31.05. - 02.06.2012 - Dessau @ Flugplatz

Prolog

Round Number four! Nach dem Start 2009 noch als Legacy Fest geht das von Rock the nations veranstaltete Metalfest in seine vierte Runde und konnte heuer erneut mit einem mehr als famosen Billing aufwarten. Allerdings gab es im Vorfeld einige Verstimmungen. Drei Jahre habe ich berichtet, geschrieben, mir 2010 den Arsch abgefroren und nun sollten wir alle bezahlen? Mehr als ärgerlich, doch nach mehreren Emails und Telefonaten weiß ich zumindest jetzt schon, dass wir uns 2013 diesbezüglich nicht mehr kümmern müssen. Wenigstens etwas…

Doch die Preispolitik ist nicht das einzige finanzielle Ärgernis. Die Idee, Nachwuchsbands ein Forum zu geben ist mehr als löblich, doch warum müssen diese immer wieder ein gewisses Kontingent an Tickets verkaufen, um dort überhaupt spielen zu dürfen? Pay to play nennt man das und wie auch schon früher lehne ich diese Vorgehensweise rigoros ab. Dennoch…Ärger runtergeschluckt (mit exakt 104 Halben bei drei Personen und 3 Tagen) und ab nach Dessau.
Die Wetterprognose sah im Vorfeld eigentlich recht ordentlich aus, änderte sich allerdings fast stündlich ins negative. Dementsprechend war die Laune, als sich ab 12 Uhr mittags nach Aufbau des ZO (Zephyrs-Odem) Camps die dunklen Wolken mehrten und permanent irgendein Nieselschauer auf uns hernieder ging. Also...den großen Audi-Schirm ausgepackt und los ging die Pendelei zwischen Haupt- und Zeltbühne. [od]

Donnerstag, 31.05.2012


Die Stoner von Turbowolf hatten die denkbar undankbarste Aufgabe, das Metalfest auf der Hauptbühne zu eröffnen, was die Jungs aus Bristol allerdings recht souverän meisterten. Der Sound war allerdings noch etwas schwammig, so dass die Songs vom durchaus respektablen, letztjährig veröffentlichten und selbstbetitelten Debüt etwas an Schwung verloren. Egal, die paar Leute an der Front fanden es scheinbar gut. Danach ging’s zum mehr als mickrig gefüllten Zelt, wo die Gewinner des Legacy Nachwuchswettbewerbes Infesting swarm die Bühne mit ihrem slowmotion Black Metal zu rocken versuchten. Tja, Versuch macht kluch und trotz eines recht guten und soliden Sounds wollte das Gerumpel bei mir überhaupt nicht zünden. Ortswechsel!

Graveyard hatte ich bislang noch nicht live gesehen, was im Endeffekt auch nicht von belang war, denn die Göteborger langweilten mich kolossal. Zu lahm, ohne richtigen Druck rumpelten sich die Schweden durch ihren Set, der zum größten Teil aus Songs des letzten Albums „Hisingen blues“ bestand. Den Leuten vor der Bühne schien es zu gefallen. Ich musste danach meinen Kiefernknochen aufgrund ständiger Gähnattacken wieder einrenken. Die Alternative im Zelt nannte sich Northern eternity, die mit ihrem treibenden und ziemlich retro angehauchten Heavy Metal meine Anerkennung ernten konnten. Die Nürnberger waren wirklich nicht von schlechten Eltern und verdienen sich für die Zukunft meine Aufmerksamkeit. [od]

Was die Schotten Alestorm auf der großen Hauptbühne zu suchen haben, dass versteh wer will. Ich jedenfalls nicht. Zwar ist ihr Gedaddel recht amüsant anzuschauen mehr aber auch nicht. Also machte ich wieder von dannen um bei den Merchständen nach Schnäppchen zu suchen. [ck]

