2012 - Bericht

28.07.2012 - Lörrach @ Landschaftspark Grütt

Montagabend, ca.22:15 Uhr. Tatort: Bierbar „Zur Funzel“ in Titisee Neustadt. Tatbestand: Urlaub mit der Familie. Gesprächsverlauf mit meiner besseren Hälfte:

Haste nicht mal wieder Bock auf gute Livemusik?
Wieso? Wir waren doch grade erst beim Rock Harz…

Ick weeß…aber wenn wir schon mal in der Nähe sind…
Ach nee…jetzt kommst Du wieder mit dem „Baden in Blut“…

Ähh…wie kommste denn jetzt darauf?
Weibliche Intuition.

Und?
Was und?

Ick will da hin…
Hmmm…und die Kinder?

Nehmen wir mit.
Meinste, das klappt?

Na logo…

Und um den Geschehnissen ein wenig vorweg zu greifen…es klappte tatsächlich…und zwar vom allerfeinsten. Nun gut, den Lütten mussten wir mit nem Festivalshirt und nem eigenen Bändchen „bestechen“ und dafür Sorge tragen, dass im Auto genug Filme auf dem Multimediasystem vorhanden waren, aber ansonsten sollte der 28.07.2012 ein richtig geiler Tag werden…und das obwohl der Wetterbericht zum Nachmittag ziemlich ekliges Wetter vorhersagte. Egal, ab ins Auto und nach Lörrach gepilgert.
Bei der Ankunft stellten wir schnell fest, dass hier tatsächlich echte Metal-Maniacs am Start sind, denn die Organisation in Punkto Parken, Bändchenausgabe, Essenmarken, Biergarten und alles anderem war vorbildlich und steigerte bereits zu diesem Zeitpunkt meine Vorfreude erheblich. Auch die Location war der Hammer. Ein riesiger, wunderschöner Park mit Seen, Bächen und sauviel Grün, dazu die Bühne inmitten einer Weidenkuppel. Klasse! Nachdem wir also das Organisatorische hinter uns gebracht hatten, wobei ein ganz großer Dank Arthur Hubka gebührt, der dafür Sorge trug, dass unsere Kids an diesem Event teilnehmen durften, schlürften wir die ersten Festivalbierchen, genossen die Sonne, ein wunderbares Essen vom festivaleigenen Futterstand, wobei die Bratwurst zum niederknien war und freuten uns auf gaaanz viel gute Musik.
Doch bis es soweit war deckten wir uns noch mit famosen Festivalmerch ein, schlenderten herum, beobachteten die anderen Anwesenden und freuten uns erneut, wie gut und harmonisch die Anwohner der nahegelegenen Gartenkolonie mit den 750 Festivalbesuchern harmonisierten. Der Biergarten jedenfalls war eine gesunde Mischung aus Metallern, Normalos oder Leuten, die einfach nur mal gucken wollten und sich dann bis spät abends dort festbissen. So muss das sein! So und nun sollte das Spektakel pünktlich um 12:15 Uhr beginnen…
Einen relativ kurzen Anfahrtsweg hattenGutrectomy, denn bis nach Weil am Rhein ist es fast ein Katzensprung. Dementsprechend ausgeruht erschien das Quartett auch auf der Bühne, um den bereits jetzt in Feierlaune befindlichen Anwesenden mit ihrem Deathgrind ordentlich einzuheizen. Der Sound bollerte amtlich aus den Boxen, die Sonne schien (jaja…untrue, aber trotzdem schick) und die Leute hatten Bock auf einen respektablen Tritt in die Fresse. Ich kannte die Jungs bislang überhaupt nicht, war aber mächtig angetan von der Spielfreude und denSuffocation-artigen Songs, die mir entgegengeschleudert wurden. Gitarrist Philip Dahlenburg gab Gas, Fronter Dennis Schuler war in Plauderlaune und auch sonst ging’s ordentlich zur Sache. Erste Pits kamen in Schwung, das Blut Aller geriet in Wallung und somit konnte man den Openerslot als durchaus gelungen betrachten. Werde ie Jungs mal auf dem Schirm behalten.
Ebenfalls recht gemütlich muss die Anreise von Finsterforst verlaufen sein, denn auch der Siebener, der sich gegen viertel nach eins auf der Bühne tummelte, kommt aus dem Schwarzwald und versammelte eine ganze Heerschar an Leute vor der genialen Weidenkuppel Bühne. Mir allerdings sagte der Pagan Mix ausFinntroll, Trollfest und ein wenigEnsiferum gar nicht zu. Ebenfalls etwas merkwürdig fand ich ebenfalls, dass die Jungs sich mit irgendwelchem Dreck einschmieren mussten. Warum wohl? Um von ihren handwerklichen Fähigkeiten abzulenken wohl weniger, denn die waren absolut in Ordnung. Dennoch verzog ich mich nach 3 Songs in den saugemütlichen Biergarten, um ein Frisches aufzunehmen.
