Grundgütiger, ein erster Schädel wie E.T. und ab 8 Uhr kam ich mir vor, wie Omas Sonntagsbraten im Schlauch, denn der Stern drückte wie dumm, was die Temperaturen in meinem Zelt in astronomische Höhen klettern ließ. Selbst die Verlagerung der Matratze nach draußen wollte nicht mehr unbedingt zu einem weiteren Nickerchen beitragen, so dass ich mich mit einem Eichen, Kaffee und dem ersten Konter Jacky auf den Tag 1 des Party San professionell vorbereitete. [od]

Nach dem also der Mittwoch im Zeichen von Schwitzen, Schlürfen, Aufbauen und Wiedersehensfreude stand, läutete der Donnerstag wie gewohnt den offiziellen Beginn ein. Zwei Schüsse aus den Rohren von Geschoss Esmeralda und ihrer „kleinen Schwester“ riefen zum Appell und die Besucher stürmten freudig zum Gelände.

Die Eröffnung machten die Österreicher OUR SURVIVAL DEPENDS ON US. Ihr Mix aus Doom, okkultem Rock, Ambient und zu Teilen auch Black Metal war zwar durchaus außergewöhnlich, wusste aber einem Teil meiner Bande sowie einigen anderen Gästen sehr zu gefallen. Allerdings muss ich Chef Olaf ein wenig zustimmen, der die Platzierung des Openers nicht ganz gelungen für diese Band fand. Das catcht nicht unbedingt jeden so als Auftakt. Mich holten sie jedoch ab. [sc]
Überraschund gut: GRUESOME
Es ist kein Geheimnis, dass ich mit GRUESOME eigentlich nicht allzu viel anfangen kann, da mir das anscheinend gewollte anbiedern an den legendären Death Sound doch zuweilen gehörig auf die Klöten geht, doch ich muss in mehreren Dingen tatsächlich Abbitte leisten. Ich wusste im Vorfeld nicht, dass sich das Quartett tatsächlich als Shuldiner-Tribute Band sieht und dieses auch so propagandiert und außerdem war das hier gezeigte im Gegensatz zum letzten Party San Auftritt 2014 richtig griffig, schnittig und ging famos ins Tanzbein. Und ja, Chuck saß sicherlich auf seiner Wolke und lächelte selig auf das Geländer herab, welches abschließend mit „Pull the plug“ noch einmal ordentlich den Marsch geblasen bekam. Überraschend endgeil! [od]

UNANIMATEDs Bedeutung für die Szene ist nicht von der Hand zu weisen, waren sie doch eine der grundsteinlegenden Bands für melodischen und angeschwärzten Todesstahl. Da war es ja für mich schon fast ein Pflichttermin mir die Schweden anzusehen. Nun bin ich allerdings mit dem Material der Truppe selbst offen gestanden nicht so vertraut und kannte die Songs entsprechend nicht, was meinen Anspruch also nicht auf einzelne Titel sondern auf den Status konzentrierte. Und leider wurde ich dann etwas enttäuscht. Die Musik reichte zwar völlig zum nebenbei mithören, aber wirkliche Faszination machte sich nicht gerade breit. Schade, da hatte ich mehr erwartet. Und so ging es frühzeitig rüber ins Zelt zu… [sc]
GRIM VAN DOOM, auf die mich persönlich sehr freute, hat mich die Truppe mit ihrem 2015er Werk „Grim love“ und den darauf befindlichen Groovekante damals wie auch heute komplett gepackt und durch das Zelt geschleudert…natürlich rein bildlich gesprochen. Das Quartett aus der Stadt der Schwebebahn zeigte den zum Teil noch etwas verdutzt aus der Wäsche schauenden Besuchern exakt, wo Bartel den Most herholt, konnte unterstützt von einem fetten Sound einige Hosenbeine ausbeulen und als Opener auf der Zeltbühne mehr als überzeugen und einen satten Gewinn einfahren. Wuppertal? 12 Points.

Bereits beim Umbau für den nun folgenden Abriss des griechischen Killerkommandos DEAD CONGREGATION bemerkte ich dunkle Wolken, auffrischenden Wind und irgendwie sagte mir mein geschundener Körper: Da kommt was auf uns zu. Nunja…musikalisch jedenfalls erstmal herrlich roher Todesblei und keine weißen Rosen aus Athen, doch während sich der Vierer durch seinen Backkatalog wütete beschloss ich, Richtung Zelt zu marschieren und zu schauen, ob und wie man dem nun drohenden Unheil Herr werden konnte. Keine Sekunde zu früh, denn die Sandwolke am Horizont deutete weniger auf eine Horde Dothraki, sondern vielmehr auf einen ausgewachsenen Orkan hin, der Zelte, Stände und Pavillons reihenweise zum Einsturz brachte und erstmals in der Geschichte für eine Unterbrechung beim Party San sorgte Doch wie unsere Metalfamilie nun mal ist, half man sich gegenseitig und spülte sich nach diesem Inferno die restlichen Sandkörner mit ein paar Hefebrausen kollektiv aus der Kauleiste. [od]