Während sich Chris mit Alestrom vergnügte linste ich erneut ins Zelt, um mir die Proggies von Rising storm reinzuziehen, die ich sogar noch dunkel erinnern konnten, veröffentlichten diese doch in 2010 mit „Initium“ ein ziemlich cooles erstes Lebenszeichen. Auch auf der Bühne konnte der Vierer vollends überzeugen und machte Appetit auf ein hoffentlich bald erscheinendes Album. Nur schade, dass erneut so wenig Leute der überdachten Location der Vorzug zur Hauptbühne gaben. Saltatio mortisschenkte ich mir mal, da ich Alea und Co. einfach schon zu oft gesehen hatte und machte daher den Dresdnern von Skipdown meine Aufwartung, die ich vorher gar nicht kannte, doch via MySpace bereits einen guten Vorgeschmack erhaschen konnte. Richtig geil ist deren Song „Hardcore catwalk“, der auch live ziemlich brannte. War ein energiegeladener Gig, der allerdings erneut fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Pfui! Erging danach den Hessen Thrashern von Next damage leider ebenso, die allerdings mit ihrem ziemlich platt kopierten Bay Area Thrash auch kein größeres Publikum verdient hatten.

Ähnliches bei Lonewolf, die bereits bei der Powerwolf/Mystic prophecy Tour mächtig nervten und auch mit ihrem aktuellen Album „Army of the damned“ einen ziemlich fetten Rohrkrepierer fabrizierten. Komischerweise fanden’s die Leute gut…verstehe ich nicht. Nur gut, dass gleich im Anschluss daranNachtblut die Bühne enternten, denn diese Combo ist so erschreckend unwichtig, dass ich Ruhe auf der Hauptbühne zum siebehundertsechundzwanzigsten Mal Legion of the damned schauen konnte [od]
Saltatio Mortis haben mich schon beim 2010’er Metal Fest begeistert. So wie auch dieses Mal. Alea der Bescheidene und seine Spießgesellen haben die Menge von Anfang an fest im Griff und überzeugten mit absoluter Spielfreude.

Ich weiß gar nicht wie oft ich die Knüppelkombo um Brüllbarde Maurice jetzt schon gesehen haben??? Also bis auf einen Totalausfall (damals im Berliner K17) sind die immer eine absolute Bank, wenn es darum geht den Leuten ihren fiesen Thrash Metal mitten in die Fresse zu prügeln. Und so sollte es auch heute sein. Bestens eingespielt und mit einer prall gefüllten Tüte voll Hits im Gepäck, warenLegion of the damned der Garant für eine mehr als gelungene Show.

