WANG WEN

19.01.2018 - Berlin @ Kantine am Berghain

Die Woche neigte sich dem Ende, Grund genug nach einem ansprechenden Kontrast zum Arbeitsalltag Ausschau zu halten. Wie nicht wenige Male bin ich bei dem Kreuzberger allumfassenden Ticketanbieter Koka 36 fündig geworden, wie ich das anstellte? Einfach am gewünschten Tag die beworbenen Veranstaltungen durchforsten. Bei der chinesischen Formation WANG WEN bin ich da hängen geblieben und war fortan vom musikalischen Schaffen von Xie Yugang, Geng Xin, Xu Zengzheng, Zhou Lianjiang, Zhang Yanfeng und Huang Kai ungebrochen fasziniert. Die in China zu den führenden Köpfen der Post Rock/Metal Bewegung gehörende Formation welche derzeit auf Europa-Tour sind, ist auf ihre Art gewiss einzigartig und besonders, davon konnte ich mich beim Entdecken ihres teils sphärischen und intensiven Klangkosmos überzeugen. Was die Vorfreude auf den Abend doch deutlich beschleunigte.

In der Kantine am Berghain lies mich die musikalische Neugierde bereits das ein oder andere Mal beheimatet wissen. Ein kleiner beschaulicher Laden, der ohne langes anstehen oder nerviges Gedrängel vor der Bühne genau die richtige Adresse für einen Geheimtipp aus dem Land der aufgehenden Sonne ist.

In der Mitteilung des Klubs hieß es, dass das Konzert bereits um 20.00 beginnt, da hieß es sich sputen und unterwegs noch einen Happen zu fassen kriegen. Dies taten wir dann natürlich stilecht bei Asia Gourmet, was für uns ganz praktisch, im S-Bahnhof Friedrichstraße, auf dem Weg zum Klub lag. Dort angekommen zeigte sich recht schnell das unser engmaschiger aber gut sortierter Zeitplan durchaus gut getaktet war. WANG WEN zelebrierten bereits den Opener „Reset“, in der gut gefüllten Kantine, der wie auch das gesamte Material der Chinesen von einer epischen Spielzeit lebt, da hieß es sich jetzt einfach voll und ganz dem Post Rock/Metal dieser mit Spannung erwartenden Band hinzugeben, denn die Länge der Songs von durchschnittlich einer Viertelstunde ließen dafür ausreichend Spielraum. WANG WEN zeigten sich während des gesamtes Auftrittes perfekt aufeinander abgestimmt und durchlebten gemeinsam mit dem Publikum die verschiedensten Stimmungsfacetten. Der wohl dosierte und gelungene Einsatz von klassischer Instrumentierung wie Posaune und Trompete, in Verbindung mit teils atmosphärischen Synthparts und eine Gitarre die zur Geige umfunktioniert wurde war für meinen Eindruck einzigartig.

Enorme Spannungsbögen innerhalb der langen Songs, die mal impulsiv treibend und dann wieder teils zäh bis melancholisch düster den Raum in ihren Bann zogen. Den Ort des Geschehens wohnte eine große Altersspanne von jung bis jungalt bei, die augenscheinlich zu großen Teilen aus dem Herkunftsland von WANG WEN zu kamen schienen. Die hohe Qualität des Songmaterials wurde weiter mit „Red Wall And Black Wall“ und „Lost In The 21st Century“ vom aktuellen Album „Sweet Home, Go!“ untermauert. „Lonely God“ vom 2012er Album „0.7“ schmälerte das hohe Qualitätsmaß auch keineswegs. Der Auftritt an diesem Abend war für die Band auch ein kleines Jubiläum, denn vor genau fast zehn Jahren waren sie zuletzt Gast in der Stadt gewesen, die Freude darüber teilten sie an diesem Abend mit allen Anwesenden, auch das sie gerade dabei sind das neue Album aufzunehmen.

Mit ausgelebter Begeisterung wurde von Publikum noch eine Zugabe eingefordert welche von WANG WEN ohne größerer Verzögerung eingelöst wurde. Die Band bedankte sich nach dem Auftritt vielfach auf ihre ureigene, charmante asiatische Art, wobei sie auch die Neugierde auf die bevorstehenden Shows in den europäischen Breitengraden teilte. Weiterhin fasziniert und beseelt wurde das Publikum des erlebten WANG WEN Auftrittes in den Nachthimmel entsandt, mit der Gewissheit hier eine einzigartige musikalische Darbietung erlebt zu haben.

Reset
Netherworld Water
Red Wall And Black Wall
Lost In The 21st Century
Lonely God
Sweet Home

Social Media

Album des Monats

Album der Woche

Album des Jahres

The new breed

P P P

Z.O.F.F. 2020

alter Z.O.F.F.

On Tour

VERLOSUNGEN

ZO SONGCHECK

V.I.P.

Schrod's...

wo wir sind

Der Patch

Join the Army

Damit das klar ist