10. - 11.07.2015 @ Ahlimbsmühle

Zum vierten Mal fand im beschaulichen Ahlimbsmühle das „Headache Inside Open Air“ von D:I:D Event statt. Als wir Freitagmittag unseren Bungalow bezogen, war es noch ziemlich still und leer auf dem Campground und wir konnten bei Kaffee und lustigen Gesprächen das Wochenende ruhig starten. Vorab ein großer Dank an unsere Freunde von Openair Fraureuth, die so nett waren meine Kamerakollegin Diana aus Jena abzuholen und in die abgelegene Wildnis nach Ahlimbsmühle mitzubringen. So sieht Hilfsbereitschaft in der Metallerfamilie aus.

Nachdem sich nach und nach der Campingplatz füllte und die Lautstärke, gerade bei unseren Berliner Nachbarn stark anstieg wurde es langsam Zeit für geile Mucke. Und das Billing hatte es dieses Jahr in sich.

TAG 1

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Strydegor aus meiner Heimatstadt Schwerin eröffneten das Festival in der gut gefüllten Scheune, die wieder fein hergerichtet war. Nach mehreren Wechseln der Schlagzeuger und Leadgitarristen fanden Frontmann Florian und Basser Clemens mit Immanuel Promnitz und Daniel Hauschild wohl endlich zwei gute Musiker, die auch gewillt sind den steinigen Weg eines Rockmusikers mitzugehen. Auf jeden Fall wurde bei dem Set der Mecklenburger deutlich, dass die Neuzugänge perfekt in die Band passen. Voller Energie und Lust ballerten sie ihre Songs in die Menge, die Mischung aus Death/Viking Metal ala Amon Amarth und den seit dem Enraged -Album auch vorhandenen melodiösen Akustikklängen kamen beim den Fans jedenfalls super an. Texte aus der nordischen Mythologie, heroische Melodien sowie der Wechsel zwischen Growl- und klarem Gesang sind mittlerweile zum Erkennungsmerkmal von Strydegor geworden. Klasse Eröffungsgig!!

Nach kurzer Umbaupause, in der die ersten Kaltgetränke vernichtet und viele alte Freunde begrüßt wurden kamen dann Protector auf die Bühne. Was Martin seit fast 30 Jahren auf der Bühne abliefert, ist schon ganz großes Kino. Mit dem ersten Song "Misanthropy" von 1987 begann eine wahnsinnige Reise durch die Alben von Protector. Eine Thrashbombe nach der anderen fegte über die volle Fläche vor der Bühne, die Martin, Micke und Mathias fast zum wanken brachten, Carl hämmerte auf sein Drumkit ein, die Menge jubelte bei Thrashsongs wie "A Shedding of Skin" , "Apocalyptic Relevations" oder beim Protector Klassiker "Kain & Abel", keine Pause zum Verschnaufen, auch Songs vom Letzen aktuellen Album wurden präsentiert ("Reanimated Homunculus" und "Calle Brutal"). Völlig fertig verließen die Leute die Scheune, gut gelaunt und sehr durstig.
Klasse Opener mit unserem Redakteur Clemens: Strydegor
Immer wieder ein Genuss: Protector
Sehr gespannt war ich bereits vor dem Festival auf den Auftritt von Cripper, da ich noch nicht die Möglichkeit hatte die Band live zu sehen. Leider musste Basser Gerrit aus privaten Gründen den Gig absagen was aber dem Gig der Hannoveraner nicht beeinträchtigte. Die beiden Gitarristen Christian und Jonathan bombardierten die Massen mit einem Hammerriff nach dem anderen und was Britta da auf der Bühne, ausgestattet mit einem scheinbar nie endendem Energievorrat, an den Tag legte, ließ fast meine Objektive platzen.

Nach kurzem Intro ballerte einem der Titelsong des 2014 erschienenen Albums "Hyena" um die Ohren. Große erstaunte Augen blickten auf die Bühne, Fassungslosigkeit über die kraftvollen Thrashriffs, mal hyperschnelle mal langsamere und immer technisch anspruchsvollen Passagen, Songs wie"Jackhammer", "Live is deadly", "Fire" man könnte hier wirklich alle aufzählen, hämmerten einem in die Birne, wer da nicht mitgerissen wurde hat auf einem Metalfest nichts zu suchen. Ich habe schon viele Frontfrauen live gesehen, erinnern an ein derart "aufgedrehtes cooles" Mädel kann ich mich bis auf ein zwei Ausnahmen kaum. Das war einfach nur Fett - Fett - Fett.