Nach der gelungenen Show von Legion of the Damned waren als nächste die Portugiesen Moonspell an der Reihe den feierwilligen Metallern ihre Aufwartung zu machen. Da ich zwar die Band namentlich kannte sie aber noch nie gesehen habe, dachte ich so bei mit kannste dir ja mal anschauen. Ja nun gut hat nicht weh getan aber für Luftsprünge hat’s auch nicht gereicht. Und ab dafür zum nächsten Act. [ck]
Im Anschluss an die Legion der Verdammten ging es back to the tent, um mir dort die volle Portion Doom abzuholen, dennWitchcraft aus Örebro intonierten zum Tanze und machten ihre Sache erstaunlich gut. Saufett und tight wie Arsch rockte der Vierer das nun auch aufgrund des verfickten Wetters etwas vollere Zelt. Erstaunlich wenn man bedenkt, dass das letzte Album der Jungs namens „The alchemist“ auch schon satte 5 Jahre auf dem Buckel hat. Egal, die Dreiviertelstunde verging wie im Fluge und bescherte mir eines der ersten Highlights des Tages.
Allerdings konnte die kalifornische Dampfwalze von Fueled by fire dieses tatsächlich noch toppen, denn hier gab’s jetzt was mächtig aufs Maul. Mit dem saustarken „Plunging into darkness“ im Rücken machte der Vierer mächtig Stunk und im mittlerweile gut gefüllten Zelt ging die Post ab. Sägende Riffs, ein fetter Sound und voila, fertig war ein sattes Süppchen, welches ich gerne auslöffelte. Sogar vereinzelte Pits bildeten sich und bereiteten somit den Jungs einen würdigen Auftritt. Jawolla, hat mächtig gerockt! [od]
Mannomann das musste der alte Mann aber lange warten, um Hypocrisy endlich mal Live zu sehen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Der Herr der Augenringe und seine Mannen ballerten den Fans ein wahres Hitfeuerwerk um die Ohren das kaum Wünsche offen ließ. Besonders beeindruckend finde ich, wie vermeintlich locker Horg hinter seinem Drumkit thront und selbst beim übelsten Geschrote völlig entspannt wirkt. Müsst ihr unbedingt beim nächsten Mal drauf achten! [ck]
Nun also die Botox Combo vonW.A.S.P., die ich Mitte der Achtziger mal richtig geil fand, doch mit den immer mehr zunehmenden Allüren des Herrn Lawless wurden die Amis für mich beharrlich uninteressanter. Nunja, der Sound war gut und alte Hits wie „Blind in Texas“ oder „Wild child“ kicken immer noch, doch der immer heftiger werdende Regen veranlasste mich dazu, mir die Italiener vonFleshgod apocalypse im Zelt reinzuziehen, die aufgrund der abstrusen Witterungsbedingungen vor fast vollem Haus spielten und mit ihrem extrem technischen Death Metal inklusive Klassik Einflüssen alles zum beben brachten. Kein Wunder, haben die Jungs ja mit „Agony“ ein saustarkes Scheibchen in der Hinterhand. Yeah, das war fett. Mille grazie. Triptykon hatten den denkbar schlechtesten Slot erwischt, denn parallel dazu standen nun Megadeth auf der Speisekarte und die wollten sich nur die Wenigstens entgehen lassen. Doch Ohrenzeugen zufolge sollen Tom G.Warrior und seine Mannen mächtig gerockt haben. Ich selbst musste leider sofort nach dem Opener „Procreation of the wicked“ das Weite suchen…und fand es auch.
Und zwar vor der Hauptbühne wo ich zu allererst dem Erfinder des Regenschirms dankte, denn die Wassermassen stürzten unaufhörlich danieder und nicht nur Chris war nass bis auf die Knochen. Nichtsdestotrotz war jetzt Megadave angesagt und der rothaarige Fingerflitzer ließ sich nicht lange bitten. Geiler Sound, geile Songauswahl und eine absolut perfekte Show. Keine Spielfehler und ein absoluter Augenschmaus, wie sich Chris Broderick mit seinem Chef duellierte. „Symphony of destruction“, „Hangar 18“, „Holy wars“, „Peace sells“ oder „Headcrusher“…es war für jeden etwas dabei. Ein unfassbar geiler Auftritt, der mir so lange im Gedächtnis bleiben wird. Ebenso wie die Merchpreise, denn ein Megadeth Zipper für 75€ ist ja wohl nur als Scherz zu werten…

Da hatten es Skull fist abschließend im Zelt natürlich erwartungsgemäß schwer, die Stimmung hoch zu halten, was den Kanadiern allerdings überraschend spielend gelang. Das Zelt war voll, die Jungs wurden abgefeiert und der Sound war saufett. „Head öf the pack“ ist auch ein geiles Scheibchen und der Bodybuilder neben mir, mit dem Nacken eines ausgewachsenen Bullen, sang textsicher jedes einzelne Stück mit. Toller Abschluss eines leider durch Regen etwas getrübten ersten Tages. [od]

Freitag, 01.06.2012


Nach einer sehr entspannten und ruhigen Nacht erschraken wir ziemlich, denn am Himmel befand sich so eine merkwürdige gelbe Scheibe, die Wärme spendete. Was mochte das wohl sein? Ab und zu zog zwar mal ein kleines Wölkchen vorbei, doch von meteorologischer Nässe waren wir von nun an verschont. Halleluja!!!
Auf dem Weg zum Baumarkt, um Chris ebenfalls mit einem Schirm auszustatten (zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, dass es zu Ergüssen von oben nicht mehr kommen würde) lief uns ein ziemlich verpennter Peter von Vaderentgegen, den wir erstmal für eine kleine Fotosession vor die Linse zerrten. Erst danach konnte der vormittagliche Einkaufsbummel weitergehen. Und nach einigen Reparaturbierchen konnte ganz entspannt Tag 2 eingeläutet werden. Da heute allerdings unser Hauptaugenmerk auf der Hauptbühne lag, mussten einige Bands auf der Zeltbühne durchs Rost fallen. Sorry for that…

Surface stehen als Erstes auf der Hauptbühne, die mir völlig unbekannt sind. Sie kommen aus Hamburg, spielen ziemlich harten Metal und sind leider völlig uninteressant. Im Zelt rüpeln dagegen fast zeitgleich die Prophets of the rising dead vor fast leerer Location durch ihren thrashig angehauchten Metal. Nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich gut. Jetzt benötigte ich einen Kick in die richtige Richtung, den ich vor der Hauptbühne auch in Form vonHuntress bekam.

