Metal bedeutet für uns nach wie vor „NICHT ANGEPASST“ zu sein

Einen ziemlichen Paukenschlag gab es die Tage aus dem Hause Apostasy Records, die bislang eigentlich mit schön derben Geknüppel aufgefallen sind und nun mit Black abyss ein richtig heißes Powermetal Eisen im Feuer zu haben schein. Black abyss? Jaja, die gibt’s noch, obwohl es einige Jahre sehr ruhig um die Schwaben war hat man sich aufgerafft und mit „Possessed“ ein verdammt geiles Album eingetütet, welches bei uns im Hause hohe Wellen schlug. Also mehrere Gründe, um sich mal mit den Jungs ein wenig zu unterhalten, wozu Sänger Olli Hornung, Kesselflicker Andy Heidmann und Sechssaiter Martin Gerosa gerne bereit waren.
So Freunde, wo wart Ihr die letzten 4 Jahre? Es war ja nun wirklich mehr als totenstill um Euch?

Olli: Stimmt!

Andy: So still wars nun auch nicht… Wir haben ja doch den ein oder anderen Gig und Festival gespielt…. Und gerockt! Haha!

Martin: Totenstill? Ok aber woher kommt dann das Pfeifen in meinen Ohren? haha.. Die Band machte sozusagen eine Erneuerungskur. Wie man auf „Possessed“ hören kann ist sind einige Veränderungen ja nicht unbedingt von Nachteil.


Dazu der Umstand, nach dem wirklich guten „Angels wear black“ von 2004, welches fast überall mit Lobeshymnen überhäuft wurde, fast 8 Jahre gebraucht zu haben, um mit „Possessed“ endlich einen mehr als würdigen Nachfolger zu präsentieren. Also Arbeitseifer kann man Euch so sicherlich nicht bescheinigen….

Andy: Na ja, Arbeitseifer hin oder her… Wir hatten nach dem Erscheinen der „Angels wear black“ noch ne Tour mit Exciter und diverse andere Gigs. Irgendwann hat sich bei Black abyss dann aber das leider unvermeidbare „Musikerkarussel“ gedreht… Nach so vielen Jahren, die man gemeinsam bestritten hat, sind bei dem ein oder anderen leider unüberbrückbare Differenzen entstanden. Danach waren nur noch Olli und Ich über und mussten Black abyss erst mal neu aufbauen… Da es nicht einfach ist Musiker zu finden, die mit Olli zurechtkommen, hat es etwas gedauert. Haha – ne Quatsch! Mit Olli kann man gut auskommen… Ich bin eher das Problem… haha!

Martin:
Die Arbeiten an dem neuen Album begannen 2008 nach dem Einstieg von Felix und mir bei Black abyssDie Schwierigkeiten, die wir allerdings hatten diese Platte aufzunehmen und zu veröffentlichen zu erläutern, würde den Rahmen dieses Interviews sprengen, wir könnten davon einen Film drehen.

Ein guter Freund von mir, im wirklichen Leben als Zahnarzt unterwegs, bescheinigte Euch beim anschauen Eurer neuen Promofotos ein gutes bis tadelloses Gebiss. Lediglich bei Eurem Fronter Olli scheint links unten was im Argen zu liegen. Tat Euch nach dieser Fotosession nicht der Kiefer weh?


Olli: frag deinen Kumpel mal ob er nicht lieber ne Kariere als Maurer anfangen möchte, denn als Zahnarzt ist er völlig talentfrei… wenn man von oben in die Kauleiste fotografiert dann sieht man eben das Alter…wie bei einem Pferd (lacht)

Wie um alles in der Welt seid Ihr eigentlich zu Apostasy Records gekommen? Kann man da jetzt in naher Zukunft eine Tour Obscenity, Deadborn, special guest Black abyss erwarten? Versteht mich nicht falsch, ich mag Euer Album total gerne, war aber dennoch über die Labelwahl ziemlich überrascht, da Tomasz (ebenfalls Frontmann bei Dawn of disease – Olaf) eigentlich mehr die grobe Kelle schwingt.

Andy: Meine Lebensgefährtin gab uns den Tip, daß es in Osnabrück ein aufstrebendes Label gibt. Also nicht lange gewartet – Kontakt aufgenommen – Demo und Bandinfo hingeschickt - Plattenvertrag in der Tasche gehabt… haha! – Na gut – so schnell war das Ganze auch nicht unter Dach und Fach…haha! Auf jeden Fall sind wir sehr froh, mit Tomasz einen super Geschäftspartner gefunden zu haben!

Von wem oder was seid Ihr besessen?

