Wir mussten abstimmen! Bei insgesamt 6 Höchstnoten haben wir redaktionsintern die Fragebögen verteilt und das Votum war einstimmig: Décembre Noir haben die Pole Position im November eingenommen. Vollkommen zurecht, doch auch Dark Tranquillity, Solsatfir, Fates Warning und als Überraschung die Italiener von Dark Quarterer haben mächtig abgeliefert und den November zum stärksten dieses Jahrs mutieren lassen. Auch Thurdvangar haben ein mächtiges Stück Metall auf den Amboss gelegt und sind unser Tip des Monats. Was gab es sonst noch?

Die Norweger Communic melden sich zurück im Funkverkehr und begeisterten ebenso wie die Alt Thrasher von Accuser, die teutonischen Todesbleier von Slaughterday und Dehuman Reign, dazu Beltez und Völur, die unaussprechlichen Finnen von Kaunis Koulemanaton und Australien Thrash aus dem Hause Harlott, abwechslungsreicher Death Metal aus der Ukraine von Hell:On und kanadischer Hartweizengrieß von Possessed Steel. Ihr seht, einmal mehr eine herrlich ausgewogene Mischung.

Natürlich mussten wir auch wieder den Müll rausbringen, der diesmal in Form von MRTVI versuchte, sich beliebt zu machen und kläglich scheiterte. Maik brachte es sehr treffend auf den Punkt als er schrieb:

„Wahrscheinlich läuft das Ganze unter Kunst, und stellt womöglich das akustische Pendant zu Joseph-Beuys-Skulpturen dar. Doch ebenso wenig, wie ich jemandem raten würde, sich eine beuyssche Fettskulpur ins heimische Wohnzimmer zu stellen, kann ich diese Manifestation krankhafter Harmonieverweigerung hier irgendjemandem empfehlen. Mag sein, dass es Menschen gibt, denen sowas hier gefällt, aber die möchte ich besser nicht kennenlernen. Ist das jetzt Kunst oder kann das weg?“

In diesem Sinne. Kommt gut durch die Adventszeit, feiert schön Weihnachten und fresst Euch voll, wenn auch nur im kleinen Kreise und wir sehen uns zum Ende des verdammten Jahres 2020.


TOP 15 – NOVEMBER 2020


DÉCEMBRE NOIR – The renaissance of hope (2020) - 10 Punkte

Dècembre Noir vereinen auf „The renaissance of hope“ alles und noch viel mehr. Sie haben das geschafft, an dem viele Bands mit späteren Alben manchmal krachend scheitern. Sie haben sich weiterentwickelt, ohne ihre Identität einzubüßen, haben alles in die Waagschale geworfen, was sie sich über die Jahre angearbeitet haben, brillieren mit überragendem Songwriting und bieten dem Hörer den perfekten Soundrack für die leider nun beginnende triste Jahreszeit.


DARK TRANQUILLITY – Moment (2020) - 10 Punkte

Ich könnte jetzt hier natürlich jeden einzelnen Song aufzählen und meinen Senf dazugeben, mach ich aber heute mal nicht. Hier ist wirklich so viel zu hören und so viele kleine Nuancen zu entdecken und das macht ihr mal schön selber! Fest steht jedenfalls, Dark Tranquillity haben in diesem Genre immer noch was zu sagen!

SÓLSTAFIR – Endless twilight of codependent love (2020) - 10 Punkte

Die Isländer haben mit diesem erneuten Meisterwerk ihren Zenit erreicht und ich weiß, sie werden ihn dennoch mit dem nächsten Album noch einmal überschreiten. Sólstafir machen Musik weitab von gängigen Konventionen, Meinungen oder Geschmäcker und befinden sich mittlerweile in einer Position, wo sie dieses auch ohne Ängste vor Ablehnung machen können.

FATES WARNING – Long Day Good Night (2020) - 10 Punkte

Was bleibt, ist mein offener Mund und pure Gänsehaut. Hier kann es nur die volle Punktzahl geben. Ich gehe auf die Knie und verneige mich vor dieser Meisterleistung!

DARK QUARTERER – Pompei (2020) - 10 Punkte

Damit reiht sich das Album bei den großen Werken in diesem Jahr ein, und sollte für Anhänger des klassischen & progressiven Metal sicher mehr als eine Kaufempfehlung darstellen. Absolute Pflicht, inklusive Freudentränen für dieses geniale Meisterwerk!

HARLOTT – Detritus of the final age (2020) - 9,6 Punkte

Ausfälle gibt es keine und auch wenn „Detritus of the final age“ nicht komplett an den überragenden Vorgänger „Extinction“ heranreicht, so ist dieses Album einmal mehr ein Beweis dafür, wie quicklebendig die Thrashszene bis heute ist, wenn sie immer wieder solch überragende Bands wie Harlott ausspuckt, die sich auch noch im Haifischbecken der Metal Industrie durchsetzen können. Tolle Band, geiles Album.

