An diesem Song schreiben wir schon ca. 10 Jahre

Vor 4 Jahren urplötzlich aus dem Nichts aufgetaucht, haben sich die Heilbronner Thrash Bollos mittlerweile eine ziemlich beachtliche Fanbase erspielen können, die sich nun tierisch auf den 26.09.2014 freut, wenn das nunmehr dritte Album "Untrue like a boss" in die Läden kommen wird und diesmal mit einem überraschenden Abwechslungsreichtum punkten kann. Die Mannen können halt nicht nur schreddern, sondern beziehen diesmal auch andere stilistische Metal Eigenarten mit in ihren Sound mit ein, was die CD so unberechenbar macht. Ich schnappte mir im Vorfeld des Releases die Thrash Stimme und Sechssaiter Hannes, der zu Beginn unseres Gespräches erst einmal eine Katze aus dem Sack lässt...
Eine persönliche Frage vorweg: Du bist nicht zufällig verwandt mit Axel Klopprogge, der in der neuen deutschen Welle als „Markus“ Gas gegeben hat, um Spaß zu haben, oder? Wenn ja liegt ja eine Coverversion quasi auf der Hand…

Wow, du bist der Erste der das raus gefunden hat! Axel Klopprogge ist mein Onkel, er hat den Song geschrieben und komponiert, liegt also in der Familie. Eine Coverversion schwebt uns auch schon seit längerem vor, es ist ein toller Song der auch gut zu uns passen würde. Allerdings war die Zeit bisher noch nicht gekommen auf Deutsch zu singen. Vielleicht auf dem nächsten Album. Ich nehme deine Idee auf die Liste, eine Metal-Version wäre bestimmt ein cooles Crossover.

Hannes, the green is back! Und erneut hat es nur 2 Jahre gedauert, bis der Nachfolger zu „Green machine laser beam“ zu Polycarbonattechnischen Ehren kam. In der heutigen Zeit sind 24 Monate keine allzu große Spanne für ein neues Album. Sprüht Ihr so dermaßen vor Kreativität und Ideenreichtum?

Ja, wir hatten sogar so viele Songs, dass wir fast 10 Stück nicht auf die PLatte bringen konnten. Nach dem krassen Feedback zur letzten Platte wollten viele sogar schon früher den Nachfolger, aber 2 Jahre ist eine gute Zeit für uns. Vorher macht es keinen Sinn, denn eine Produktion ist immer aufwändig und muss gut geplant sein.

Das dritte Album wird ja im Allgemeinen als Scheideweg angesehen. Nun habt Ihr in meinen Augen diesmal etwas mehr Wert auf Abwechslungsreichtum gelegt und sogar teilweise Elemente des Death Metal mit in Eure Mucke einfließen lassen. Gewollt oder natürlicher Reifeprozess?
Auf unsere Konzerte kommen Leute aus ganz verschiedenen Szenen. Wir bekommen sowohl vom traditionellen Kutten-Metaller als auch aus der jungen Generation überwältigende Feedbacks. Ich glaube es ist genau diese Mischung der Leute, die uns besonders inspiriert hat. Wir hatten ja schon immer den ein oder anderen Überraschungsmoment eingebaut aber auf "UNTRUE LIKE A BOSS" lassen wir auch andere Stile Einfluss nehmen. Das war keine kühne Kalkulation sondern hat sich einfach so ergeben, weil wir das Gefühl haben, das es richtig so ist.

War Euch da aber bewusst, dass man als geneigter Fan oder Jemand, der sich vorher schon intensiv mit Eurer Musik auseinandergesetzt hat, schon ein paar Anläufe benötigen würde, um mit dem neuen Material so richtig warm zu werden?

Wir haben vor ein paar Wochen ein exklusives Pre-Listening der neuen Scheibe mit unseren Fans gemacht. Die Reaktionen waren schon nach dem ersten Durchlauf sehr positiv. Wir haben die Rückmeldung bekommen, dass die Songs eingängiger sind als auf "Green Machine Laser Beam" und "To The Pit". Aber das empfindet jeder anders. Für uns selbst ist das schwer zu beurteilen, weil wir die Songs schon 1000 Mal im Studio gehört haben, und sie uns deshalb sehr vertraut sind.

Zu ein paar Song: Wer von Euch ist denn der große Wrestling-Fan in der Band? Beim letzten Mal war es ja noch Basketball und Michael Jordan, der ja verantwortlich ist für das 23 in Eurem Bandnamen…zumindest Deinen Worten nach…
Dennis und ich sind die zwei wirklichen Wrestling Fans bei uns in der Band. Es gibt da zwar immer mal wieder Streit, wer der größere Wrestling Fan ist aber genau aus diesem Grund haben wir den Song geschrieben. Eigentlich ist es ja auch egal, wer sich besser auskennt, wichtig ist doch, dass alle Wrestling Fans der gleiche Spirit antreibt.

Wie könnt Ihr Euch in Euren jungen Jahren eigentlich anmaßen, von Parties anno 1984 zu singen? Da wart Ihr doch noch gar nicht eingeplant, oder?

Wir sind tatsächlich alle nach 1984 geboren, das stimmt. Der Song ist aber ein Tribut an die Bands und den Spirit der 80er. Wir sind keine Retroband aber in den 80ern sind einfach sehr viele Sachen passiert, die uns beeinflusst haben. Als wir den Song das erste Mal live gespielt haben, konnten die Fans sofort den Spirit aufnehmen und den Refrain mitgröhlen. Dazu haben wir auch gleich ein Live Video gedreht, was ziemlich riskant war, weil wir nicht wussten wie der Song ankommt. Gestern waren wir im Filmstudio und haben uns die erste Rohfassung angeschaut, das Material ist der Hammer, die Leute sind ausgerastet - egal ob sie '84 schon auf der Welt waren oder nicht.