Der Weg einer Freiheit ist eine Band, die im Untergrund eine Menge Reputation besitzt und da ich die Band vorher ebenfalls noch nicht live gesehen habe, war ich ziemlich gespannt, was da auf mich zukommen würde. Hmmm…wenn das Black Metal sein sollte, ist er recht gut gelungen, doch wenn da auf der Bühne Jungs rumturnen, die eher in die Sparte „Metalcore“ einzuordnen sind, passt das Ganze irgendwie nicht mehr so ganz. Wenn man die Augen schloss war es recht passabel, doch die Bühnenperformance und das gesamte Auftreten war echt, naja, gewöhnungsbedürftig. Den Leuten jedenfalls gefiel’s, ich hingegen habe da schon weitaus ansprechenderes gesehen und auch gehört.
Nachdem unsere Jungs auf der kleinen Fähre die über einen Teich ging Kapitän gespielt hatten und dementsprechend nass waren, wurden sie mit Ohrstöpseln versehen und auf ihren ersten Metalgig in ihrem Leben vorbereitet, für den die Hannoveraner von Cripper sich verantwortlich zeigen sollten. Also ab in die erste Reihe und sich von Britta und ihren Männern ordentlich das Haupthaar fönen lassen. Es wurden jedenfalls verdammt kurzweilige 50 Minuten, bei dem die Thrasher tierisch aufdrehten und das Publikum mächtig flachlegten. Eine gesunde Mischung aus altem und neuem Material wurde geboten, wobei mir vom niegelnagelneuen „Antagonist“ Abum „Dogbite“ am besten den Gehörgang runterging. Das Publikum jedenfalls teilte meine Euphorie und feierte die Niedersachsen amtlich ab, was Crippermit einer fetten Stageperformance dankend quittierten. Zu diesem Zeitpunkt konnte man merken, dass das Löracher Publikum mächtig thrashen wollte und dafür war der Fünfer exakt das Richtige. Witzig nur, dass mein älterer Sohn ganz nebenbei anmerkte, dass ja Gitarrist Jonathan Stenger genauso groß sei wie er selbst. Er jedenfalls (mein Sohn, nicht Jonathan) war jedenfalls mehr als angetan von diesem tollen Gig. Ein guter Anfang für die weitere musikalische Früherziehung meines Jungen.
Danach machten wir uns mal auf eine gemütliche Erkundungsrunde durch den wirklich tollen Park, trafen dabei allerlei kurioses Volk und freuten uns, dass der Wetterbericht mit seiner Prognose zu diesem Zeitpunkt ziemlich danebenlag. Der Stern glühte, das kalte Bier rann genüsslich die Kehle hinab und die Kids verschwanden wieder Richtung Teich, um weiterhin Metalheads mit ihrem Floß über den Weiher zu fahren. Die waren jetzt erstmal beschäftigt…
Gut, denn Jost und seine Mannen, namentlich Lay down rotten, wollte ich ihnen in dieser frühen Phase ihrer metallischen Entdeckungsreise dann doch noch nicht zumuten und somit ging pünktlich gegen 16:50 Uhr endlicht ein mehr als fettes Death Metal Gewitter über Lörrach hernieder. Die gesamte Band in Einheitsklamotten, ein brutaler Sound, wobei lediglich die Drums von Timo Claas ein klein wenig zu leise waren und eine respektable Setlist sollten in den nächsten 50 Minuten für viel Kurzweil sorgen. Neben neuen Songs der Marke „Death chain“ oder dem Übersong des aktuellen Album „Mask of malice“, „Hades resurrected“, gab es natürlich Klassiker wie „Within the veil“ und dem herausragenden, zum Ende des Sets vorgetragenen „Reconquering the pit“. Die Sonne kollidierte frontal mit dem bärtigen Frontmann, dem der Schweiß ziemlich früh heftigst im Gesicht stand. Einzig die Publikumsreaktionen waren nicht so doll, wie ich es bei einer Band diesen Kalibers erwartet hätte. Scheiß drauf, LDR waren fett, geil und später im Bergarten auch noch saucool drauf. Wie immer…Daumen nach oben und das nächste Mal bitte noch meinen Lieblingssong „He who saws hate“, dann ist alles im Lot.
So langsam zogen dunkle Wolken am Horizont auf, was aber Niemanden weiter störte, denn kurz vor Beginn des Sets von Warbringerwar es vor der Bühne rappelvoll und nun war es mehr als offensichtlich: Das Volk wollte und BRAUCHTE Thrash Metal und wer wäre da nicht mehr prädestiniert, als die Jungspunde aus Kalifornien, die in gerade mal knapp vier Jahren ihrer Karriere sich so eine dicke Fanbase erspielt hat, wie ich es höchstens bei Volbeat je erleben durfte. Somit war das Feld bestellt und die Ernte konnte eingefahren werden. Es war ein absolutes Inferno im positiven Sinne. Die Jungs spielten tight wie Sau, Fronter John Kevill war bereits nach 2 Songs klatschnass und der Mob tobte.
