KACKE BIN ICH HÖLLE - DAS CMOA 2018 (1)


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(Bandname fett=Fotogalerie auf Facebook)

Nach meiner 2017 selbst auferlegten und später ärztlich verordneten Zwangspause, freute ich mich heuer natürlich umso mehr, endlich wieder am Hauptmannsgrüner Mühlteich meine Zelte aufzuschlagen (natürlich nur im übertragenen Sinne) und unseren Freunden vom Chronical Moshers bei ihrem Open Air meine Aufwartung zu machen.

Dementsprechend hoch war die Motivation, das Auto packte sich wie von selbst, Getränke wurden eingelagert, unser Freund Sven abgeholt und ab ging es auf die Bahn, um nach recht ereignislosen drei Stunden das Quartier zu beziehen, die ersten Pilsetten zu verhaften, einen Haufen Hände zu schütteln, den fahrbaren Untersatz zur Schlafkabine umzufunktionieren und sich startklar für die erste Band zu machen, die dann pünktlich wie die Maurer die 16.Auflage des CMOA einläuten sollte.

Als Opener gab es dann auch gleich ein besonderes Leckerli, denn unter den Namen The unnamed Deathers traten vier junge Herren und eine bassspielende Dame auf den Plan, die unter der Federführung des CMOA Mitveranstalters und Artless Frontmann Burgi die nach lauten Tönen lechzende Meute mit herrlichen Coverversionen solch famoser Krawallcombos wie Cannibal Corpse, Bolt Thrower, Six feet under oder Sepultura aufs Beste akustisch penetrierte und sogar Crematory Frontmann Felix als Gastsänger ein wenig zur grandiosen Stimmung beitragen konnte.
Perfekter Opener: The unnamed Deathers
Die Songs kannte jeder, der auch nur annähernd im härten Bereich der gitarrenorientierten Unterhaltungsmusik unterwegs ist und somit war nicht nur in den ersten Reihen die Stimmung famos und das Bier besonders lecker. Eigentlich hätten die Deathers ruhig noch ne Weile weiterspielen können, so geil war es. P.S. Die einzige Band, von der ich mir am Wochenende ein T-Shirt kaufte. Muss man da noch mehr sagen?
Technisch und musikalisch ein Schmaus: Deny the urge
Sorry Max, aber bereits bei Deinem Review zur aktuellen CD von Deny the urge im August letzten Jahres konnte ich nicht konform gehen, läuft bei mir der dunkel angehauchte Death Metal der Braunschweiger mehr gut rein und aus diesem Grund freute ich mich darauf, das Quartett aus der Stadt des diesjährigen Zweitliga-Absteigers endlich mal live unter die Lupe zu nehmen. Keine Ahnung warum, aber mir ging bei diesem energetischen Gig des Öfteren der Name Hate eternal durch den Kopf, denn gerade das Stageacting von Shouter Henrik Osterloh erinnerte mich mehrfach wohltuend an Erik Rutan und auch stimmlich braucht sich der Deny the urge Vorturner keineswegs hinter dem baumhohen Vorbild zu verstecken. Ein wenig schade fand ich lediglich den Umstand, dass Vader Drummer James Stewart, der ja das letzte Scheibchen „As darkness falls“ eingetrümmert hatte, nicht mit am Start war, was der musikalischen Finesse aber keineswegs abträglich war. Unterstützt mit einem fetten Sound ging die Spielzeit fast ein wenig zu schnell rum, doch in mir wuchs das Verlangen, die Bande schnellstens noch einmal live erleben zu müssen. Stark!
Bereits bei ihrem letzten Gig im Rahmen der im April aufgezogenen Pestbaracke konnten mich Cripper komplett abholen, überzeugen und mit ein wenig Wehmut aufgrund ihrer bevorstehenden Bandauflösung füttern, denn ich finde es immer noch schade, dass sich eine der besten Thrash Bands Deutschlands in den viel zu frühen Ruhestand verabschiedet, auch wenn die Gründe durchaus nachvollziehbar und in unseren Interview nachzulesen sind. Ebenfalls wurde dort von Britta auch verkündet, dass man bei den noch ausstehenden Gigs nochmal Alles geben wird und somit wurde der Mühlteich mit einer Riffwelle überrollt, wie man sie von der Bande aus der niedersächsischen Landeshauptstadt gewohnt ist. Das Publikum agierte angemessen und die Band gab mächtig Gas, was bei Krachern der Marke „Pressure“, „Bloodshot monkey eye“ oder „Pure“ ziemlich leichtfällt. Die Matten wehten, Britta röhrte sich die Seele aus dem Leib und die Thrash Welt schien für einen Moment stillzustehen und sich vor Cripper zu verneigen. Mein letztes Konzert von dieser tollen Band und eines der besten, wenn auch nicht ganz so energetisch wie in Eisenhüttenstadt, doch das ist Jammern auf allerhöchsten Niveau. Macht’s gut!