Das ehemalige Playboy Bunny Jil Janus ist ja schon nen Blickfang, doch auch die Band ist nicht von schlechten Eltern und kommt live um ein Vielfaches besser rüber, als auf dem Debüt „Spelleater“. Drummer Carl Wierzbicky hat einen Mörderpunch und auch der Rest von Huntress ballern gut los. Es ist jedenfalls recht voll vor der Bühne weil wohl die männliche Anhängerschaft erwartet, dass Frau Janus blankzieht, wie so häufig bei ihren Gigs. Leider fällt dieser Part heute aus, so dass man sich mit der Mucke begnügen muss, die allerdings, wie bereits erwähnt, saufett war. Muss mir echt noch mal die Platte anhören…achja, der gute Chris erlitt einen Hörsturz und Gehirnbluten bei den Schreien der selbsternannten Hexe aus Kalifornien.
Kurz danach bei Asenblutvorbeigeschaut, als unwichtig betrachtet und weiter zuFeuerschwanz, die ich von einigen vorherigen Auftritten mit Saltatio mortis bereits kannte und für völlig dämlich abstempelte…doch heute war es irgendwie anders. Der Hauptmann und seine Gesellen (+Gesellin) machten mächtig Stimmung, Felix die Fee durfte sich bücken (großer Lacher), der Lindwurm schlängelte sich über den Platz und niete fast meine Freundin um und vor der Bühne war großes Gedränge. Die J.B.O. Hommage „Verteidiger des wahren Met“ ging gut und Feuerschwanz hatten somit erstmalig mein Wohlwollen ergattert. Lustig, unterhaltsam, stark! Eigentlich wollte ich mich danach von Clitcomander niedergrinden lassen, doch irgendwie war die Vorfreude auf Vader größer und somit blieb ich auf dem Hauptplatz. [od](Jau, dass war eine gute Wahl Keule-Chris)
Denn was die Polen Vader hier mal schon rein optisch auffuhren, war schon recht geil. Großflächige Banner des aktuellen Knaller Album und die Boxenwand farblich in rot und schwarz darauf abgestimmt. Ja und was Band angeht… das sind halt Vader!!! Ohne wenn und aber wird hier drauf los geknüppelt. Die machen Live immer Spaß. Und das Publikum sah das genauso. [ck] Durch das dichte und verdammt geile Programm auf der Hauptbühne, fielen Abyzz und The atmosfear hinten runter, wurden aber von Vader und vor allem Grad magus äquivalent ersetzt. Vor allem der Schwedische Dreier bombte so ziemlich alles weg, was bislang auf dem Metalfest heuer spielte (bis auf Megadeth). 
Wo andere Combos 6 Musiker brauchen, hauen JB, Fox und Neu Drummer Ludwig Witt alles zu Brei, was sich ihnen in den Weg stellte. „Fear is the key“ kam ebenso gut wie das neue „The hunt“. Die Stimmung war hervorragend, der Sound ultrabreit und selbst meine Freundin, eher Anhängerin der härteren Klänge, nickte mehrfach anerkennend mit dem wallenden Haupthaar. Grand Magus? Alle Daumen nach oben! [ck] Nach der Gala Vorstellung von Grand Magus gings dann rüber in Zelt zuEmergency Gate. Melodischer Death Metal aus Deutschen Landen. Geht das??? Na ja so eher mittelprächtig. Das Sextett aus Kirchseeon (nahe München) gab sich zwar redlich Mühe, dass ganze war aber sehr vorhersehbar und ohne jeglichen Überraschungen. Das können andere des Genres deutlich besser. Belgischer Grind Core von Leng Tche…soso. Meine Fresse was für ein Geschepper. Da hat’s mir doch fast meine provisorische Krone raus gehauen. Aber auch hier dasselbe wie bei Emergency Gate. Technisch durchaus okay aber nix für Papa. [ck]
Nun liebe Gemeinde wurde geheult! Nicht nur, dass meine Kleene fluchtartig das Gelände verließ, nein, der Rest versammelte sich vor der großen Bühne und huldigte den großartigen Powerwolf. Eine bessere Showband gibt es nicht in Deutschland und wer Attila Dorn und seine Gefolgsleute ernst nimmt, hat ein schwerwiegendes Problem. Wie üblich mit allerlei Mätzchen im Gepäck ballerten die Saarländer einen Hit nach dem anderen ins feierwütige Publikum. Die Propeller drehten sich, die Matten der Greywolf Brüder flogen umher und noch Stunden später hallte es durch Dessau: All we need is blood, blood, blood. Meine Fresse, war das hammergeil!!!! [od]