Während wir DEAD CONGREGATION nur aus der Ferne lauschten, richtete sich unsere Aufmerksamkeit immer mehr Richtung Wetter. Die dicke Wolkenfront am Himmel ließ auf eine abkühlende Erfrischung hoffen, doch zog sie immer schneller, ohne nur einen Tropfen zu verlieren, übers Feld. Schnell wurde klar: es gibt keine Dusche, sondern eine Sandbestrahlung. Denn was am Vortag noch ein etwas nervige Wind war, entpuppte sich nun zu einem echt amtlichen Sandsturm. Da dies tatsächlich schon beunruhigende Zustände annahm, wurde die Veranstaltung erst einmal unterbrochen und das Festivalgelände wurde vorsorglich bis auf weiteres durch die Veranstalter geräumt. Am Camp angekommen offenbarte sich dann das Ausmaß der Folgen: zerstörte oder verschwundene Zelte, kaputte Wohnwagenfenster und zahllose, niedergeschmetterte Pavillons. Darauf erst einmal ein Schreck-Bier! Doch nach gewisser Zeit verzog sich das Unwetter, man fasste Mut zum Wiederaufbau des Camps am nächsten Tag und zog zurück zu den Bühnen.

Und glücklicherweise wurde keine Band abgesagt, sondern nur der Ablauf etwas geändert. Und so hieß es für mich: ab in den Pit von GUTRECTOMY. Obwohl mein musikalisches Herz ja eigentlich ein sehr schwarzes ist, so ist es (vor allem live) immer wieder eine willkommene Abwechslung, sich mal wieder ins Getümmel zu stürzen. Und was die deutschen Slam Deather da boten, machte echt einen Heidenspaß und es entwickelte sich eine geile Party im Zelt. Die Menge feierte die Band und die Band wiederrum die Fans. [sc]
Nach nunmehr neun Alben im Backkatalog freute ich mich bereits im Vorfeld tierisch auf die Briten von ANAAL NATHRAKH und zu meiner großen Verwunderung stand ich nicht alleine da, im Gegenteil! Als Irrumator und V.I.T.R.I.O.L. mit ihren Kollegen loslegten, gab es trotz massiver Soundprobleme vor der Bühne kein Entrinnen mehr und fast jeder Song wurde lauthals mitgesungen. Solch eine Textsicherheit hatte ich keineswegs erwartet und freute mich über die hier vorgefundene Fanbase dieser außergewöhnlichen Truppe, bei der, als einer von wenigen Bands, sogar der Klargesang bei peitschenden Blastbeat Attacken nicht aufgesetzt wirkt, sondern klasse ins Gesamtkonzept passt. Es gab sogar einen neuen Song vom bald erscheinenden neuen Album „A new kind of horror“, der ebenfalls mächtig ins Tanzbein ging. Großartiger Gig! [od]
Die bösen Krieger aus Leipzig haben mit ihrer recht eigenwilligen Mischung aus Black, Thrash und einer kleinen Prise Metal am Donnerstag die Tentstage beehrt. Durch die etwas komische Akustik der Tentstage wirkt das Material etwas verwaschen und matschig und wirklich markante Orientierungspunkte fehlen bis auf das Schlagzeug. Ich habe EVIL WARRIORS später nachgehört, dadurch wurden einige Songstrukturen und -wendungen doch erheblich klarer. Für einen Ersteindruck war es wie gesagt etwas Schade, dass der Sound so verwaschen rüberkam, die Songs sind doch recht vielschichtig, was dadurch unterging. [ing]

Da REVENGE in meinen Ohren ziemlichen Krach darstellen und TOXIC HOLOCAUST eh nicht meine Baustelle sind, blieb ich nach dem mir Gänsehaut bereitenden und faszinierenden Show der EVIL WARRIORS gleich im Zelt. Schließlich freute ich mich nun sowieso schon sehr auf ein wenig ägyptisch geprägten Death Metal. Und das interessante an CRESCENT ist, dass sie ja sogar nicht nur diese Thematik nutzen, sondern sogar ihre Wurzeln dort haben. Ihr Sound besaß ordentlich Druck und groovte ganz nett daher, jedoch fehlte es ein wenig, um richtig stark mitzuziehen. Klar erhielten sie berechtigten Applaus, aber ein wenig Luft nach oben war hier schon noch. [sc]
Brathahn statt Satan...ok...is ne Haxe
Ich weiß leider nicht, welche Vasallen Joel Grind um sich geschart hatte, um TOXIC HOLOCAUST bühnentechnisch zum Leben zu erwecken, doch die Wand, die der Mann aus Portland nun auffuhr, konnte es lo0cker mit dem vorher überstandenen Orkan aufnehmen. Was für ein Thrashbrett! Die Meute ging steil, der Sound war rasiermesserscharf und der Pit eskalierte völlig. Mein Highlight war „Nuke the cross“ und die Gewissheit, bereits am Donnerstag eine der besten Bands des gesamten Wochenendes gesehen zu haben. So gewaltig, dass ich meine Haxe gar nicht zu Ende essen konnte…

