WATAIN | OCCVLTA | HORNS OF DOMINATION

10.01.2018 – Berlin @ Lido

Watain im Lido?! Hmm. Das Lido ist ein großartiger Club, immer für fantastische Konzerte gut aber ein altes Kino mit Holzboden...wie sieht es dann eigentlich aus mit den Feuerspielchen von Watain ?! Man durfte gespannt sein...

Zunächst betraten „Horns of Domination“ die Szenerie, welche mit einem Demo im Rücken den Anheizer geben durften – vor ausverkauftem und kuscheligem Haus. Nach anfänglichen Soundproblemen der 2 Gitarristen und des Drummers (wo war der Bass ?! Vom Band ?! Inexistent?!). Egal, denn die Band machte ihre Sache fantastisch. Sehr abwechslungsreiches Songmaterial, atmosphärisch, knüppelnd oder klassisch rasend. Der Grabesgesang war entweder dem schlechten Sound geschuldet oder beabsichtigt, in jedem Fall passte es sehr gut und erinnerte mich zuweilen an eine fantastische Band wie „Grave Miasma“.

Besonders hervorheben möchte ich das Drumming, welches sehr abwechslungsreich, gefühlvoll und für Black Metal Verhältnisse... ähh eher extravagant ambitioniert daherkam. Mir hat die Band in puncto Atmosphäre, Ambition und Vortrag hervorragend gefallen und ich bin gespannt auf das, was da in Zukunft kommen mag von diesem fränkischen Trio.

Occvlta sind Eigengewächse dieses dicken Hauptstadt-Molochs. Auf Platte fand ich die Band bisher eher wenig spannend, da sehr stumpf und (absichtlich) schlecht produziert voranschreitend. Ein gaaanz anderer Eindruck jedoch live: Das liegt vor allem an Superposer und Frontmann „Hord“, der nicht nur extravaganza provocative in weißen Klamotten (und „Fucker“-Lederjacke...naja) auftrat, sondern eine wirklich geile Testosteron-Performance ablieferte mit allen Schikanen des Rock-Posertums (Mikrofonständer in allen physikalisch möglichen Positionen, aggressives Gebaren wie ein Silbernacken usw.). Wenn man den nicht zu verleugnenden Punk-Spirit der Band erstmal verinnerlicht hat, könnte man meinen hier die Turbonegro des Black Metals abzufeiern. Mir egal, wie stumpf die Riffs waren, es gab keine Sekunde, in welcher mein Körper diesem Rhythmus nicht automatisch folgte. Sehr geil. Celtic Frost on top ?! You name it. Der Bassist hatte sogar ein ebenso schönes Rüschenhemd unter der Lederjacke wie Martin Eric Ain (R.I.P.) annodazumal (lookilooki:„Circle of the Tyrant“ ). Ein unbedingter Bewerbungsauftritt dieser groovigen, widerborstigen, einfach geilen (Live-) Band.

Watain benötigten dann erstmal etwas Zeit für den Umbau: das war auch keine wirkliche Überraschung. Überraschend war dann eher, dass in Abgrenzung zu den Bangern der 1. Reihe, die mit ihren Watain- Kutten wie eine Gang aus Sons of Anarchy wirkten,eine solche Reihe von Dreizacken aufgebahrt wurde, dass man meinte hier würde des Teufels Vorgartenzaun stehen. Eine sehr merkwürdige Optik. 6-7 gegossene Forken standen da in Reih und Glied ! Das abgestandene Blut von vor ein paar Jahren gabs hingegen nicht mehr als olfaktorische Zusatznote

Es gibt wirklich ein paar (oder ein paar mehr) ) wahnsinnig langweilige Black Metal Bands LIVE!. Das weiss jeder und es liegt an ein paar nachvollziehbaren Faktoren: Schlechter Sound auch bekannt als Soundbrei aufgrund des gitarrenlastigen und eher bassarmen Sounds; statisches Acting und wenig Live-Erfahrung gepaart mit einer Verklemmtheit bezüglich der auf Platte offenbarten Emotionen. Watain gehören zu keiner dieser Kategorien. Von Minute 1 ist der Zuhörer gefesselt von der Intensität, Atmosphäre und des irrsinnigen Spektakels dieser Band. Das mag der eine oder andere für Budenzauber halten und das ist auch ein recht stichhaltiger Punkt. Jedoch steckt bei Watain mehr hinter Feuer und Corpsepaint als bei 95 % der meisten Bands dieses Kalibers. Zudem sind die Schweden seit ca. 20 Jahren aktiv und waren eine der ersten dieser 3./4. (?) BM- Welle, die diese wahnwitzige Show in diesem Maße auf die Bühne brachte. Es brannten nicht nur Knochen, Dreizacke und Teile des Gartenzauns, Erik präsentierte auch immer wieder seine Liebe für Feuer im Allgemeinen, sei es durch Streichen durchs Feuer, Singen durch einen brennenden Animal-Skull- oder quasi „Sprechen-in Zungen“. Die erste Reihe erfreute sich wie Bolle und riss sich um einen verbrannten Kopfes eines bezeugt abgelebten Säugetiers. Jeder bekommt halt das, was ihn glücklich macht.Ganz dicke Poser-Schiene, was da abgefahren wurde. Love it ot hate it. Watain don´t care.

Was ich jedoch ganz bestimmt hasste, waren die digitalen Fressbrettchen, welche ständig im Dutzend vor meiner Visage aufleuchteten, sobald irgendwas auf der Bühne geschah. Niemand hat was gegen ein Foto oder ein kurzes Video aber die Dauerpräsenz dieser leuchtenden Scheissdinger anytime, ließ mich daran zweifeln, dass viele Zuschauer überhaupt diese mit Händen zu greifende Energie in diesem aufgrund der vielen Feuer in diesem mittlerweile stickigen Saal (Erik hatte mittlerweile auch die fetten Dreizacke mittels Fackel in Feuer getaucht) überhaupt mitbekamen. You gotta record for your bullshit account on...instragram or my ass video...well how evil is that, fucker ?! Na dann bleibt doch bitte auch auf Eurer Couch und zieht Euch lieber ´ne Blu-Ray rein, wenn Euch das Leben aus 2. Hand lieber ist !

Musikalisch boten Watain einen bunten Mix: „Nuclear Alchemy“ und „Sacred Damnation“ von der neuen Platte, „Outlaw“ von „The wild hunt“ „Malfeitor“, „The Devil´s Blood“ (mit Würdigung von Selim Lemouchi), „Black Flames March“ und einer abschließenden Zugabe von Dissection´s „The Somberlain“, bei welcher leider der Sound sehr schwachbrüstig war. Abschließend gabs ein Ambient-Black-Mass-Outro, nach welcher das Publikum entgeistert aber beseelt das Weite suchte. Großartige Show und zwar von allen drei Bands !

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