Nachdem mich Eluveitie mit ihrem neuen Langeisen beim Review total geplättet haben und ich mich beim Pagan Fest erstmalig von ihren Bühnenqualitäten überzeugen durfte freute ich mich riesig auf ein Wiedersehen. Diesen Mix aus Göteborg Death Metal und Pagan Elementen find ich einfach völlig geil. Die Meute vor der Bühne ging ab wie Schmitz Katze und zollte der Band mehr als Höflichkeitsapplaus. Hier wurde mitgesungen, gemosht und der eine oder andere ließ sich auch auf Händen tragen. Alles in allem… beide Daumen hoch.[ck] Da für mich jetzt ein wenig Pause auf der Mainstage war, wendete ich mich wieder dem Zelt zu um zu ergründen, ob Nexus Inferis wirklich so schlecht sind, wie ich sie noch von der letzten Hatefest Tour in Erinnerung hatte…ja, sie waren es. Ein furchtbarer Mischmasch aus tausend Stilrichtung, die keinerlei Sinn ergeben. Kurioserweise fanden die Leute das durchaus ansprechend…war da etwa Alkohol im Spiel??? Bei My sleeping karma dann eher die Pflanzen, vor denen uns das BTM warnt. Dieser Instrumental Stoner Rock ist nun gar nichts für mich und daher genoss ich an einem lauschigen Frühlings Abend zur Abwechslung mal ein Frischgezapftes. Omnium gatherum hingegen hauten mir dann die Flöhe aus dem Pelz. Unfassbar tight prügelte sich die Finnen durch ihren Set und ich konnte erstmals an diesem Wochenende nicht verstehen, wie diese herausragende Band auf die Nebenbühne abgeschoben wurde. Das war ganz großes Kino. Dieses Level konnten Septic flesh überhaupt nicht halten. Der Sound war gelinde gesagt kacke, das Stageacting steif und die Songs mehr als mau. Naja, irgendwie passend zur momentanen griechischen Situation waren die Helenen träge und konnten mich zu keiner Zeit greifen. Todlangweilig! [od]
Nun wurde es in Dessau aber langsam Zeit den Beezlebub ordentlich eins überzubraten. Ausgestattet mit einem sehr stimmungsvollen Bühnenbild und jeder Menge Feuer erklommen Behemoth die Bühne. Nergal (nach schwerer Erkrankung wieder genesen) und seine Satansbraten zeigten sich in Bestform. Jeder Song wurde regelrecht zelebriert und mit den entsprechenden Showeinlagen (Nebel, Feuer, Lichteffekte) perfekt in Szene gesetzt. Das war mal was für Aug und Ohren.
Edguy waren für mich eine Premiere. Also die Pferde gesattelt nen Pils geschnappt und ab aufs Gelände. Aber trotz gut aufgelegter Band und einem sehr aktiven und mit dem Publikum agierenden Tobi Sammet wollte das Ganze bei mir nicht so recht Zünden. Und wenn mich die Edguy Jünger jetzt verfluchen so richtig vom Hocker hat mich das jetzt so wirklich nicht gehauen. Da gefällt mir Tobis Side Projekt Avantasia deutlich besser.
Meine Vorfreude auf denKreator Gig wuchs an diesem Tag bis in Unermessliche. Und endlich war es soweit. Und das Wetter machte mir diesmal keinen Strich durch die Rechnung. So wie am Vortag bei Megadeth wo ich vorzeitig klatschnass ins Zelt schlurfte. Das Bühnenbild war allererste Sahne. Die gesamte Bühne war mit riesigen Bannern des Phantom Antichrist Albums versehn und stimmungsvoll in rotes Licht eingetaucht. Dazu noch ein paar Nebelschwaden und fertig war die perfekte Inszenierung. Als dann endlich Mille, Ventor, Speedy und Sami die Bühne enterten gab es für die Fans kein halten mehr. Gesegnet mit einem Bombensound würde hier Knaller nach dem anderen gezündet. Neue wie alte Songs würden frenetisch abgefeiert. Ganz großer Sport. Rise the Flag of Hate!!! [ck] Kurioserweise konnten Orange goblin zu gleicher Zeit doch einige Nasen im Zelt versammeln, die dann gemeinsam mit den britischen Stoners nen dicke Party feierten. Kein Wunder, haben die Jungs doch mit „A eulogy for the damned“ ein wegweisendes Album dieser Spielart in diesem Jahr veröffentlicht. War stark, bis ich zu den Altenessenern vor die Hauptbühne wechselte. Doch pünktlich nach Kreator gab es mit Swallow the sun noch einen saugeilen Nachschlag. Der Sound war der bis zu diesem Zeitpunkt mit meilenweitem Abstand beste im Zelt und die Finnen machten die Nacht zum Tage. Trotz der wirklich fiesen Kälte machte ich mich durchgeschwitz auf den Weg in meine mobile Behausung in der Gewissheit, einen genialen Tag erlebt zu haben. [od]
Samstag, 02.06.2012 Ein Einhorn mit Roller...Also ein Rollhorn?

