KONZEPTALBEN NACH ZUHÖRERWUNSCH


Seit nunmehr 18 Jahren gilt der Slogan: Musik machen Andere! Doch so ganz stimmt das Zitat der Excrementory Grindfuckers nicht mehr, denn nach vielen musikalischen Gewaltexzessen der letzten Jahre haben sich die Hannoveraner auf ihrem neuesten und nunmehr siebten Album „Musik zum Kopfschütteln“ akustisch so richtig ausgetobt und werden mit diesem für sicherlich viele krude anmutenden Genremix nicht nur Applaus ernten. Ich finde und fand es mutig und freute mich von daher sehr darüber, dass mir Vorturner Kai für ein Gespräch zur Verfügung gestellt wurde…

Kai, wie um alles in der Welt habt Ihr es geschafft, heimlich still und leide, für mich zumindest, ein neues Album aufzunehmen?

Wir haben bisher in diesem Jahr wirklich nicht viel von uns hören lassen, das stimmt! Wir wollten uns nach dem letzten, recht anstrengenden Jahr voller Touren (Osteuropa, Nordamerika, lauter Einzelshows in Deutschland und Spanien und wo auch sonst überall) ein wenig auf die neue Platte fokussieren und haben dementsprechend viel Zeit im bandeigenen Studiokeller verbracht und uns mal richtig ausgetobt! Herausgekommen ist dabei ne ziemlich experimentelle Platte und wir sind gespannt auf Reaktionen!
Die dürften ziemlich gespalten ausfallen, könnte ich mir vorstellen, denn Grind ist scheinbar nicht mehr der Hauptbestandteil Eurer Musik, nimmt man mal Songs wie "Crash test dummy style" oder das punkige und in meinen Augen super gelungene "Trotzdem" als Vergleich...

Jo, das stimmt. Die zwei Platten davor, „Vorsprung durch Hektik“ und „Ohne kostet Extra“ waren ziemlich straight für unsere Verhältnisse ausgefallen und ziemlich Grind bzw. Metal-lastig respektive. Wir wollten im Studio keine Metalsongs schreiben, in denen genrefremde Parts angelegt waren, wie auf den beiden Platten, sondern haben einen Song in einer Stilrichtung angelegt und hinterher den typischen Grindfuckers-Lärm drübergestülpt. Das nicht jeder Metaller das unbedingt zu schätzen weiß, nehmen wir dafür in Kauf. Vielleicht entdeckt der eine oder andere ja was Neues, was ihm gefällt! Wir mögen jedenfalls nicht nur harte Mucke und wollten schon lange Mal richtigen Hiphop machen, oder Mariachi-Mucke oder Bossa Nova.

Das ist Euch auf jeden Fall mehr als gelungen. Zwischenfrage: Kennt Ihr die Band Inge & Heinz?

Danke schon mal dafür, wir sind auch echt happy mit dem Ergebnis! Sorry, aber sagt mir nix. Erzähl mal von denen…

Mit geht es darum, dass die Truppe 2016 ein Album veröffentlichte mit dem schönen Titel: "Musik zum Möbel uffbauen". Eine gewisse Parallele ist durchaus erkennbar...

Das war uns nicht direkt benutzt, aber ich glaube "Musik zum Kopfschütteln" wurden wir mal bezeichnet. Passt auch ganz gut zu der Platte und als Titel (grinst). Aber an dieser Stelle nen schönen Gruß an Inge & Heinz, unbekannterweise!
Richte ich gerne aus und im Übrigen habe ich mit "Alles in die Wurst" auch ein Regal zusammengebaut, ging prima. Inwieweit ist dieser Text eigentlich autobiographisch?

Oh, hoffe, der Song hat dich nicht zu sehr aus dem Takt gebracht, hehe... Bisher hat, glaube ich, keiner von uns erfolgreich eine Fleischerlehre abgeschlossen, aber die meisten von uns knabbern gerne mal auf nem toten Tier rum. Nur Mike nicht, der ist vegan. Der Text ist vielleicht der ernsteste auf dem Album und einer meiner Favoriten. Ein bisschen Sozialkritik und ganz viel Blödsinn, das passt gut zu uns!

Und ziemlich viel Eigenlob, wa? "Album des Jahrtausends". Ich dachte so bei mir: Jetzt drehen sie endgültig durch...

Irgendwann hat sich eingebürgert, dass der erste Song der Platte von der Band handelt, da muss man natürlich bei der siebten Platte auch lyrisch richtig Gas geben, um sich nochmals zu steigern, haha. Ein gesundes Selbstbewusstsein und die korrekte Einordnung der eigenen Qualitäten ist außerdem gesund, hat unser Band-Therapeut gesagt!

Moment...der zweite Song ist ja ebenfalls reine Lobhudelei..."Wir sind die Excrementory grindfuckers". Das ist der Therapeut dann wohl doch ein wenig übers Ziel hinausgeschossen, oder?

Hey, Stopp! Nicht, dass der Leser an dieser Stelle den Eindruck bekommt, wir wären lauter versoffene Idioten in einer Midlife-Crisis, die sich nur noch mit sich selbst beschäftigen. Keine Sorge, das neue Album ist nicht unser St. Anger (lacht)! Oh, jetzt fällt mir auf, ich habe schon wieder einen anmaßenden Vergleich hingelegt, passt ja zur Frage…
Hahaha, auf jeden Fall. Gute Antwort. Weiter im Text. Was mich ein wenig am neuen Album stört ist der Umstand, dass Eure Texte im Vergleich zu vorherigen Alben relativ schwer herauszuhören sind. Ich schrieb was von "...etwas zu sehr in den Hintergrund gemischt". Kommentar dazu?

