KILLECTOUR 2020

LORDI | ALMANAC | FLESH ROXON

13.03.2020 – Berlin @ Kesselhaus


Es war ein mehr als merkwürdiger Freitagnachmittag. Er begann vielversprechend, als ich um 15 Uhr im Berliner Kesselhaus mit Mr.Lordi ein mehr als launiges und äußerst unterhaltsames Interview führen durfte (kommt die Tage) und danach absolut nicht wusste, ob aufgrund der allgemeinen Covid-19 Massenhysterie das Konzert am Abend überhaupt stattfinden würde, da sämtliche anderen Veranstaltungen in der Stadt bereits im Vorfeld verlegt oder abgesagt wurden. Als aber zu Beginn des avisierten Einlasses immer noch keine Negativmeldung über den Ticker ging, machten wir uns auf ins Kesselhaus der Kulturbrauerei, um vielleicht für einen längeren Zeitraum das letzte Konzert zu genießen.

Die allgemeine Corona Massenpanik führte dazu, dass wir direkt vor dem Eingang sogar einen Parkplatz fanden und im Veranstaltungssaal ohne Gedränge und Geschubse entspannt dem Geschehen auf der Bühne folgen konnten. Bedeutet im Klartext: Der von der Regierung eingeforderte Mindestabstand zwecks Minderung einer eventuellen Ansteckungsgefahr wurde problemlos eingehalten. Schade natürlich für die Bands, die ohne den Ausbruch dieser lästerlichen Pestilenz vor weitaus mehr Nasen intoniert hätten, dennoch aber alles gaben und das Publikum ebenso fachkundig wie dankbar für diese abendliche Tanzveranstaltung war. Aufgrund der oben bereits geschilderten Situation allerdings verpassten wir die selbsternannten Action Rocker von Flesh Roxon, die als erste Vorband nicht nur den Reigen eröffneten, sondern auch mit dem längsten Tourbus aufwarten konnten, den ich jemals gesehen habe. Ganz klarer Fall von extrem dicken Cojones!

Mit ein wenig Skepsis ging es nun bei mir mit Almanac weiter, denn trotz der unwiderlegbaren Fingerfertigkeiten von Victor Smolski und seinen Mitstreitern, konnte ich bislang mit dem symphonisch angehauchten Power Metal der Truppe auf Polycarbonat reichlich wenig anfangen. Live allerdings war das eine völlig andere Nummer. Zum einen wurde die Band von einem unfassbar fetten und transparenten Sound unterstützt und zum anderen gingen die griffigen Hymnen sofort ins Ohr und dem angeschlossenen Tanzbein. Auch Neu-Fronter Frank Beck, der durch die Gamma Ray Pause sich dementsprechend anders verdingt, verstand sich auf der Bühne prächtig mit Sängerin Jeanette Marchewka und gab komplett Kniegas. Natürlich ruhte bei vielen Frickelfetischisten das Hauptaugenmerk auf den Flitzefingerchen des Ukrainischen Saitenvirtuosen, der in jedweder Körperhaltung seiner Axt die unglaublichsten Töne entlockte und das klatschwütige Publikum zu jedem Zeitpunkt mit ins Boot holte. War ich vorher noch ein wenig reserviert, so kann ich nach dem jetzt Gesehenen konstatieren: Almanac? Gerne wieder!
Let the show begin
Soiled existance
Bought and sold
Hail to the king
Hands are tied
Empty hollow
Self blinded eyes
No more shadows

Bereits am Nachmittag konnte ich anhand des fulminanten Bühnenaufbaus der Finne erkennen, dass hier heute geklotzt und nicht gekleckert wurde und obwohl sich viele der Besucher im Vorfeld anscheinend doch für eine selbst auferlegte Quarantäne entschieden hatten, war der Saal gut gefüllt und freute sich diebisch auf die nordischen Monster, die dann nach einem schicken Intro mit „Horror for hire“ straight in den Set einstiegen. Die Masken saßen, der Sound war stark und der ansonsten nur hüfthohe Mr.Lordi stakste auf seinen gefühlt 87 Zentimeter großen Plateauschuhen über die Bühne, witzelte mit dem Publikum und begeisterte mit seinen umfangreichen Deutschkenntnissen, die sich auf diverse Schweinereien beschränkten.

Die Setlist bot eine schick ausgewogene Mischung aus alten und neuen Sachen, wobei sich das von Kiss Mastermind Paul Stanley geschriebene „Like a bee to the honey“, den ich auf dem aktuellen Werk als recht öde empfand, als absoluter Livekracher entpuppte. Lediglich die Soloeinlagen aller Bandmitglieder hätte man ein wenig reduzieren und zugunsten von ein bis zwei weiteren Songs weglassen können, doch das war es dann auch mit der Nörgelei.
Natürlich wurden Lordi für ihren ESC Siegertitel von 2006 abgefeiert, zu dem der Bandleader ein paar großartige Anekdoten in unserem Gespräch zum Besten gab, welches nächste Woche hier nachzulesen sein wird. Nachdem die letzten Töne von „Would you love a monsterman“ verklungen waren, machte sich ein wenig Wehmut breit, da man heute nicht absehen konnte, wann man das nächste Mal in Berlin überhaupt ein Konzert zu sehen bekommen wird. Tags darauf nach dem Leipzig Gig war auch diese Tour Geschichte. Hoffen wir mal, dass sich das Alles bald erledigt und wir wieder unserer liebsten Freizeitbeschäftigung nachgehen können: Der Musik!

God of thunder (Kiss)
Radio SCG10
Horror for hire
The riff
Midnite lover
Granny’s gone crazy
Devil’s lullaby
Shake the baby silent
Blood red sandman
Drum Solo
Scare force one
Like a bee to the honey
Naked in my cellar
Bass Solo
I dug a hole in the yard for you
Who’s your daddy
Guitar / Keyboard Solo
Hard Rock Hallelujah
Devil is a loser
Would you love a monsterman?


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