Nach einer saukalten Nacht, bei der einem wirklich die Eier abgefroren sind (trotz Skiunterwäsche) lugte trotzalledem schon wieder dieser merkwürdige gelbe Ball hinter den Wolken hervor…sollte es etwas wieder ein angenehmer Tag werden? Jedenfalls war der Morgen schon ok, wenn sogar die Einhörner sich blicken lassen. Wenn auch etwas verpennt war der In Extremo Fronter bereits zu früher Stunde mit seinem Roller unterwegs und für einen kleinen Smalltalk zu haben. Klasse!

Der erneuten Ausritt zum örtlichen Kaufland wird voraussichtlich auch unser letzter gewesen sein, denn wir blockierten erstmal für zehn Minuten den Pfandautomaten, um unser Leergut zu entsorgen, was uns den Unmut eiEniger Anhaltiner einbrachte. Pfft… Nachdem die Bierbestände wieder aufgefüllt waren, konnte der letzte Tag beginnen.

Strydegor standen als erstes auf der großen Bühne und waren ziemlich belanglos. Verwundert war ich nur, dass deren Sänger und Gitarrist wieder geradeaus gucken konnte, nachdem er den Abend vorher in einem kruden Englisch/Deutsch Mix den armen Basser von Vader am Bierstand in Beschlag nahm. Nen megadicker Pommes am Ohr des bemitleidenswerten Polen war das Resultat. [od]

