SACRED REICH | BLIKSEM

20.07.2016 - Berlin @ Lido

Da der Chef selber nicht konnte, kam ich heute in den Genuss dieses Konzertes, samt der Aufgabe es zu reviewen. Mit am Start war noch Berlins Szeneikone Iron Thrasher, mit dem ich zusammen gespannt war, ob die alten Recken von Sacred Reich noch ordentlich Gas geben würden. Immerhin sind es geschlagene 20 Jahre her, seit ihr letzter offizieller Output „Heal“ das Licht der Thrash Metal Welt erblickte. Seit dem gibt es keinen einzigen neuen Song!

Als wir uns eine halbe Stunde vor Beginn, gegen 19:30 Uhr, vor dem Lido trafen, um noch das ein oder andere Bierchen zu schlürfen, tummelten sich auch schon einige Metal Heads davor herum. Es ist einerseits erstaunlich, dass Sacred Reich immer noch viele Fans ziehen, ohne neue Songs! Andererseits natürlich wiederrum auch nicht, da Sie, mal abgesehen von „Heal“, nur Hitplatten rausbrachten, die auch heute immer noch Kultstatus besitzen.

Auch im Lido selbst waren schon viele Leute, die bei der Vorband Bliksem ein Ohr kredenzten, welche kurz nach 20 Uhr begonnen hatten zu spielen. Bliksem bekamen zuletzt viel positives Feedback zur Platte, wie auch Live, dass sie geil abgehen. Da galt es natürlich auch für mich, die Band mal unter die Lupe zu nehmen. Zunächst stich jedoch sofort das rote Abendkleid von Sängerin Peggy Meeussen ins Auge?! Puh…, Fuck Kleiderordung und Konsorten, aber wie sah das denn aus?! Wild bangende Mitmusiker in „ordentlicher“ Thrash Metal Kleidung und dazwischen eine tänzelndes Rosenrot von Schneewittchen´s Märchen etwa?! Mir hat ja schon John Connelly von Nuclear Assault im letzten Jahr gereicht, mit seinen kurzen Hose und Sandalen. Aber Schwamm drüber, letztendlich zählt die Mucke und die hatte es auch wahrlich in sich. Bestes Beispiel war Iron Thrasher´s Aussage, dass er Bliksem vor einiger Zeit schon mal gesehen hätte und sie damals nicht viel vom Leder rissen. Heute sah das jedoch ganz anders aus! Bliksem thrashten sich viel professioneller durch ihr Set und die Mucke war cool. Iron Thrasher und ich waren jedenfalls positiv angetan. Nur wenn Bliksem vom Gas gehen und teils ganze Songs im Doom-Tempo spielen, kam Langeweile auf. Das mag Sie zwar abheben vom normalen Thrash Metal Reigen, holt einen jedoch immer wieder von der Betriebstemperatur runter. Da trifft man sich zwischen durch mal lieber mit Sacred Reich am Merch Stand, die bereitwillig Rede und Antwort standen, sowie sich nicht zu schade waren für das ein oder andere gemeinsamen Foto. Sehr geile, Fan-nahe Aktion!

Crawling in the dirt
Kywas
Room without a view
Morphine dreams
Twist the knife
Face the evil
Barbaric nation
The life on which I feed
Nach kurzer Umbaupause ging es dann endlich los, mit good old clean Thrash Metal! Sacred Reich traten wieder in ihrer bekanntesten Besetzung auf: Phil Rind, Greg Hall, Jason Rainey und Wiley Arnett. Los ging es mit „American way“, gefolgt von „Administrativ Decisions“ und „Free“. Jawohl, die Meute tobte und bangte sich ins Thrash Nirwana. Selbst Iron Thrasher konnte sich nicht beherrschen und bange was das Zeug hielt, trotz akuter Rückenbeschwerden! Tja Sacred Reich wirken wie eine Droge, ein Song und schon ist man abhängig und am Hecheln nach mehr!

Da kam „Death squad“ gerade recht. Was für ein Beginn, was für ein Strophe, Fuck ,was für ein geiler Song! „One nation“ war demgegenüber schon wieder eine kurze Erholung, um mal einen Schluck Bier zu nehmen und um den Refrain lauthals mitzugröhlen. Alle vier Bandmitglieder waren nicht die Derwische auf der Bühne, hatte aber trotzdem genug Präsenz, die natürlich vor allem von Phil Rinds´ coole Posen und Ansagen lebte.
Bei „Love…hate“ versuchte ich mich im Luftgitarren-Shreddern, zu den vielen Breaks. Zu „Heal“ konnte man wiederum entspannter mitbangen (oder ein Bier holen gehen), nur um die Hälfte des Gerstensafts wieder zu verschütten bei „Blue suit, brown shirt“. Dann kam endlich „War pigs“. Man, was waren das noch für Zeiten in den 80ern, als es noch nicht so viele Metal Cover Versionen gab. Die „War pigs“-Version von Sacred Reich war schon immer sehr cool und lebt zum einen von Phil´s aggressiverem Organ, sowie wie der allgemein metallisch gehaltenen Version. Natürlich sang annährend das ganze Publikum Textzeilen um Textzeile mit.

Mit „Ignorance“ folgte wieder eine Old School Thrasher, der abgelöst wurde von dem Mid-tempo Smasher „Crimes against humanity“. Zur Strophe von „Who´s to blame“, wurde wieder textsicher mitgegröhlt, bevor danach schon der letzte Song „Independent“ folgte.Glücklicherweise gab es keine lange Zugabepause und jeder, aber auch absolut jeder Metalhead im Raum wusste, was nun folgen würde! „Surf Nicaragua“ kam, sah und siegte! Jeder der Anwesenden gab seinen letzten Schweisstropfen her und bangte sich die Seele aus dem Leib. Und dann, ja dann war schon Schluss. Ich wollte es nicht glauben, da auch die anderen Anwesenden lautstark nach Mehr forderten. Aber nein, es sollte nicht sein. Gefühlte 70 Minuten mussten reichen. Es reichte auch, da ich, sowie auch Iron Thasher, nass geschwitzt und fertig waren.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass die Show der Hammer war und dass auf Sacred Reich nach wie vor Verlass ist. Es ist eigentlich von großem Vorteil, dass Sacred Reich nicht noch 5-6 andere, mittelgare Scheiben am Start haben, von denen Sie denen Sie jeweils einen Song spielen müssten, sondern dass es nach wie vor die alten Evergreens sind, die es zu hören gibt. Wenn es, nach Aussage von Phil Rind, auch weiterhin keine neuen Songs geben wird, geschweige denn ein neues Album, dann ist die Zukunft von Sacred Reich in dieser Art gesichert und das ist gut so!!!
American way
Administrative decisions
Free
Death squad
One nation
Love…hate
Heal
Blue suit, brown shirt
War pigs
Ignorance
Crimes against humanity
Who´s to blame
Independent
Surf nicaragua

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