Also das mit dem von Schaacki erwähnten Krach bei REVENGE kann ich so nicht unterschreiben, obwohl ich anfangs doch arge Bedenken hatte, mir die Band mit dem wohl am wenigsten zu entziffernden Logo anzuschauen, denn das vorher zu Gemüte geführte Soundmaterial konnte mich nur bedingt abholen, doch auf der Bühne gab das Trio aus der Stadt der von unserem Marko Zander so heißgeliebten Eishockey Oilers Vollgas und ballerte eine ordentliche Schneise ins Publikum. Auch der Sound war ordentlich, so dass die Kanadier zwar auch heute noch nicht zu meinen Dauergästen in der Playlist gehören, dennoch zumindest bei mir ordentlich Eindruck hinterlassen haben. [od]
Zum Luftholen ging es dann auch wieder nach draußen. Da nun ursprünglich MASTER’S HAMMER laut Plan folgen sollten, wollten wir uns auf dem Boden sitzend eine Pause gönnen und etwas Energie auftanken, als es plötzlich von der Mainstage hieß: „Ihr habt sie euch lange gewünscht, hier sind sie nun. From Norway: EMPEROR!“. Und sofort wurden die langsam müde werdenden Beine in Bewegung gesetzt. Es galt einer Legende zu frönen. Und da es die einzige Deutschland-Show in diesem Jahr sein würde, war das Verpassen auch nur einer einzigen Note keine Option. Und ja… was war das für ein überaus beeindruckender Auftritt? Mächtig! Episch! Hier bedurfte es zwar weder Corpsepaint noch Nieten, denn diese haben die Norweger ja schon lange abgelegt, dafür bestachen Ihsahn und seine Mitstreiter aber durch erbarmungslose Geschwindigkeit und absolute Präzision. Selten habe ich eine Band so mega thight aufspielen sehen. Hier stimmte jeder Anschlag. Die Setlist beinhaltete vorwiegend Stücke des zweiten Longplayers „Anthems To The Welkin at Dusk“. Den Weg zum finalen Ende geleiteten jedoch mit „I Am The Black Wizards“ und „Inno A Satana“ zwei Stücke des Debüts „In The Nightside Eclipse“. Herrliche Gänsehaut, großes Kino! [sc]

Ja ich gebe zu, dass der vorangegangene Abend ein wenig Spuren hinterlassen hatte und es aufgrund der durch den Sandsturm eingetretenen Zeitverschiebungen etwas schwer war, noch die Klüsen offen zu halten, doch was macht man nicht alles für seine Buddies von ENDSEEKER, die um 0:20 Uhr pünktlich als Headliner der Zeltbühne die Chance hatten, sich für höhere Weihen zu empfehlen, was sie auch eindrucksvoll wahrnahmen und die knackevolle Zweitbühne komplett zerlegten. Der Sound war knallhart, die Band in absoluter Poser-und Spiellaune und Frontmann-Fester Lenny konnte, im Vorfeld wohlig gewärmt von meine ihm geliehenen Jacke, mit seinem kurzweiligen Ansagen und seinem brutalen Organ sämtliche Augenlider wieder auf Habacht Stellung bringen. Die 30 Minuten jedenfalls vergingen wie im Fluge, das Auditorium war verzückt und die Band konnte von einem gelungenen Debüt in Schlotheim sprechen, was später noch ausreichend begossen wurde.
Die Ameisensucher: ENDSEEKER
Aufgrund des am Nachmittag ausgefallenen Sets der Tschechen von MASTER’S HAMMER hatten diese nun das Vergnügen, als Quasi-Headliner sogar nach Emperor noch auf die Bühne zu dürfen, was Oberfan und Skullcrusher Original Hebi am nächsten Tag mit für ihn überschäumender Freude mehrfach begeistert kommentierte. Ich hatte eigentlich nicht mehr vor, noch länger auf den Beinen zu bleiben, doch das hier Gezeigte war fett, mit herrlichen Melodien durchzogen und zog mich komplett in den Bann. Kein Wunder, konnten die Mannen aus Prag mit 31 Jahren Erfahrungen im Business nicht nur mit großartigen Songs, sondern auch mit einer herrlich unaufgeregten Bühnenpräsenz für mehr als wohlwollenden Applaus sorgen. Große Überraschung, da ich die Truppe wirklich nicht auf meinem Zettel hatte. Doch nun hieß es: Ab in die Horizontale und die körperliche Leistungsfähigkeit widerherstellen. [od]


Das Zephyr's Odem Team

Olaf [od] | Schaacki [sc] | Steppo [st] | Siggi [sig] | Ingmar [ing]


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