Olli: Sag ich nicht

Andi: Von Maultaschen! Haha!

Martin: Vom Gitarre spielen, live zu spielen Musik und vor allem von Metal.


Thematisch zum Albumtitel passen die Audiosamples von 9/11 bei “As long as I’m bleeding“ ja wie die Faust aufs Auge. Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, was Ihr an diesem schicksalsträchtigen Tag getan habt oder wo Ihr wart?

Olli: ich hatte damals den Fernseher angemacht und sah dass einer der Türme brannte und damals war nur die Rede von nem Brand in einem der Towers,…hab dann wirklich live gesehen wie das zweite Flugzeug reingedonnert ist… dann war alles klar, war ganz schön heftig!

Andi: Ich war geschäftlich unterwegs. Die Veranstaltung, für die ich dort war ist sogar daraufhin ausgefallen, da natürlich alle Gäste, die aus Amerika hätten kommen sollen nicht angereist sind… Wir waren alle schockiert, was da abgelaufen ist!

Martin: Ich war damals in unserem alten Proberaum in Schorndorf dabei die CD meiner vorigen Band „Haunted Gorge“ abzumischen, und habe zuerst nichts mitbekommen. Als unser damaliger Sänger (Hebbe) in den Proberaum kam und erzählte was dort abging, konnte ich es zunächst kaum glauben. Erst als ich später zu Hause war und die Bilder sah wurde mir wirklich bewusst, was passiert war…. grauenvoll.
Was mir persönlich auf „Possessed“ richtig gut gefiel, war die plötzliche Kehrtwendung mit „Rippers punch“, der völlig gegensätzlich zu Euren anderen Stücken ist. Wie kam der denn zustande? Ich tippe mal auf gesellige Runde in der Stammkneipe, oder?

Olli: Naja eigentlich entstehen ja fast alle Songs in geselligen Runden in unserem „Privat-Pub“,…Bei Rippers Punch war wirklich die Überlegung auf Grund der Thematik der Besessenheit mal nen Song aus der Sicht eines kranken Massenmörders zu machen. Da wir eh ne Sauwut auf ein paar Leute hatten fiel uns das auch nicht wirklich schwer… (lacht)


Martin: Beim Riffing kamen auch Einflüsse deutlich härterer Mucke wie z.B. vonPantera oder auch Machine Head zum Tragen. Das triolische Feeling in Verbindung mit den Stakkato-Riffs boten dann auch die Grundlage für einen deutlich härteren Text.


Ich muss mich noch für meine „warmen“ Worte für „The grail“ entschuldigen, bei dem ich Euch mit den doppelläufigen Gitarren und dem dazu synchron spielenden Bass Iron Maiden Attribute zugewiesen habe. Ich wollte Euch damit keinesfalls zu unüberlegten Höhenflügen anstiften. Für mich ist das jedenfalls der technisch anspruchsvollste Track des Albums…wie seht Ihr das? Erfahrungsgemäß sicher völlig anders.

Martin: „The Grail“ wurde von unserem früheren Mitglied Ralf Spitznagel alias „Stoney“ komponiert. Da Stoney ein sehr technisch versierter Gitarrist ist, ist der Song auch entsprechend ausgefallen. Wir haben ihn dann nach seinem Ausstieg in einer nur leicht veränderten Version aufgenommen. Ich finde es interessant, dass es auf diesem Album für jeden der es bis jetzt gehört hat unterschiedliche „Lieblingssongs“ gibt. Das hat uns selbst sehr überrascht.

In vielen Songs habt Ihr leichte, dezente und völlig stimmige Keyboard Passagen im Hintergrund. Wer hat die denn eingespielt? Ich finde nirgends einen festen Tastenmagier in Euren Reihen?

Olli: Richard Kleidermann (der heißt aber Cleyderman…und schon wieder den Klugschiss-Pokal gewonnen - Olaf)

Andi: Die Sequenzen wurden durch einen befreundeten Sessionmusiker von Roger Grüninger eingespielt.
Ein echt durchgeknallter Typ! – aber geile Scheisse, die er da fabriziert hat!

Welcher Song mir in diesem Zusammenhang wirklich außerordentlich gut gefällt ist „The final call“. Darüber würde ich gerne etwas mehr in Erfahrung bringen.

Martin: „The Final Call“ wurde von unserem Bassisten Felix, der übrigens auch sehr gut Gitarre und andere Instrumente spielt, komponiert und getextet. Der Sound basiert auf hartem Thrash-Riffing und war in seiner ursprünglichen Fassung Ultra-Brutal. Die Keys machen ihn ein wenig melodischer, was unserer Meinung nach auch mal eine sehr interessante Variante ist.

