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DREAM THEATER – Distance over time (2019)

(5.320) – Olaf (10/10) Progressive Metal

Label: Inside Out Music
VÖ: 22.02.2019
Stil: Progressive Metal


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Nein, ein kurzes Review kann und darf das nunmehr 14. Album aus dem Hause Dream Theater natürlich nicht werden, denn dafür sind die Mannen LaBrie, Myung, Petrucci, Rudess und Mangini einfach zu genial in ihrer Schaffenskraft und auch wenn ich den letzten Alben ziemlich reserviert gegenüberstand, freute ich mich auf dieses Review außerordentlich, gehört doch „Images and words“ seit seiner Veröffentlichung 1992 zu meinen Alltime-Faves und meine Hoffnung gilt seitdem einem würdigen Nachfolger, der diesem Überalbum in irgendeiner gearteten Form das Wasser reichen kann. Natürlich gab es danach immer wieder Scheiben, die der Genialität der Amis gerecht wurden, doch oftmals in meinem Player an Schönheit starben. Nicht so „Distance over time“, welches mich total überraschte und meines Erachtens dem von mir erwähnten Album ziemlich dich auf die Pelle rückt.

Gleich beim Opener fiel mir positiv die saufette Produktion auf, die mir bei den letzten Veröffentlichungen der Jungs etwas fehlte, diesmal aber sehr basslastig einen solchen Kracher wie „Unethered angel“ perfekt unterstützt. Anfangs sehr eingängig entwickelt sich das Stück zu einer wahren DT Orgie an Progressivität und Lust an großartig arrangierter Musik. Die Interaktion zwischen Drummer Mike Mangini, den ich live allerdings immer noch einen Tick „schlechter“ (falls man das so überhaupt sagen darf…) finde, als seinen über alles thronenden Vorgänger Mike Portnoy, und Keyboarder Jordan Rudess ist brillant und erinnert mit wohltuend an heroische Glanztaten a’la „Metropolis Part 1“. Der Anfang war also gemacht und ich freute mich auf die Dinge, die da noch kommen würden.

Der Beginn von „Paralyzed“ fand ich für DT Verhältnisse ebenfalls untypisch, da hier sogar der geneigte HC Anhänger hochmotiviert mitbouncen kann. Überhaupt ist dieses Stück sehr eingängig und man kann ohne Bedenken herrlich mitbangen, ohne Gefahr laufen zu müssen, sich die oberen Halswirbel zu verknoten. Überhaupt fällt auf, dass das von mir in der jüngeren Vergangenheit teilweise harsch kritisierte übertriebene Griffbrettgewichse einer ziemlichen Leichtlebigkeit gewichen ist, die der immer noch überragenden und technisch hoch versierten Musik der New Yorker prima zu Gesicht steht und viele der Fans der ersten Stunde vor Verzückung aufjauchzen lassen sollte. Ok, bei „Fall into the light“ gibt die Truppe wieder einmal etwas an und verschachtelt den ansonsten wirklich guten Song ein wenig zu sehr, was die Musiker unter Euch sicherlich erneut zu Weinkrämpfen veranlassen wird. Allerdings nehmen die Jungs in der Mitte ein wenig das Tempo raus, was dem Ganzen dann doch erneut den Stempel der Eingängigkeit verpasst. Gerade hier zeigt sich die Genialität des Herrn Rudess, der hier ganz klar einem John Lord die Ehre erweist und auch James LaBrie brilliert gesanglich, wie auf dem ganzen Album.

Etwas jazzig beginnt „Barstool warrior“, wandelt sich dann aber auch schnell in eine ziemlich eingängige Nummer, wobei ich natürlich den Begriff „Eingängig“ insofern definieren muss, dass es Dream Theater seit jeher schaffen, selbst einfach klingende Passagen so unfassbar zu verpacken, dass man sich selbst als halbwegs bewanderter Musiker nach dem Versuch eine solch einfach klingende Passage nachzuspielen, die Knoten aus den Fingern lösen muss und das macht die Stärke dieses Albums aus. Es klingt eingängig, einfach, unkompliziert, ist es aber nicht! Bestes Beispiel hierfür sind die folgenden „Room 137“ und vor allem „S2N“, welches einmal mehr mit einem tollen Gitarren/Keyboard Duell einem die Synapsen vollkommen verknotet. Irre!

Mit „At wit’s end“ kommt nun die unvermeidbare knapp 10minütige Volldröhnung, auf die man sich einlassen muss, nachdem die vorangegangenen Songs alle recht kurzgehalten wurden und somit einen fetten Drive vorzuweisen hatten. Doch Angst ist hier vollkommen fehl am Platze, denn Langeweile sucht man hier vergebens. Mal schnell und treibend, dann verträumt, verspielt, um dann wieder in die Ausgangslage zurückzukehren. Mächtig und bereits jetzt wird klar, dass trotz noch 3 weiterer Songs „Distance over time“ auf die Höchstpunktzahl zusteuert, wozu „Out of reach“ ebenfalls beiträgt, bieten DT hier endlich mal wieder eine Ballade, die „Another day“ endlich mal Konkurrenz macht. Ebenso macht das fetzige „Pale blue dot“ einen mächtig schlanken Fuß, geht mächtig nach vorne und bietet erneut Frontmann LaBrie genügend Raum, um seine in keinster Weise über die Jahre gealterte Stimme in den Vordergrund zu rücken. Der Mittelteil hier erinnert erneut herrlich an alte „Metropolis“ Schandtaten und treibt einen in den musikalischen Wahnsinn. Im Gegensatz dazu rocken DT beim abschließenden Bonus Track „Viper king“ so herrlich bluesig nach vorne, dass es eine Wonne ist, denn selbst hier klingt es simpel, ist aber große Tonkunst.

Ja, ich muss unumwunden zugeben, dass ich vom neuen Dream Theater nichts Großartiges erwartet habe und eigentlich mehr als kritisch an die Kiste herangegangen bin, doch ich bin komplett geplättet! „Distance over time“ ist für mich persönlich endlich der lang ersehnte „Images and words“-Nachfolger und ein so unfassbar gutes und geniales Album, dass alles andere als die Höchstnote ein Frevel sondergleichen wäre. Die Songs sind brillant arrangiert, sind trotz ihrer Progressivität eingängig, man kann die Fäuste nach oben recken, bangen, Nuancen heraushören und einfach nur genießen. Nein, dieses Album ist bereits jetzt einer der heißesten Anwärter auf das Album des Jahres 2019!

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Unethered angel
02. Paralyzed
03. Fall into the light
04. Barstool warrior
05. Room 137
06. S2N
07. At wit’s end
08. Out of reach
09. Pale blue dot
10. Viper king (Bonus)

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