THE MIGHTY MIGHTY BOSSTONES | THE BAR STOOL PREACHERS

03.07.2019 – Berlin @ Huxleys Neue Welt


Was für eine fantastische Nacht!

Davon werde ich noch lange zehren. Zu lange ist es schon wieder her, seit The Mighty Mighty Bosstones ihren Weg in unsere Gefilde fanden. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich die Jungs das letzte Mal auf dem Southside Festival 2003 gesehen. Immerhin schon wieder ganze 16 Jahre her. Seit damals machten sich TMMB rar in Europa und spielten immer wieder mal nur vereinzelte Konzerte und Festivalshows. Daher definitiv Grund genug 2019 einem der abermals raren Gis beizuwohnen, weshalb ich schon frühzeitig ein Ticket gesichert hatte.

Als dann endlich der 03.07.2019 näher rückte, stieg meine Vorfreude ins unermessliche. Mir fällt keine Band ein (ja ok, die Ramones natürlich noch/Marky), bei der ich ein permanentes Glücksgefühl habe und ständig am Tanzen bin. Ja, der Ska-Core der 9 Jungs reißt einen förmlich mit. Wem die Musik nicht ins Blut geht, hat einen Stock im Arsch, oder ist einfach mental dehydriert.

Die 9 Jungs von TMMB bestehen 2019 noch aus den Gründungsmitgliedern: Joe Gittleman (Bass), Dicky Barrett (Gesang), Ben Carr – Bosstone (Tanz) und dem Tenorsaxofonisten Tim „Johnny Vegas“ Burton. Des Weiteren spielen mit, teils schon seit vielen Jahren, Chris Rhodes (Posaune), der neben Dicky und Ben für weitere gewisse Gesangs- und Showeinlagen zuständig ist, Kevin Lenear (Saxofone), Lawrence Katz (Gitarre), Joe Sirois (Schlagzeug), sowie Keyboarder John Goetchius.

Aber zunächst hatten erst Mal The Bar Stool Preachers die Ehre für TMMB zu eröffnen und die noch lückenhaft Anwesenden in Wallung zu bringen. Die sechs Jungs aus Brighton/UK haben sich ebenso dem Mix aus Ska und Punkrock verschrieben und machten ihre Sache ganz gut. Ich kannte die Jungs noch nicht, auch weil die Konkurrenz in dieser Richtung nicht gerade klein ist und die Unterschiede unter diesen Bands meist nur marginal sind, wenn sie nicht aufgrund eines Alleinstellungsmerkmals herausstechen aus der Masse. So gab es nach einer guten dreiviertel Stunde höflichen Applaus und die Band konnte gar den ein oder andern Merchandise Artikel an die Frau/den Mann bringen.

Nach einer knapp halbstündigen Umbaupause startet die Show der Bosstones recht punkrockig mit „The Old School Off the Bright“ und „Like a Shotgun“ und sofort kommt ekstatische Euphorie auf, in der nun sehr gut gefüllten Halle. Darauf folgen die mehr ska-lastigen „Green Bay, Wisconsin“ und „The Rascal King“ und der ganze Mob tanzte und der Boden der Huxleys Neuen Welt drohte durch die starke Vibration einzustürzen, so sehr wackelte das Parkett. Selten so direkt den Funken von der Bühne zum Publikum überspringen sehen. Das hier die relativ große Bühne des Huxleys gut gefüllt ist, dürfte bei neun Mann klar sein. Umso erstaunlicher ist da die ständige Bewegungsfreudigkeit der Band. Wer nicht gerade spielte, oder eine Soloeinlage hatte, tanzte und swingte. Wer jedoch ständig am tanzen und skanken war, ist Ben Carr. Der hatte mich schon immer beeindruckt und es unterstrich nochmal die mitreißende Art einer TMMB Show.
Ebenso anschaulich war an diesem Abend das einheitliche Outfit aller Bosstones, was die Band offensichtlich speziell für diese Show entworfen hatte (zumindest waren Sie bei der Show in Hamburg zuvor, bzw. auf dem Ruhrpott Rodeo danach, anders gekleidet/Marky). Stilecht Ska-stylisch hatten die Jungs zwar traditionelle schwarze Anzüge an, die Hosen und Jacketts waren jedoch meist mit punkrockigen Reisverschlüssen verziert. Auf ihren Jacketts hatten sie auf dem Rücken zusätzlich noch einen großen Bosstones-Patch, mit Karomuster Hintergrund. Das sah mal richtig geil aus und man zollte somit definitiv der Berliner Punkrock Szene Tribut.

Bei ihrer mittlerweile 30-jährigen Karriere, war ein bunter Mix aus alten Gassenhauern, sowie Hits eines neueren Datums zu erwarten. Besonders geil zu hören waren „Hope I Never Loose My Wallet“ „Royal Oil“ und „Kinder Words“ , aber auch „Wonderful Day for the Race“ und „The Constant“ vom aktuellen Longplayer „While We´re At It“ fügten sich nahtlos ein ins Set. Zu den Standard Coverversionen zählte demgegenüber auch heute wieder The WailersSimmer Down“ und Johnny Nash´s Hit „I Can See Clearly Now“, zu dessen Beginn Dicky Barrett die Band vorstellte und welchen Chris Rhodes dann gesanglich zum Besten geben durfte. Da sang die ganze Halle mit, genauso wie beim Mega Smash Hit „The Impression That I Get“, welcher den Endpunkt des, bis dahin hypergeilen Sets markierte. Beim letzten Song schrie ich förmlich einen Gruß an meinen verstorbenen Kumpel Christian Leuchsner in den Himmel. Auch er liebte die Bosstones abgöttisch.

Jetzt ging natürlich das Rätselraten los. Welche Songs werden als Zugabe noch kommen, welche nicht? Fehlen tut bei der Menge an Hits, immer was. Man konnte sich bei der heutigen Show freuen auf „A Little Bit Ugly“, sowie „You Gotta Go“, was für mich als Zugabesong eine Überraschung war. Der Abgang wurde dann mit „A Pretty Sad Excuse“ zelebriert und aufgrund des zeitlichen frühen Beginns der Vorband vor 20 Uhr und des rund 90-Minütigen Gigs der Bosstones, war schon vor 23 Uhr Schluss. Für die Working Class, wie mich, eine sehr dankbare Zeit.

Lieber Dicky, bitte halt dein Versprechen ein und komm mit deinen Bosstones bald wieder. Ohne euch ist die Welt weniger bunt und lebensfroh. Außerdem konnte noch niemand in eure Fußstapfen treten. Ihr seid einfach einzigartig!

The Old School Off the Bright
Like a Shotgun
Green Bay, Wisconsin
The Rascal King
You Left Right?
Someday I Suppose
Everybody's Better
Hope I Never Lose My Wallet
The Constant
Simmer Down
Wasted Summers
Nah, Nah, Nah, Nah, Nah
Last Dead Mouse
Royal Oil
Sunday Afternoons on Wisdom Ave.
Kinder Words
Graffiti Worth Reading
Dr. D
Bad News and Bad Breaks
Let's Face It
Wonderful Day for the Race
Don't Worry Desmond Dekker
They Will Need Music
I Can See Clearly Now
The Impression That I Get
A Little Bit Ugly
You Gotta Go!
A Pretty Sad Excuse


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