KORN | HEAVEN SHALL BURN | HELLYEAH

28.03.2017 – Berlin @ Velodrom

Ja so ist das manchmal. Man geht mit einer gewissen Vorfreude in ein Konzert einer Band, die man zwar gut, aber nicht unbedingt überragend findet und verlässt das Venue mit der Erkenntnis, eines der besten Konzerte ever miterlebt zu haben. So geschehen am gestrigen, herrlichen Frühlingstag, als ich die Freude hatte, nach gefühlten 50 Jahren erneut die Amerikanischen Nu-Metal Pioniere Korn live bewundern zu dürfen, denen ich letztmals beim With Full Force vor 5 Jahren meine Aufwartung machte. Dazu brachte Jonathan Davis und seine Mannen mit Hellyeah und vor allem Heaven shall burn großartige Anheizer mit, die ihren Part perfekt herunterzockten und somit den Acker für den heiß erwarteten Hauptact vortrefflich bestellte.

Bevor es allerdings soweit war, enterten die Texaner um ex-Pantera Trommler Vinnie Paul die Bühne und rockte mit einem ziemlich fetten Sound ziemlich brachial nach vorne. Hellyeah ist nun nicht unbedingt eine Band, die ich zu meinen Favoriten zählen würde, doch der energetische Auftritt war beileibe nicht ohne. Lediglich Frontmann Chad Gray wirkte zum Ende hin ziemlich gepresst und war statt am Singen nur noch am keifen, was einem dann irgendwann auf die Semmel ging. Es war toll anzusehen, dass der Headliner seine Vorbands mehr als fair zu behandeln schien, denn neben einem überdimensionalen Backdrop hatten Hellyeah, wie bereits erwähnt, einen fulminanten Sound und volles Licht zur Verfügung, was die schon zahlreich im Velodrom erschienenen Fans mit kräftigen Applaus honorierten. Gute Vorband, hatte Schmackes.

!
X
Demons in the dirt
Sangre por sangre (Blood for blood)
Moth (incl.Slayer „Raining blood“)
Human
Startariot

Mit einem überragenden „Wanderer“ Album im Rücken freute ich mich diebisch auf HSB, die ich früher an jeder Milchkanne zu sehen bekam, in den letzten Jahren allerdings die Konzertbesuche meinerseits etwas zurückfuhr, was die Vorfreude auf diesen Gig um ein Vielfaches steigerte. Dazu gesellte sich der Umstand, dass das Velodrom nun mit 10.000 Leuten pickepacke gefüllt war und der Mob ziemlich steil ging, als die Thüringer gleich mit ihrem Megasong „Hunters will be hunted“ zur Jagd bliesen (sorry Jungs, dass musste sein…). Überhaupt muss man an diesem Abend klar konsternieren, dass HSB bei weitem keine herkömmliche Vorband ist, sondern vielmehr aufgrund des hier Dargebotenen schon fast einen Headliner Status innehatte. Eine großartige Lichtshow, ein glasklarer Sound und eine Band, die motiviert bis in die Haarspitzen von Anfang bis Ende Kniegas gab. Die Setlist war ebenfalls zum Zungeschnalzen und beinhaltete trotz dem momentanen Erfolg des aktuellen Rundlings mit „Voice of the voiceless“ oder „The weapon they fear“ ebenfalls Klassiker aus früheren Tagen, die von der Menge aufgesogen wurden wie ein trockener Schwamm. Großartig ist ebenfalls die Tatsache, dass es sich HSB nicht nehmen lassen und trotz eigener Über-Hits immer noch die Edge of Sanity Granate „Black tears“ als Rausschmeißer intonieren, wobei ich mal tippe, dass lediglich 10% der Besucher in der rappelvollen Halle überhaupt wussten, was sie da serviert bekamen. Ich jedenfalls ließ mich nach diesem fulminanten und spektakulären Auftritt zu der These hinreißen, dass sich Korn aufgrund des eben Dargebotenen mächtig dehnen müssten…wie unrecht ich doch haben sollte…

Hunters will be hunted
Bring the war home
Voice of the voiceless
The omen
Combat
Corium
Counterweight
The weapon they fear
Passage of the crane
(Awoken)
Endzeit
Black tears

Nach einer gefühlt ewigen Bühnenabstinenz in der bundesdeutschen Hauptstadt machte sich unter der nun aus allen Nähten platzenden Halle so langsam ein Kribbeln breit…und Neugier. Würden sich Korn auf aktuelles Material beziehen? Wie viele Klassiker würden Einzug in die Setlist finden? Wie würde die Bühnenshow aussehen? Egal welche Befürchtungen man im Vorfeld hatte…sie wurden mit einem Sturm hinweggefegt. Als der Vorhang fiel und die Band mit „Right now“ vom 2003er Scheibchen „Take a look in the mirror“ einstieg, flippte das Velodrom kollektiv aus. Ein unfassbarer Sound, getragen vom pumpen Bass eines völlig aufgekratzten Fieldy, erfüllte das weite Rund und erfasste jeden einzelnen. Neben der grandiosen Performance von Jonathan Davis war der über allen thronende Drummer Ray Luzier der Blickfang, der sich hämmernd und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk durch den Set ballerte und ganz nebenbei mit seinen Sticks die eine oder andere Kunstshow Einlage brachte. Als der zweite Song (und einer meiner persönlichen Lieblinge) „Here to stay“ zum Einsatz kam, brachen alle Dämme und selbst die vorher ruhig auf ihren Sitzplätzen Verharrenden sprangen auf, tanzten, moshten, hielten die geballten Fäuste in die Luft und gingen nur noch steil.

Das darauffolgende „Rotting in vain“ war neben dem später folgenden „Insane“ tatsächlich die beiden einzigen Songs, die es vom aktuellen Album auf die Setlist schafften. Korn besannen sich vielmehr auf ihre Alltime-Hits, die von den Massen aufs Heftigste mitgesungen und abgefeiert wurden. Selbst das Cameo Cover „Word up“ kam zu livetechnischen Ehren und selbst Snippets aus „We will rock you“ und „One“ fanden Einzug in die Korn’schen Eigenkompositionen. Als sich dann das Ende ankündigte gab es mit „Falling away from me“ aus dem 99er Kracher „Issues“ und dem wohl größten Hit „Freak on a leash“ noch einmal zwei 100-Megatonnen Bomben auf die Ohren, ehe sich ein Konzert dem Ende neigte, welche mit Fug und Recht zu einem meiner bisherigen Highlights in Sachen „Live“ dazuzählt. Ehrlich, das war eine unfassbare Darbietung und selbst einen Tag später bin ich immer noch vollkommen geflasht von diesem Megaspektakel. Das war Champions League!

Right now
Here to stay
Rotting in vain
Somebody someone
Word up!
Coming undone (incl.Queen „We will rock you“)
Insane
Y’all want a single
Make me bad
Shoots and ladders (incl.Metallica „One“)
Drum Solo
Blind
Twist
Good god
Falling away from me
Freak on a leash

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