Völlig durchnässt und eigentlich auch fertig vom Cripper-Gig hatte ich nun genügend Zeit mir trockene Klamotten anzuziehen, da der Headliner das ersten Tages Hate ziemlich spät ankam, was Dennis schon die Schweißperlen auf die Stirn zauberte und Drummer Pawel dann auch noch über 30 Minuten benötigte um sein Drumset einzustimmen. War der Sound bisher bei den ersten drei Bands wirklich absolute Klasse, fiel dieser leider beim Hate-Gig etwas ab. Hate hatten ihren eigenen Soundtechniker mitgebracht, was sich dieses mal nicht wirklich positiv auswirkte. Vielleicht sollte man einfach erfahrenden Soundtechnikern wie Jacky Lehmann vertrauen.

Ich hatte dieses Jahr Hate schon auf zwei Festivals sehen dürfen. Beide Gigs waren großartig. Leider viel der Auftritt beim Headache etwas ab, angesichts der verspäteten Anreise, dem Auftritt und der Abreise noch in der Nacht hinterließen bei mir den Eindruck eines schnellen eingeschobenen Zwischenstops. Ich glaube an der Klasse der Band gibt es nichts zu zweifeln, „großes Kino“ war es aber dieses Mal sicherlich nicht. 
Wie immer ein optischer und akustischer Genuss: Cripper
Irgendwie angezogene Handbremse: Hate
Der erste Tag neigte sich nun dem Ende entgegen, am wärmenden Lagerfeuer gab es noch eine Menge zu erzählen, Leute kennen zu lernen und mit den Finnen von "Final Down", die eigens für das Festival die lange Reise auf sich nahmen, das eine oder andere Bier zu leeren.

TAG 2

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Gut ausgeschlafen und nach leckerem und sehr preiswertem Frühstück (1/2 Brötchen 0,50, Rührei 2,00 , Banane 0,10, Käffchen 1,00) würde der erste Tag mit den Freunden und Familienmitgliedern ausgewertet, und das Fazit war bei allen sehr sehr positiv. Auf dem mittlerweile vollen Campingground kamen nach und nach die Leichen der letzten Nacht zum Vorschein, mehr oder minder fit.
Um die Wartezeit bis zum Abend nicht zu lang werden zu lassen, hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Gegen 16:00 Uhr begann die Berliner Hardcore-Combo Protection of Hate den Bungalow-Bash und mit Vokuhila-Perücken auf der Birne und viel Spaß im Herzen ein ca. einstündiges Programm, das bei allen sehr gut ankam. Besonders Schrod mit seinem schicken Pullunder zog die Blicke der anwesenden Damen geradezu auf magische Weise an. War ne spaßige und feine Aktion.
Die Überraschung des Tages: Protection of Hate
Nachdem sich die meisten mit frischem Grillfleisch gestärkt hatten begannen Decembre Noir pünktlich um 19:30 Uhr ihren Gig. Zur Verwunderung vieler Anwesender übertrafen die Erfurter die Erwartungen bei weitem. Mit ihrem an Insomnium, Black Sun Aeon oder Ghost Brigade erinnerndem Sound hatten die Thüringer das Publikum schnell auf ihrer Seite. Gefühlvolle Melodien, kraftvolle Riffs und die zum dahin schmelzende Stimme von Lars brachte nicht nur bei den anwesenden Mädels die Gefühlswelt und Tränendrüsenproduktion durcheinander. "Escape to the Sun" - "Resurrection" - "Ghost Dirge" - "Decembre Noir" - "Between Silence and Shards" - "A Discouraged Believer" - "The Forsaken Earth" , bei dem es den ein oder anderen auf die Knie zwang, brachte der Band viele neue Fans und als Zugabe "Thorns" Ausklang waren viele den Tränen nahe. Welch ein fantastischer Auftritt.

Der Sound war auch an diesem Tag wirklich gigantisch, es macht sich doch bezahlt einen klasse Mann wie Jacky zu engagieren. Auch dass Licht bei den Gigs war sehr ansprechend, die von Fotografen verhassten "Nebelanfälle" werden nie ausbleiben.