Die Stagediver flogen wild umher und sogar die Jungs von Fleshgod apocalypse ließen sich nicht lumpen, kamen permanent vom Bühnenrand angeschossen und stürzten sich wagemutig in die wogende Masse. Highlight war der „Huckepack-Diver“, der ziemlich gefährlich aussah. Die Stimmung war grandios und als dann noch „Combat shock“ intoniert wurde, brachen gänzlich alle Dämme. Unfassbar geil!!! Dementsprechend war es nicht weiter verwunderlich, dass das Publikum vehement nach einer Zugabe verlangte, die dann in Form desMotörhead Covers „(We are) The roadcrew“ über Lörrach hereinbrach.
Das allerdings noch eine Steigerung der bereits jetzt schon ausufernden Euphorie möglich wäre, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen…war aber so. Alles, wirklich ALLES war in Bewegung und ich hatte ein wenig Angst, dass eventuell die Bühne diesem Ansturm nicht gewachsen sein könnte. Sie war es aber und so ging nach viel zu kurzen 55 Minuten dieses absolute Spektakel zu Ende und Warbringer waren (in meinen Augen) jetzt schon der absolute Gewinner dieses Tages!
Leider bewahrheitete sich jetzt doch die Wetterprognose und der Himmel öffnete unbarmherzig seine Schleusen. Nur gut, dass unsere Kids im Auto mittlerweile mit „Disney’s Bolt“ beschäftigt waren und wir im Biergarten unter einem massiven Aufgebot an Bäumen und deren Laubkronen vor den herabstürzenden Wassermassen relativ sicher waren. Schade, dennFleshgod apocalypse mussten somit vor einer relativ überschaubaren Anzahl von Leuten ihren Gig beginnen. Da aber während des Sets das Gepiesel von oben nachließ, versammelten sich doch eine recht ansehnliche Menge an Leuten vor der Bühne, um den symphonischen, mit Klassikelementen angereicherten Death Metal Klängen der Mannen aus Perugia zu lauschen. Und es lohnte sich vollends, denn neben einem fetten Sound, einer tollen Bühnenperformance (alle stilsicher im Anzug), einem Francesco Farrini am Klavier und einer tollen Songauswahl machte dieser Auftritt einfach tierisch Spaß. Mein persönliches Highlight war „Mafia“ von der gleichnamigen EP. Die Römer machen einfach immer Laune. Klasse und ein würdiger Ersatz für Aborted, die eigentlich an deren Stelle spielen sollten.
Da nun so langsam unsere Kids doch quengelig wurden und die Schlange am Futterstand schier biblische Dimensionen annahm, mussten wir den Auftritt von den Österreichern The sorrow leider sausen lassen, um unsere geliebte Brut mit Nahrungszusatzstoffen in Brötchen gepresst (das große, gelbe M) ein klein wenig milde zu stimmen, so dass ich wenigstens noch ein klein wenig Unleashed schauen konnte. Und es wurde wirklich nur ein klein wenig, denn neben dem immer beschissener werdenden Wetter, der nun endgültig todmüden Kids konnte ich mir gerade mal 2 Songs zwischen Tür und Angel der schwedischen Todesblei Institution geben, bei dafür aber mit einem bombastischen Sound alles plattwalzten. Johnny Hedlund, mit dem ich vor dem Gig noch eine ganze Weile quatschte, war in Bombenlaune und die Zuschauer gingen gut mit, allerdings nicht zu vergleichen mit Warbringer ein paar Stunden vorher. Dennoch kann fest davon ausgegangen werden, dass Unleashed ein mehr als würdiger Headliner dieses Tages waren.
Was als spontane Idee geboren wurde entpuppt sich schließlich als kleines und megafeines Event, welches in die Analen meiner Festivalhistorie eingehen wird. Hier passte wirklich alles, bis auf das abendliche Wetter, doch dafür kann man den Veranstaltern ja nun wirklich nicht nen Strick draus drehen. Das Billing war lecker, das Bier und die Wurst ebenso und die Leute waren klasse. Da wir bereits jetzt schon für nächstes Jahr wieder unseren Urlaub im Schwarzwald gebucht haben, werden wir mit Sicherheit auch wieder in Lörrach einfallen…alleine schon wegen der Bratwurst…Hölle!

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