Freitag   Samstag   Sonntag

Das zweite Festival für Zephyr’s Odem nach dem Wonnemond in diesem Jahr stand auf dem Speiseplan, die Vorfreude bei Marky und mir stieg von Tag zu Tag und dementsprechend lud sich das Auto quasi von selbst. Bier wurde gebunkert, die Playlist aktualisiert und am Freitagfrüh ging es um 6 Uhr in Richtung Gelsenkirchen auf die Bahn, die wir nach 5 Stunden ereignisloser Fahrt wieder verließen, um in unserer Unterkunft für die nächsten 3 Tage einzuchecken. Im Vorfeld juxten wir schon herum, denn das Grand Marriot Courtyard ist ein 4 Sterne Plus Tempel mit jedem erdenklichen Komfort und eigentlich so gar nicht Metal, doch bei einem solch günstigen Angebot schlugen wir sofort zu. Die Bar machte bereits mittags einen einladenden Eindruck für den sicherlich am Abend stattfindenden Absacker. Lediglich die Aussicht aus unserem Hotelzimmer war für mich als bekennenden Hertha BSC Fan eine ziemliche Herausforderung.

Kurz unter die Dusche, ein zwei Pils verhaftet, ab ins Auto und flugs ins Amphitheater gerauscht, um vor Ort erst einmal eine Menge Leute zu begrüßen, die man ein ganzes Jahr nicht persönlich getroffen hat und sich nach Stärkung mit einem leckeren Pulled Pork Burger (nicht dem letzten des Wochenendes) für die ersten Bands in Position zu bringen.
Entgegen der letztjährigen Opener, die allesamt im thrashigen Bereich zu finden waren, setzte man in diesem Jahr auf die Deather von Dawn of disease, die zwar mit ihrem aktuellen Album "Ascension gate" nicht unbedingt meinen Geschmacksnerv trafen, ich aber aufgrund früherer Schandtaten des Fünfers durchaus gespannt war, wie sich die Truppe um Ausnahmegrunzer Tomasz Wisniewski schlagen würden. Und siehe da: Es wurde ein richtig gutes Fest, denn live fetzen Songs wie „Akephalos“ doch eine ganze Menge mehr, als auf Polycarbonat und auch das nach Musik lechzende Publikum feierte die Osnabrücker mehr als amtlich ab, so dass die avisierte Spielzeit zu einem mehr als kurzweiligen Vergnügen wurde. Der Sound war stimmig, die komplett einheitlich in schwarz gekleideten Herren Musiker gaben ein verdammt einheitliches Bild ab und musikalisch gab es, entgegen meines damaligen Reviews, absolut nichts zu beanstanden. Hätte gerne noch ein wenig länger gehen können.
Da King Diamond scheinbar zu teuer und eventuell nicht ganz so aktuell zu sein scheint, holt man sich einfach seine Kinder namens Attic auf die Bühne, die mit ihrem grandiosen aktuellen Album "Sanctimonious" schon lange auf meinem livehaftigen Speiseplan standen und nun das Amphitheater beschallten. Die Theatralik gepaart mit großartigem oldschool Heavy Metal und einem überragenden Frontmann machten diesen Auftritt zu einem Spektakel, bei dem natürlich die aktuellen Songs wie „Sinless“, „Dark hosanna“ oder „The hound of heaven“ im Vordergrund standen, doch auch älteres Material nicht vergessen wurde und der abschließende Kracher „The headless horseman“ vom fachmännischen Publikum gnadenlos bejubelt wurde. Man konnte sich der Performance kaum entziehen und so kam es, dass ich nach dieser bockstarken Performance fluchtartig meinen Platz in Richtung Örtlichkeiten verließ, denn was oben reingeht…

Sanctimonious
Sinless
Join the coven
The hound of heaven
Dark hosanna
Funeral in the woods
The headless horseman
Die holländischen Dark Rocker von Dool, die zum Teil aus der Konkursmasse der ehemaligen Rock Hard-Helden The devil’s blood hervorgegangen sind, standen bereits im Vorfeld nicht unbedingt auf meiner Liste anzusehender Bands, doch als Ryanne van Dorst mit „The alpha“ loslegte, konnte ich mich dem doomigen Treiben auf der Bühne doch nicht entziehen und so erlebte ich einen starken Auftritt, der zwar ein wenig langatmig wirkte, dennoch eine gewisse Faszination auf mich ausübte, vor allem beim abschließenden Übersong „Oweynagat“, der im Oktober 2016 das erste Lebenszeichen der Band markierte und heute noch ein gern gesehener Gast in meiner Playlist ist. Nicht unbedingt eine Steigerung des vorher Gesehenen, dennoch eine durchaus kurzweilige Angelegenheit.

The alpha
Golden serpents
She goat
In her darkest hour
Vantablack
Oweynagat
Natürlich sind Diamond Head entweder den ganz Alten unter uns als NWOBHM Legende ein Begriff oder den etwas Jüngeren, die lediglich die Metallica Versionen von „Am I evil?“, „Helpless“ oder „The prince“ kennen, sich aber nicht weiter mit der Biographie des Quintetts aus Stourbridge vertraut gemacht haben. Schade, denn die Herren um Ausnahmegitarrist Brian Tattler können noch viel mehr, was sie eindrucksvoll bewiesen und einen schönen und vor allem repräsentativen Querschnitt aus ihrem bisherigen Werk den Leuten präsentierten. Da auch das Wetter mitspielte, kamen die federleichten Metal Hymnen bei einem frischen, kühlen Blonden natürlich um ein Vielfaches besser an, als wenn es geregnet hätte und somit wurden viele Becher, Fäuste und Pommesgabeln in Richtung azurblauen Himmel gereckt, um Diamond Head die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie sich mit diesem Auftritt mehr als verdient hatten. Kaum erwähnenswert, dass unser allseits bekannter und beliebeter Lautmacher Jacky den Jungs einen mehr als amtlichen Sound auf die PA legte. Geiles Paket, kam an!

