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BLACK VOID – Antithesis (2022)

(7.778) Patrick (8,0/10) Black Metal/Punk/Crust


Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 27.05.2022
Stil: Black Metal/Punk/Crust

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Letztes Jahr durfte ich ja bereits das Album „Anti“ von WHITE VOID, der Nebenspielwiese von BORKNAGARs Keyboarder und Goldkehlchen Lars Are Nedland besprechen. Dieses Album bot in seiner rockigen Ausrichtung unheimlich viele eindringliche und wunderschöne Momente, fantastischen Klargesang, Melodien zum Niederknien und liegt auch heute noch ab und an auf meinem Plattenteller.

Nun steht mit BLACK VOID das musikalische Ambivalent zum „weißen Album“ in den Startlöchern und sofort fällt auf, dass unser Goldkehlchen im Stimmbruch zu sein scheint und der ehemals vorherrschende musikalische Schöngeist, passend zur „schwarzen Leere“, einer wesentlich roheren, brutaleren und abgründigeren Ausrichtung gewichen ist. Das gebotene aber nun als hässlich zu bezeichnen, würde dem ganzen absolut nicht gerecht werden, denn es findet sich immer noch der ein oder andere clean Gesungene und schmeichelnd melodisch einprägsame Moment auf „Antithesis“. Wo aber beim ersten Album eine fast schon verträumte und zaghaft verhaltene Hardrock Szenerie mit leichtem Hang zum Metal herrschte, regiert auf diesem Album der unbarmherzige Knüppel aus dem Sack. Die Jungs hauen uns hier einen wunderbar derben, nihilistischen Bastard aus (Black) Metal, Punk und Crust um die Ohren, dass es nur so scheppert.

Hört euch einfach nur mal „Reject Everything“ oder „It´s Not Surgery, It´s A Knife Fight“ an, dann wird euch klar, welch Wahnsinns fette Beute die Band auf diesem Werk geritten hat. Hier wird dem Hörer so dermaßen präzise und ohne Rücksicht auf Verluste die Fresse poliert, dass nach dem Konsum dieser abscheulichen Monster definitiv kein Zahn mehr dort sitzt, wo er eigentlich hingehört. Immer wenn man seinen klaffenden, in Trümmern liegenden Kiefer vor Augen hat und denkt: „gleich steigert sich der Schmerz ins unermessliche“, kommt Lars mit einem fast einschmeichelnden Refrain um die Ecke, legt damit die sprichwörtliche Packung Eis auf die offenen Wunden, grinst dir fröhlich ins Gesicht, nur um Sekunden später wieder in den rasenden Wahn zu verfallen und erneut unermüdlich und immer weiter auf den Hörer einzuprügeln. Wow. Unerwartet, keine leichte Kost, aber sehr sehr geil!

Natürlich sind nicht alle Songs des Albums so dermaßen direkt in die Fresse komponiert und so finden sich z.B. mit dem Opener „Void“, dem punkigen und trotzdem stets melodischen „No Right, No Wrong“ oder dem, gesanglich von Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) veredeltem Rausschmeißer „Dadaist Disgust“ auch ein paar leichtere und einprägsamere Tracks auf „Antithesis“. Überhaupt sind es die teilweise schwer melodischen Refrains, welche dieses Album so besonders machen und im krassen Gegensatz zum sonst so brachial vorherrschenden Klangkosmos stehen. Mit dieser Stilistik gelingt der Band ein wahrhaft genialer Brückenschlag zum Vorgängeralbum von WHITE VOID, denn dieses Album lebte ebenfalls von sehr eindringlichen und extrem melodiebetonten Choruslines.

Letztendlich bleibt mir nur die Feststellung, dass das Album im Vergleich zum Debüt (sollten man „Anti“ als solches bezeichnen), ein klein wenig abfällt. Das mag aber vor allem daran liegen, dass BLACK VOID mit „Antithesis“ ein Album geschaffen haben, welches dem Konsumenten nun wirklich kein leichtes Hörvergnügen beschert und somit nicht in jeder Stimmung voll und umfänglich genossen werden kann. Mitschuld an dieser Tatsache hat auch die etwas „laue“ Produktion der Scheibe.

Es ist zwar alles sehr ausgewogen, trotzdem rotzig und jedes Instrument bekommt den nötigen Platz, aber für derartig dreckige Mucke, hätte ich mir untenrum einfach ein bisschen mehr Bums gewünscht. Sehr gut gemacht ist das Ding aber allemal, sorgt in der Richtigen Gefühlslage für ordentlich Spaß und Geschepper im Kopf und somit bleiben am Ende, auch aufgrund der musikalisch recht einzigartigen Mischung, immer noch 8 Punkte stehen.

Es bleibt abzuwarten, welche „farbige Leere“ uns die Jungs in Zukunft noch vertonen werden. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Reise ins „Nichts“ weitergeht.

Anspieltipps: „Void“ und „Reject Everything“


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Void
02. Reject Everything
03. Death To Morality
04. Tenebris Of Life
05. No Right, No Wrong
06. It´s Not Surgery, It´s A Knife Fight
07. Explode Into Nothingness
08. Nihil
09. Dadaist Disgust




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