Bei unserem letzten Gespräch hattet Ihr Euch gerade von Eurem Basser Mario getrennt und einen Nachfolger gesucht, der nach Deinen Worten „gut aussehen und einen Haufen Kohle mitbringen“ soll. Hat Phil denn diese Kriterien erfüllt?
Auf jeden Fall! Wir leben alle auf seine Kosten in einer großen in der Innenstadt und lassen es uns gut gehen. Nein Quatsch, in Wirklichkeit ist es allein die Trinkfestigkeit, die ein Rolle spielt. Und da ist Phill allererste Sahne.

War denn „Bass player“ sein Einstiegsgeschenk?

Nein, an diesem Song schreiben wir schon ca. 10 Jahre. Er ist sowohl inhaltlich als auch musikalisch so tiefgehend, dass es ein paar Jahre gebraucht hat, bis wir als Musiker die Reife erlangt haben, die nötig ist, um einen Song wie diesen aufzunehmen.

Was sollen die beiden Songs „Fuck the dub“ und vor allem „The ballad of S.O.D.“? Wenn man Dub step schon anpissen will, was ich ausdrücklich begrüße, hätte man doch ruhig auf diese von mir so verhassten Elemente verzichten können, oder?

Wir wollten mit "Fuck The Dub" eigentlich nur zeigen, wie einfach es ist solche Songs zu schreiben und das hätten wir nicht tun können, wenn wir auf dieses Element verzichtet hätten. Zuerst hatte ich einen riesen Respekt vor Leuten, die elektronische Musik machen, weil ich einfach nicht verstehen konnte, wie das funktioniert. Als ich dann einen Bericht gelesen habe, dass die einfach nur auf Play drücken, wollten wir das auch ausprobieren. Wir haben ein bisschen mit einem Freeware-Sound-Creator und einer tiefer gestimmten Gitarre rumgespielt und dabei ist der Song entstanden. Das Ganze ist im Studio passiert und hat von der ersten Idee bis zum fertig aufgenommenen Song ca. 30 Min gedauert. Das der Sound nicht jedem gefällt war uns klar, sehe es als Provokation.
Und diese kurze Reminiszenz an S.O.D. Das ist doch „The ballad of Jimmy Hendrix“. Was sollte denn der Quatsch“?

Wir sind alles S.O.D. Fans und warten seit Jahren auf eine Tour. Aus Frust darüber haben wir in Anlehnung an die Ballads die S.O.D. selbst live spielt und in der Thrash Szene Kult sind "The Ballad Of S.O.D." aufgenommen. Wir spielen das schon seit Jahren zum Spaß im Proberaum, jetzt wurde es Zeit unserem Frust Luft zu verschaffen und es zu veröffentlichen: Scott Ian: wenn du das hier liest: macht verdammt nochmal eine Tour und nehmt uns als Vorband mit!

Warum ist der in meinen Augen mit beste Song „Arriba abajo“ „nur“ als Bonus Track auf dem Album gelandet? Das Teil muss man doch a) auf der Tracklist weiter nach oben setzen und b) verdient diese Granate einen festen Platz in der Live Setlist…

Die Frage "was soll denn der Quatsch?" hätten wir eigentlich zu diesem Song erwartet, weil der Song mit Abstand das einfachste Songwriting aufweist: Refrain, Refrain, Melodie, Refrain, Refrain, Melodie, Refrain, Refrain, Outro. Da sieht man mal wie diese zwei Songs polarisieren. Finde ich gut.

Ihr wart ja mit Municipal Waste schon einmal auf Tour und da dachte ich eigentlich, Ihr hättet Blut geleckt, aber danach war Rundreise-Technisch doch etwas mau. Warum? Und vor allem…kann man mit dem neuen Album nun endlich mal eine ausgedehnte Klassenfahrt erwarten?
Wenn du als Band nicht hunderte Euro drauflegen kannst, gibt es leider nicht viele Angebote als Supportband auf Tour mit zu gehen. Bisher waren wir noch zu unbekannt für eine eigene Tour und als Supportband haben wir nur faire Deals angenommen, wie zum Beispiel das mit Municipal Waste. Im Herbst gehen wir jetzt endlich auf unsere erste eigene Headlinertour und spielen ca. 15 Shows in Deutschland, Österreich, Schweiz.

Eigentlich müsste farbtechnisch ja dann endlich mal nen Supportslot für Overkill drin sein. Gab es schon Kontakte?

Wir wurden tatsächlich mal für eine 3- oder 4- wöchige Overkill Europatour angefragt. Das hat aber terminlich leider nicht hingehauen. Wir bleiben dran.

Space Chaser, Reactory, Nuclear Warfare, The Prophecy²³. Die deutsche Thrash Szene boomt ja momentan ohne Ende…und ihr ward von Beginn ein Teil davon. Erfüllt Euch das mit Stolz? Und vor allem…wie geht es weiter?

Das Schöne daran ist, dass man sich kennt. Mit Space Chaser haben wir schon einmal in Berlin gespielt und Nuclear Warfare kommen praktisch aus dem Nachbarort von uns. Nuclear Warfare gibt es auch schon ewig und ich habe das Gefühl, dass es gerade die Thrashbands in Deutschland sind, die einen langen Atem haben und unbeirrt von Trends ihr Ding durchziehen. Natürlich freut es uns, dass wir ein Teil davon sind. Wie es weiter geht? Keine Ahnung, wir haben auf jeden Fall Bock noch lange weiter zu machen und ich glaube dass der Thrash niemals aussterben wird!

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