Plenty of nails
, Slow kill system (die eines der besten Shirts des Festivals am Start hatten-Olaf) und Aletrun sind an mir wie ein ICE vorbeigerauscht. Zum einem weil mein geschundener Magen immer noch mit diesem Drecks Gulasch (siehe Flops) zu tun hatte und zum anderen weil ich unbedingt Heidevolksehen wollte. [ck]
Leider mussten Krypteriaaufgrund einer Erkrankung deren Sängerin Ji-In ihren Gig canceln, so dass die Umbaupause etwas gestreckt wurde und Heidevolk einen Song mehr spielen konnten. Die Holländer hatten allerdings so einen arschvoll Ruhe, dass sie sich eine Minute vor Beginn des Gigs erstmal noch am Bierstand eindeckten. Musikalisch war es einmal mehr ein Genuss, vor allem weil die Mannen aus Geldernland endlich mal wieder „Vulgaris magistralis“ live zum Besten gaben. Vor der Bühne war Tumult, auf der Bühne gute Mucke. Herz, wat willste mehr? Warum in Dreiteufelsnamen spielt so eine Dreckband wie Steelwing auf der Hauptbühne, während sich Mystic Prophecy, mit denen wir erstmal gepflegt abhingen, später in einem zwar gut, aber nicht übermäßig gefüllten Zelt herumplagen mussten? Dieser Sleaze Metal ist so was von furchtbar, dass jedes weitere Wort Verschwendung geistigen Gedankenguts wäre. Leider waren parallel dazu Outside auch nicht grade das Geld vom Ei undMindreaper, die ich eigentlich aufgrund ihres starken neuen Silberlings „Human edge (…to the abyss)“ sehen wollte, ebenso wie Obcura religio, fielen Death angel zum Opfer, die auf der Hauptbühne ein Feuerwerk vom allerfeinsten abfackelten.
Sorry, aber wer mit „The ultra-violence“ einen über zehn Minuten langen Song spielt, hat dicke, haarige Eier in der Hose. Überhaupt stand der Gig ganz im Zeichen des 25jährigen Jubiläums des erstenDeath angel Albums gleichen namens und jedem, wirklich JEDEM Thrash Fan stand ein Tränchen im Auge. Das war gigantisch, überragend, fantastisch! Mein persönliches Lob an Rob Cavestany, Ted Aguilar und Mark Osegueda wurde jedenfalls mehr als wohlwollend angenommen (siehe unsere Bildstrecke im Festival Foto Bereich). [od]
Das Dark Tranquility eine Festung sind, wenn es darum geht ne Menge Spaß zu verbreiten weiß ja wohl mittlerweile jedes Kind. Leider machte den Jungs um Frontgrinsebacke Mikael Stanne erstmal die Technik einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Denn hier ging erstmal nücht mehr. Aber von so einer Kleinigkeit lässt sich eine so erfahrene Band natürlich nicht erschüttern und so wurde (in der Zeit wo die Techniker in aller Hektik rumwuselten) erstmal das Publikum bestens unterhalten. Als dann wieder alles zum Laufen gebracht wurde konnte es dann endlich weitergehen. Und so wurde die große Hitkiste geöffnet und der Spaß konnte losgehen. Also ich bin jedenfalls jedes Mal fasziniert welch gute Laune dieser Mikael Stanne verbreitet!!! Einfach genial. [ck] Ich bezog bereits jetzt schon Stellung vor der Zeltbühne, um nichts von Gurdund Mystic Prophecy zu verpassen und musste daher Kain ertragen. Kain Kommentar! Die Schweizer Urgesteine um Poltergeist Gründer V.O.Pulver gingen dann ab wie Zäpfchen und auch hier muss gefragt werden, was die im Zelt zu suchen hatten. Mit satten neun Alben und einem tollen letzten Release namens „Neverfail“ rockte sich der Vierer durch die Vollen, wobei „Terminate“ mein persönliches Highlight war. 45 Minuten später war ich um einen Drumstick und ein weiteres Brummen im Ohr reicher.
Nun aber Mystic Prophecy um meinen Freund und Vorzeige Griechen R.D.Liapakis, die nicht nur ein volles Zelt vorzuweisen hatten, sondern mit Freude, Virtuosität und einer Hammer Setlist wie immer zu begeistern wussten. Neben mir stand wieder der Bodybuilder vomSkull fist Gig zwei Tage zuvor und auch hier zeigte sich der Muskelmann textsicher bis zum Schluss. Der neue Gitarrist und Devils Train Mitglied Laki Ragazas lässt seinen Vorgänger völlig vergessen und beweist, dass man perfektes Gitarrenspiel völlig locker und mit vielen Grimassen absolvieren kann. Ein geiler und völlig perfekter Gig, wäre Gitarrist Markus Pohl nicht zum Schluss über den Mikroständer von Lia gestolpert und sich den Fuß verdrehte. Doch mit einem Dosenbier aus unserem Arsenal und einer warmen Dusche war dieser Fauxpas bald wieder vergessen. Mehr von dieser fantastischen Band! Achja…erneut die Frage: Warum nur im Zelt??? [od] Eigentlich standen als nächstes die finnischen Folk Metaller von Ensiferumauf meinen Plan, aber nachdem völlig geilen Dark Tranquility Gig musste ich erst mal in den Backstage Bereich hechten, weil ich unbedingt ein Foto mit Mikael Stanne haben wollte. Man glaubt gar nicht wie schnell die nach ihrem Auftritt von der Bühne gekommen sind!!! Jedenfalls hab ich Mikael gerade noch so am Rockzipfel erwischt. Nach einem kurzen Schwatz war er auch schon wieder verschwunden. Tja und leider war es das denn auch mit meinen Besuch bei Ensiferum. Sorry Guys!!!
Den Erstkontakt mit den Industrial Metallern von Fear Factory hatte ich anno 2010 auf den Sonisphere Festival in Tschechien (wo drei bekloppte Metaller für einen legendären Kurztripp hingeschüsselt sind, nur um die Big Four zu sehen). Tja leider gab die Performance der Amis nicht ganz so viel her wie ich eigentlich erwatet hatte. Das wirkte alles doch recht statisch und von daher zog mich das zurück zum Auto um mich neuen Biervorräten auszustatten. [ck] Da die Polen von Hate nicht auftauchten, tauschten Akrea mit Lake of tearsden Slot, womit ich zwar die Schwedischen Gothiker nicht sehen konnte, dafür aber später am Abend noch in Genuss der Bayerischen Melodic Deather kommen würde. Sehr gut!!! [od] Die sogenannte Arschkarte haben dann auch die deutschen True MetallerBrainstorm gezogen. Denn fast zeitgleich kündigten In Extremo ihren Auftritt an. Und so ein Ereignis konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen. Auch hier ein großes Sorry an die Jungs. [ck]
Das Einhorn war mittlerweile ausgeschlafen, das Publikum in voller Vorfreude, denn nun kamen In Extremo und es wurde, trotz der mittlerweile wieder heraufkriechenden Saukälte, ein hitziger Gig. Feuersäulen, Pyros und eine Band, die vor Spielfreude zu platzen drohte kredenzte einen bunten Blumenstrauß aus alten und neuen Hits. „Liam“, „Zigeunerskat“, „Mein rasend Herz“…es war für jeden was dabei und da ich ausgelassen am tanzen war, hatte Väterchen Frost (nicht der vonSatyricon) bei mir keinerlei Chancen. Dennoch bewundernswert, wie Dr.Pymonte schulterfrei auf der Bühne stand. Ein mehr als würdiger Headliner.