Gerade beim Gig der Death Metaller von Human Prey aus Leipzig war es kaum möglich, einigermaßen ansprechende Fotos zu machen. Musikalisch ein voller Kick in die Fresse, präsentierten die vier Sachsen Songs wie "Retribution" - "Decapitation of the Immortal" - "Misantrophic Appetit", wobei der aggressive Gesang vom Thomas nicht den Geschmack aller anwesenden traf, aber das liegt sicherlich im Auge des Betrachters und die Geschmäcker sind ja bekanntlicher- und glücklicherweise verschieden. War dennoch ein knallharter und guter Gig der nach "Sledgehammer Facelift" und " Whorelocaust" frenetisch beklatscht wurde. Anschließend betraten Onheil die Bühne.
Es flossen Tränen: Decembre Noir
Trotz aufkommenden Nebels ein fetter Gig: Human Prey
Nach dem Intro folgte mit "Ebrace the Chaos" gleich ein Hammer in die Ohren der voll besetzten Scheune. Mit drei Gitarren schredderten die Niederländer ihre Songs in die Massen, Riffgewitter und Geschwindigkeitswahn inbegriffen technisch sauber und der zweistimmige Gesang ließen die Matten vor der Bühne kreisen, und wer keine mehr hat ließ halt die Glatze kreisen, feinste Blackened/Thrash , "The End of Everything" - "From Above" - "Wings of Death" - "The final Redemption" - "Storm is Coming" - "Nemesis`Light Fading" - Sauna ähnliche Temperaturen ließen den Schweiß regnen, "The Omega Legions" und "Self Destruction mode" und die anschließend geforderte Zugabe " As Hope Dies" beendeten einen Hammergig.

Schon in den Zwischenpausen hatte ich die Möglichkeit mit Manuel, Fabian und Simon vom Headliner Deserted Fear ein paar Worte zu wechseln. Für mich gehören die Thüringer zu den besten Death Metal Bands nicht nur Deutschlandweit. Voller Vorfreude stürmte ich mit meiner Ausrüstung dann ich die Scheune, wobei ich die letzte Bank der Chillecke übersah und mich fast langgemacht hätte. Egal, nach dem Erklingen des Intros war ich mir nicht ganz sicher ob ich jetzt Fotos machen oder einfach nur den Gig genießen und meine alte Birne durch die Gegend schleudern sollte. Als pflichtbewusster ZO Mitarbeiter entschied ich mich für beides.

"Forging delusions" - "Battalion of Insanities" - "Kingdom of worms" - "Nocturnal Frags" - Nackenbrecher ohne Ende, eine Dampfwalze jagte durch die Scheune, sollten bis jetzt noch Schwalben oder andere Flugobjekte anwesend gewesen sein, mit Sicherheit lebte nun unter dem Dach nichts mehr. Ich weiß nicht wo die Jungs diese genialen Ideen her nehmen, es ist einfach unglaublich gewaltig und trotzdem technisch absolut brillant, dieses Riffbombardement, "The Agony" - "The Black" - "Field of Death" - "My Empire" zwischenzeitlich wusste ich nicht wo meine Kamera hing, platter nass, voller Glücksgefühle, Birne drehend, ein paar Fotos schießend, Birne drehend....boah!!! "Bury your dead" beendete den für mich besten Gig des Festivals. Frenetischer Applaus, zufriedene Metalheads, schweißnasse Körper und kaltes Bier, Metalherz was willst du mehr.
Großartige Band, großartiger Gig: Onheil
DER absolut verdiente Headliner: Deserted Fear
Ein grandioses, für mich bisher das Beste "Headache Inside", für das sich die sympathischen Macher Dennis, Ilka und Dirk eine fettes Bienchen anstecken können. Vom Billing über die Lokation, den Einsatz eines Spitzen-Soundmachers, die gute Verpflegung, bezahlbare Preise für Bier, Mixdrinks oder Grillgut. Einfach fantastisch!!! Die Headache Family lebt und wächst, und die Undergroundfestivals sind und bleiben die besten Metalfestivals. Danke für ein Hammer Wochenende, wir sehen uns 2016 in Ahlimbsmühle!
Die Macher. Dirk, Ilka und Dennis...kurz D:I:D

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