Fangen beide mit CR an und haben geliefert: CRIPPER
...und CRISIX
Wenn Crisix auf dem Speiseplan stehen weiß der geneigte Freund des gezupften Kunstdarms ganz genau, was ihn erwartet, denn die Spanier machen mit ihrem fetten und flotten Westcoast Thrash seit Jahren keine Gefangenen und sind schon längst kein Geheimtipp mehr auf bundesdeutschen Festivals. Frontmann Juli Bazooka rannte erneut umher wie Rumpelstilzchen auf Speed und auch die neuen Songs des von uns nicht ganz so euphorisch bewerteten Albums „Against the odds“ klangen live um eine ganze Kante schärfer.
Mit solch einer Wucht war es kein Wunder, dass die ersten Runden vor der Bühne eingeläutet wurden, wobei ich persönlich solchen Leibesübungen auf Festivitäten eher verhalten gegenüberstehe und mich dennoch in den fidelen Ringelpietz mit einreihte und dabei dreimal mit dem vor der Bühne befindlichen Kies Bekanntschaft schloss, was anscheinend auch ein wenig den diversen bunten Getränken geschuldet war. Dies war allerdings eher eine einseitige Freundschaft, denn neben einigen Blessuren machte auch meine so heißgeliebte Sonnenbrille die Grätsche, womit meine Glubscherchen das gesamte Restwochenende ungeschützt dem gelben Ungetüm am Firmament ausgesetzt waren. Ansonsten schließe ich mit den Worten unseres Freundes Sven, der das hier gerade Erlebte so treffend mit folgendem Satz zusammenfasste: „Brutale Rasur. Alte Crisix ist Rasur. Kacke bin ich Hölle ...?“ Dem ist nichts hinzuzufügen…
Dicker in Aktion: Warpath
Nun machte ich unseren ehemaligen Mitarbeiter Dirk und seiner Bande namens Warpath meine Aufwartung, denen die letzten Rundreisen und Konzerte schweinbar richtig gut getan haben, denn so fulminant habe ich die Norddeutschen seit ihrer Reunion nicht mehr gesehen. Der Dicke röhrte, röchelte und grunzte sich durch eine famose Setlist, die neben neuem Material natürlich auch Klassiker wie „Massive“ enthielt, der vom mitwogenden Auditorium natürlich frenetisch abgefeiert wurde. Der Sound drückte wie eine Wand, doch hier fiel mir erstmals etwas auf, da ich weiter hinter stand: War die Bühne in diesem Jahr niedriger? Ein Mädel um die 1,55 stand neben mir und sah fast gar nichts, obwohl der Dicke ja nun kein Gartenzwerg ist. Dies müsste mal geklärt werden, denn ich hörte danach vielenorts einige kritische Stimmen diesbezüglich. Trotz alledem boten Warpath eine megafette Performance und empfohlen sich somit für weitere livehaftige Schandtaten.
Diabolisch gut: ENTHRONED
Pünktlich zur langsam einsetzenden Dunkelheit gab es nun Schwarzgeräuchertes aus dem Land der Pommes Frites. Nach ihrem spektakulären Auftritt im letzten Jahr als Support von Belphegor in Berlin und dem damit verbundenen Erwerb eines entsprechenden Hoodies, konnte ich die Performance von Enthroned kaum erwarten. Eigentlich bin ich dem Black metallischem gar nicht so zugewandt, doch die Belgier haben mir es seit je her angetan und auch das hier Gezeigte bestätigte meine Empathie den Satansbraten gegenüber. Ein glasklarer, klirrend eiskalter Sound und eine Band in absoluter Spiellaune versüßten mir das langsam etwas bitter schmeckende Bier. Das Stageacting war den Umständen entsprechend böse und das Publikum feierte diesen BM Champions League Vertreter würdig ab. Erneut machte es unbändige Laune, Enthroned bei der Arbeit zuzuschauen, doch so langsam wird es mal wieder Zeit für einen Rundling, denn „Sovereigns“ hat mittlerweile auch schon 4 Lenze auf dem Buckel.