Als Abschluss schaute ich noch mal bei Akrea vorbei, die erstaunlicherweise vor einem brechend vollen Zelt spielten und dementsprechend angestachelt einen saucoolen Gig abrissen. Trotz der anstrengenden drei Tage zeigten die Fans keinerlei Ermüdungserscheinungen und feierten die Bajuwaren durchweg ab. Zauberhaft!

Fazit:

Ein rundum gelungenes Wochenende, anfangs sehr regnerisch, danach sogar so gut, dass ich mit einem fulminanten Sonnebrand heimkehrte. Musikalisch ok, teilweise aber nicht nachvollziehbar, warum solch großartigen Bands wie Mystic Prophecy, Fueled by fire oder Triptykon im Zelt spielen mussten. Ebenfalls sollte diese verfi…te Pay to play Politik dringendst überdacht werden. Achja…mehr Dixies!!! Ich hasse es, an Zäune oder Planen zu pissen, was aber teilweise echt nicht anders möglich war. Auf unserem Campingplatz gab es nicht ein einziges Dixie.

Top 5 Olaf 1. Megadeth
2. Grand Magus
3. Powerwolf
4. Death angel
5. Kreator

Flop 5 Olaf
1. Zu wenig Dixies
2. Die Merchpreise. 75€ für nen Megadeth Zipper???
3. Steelwing…purer Dreck!
4. Lonewolf
5. Völlig verfehlte Nachwuchsförderung

Top 5 Christian 1. Kreator
2. Dark Tranquillity
3. Eluveitie
4. Mystic prophecy
5. Hypocrisy

Flop 5 Christian


1. Völlig durchgeweicht Megadeth gucken und sich danach im Zelt den Arsch abfrieren

2. Mystic Prophecy im Zelt…verdammt, Lia und seineJungs gehören mit ihrer geilen Mucke auf die große Bühne

3. Beim Griff zum Klopapier ins Nichts greifen (nur gut, dass ich Taschentücher dabei hatte)

4. Das Gulasch (hat mir wie im letzten Jahr drei Tage auf’m Scheißhaus beschert)

5. Huntress (der Alten sollte man die Stimmbänder rausreißen…so ein Gekreische habe ich lange nicht mehr gehört...zum kotzen) (Vielleicht wäre Ja dann das Gulasch draußen gewesen…-Olaf)

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