Play it loud
Borrowed time
Bones
Helpless
In the heat oft he night
Lightning tot he nations
Set my soul on fire
Shoot out the lights
It’s electric
The prince
Am I Evil?
Ohne Zweifel waren Tiamat in den Neunzigern eine ganz große Nummer. Entwickelt aus der schwedischen Todesblei-Riege, kapselte sich Chefdenker Johan Edlund irgendwann ab und verwirklichte seine eigenen, musikalischen Visionen, die ihren kompositorischen Höhepunkt in den Alben „Wild honey“ und „Clouds“ fand, die hier und heute nun in Gänze präsentiert werden sollten.

Etwas erschrocken waren einige schon, die Master Edlund nun aussieht, dennoch war es kaum möglich, sich der massiven Soundwand zu entziehen, die die Truppe hier nun vom Stapel ließ und im ersten Abschnitt das besagte „Clouds“ Album intonierte. Ich gebe zu, nie ein großer Fan der Band gewesen zu sein, muss aber neidlos anerkennen, dass, auch wenn die Stücke bereits 25 Jahren auf dem Buckel haben, die hier gezeigte Leistung diesen hohen Slot im Billing mehr als rechtfertigte und ja…mein Fuß wippte auch bei „The sleeping beauty“ mit, meinem damaligen Favoriten auf diesem Album.

Dennoch war anhand der Publikumsreaktionen schnell festzustellen, dass die Leute scheinbar mehr auf das 94er Album „Wild honey“ warteten und dementsprechend zum Teil lauthals Songs wie „Whatever that hurts“ oder „Visionaire“ mitsangen und huldigten. Doch auch dies schien Johan Edlund nicht unbedingt aus der Reserve locken und so zockte er ein wenig gelangweilt wirkend den Schuh runter, bedankte sich artig und hinterließ dennoch ein scheinbar mehr als zufriedenes Publikum, welches, im Gegensatz zu mir, mit der gezeigten Leistung mehr als einverstanden war. Lediglich "A pocket size sun" fehlte zur Vollendung des gesamten Albums...mal von den Instrumentals abgesehen...
In a dream
Clouds
Smell of incense
A caress of stars
The sleeping beauty
Forever burning flames
The scapegoat
Undressed
Wildhoney
Whatever that hurts
The Ar
Do you dream of me?
Visionaire
Gaia
Nun stieg die Spannung nicht nur bei mir ins Unermessliche, denn jetzt und hier sollte der erste Gig der neuen Sodom Besetzung mit Frank Blackfire, Husky und Yorck über die Bühne gehen und ich hörte immer wieder auf dem Gelände, wie geil die Leute doch auf diesen Auftritt seien. Was konnte man erwarten? Zumindest den Umstand, dass durch die Hinzunahme von Stefan „Husky“ Hüskens die Setlist ein wenig oldschooliger ausfallen würde, was die nun folgenden knapp eineinhalb Stunden allerdings ad absurdum führten.

Etwas? Nein! Komplett, denn allein der Umstand, dass man mit den drei Songs der legendären „Expurse of sodomy“ in den Set einstieg, ließ bei vielen Fans der ersten Stunde die Tränen in die Augen schießen. Überhaupt waren das Sodom, wie man sie früher kennen- und lieben gelernt hat. Rumpelig, voller Charme und Esprit…und allen voran klingen die Songs mit 2 Gitarren um ein Vielfaches fetter. Klar war das nicht alles Gold was glänzte, so verballerte sich Husky bei „Agent orange“ ziemlich derb, was ihm allerdings niemand wirklich krummnahm und auch Yorck verspielte sich das eine um das andere Mal, was wir aber seiner Nervosität zugutekommen lassen wollen, hat der Junge vorher doch lediglich vor 150-200 Leuten gespielt.

Die Setlist jedenfalls war zum niederknien, der Sound großartig und Tom hatte sichtlich Spaß an der Sache und wirkte um ein Vielfaches aufgeräumter und zugänglicher, als in so manchen Jahren vorher. Das voll besetzte Auditorium ging jedenfalls vom ersten bis zum letzten Ton voll mit und bescherte somit Sodom eine triumphale Rückkehr zu alter Stärke. Und das auch noch beim Heimspiel. Ehrlich Leute, dieser Gig war legendär und lässt für die nahe Zukunft Großes erahnen. Ich jedenfalls sah Sodom niemals so stark wie an diesem Freitagabend. Hammergeil!!!
My atonement / Conqueror
Sodomy and lust
Nuclear winter
Outbreak of evil
Christ passion
The saw is the law
City of god
Blasphemer
One step over the line
Agent orange
Strange lost world
Tired and red
Lifeline
Remember the fallen
Silence is consent
Ausgebombt
Bombenhagel
Nach diesem fulminanten Nackenschlag schwangen wir uns in ein Taxi, denn aufgrund unserer doch recht hohen Schlagzahl bei der Einnahme hefehaltiger Getränke war eine Fahrt mit dem eigenen Auto undenkbar geworden und auch der Besuch an der Hotelbar fiel aus, so dass wir uns selig, voll und glücklich in unsere Betten schwangen und bereits jetzt auf den zweiten Tag freuten.

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