Wir haben mit den Vocals ziemlich viel experimentiert, auch da gibt es viele Stilrichtungen und Techniken pro Song. Auch sind einige Parts ganz schön asi gesungen, je nach Text. Insgesamt sind wir mit dem Sound des Albums alle zufrieden, wir haben was die Aufgeblähtheit angeht ganz schön auf die Kacke gehauen (lacht).

Ich muss jetzt dazu anmerken, dass ich das Album ebenfalls als sehr gelungen betrachte, es aber nicht ganz so stark wie die beiden Vorgänger finde. Aber so ist das eben mit den Geschmäckern. Warum habt Ihr eigentlich in Goates Namen auf den neuen Promofotos mit diesem ekligen Faxe posiert und nicht mit einem einheimischen Gebräu wie beispielsweise Gilde? Wobei...doll ist das ja ooch nich...

Ist okay, wir haben dich trotzdem noch lieb (lacht). Das Faxe hat unser Tourmanager/Therapeut Domi angeschleppt, das war ne recht spontane Kiste. Dank jahrelanger Tourerfahrungen ist man da auch nicht zu wählerisch, was die Auswahl an Erfrischungen angeht. Außerdem ist die Größe der Dose ein Vorteil, das kann das glorreiche Gilde leider (noch) nicht.
Du erwähntest vorhin, dass Ihr in den USA zugegen wart. Wie wurdet Ihr dort aufgenommen? Waren die Leute wenigstens textsicher? Beispielsweise bei der "Braunen Lagune" Ist ja nicht sowas wie Rammsteins „Sonne“, welches jeder amerikanische Dorfdepp mitgrölen kann, ohne den Inhalt zu kennen…

Das war ne ziemlich witzige Erfahrung! Vor allem als Undergroundband unserer Größe, ohne Label, ohne Bookingagentur und ohne große Bekanntschaft da drüben, ist eine Headlinertour durch die USA und Kanada natürlich ein Abenteuer und ein Risiko. Wir hatten sehr viel Spaß mit dem Publikum, das uns gegenüber immer ziemlich aufgeschlossen und partywütig rüberkam. Verstanden hat da keiner Irgendwas glaube ich, aber wir hatten alle ne gute Zeit! In Ottawa waren wir beispielsweise zusammen mit 5 Powermetalbands als Support für die local Heroes Powerglove vermeintlich etwas deplatziert, aber nachdem das Eis gebrochen war (nach 3 Songs / 5 Minuten), war es ne geile Party!
Finde ich absolut großartig. Nun ist ja das neue Album am Start, Spitzenposition in den deutschen Media Control Charts natürlich eingeplant. Wie geht's live weiter? Ihr hattet ja im Vorfeld schon ein paar Gigs, dazu nächstes Jahr endlich mal wieder beim Force...

Wir spielen jetzt demnächst ein paar Shows, um die Platte gebührend zu feiern, die Termine gibts auf unserer Homepage.

Grindfuckers live

Der nächste Festivalsommer ist soweit auch gut in Planung, mal gucken wann wir was veröffentlichen können. Das Full Force ist auf jeden Fall schon mal ein Highlight für uns: 2017 war zuletzt ein richtiger Abriss, die Beach Party im Pit unvergessen!

Hoffentlich in 2020 ebenso, denn der Beach fetzt ohne Ende. Abschließend die Frage, ob nun musikalisch mit diesem Rundumschlag alles von den Grindfuckers gesagt wurde...

Nope. Leider muss ich an dieser Stelle alle unsere Hater enttäuschen! Es bestehen tatsächlich schon ziemlich konkrete, überaus ambitionierte, Pläne für ein weiteres Album. Wir können da jetzt natürlich nicht drüber sprechen, aber vielleicht kommen wir damit ganz überraschend um die Ecke, das ist ja so unsere Art!

Vielleicht ein "braunes" Konzeptalbum? Mit der angesprochenen braunen Lagune und dem "Braunen Gold" kann doch der Faden sicherlich weitergesponnen werden...

Ein Konzeptalbum hatten wir bisher noch nicht. Das wäre ja der nächste Schritt, wenn man schon Best-Of und Weihnachtsplatte gemacht hat. Man könnte ja zum Beispiel die Riege der Kotsongs, die es auf jeder Platte gab, oder der Fleischsongs mal weiterspinnen.... Aber ob das noch irgendwer hören will (lacht)?

Ja, ich!

Vielleicht ist auch der zukünftige Weg, dass wir Konzeptalben je nach Zuhörerwunsch entwickeln! Das wäre mal eine innovative Geschäftsidee!

Willst du unseren Lesern noch irgendwas mit auf den Weg geben?

Danke, das würde ich sehr gerne! Wir wollen uns bei allen Fans bedanken, die uns nach all den Jahren so treu unterstützen und uns die Stange halten. Geht auf Konzerte, kauft CDs, lest Zines und benutzt Kondome. Danke auch an Zephyr's Odem und den Olaf und bis hoffentlich bald mal!


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