Nach dem hier Erlebten zog ich mich kurz zurück, denn Morgoth hatte ich nach diversen Anfeindungen eines bestimmten Bandmitgliedes und einer bis heute nicht erfolgten Entschuldigung die Freundschaft gekündigt, womit Kollege Marko nun zu seiner CMOA-Berichterstatter Premiere kommt. By the way…das was ich von meiner ehemals liebsten deutschen Todesblei Combo herüberschwappen hörte, war definitiv nicht von schlechten Eltern… [od]
Der letzte Auftritt? MORGOTH
Wie im Vorfeld des Chronical Moshers bekannt wurde, sollten Morgoth hier und heute ihren (vielleicht oder vorerst) letzten Gig spielen. Logischerweise war das Zelt rappelvoll, denn diesen geschichtsträchtigen Abend wollte niemand verpassen. Zusätzlich hatte Frontmann und „Voice of hell“ Jagger auch noch Geburtstag und so war Großes zu erwarten. Lange Rede, ein paar Gin: MORGOTH zeigten eindrucksvoll, warum sie zu den Besten gehören und sich über die Jahre weltweit eine Heerschar an Fans erspielt haben.

Ein bunter Strauß von großartigen Songs, querbeet durch die Bandgeschichte, die Jungs um Harry Busse in absoluter Spiellaune und ein mehr als dankbares Publikum machten aus der Show irgendwie was Besonderes. Vielleicht ist während dieser knappen Stunde den meisten erst richtig bewusst geworden, dass hier eine Ära zu Ende geht. So wäre es nicht verwunderlich, wenn der eine oder andere Fan nicht doch ein paar heimliche Tränchen verdrückt hat, als Morgoth gegen Mitternacht die Pforten ihrer Bandgeschichte (vielleicht für immer?) schlossen. Ein fettes DANKE an die Band und alles Gute für die Zukunft, wie immer die aussehen wird. [mz]
Musik als Kunst: MANTAR
Nein, einen würdigeren Headliner als den Bremer Trommler zusammen mit seinem im floridianischen Exil lebenden Gitarristen, die unter dem Namen Mantar fungieren und mich seit ihrem ersten Erscheinen auf der Bildfläche begeistern, konnte es heute nicht geben. Egal wie oft ich Erinc und Hanno schon gesehen habe, Mantar lieferten IMMER ab, begeisterten die alteingesessenen Fans ebenso, wie das neu hinzugekommene Klientel, welches vorher maximal vom Hörensagen von diesem infernalischen Duo Wind bekommen hatte. So auch heute, denn trotz des bereits angebrochenen Samstages versammelte sich der Großteil der CMOA Besucher vor der Bühne, um den beiden Ausnahmekönnern ihren Respekt zu erweisen und diese gnadenlos in dem Himmel zu heben. Zu Recht, denn die beiden spielen sich nunmehr seit Jahren den Arsch ab und ernten nunmehr die Saat, die sie ausgesät haben. Der Sound war hervorragend und es bereite einmal mehr ein großes Vergnügen, Hanno dabei zuzusehen, wie er mit seinen gefühlt 1.526 Pedalen immer wieder einen neuen Gitarrensound fabrizierte und die Frage aufwarf: Braucht man eigentlich mehr als 2 Leute für eine gut funktionierende und Hymnen schreibende Band? Manche ja, manche nein und Mantar gehören ohne Wenn und Aber zu Zweitgenannten. Ich kann das neue, im August erscheinende Album kaum mehr erwarten und vergebe dem Duo für die hier gezeigte Leistung eine Eins mit Bienchen.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht bis zum Ende des Mantar Gigs vor, bzw. neben der Bühne verweilte, denn irgendwann überkam mich die Müdigkeit, gepaart mit einem nicht unerheblichen Schwips, den es jetzt schlafend auszukurieren galt. Kurz bevor mich Morpheus‘ Arme umschlossen schoss mir aber noch der Gedanke durch den Kopf, wie großartig bereits der erste Tag war und der zweite kaum eine Steigerung zulässt…oder???

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(Bandname fett=Fotogalerie auf Facebook)

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