Produktionstechnisch hat Achim Köhler in meinen Augen eine seiner besseren Arbeiten in letzter Zeit abgeliefert, da ich mit der letzten Rage und vor allem Brainstorm soundtechnisch nicht allzu viel bis gar nichts anfangen konnte. Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit ihm und seid Ihr mit dem finalen Ergebnis rundum glücklich?
Andi: Leider hat sich irgendwie der Fehlerteufel eingeschlichen… Ich lese nun des öfteren, daß Achim Köhler unser Produzent gewesen sein soll – Das ist nicht korrekt! Achim hat die Platte gemastert. Unser Produzent war Roger Grüninger, der wirklich einen super Job gemacht hat!

Olli: in Punkto Sound es allen und jedem recht zu machen ist ja schon mal ein Thema für sich, vor allem wenn ich bei manchen Reviews von Produktionen lese dass sie nicht die volle Punktzahl geben können weil die Produktion „Zu Perfekt“ ist. Es scheint, dass manche Leute auf anderen Produktionen vermutlich noch gerne das kratzen der Schallplattennadel drauf hätten…Die Arbeit mit Roger Grüninger ist sehr entspannt, sehr professionell und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

Martin: Roger ist ein cooler Typ mit dem man wirklich sehr gut zusammenarbeiten kann.
Außerdem versteht er wirklich was von Metal und hat ein gutes Gespür für Melodien.Er hat aus den Songs noch mehr rausgeholt als wir erwartet hatten, was soll man sagen … einfach genial!

Wie tief musste denn Euer Labelchef in die Portokasse greifen, um mit Avantasia Hauszeichner Thomas Ewerhard Euer Cover zu bezahlen. Der hat mit Sicherheit nicht für eine Palette ukrainisches Dosenbier gearbeitet…

Olli: Stimmt! Dosenbier wollte er nicht,…er hat tatsächlich den EURO vorgezogen….

Andi: Ein absolut geiles Cover, wie ich finde – und über den Preis redet man da nicht!


Nun seid Ihr ja mit Euren alten Alben in einigen Ländern sogar in die Charts gerutscht, in Deutschland allerdings noch nicht. Gilt der Prophet nichts mehr im eigenen Land oder wird sich das nun ändern?

Olli: DAS HOFFE ICH DOCH!!

Martin: Ich persönlich bin gespannt auf alles noch kommt. Für mich ist es mehr als das was ich seither erlebt habe. Ich freue mich über jedes Review und jede Reaktion auf diese Scheibe…Charts hin oder her.


Warum ist Euer Basser Felix eigentlich so ein zorniger junger Mann? Entweder reckt er einem die Faust entgegen oder suggeriert uns mit seinem Mittelfinger totale Ablehnung. Ich bin schockiert…

Olli: Metal bedeutet für uns nach wie vor „NICHT ANGEPASST“ zu sein, und eben dieses drücken Felix und wir alle eben auch aus…wer glattgeleckte, freundliche Ja-Sager Typen sehen will sollte sich lieber DSDS oder den Musikantenstadl ansehen (lacht)

Wie geht’s weiter? Abgesehen von Eurer Recordrelease Party am 10.11. in der Gemeindehalle Pfahlbronn, bei der der geneigte Fan für 14 € Eintritt sogar noch die CD oben drauf bekommt. Wie geil ist das denn bitteschön?

Olli: das ist sogar sehr geil!

Andi: Schon sehr geil, oder? Aber warum nicht? Wir wollen den Release ja schließlich mit unseren Fans feiern!


Ich hoffe, ich bin Euch nicht allzu sehr auf den Zeiger gegangen und biete Euch jetzt noch die Möglichkeit, allen Lesern von Zephyrs-Odem zu zeigen, warum man Black Abyss‘ „Possessed“ unbedingt im Regal zu stehen haben, dafür seine Organe verkaufen oder die Freundin / Frau verlassen muss. Here you go…

Martin: Ich habe schon oft in Interviews von anderen Bands gehört, dass ihre jetzige aktuelle Scheibe das Beste ist, das sie abgeliefert haben. Obwohl es vielleicht abgedroschen klingt, trifft es bei „ Possessed“ definitiv zu. Wahrscheinlich geht es vielen Musikern so wie uns, dass wenn sie endlich nach vielen Anstrengungen, persönlichen und buisiness-mässigen Rückschlägen das Endergebnis in der Hand halten vor Ergriffenheit losheulen könnten. Für uns ist diese Scheibe einfach das Ein und Alles, wir sind davon besessen und haben dafür geblutet.

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