt sich Firtan nicht wirklich, es ist wie mit Thormesis, die Basis bildet Black Metal, aber es sind viele verschiedene Einflüsse mit drin. Auch bei Firtan scheiden sich die Geister, ich fand die Musik bisher sehr gut und der Auftritt hat das noch gefestigt. Bühnenshow gab es auch verhältnismäßig wenig, da alle entweder mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und/oder Gesang beschäftigt sind.

22.15 – 23.00 Uhr SCHRAT
Bei Schrat wunderte ich mich zuerst, das mir die Musik und die Musiker so seltsam bekannt vorkamen, aber da die Jungs von Schrat offenbar auch einen Teil von Drudensang bilden, was ich auch im Nachhinein bestätigen konnte, war das nicht weiter verwunderlich. Musikalisch wurde ich immerhin besser bedient als bei Schrat, was eine willkommene Steigerung darstellte. Auch sonst ist der rasende Stil von Schrat durchaus angenehm zu hören, gerade zum Abend hin, wenn die Müdigkeit schon etwas stärker wird. Nicht nur vom Logo her ergibt sich eine gewisse Parallele zu den Black Metallern von Burning Cross.

23.30 – 00.15 Uhr HARAKIRI FOR THE SKY
Harakiri For The Sky habe ich ausschließlich vom Zeltplatz aus wahrgenommen, das restliche Fleisch musste gegrillt und vertilgt werden. Was ich jedoch so gehört habe hat mir durchaus gefallen, da ich mit Post Metal generell und der Vermischung mit anderen Stilen viel anfangen kann. Um fair zu bleiben muss ich allerdings dazu sagen, dass mich das präsentierte nicht so wahnsinnig mitgenommen hat, zumindest musikalisch; gut war es definitiv.

00.45 – 02.15 Uhr THE COMMITTEE (special 1,5 hour show)
Die Überraschung des BMOA schlechthin. Ich kannte die Band vorher nicht, auch niemand sonst von meinen üblichen Verdächtigen wusste etwas mit The Committee anzufangen. Dafür konnten mich die Jungs auf Anhieb überzeugen, einmal durch die Bühnenshow und die Musik an sich. Die Bühnenshow war, um fair zu sein, nicht sonderlich spektakulär, jedoch hat so ein Rednerpult als Requisite auf der Bühnen etwas besonderes, wenn dann noch fast alle Musiker maskiert und in schwarzen Hosen und grauem Business-Hemd auf die Bühne kommen, wird das Bild komplett. Zusätzlich wäre noch der dritte Sänger (Navigator) mit seiner Sense zu nennen, auch weil er als einziger mit knielangem Mantel auf der Bühne war.

Leider musste ich nach etwa 50 Minuten den Auftritt verlassen, offenbar hatte ich mir einen leichte Infekt geholt (wie ich am Sonntag bemerkte) und die Kälte zusammen mit der Feuchtigkeit und der Müdigkeit gab mir dann den Rest. Also ab ins Zelt und erstmal leicht frierend den Innenraum mit Körperwärme aufheizen, das klappte auch recht gut, so dass ich wohl nach 10 Minuten in Morpheus’ Reich übertrat, um es nett zu sagen.

SONNTAG, 19. August 2017

Am Sonntag hieß es dann zusammenbauen, was auch erstaunlich zügig ging. Immerhin hatte es in der Nacht nicht geregnet, so dass die Zelte und die Pavillons relativ trocken zusammengebaut werden konnten. Um uns herum war offenbar Zeltflucht ausgebrochen, anders kann ich es mir nicht erklären, das Sonntag morgens um 9 Uhr bereits gefühlte 95% der Zelte abgebaut waren. Nach dem Abbau trennten sich die Wege der Campbewohner und alle begaben sich Richtung Heimat, manche im Auto, andere mit der Bahn.

Es war heftiger Regen für den Nachmittag angesagt und wie bereits letztes Jahr gab es quasi in dem Moment, wo ich die Haustür hinter mir zugemacht habe, sintflutartige Wolkenbrüche. Ich würde sagen, dass Ende des Festivals habe ich perfekt abgepasst.

FAZIT / ZUSAMMENFASSUNG:

Auch wenn ich das BMOA leicht angeschlagen beendet habe, so war es doch wie jedes Jahr ein Erlebnis mit sehr positiver Ausprägung. Ich hoffe sehr nächstes Jahr das 20-jährige Jubiläum mitfeiern zu dürfen, freuen tue ich mich jetzt schon darauf. Während ich diese Zeilen eintippe wurde bereits bekannt gegeben, dass es ein 20. BMOA geben wird und auch die ersten Bands wurden bereits angekündigt. Also werde ich auch nächstes Jahr wieder an Ort und Stelle sein.

Einzig und allein das Wetter war dieses überraschend schlecht, hätte mir jemand vorher gesagt, dass ein BMOA verregnet und kalt sein kann, hätte ich denjenigen wahrscheinlich für verrückt erklärt. Schließlich hatte bisher jedes Jahr zum Barther das Wetter auf Regen zum Festival verzichtet, aber nunja, einmal ist immer das erste Mal. Immerhin waren wir halbwegs vorbereitet, schließlich waren ja zwei Pavillons aufgebaut um uns halbwegs vor dem Wetter abzuschirmen.

Ein großes Lob geht auch an den Veranstalter Heiko Fritz und das BMOA-Team, die Security und dann nochmal gesondert an die Tontechnik. Insgesamt war der Sound dieses Jahr wieder so gut wie letztes Jahr, bei The Committee war er sogar besser als ich es bisher seit 2009 erlebt hatte. Auch die Lautstärke ist wieder abgesunken, man konnte sich jetzt wesentlich besser unterhalten, wenn man nicht direkt auf dem Festivalgelände war. Ich empfinde das als sehr positiv, da meiner Meinung nach die Musikqualität deutlich unter zu hohem Pegel leidet. Die Beschallung hätte auch gut noch um 10dB leiser sein könnte und es wäre immer noch genug Druck und Lautstärke über die Anlage gekommen.

Kleines Detail für die Mit-Musiker unter uns: Mich hat bei den Bands ebenfalls erstaunt, wie viele Musiker mit dem Kemper Profiler Amp unterwegs sind. Und vor allem wie gut der funktioniert hat im Laufe der Auftritte bzw. des Festivals. Bis zum nächsten Jahr Barther Metal Open Air!

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