HELL-ON – Scythian stamm (2020) - 9,3 Punkte

Es wird nicht nur der grobe Knüppel geschwungen, nein, man verbindet herrliche Arrangements, die mal rasend, mal schleppend und immer fein ausbalanciert eine unglaublich fiese Atmosphäre erzeugen mit unfassbar viel Dichte und Atmosphäre und was im Endeffekt hinten rauskommt, dürfte vielen, weitaus größeren Namen im Business zu aller Ehre gereichen. „Scythian stamm“ ist ein großartiges und absolut facettenreiches Todesblei Album geworden

SLAUGHTERDAY – Ancient death triumph (2020) - 9,2 Punkte

Luftholen gilt nicht und auch wenn der Eine oder andere nölt, das sei doch wenig originell, dem sei gesagt...NA UND? Slaughterday müssen nicht originell oder verschachtelt sein, denn sie spielen puren, unverfälschten Oldschool Death Metal voll auf die 12, den ich hören will und auch schon eine ganze Weile genießen durfte.

VÖLUR – Death Cult (2020) - 9,2 Punkte

Völur beweisen hier am deutlichsten ihr enormes Potential, so ist „Death Cult“ ein atemraubendes, kurzweiliges Album geworden, das ein völlig losgelöstes Alleinstellungsmerkmal aufweist, das am besten mit der virtuosen Kraft einer Band wie Pan Thy Monium beschrieben werden kann. Eines der spannendsten Alben in diesem Jahr für mich!

BELTEZ – A Grey Chill And A Whisper (2020) - 9,2 Punkte

„A Grey Chill And A Whisper“ ist ein verdammter Brocken, das muss klar gesagt sein. Das gesamte Album hat eine Länge von 65 Minuten plus weitere fünfeinhalb für die Akustikversion des Songs „We Remember To Remember“. Aber damit nicht genug, denn es kommt ja noch das (englischsprachige) Hörbuch zu „Black Banners“ dazu, das es auch auf knapp 50 Minuten schafft

COMMUNIC – Hiding from the world (2020) - 9,1 Punkte

Communic lassen es auf ihrem sechsten Album wieder einmal krachen, dass sich die Balken biegen. Härte, Melancholie, Gefühl und das alles in ein starkes Soundpaket verpackt machen „Hiding from the world“ zu einem solch grandiosen Hörerlebnis, dass ich komplett vergas, meinen Kaffee zu trinken, was bei meiner Frau Unverständnis auslöste und ich unter Androhung von drakonischen Strafen die kalte Plörre in mich reinschütten musste. Das war es mir aber wert!

ACCUSER – Accuser (2020) - 9,0 Punkte

das ist es, was ich von Platten erwarte, dass sie mich mitnehmen, unterhalten und nicht nur nach Schema F fungieren. Du genau das liefern Accuser ab. Kurzweil, Härte, tolles und durchdachtes Songwriting, eine starke Produktion und Songs, die auf den Punkt kommen. Macht Spaß, bringt Laune und ist nachhaltig.

DEHUMAN REIGN - Descending Upon The Oblivious (2020) - 9,0 Punkte

Rein subjektiv hätte ich mir etwas mehr Dampf auf der Bassdrum und der Snare gewünscht. Dies ist aber durchaus kein Kritikpunkt, wahrscheinlich eher die persönliche Wahrnehmung eines tauben Trommlers.

KAUNIS KOULEMATON – Syttyköön Toinen Aurinko (2020) - 9,0 Punkte

„Syttyköön Toinen Aurinko“ist über die gesamte Laufzeit spannend arrangiert. Ein perfekter Soundtrack für die eingeschneite Holzhütte, mit loderndem Feuer im Kamin und das ein oder andere Tröpfchen Rotwein in der Kehle. Für mich auf jedem Fall eine der Top 20 Platten des Jahres und absolute Kaufempfehlung für Freunde von OCTOBER TIDE, SWALLOW THE SUN, DRACONIAN,

POSSESSED STEEL – Aedris (2020) - 9,0 Punkte

Alles in allem geschieht hier nichts neues, aber das Songwriting ist hier das Trademark. Wenn diese Platte auf dem Teller dreht, wird einem eine Welt offenbart, die einen entführt.


HOT OF THE MONTH


THRUDVANGAR – Vegvisir (2020) - 10 Punkte

THRUDVANGAR haben mit dieser Scheibe unerkennbar ihren Höhepunkt erreicht und zeigen sich nach langer Zeit wieder zurück im Getobe um die Spitze der hiesigen Pagan und Viking Metal Szene.


WASTE OF THE MONTH


MRTVI – Omniscient Hallucinating Delusion (2020) - 1,0 Punkte

Wahrscheinlich läuft das Ganze unter Kunst, und stellt womöglich das akustische Pendant zu Joseph-Beuys-Skulpturen dar. Doch ebenso wenig, wie ich jemandem raten würde, sich eine beuyssche Fettskulpur ins heimische Wohnzimmer zu stellen, kann ich diese Manifestation krankhafter Harmonieverweigerung hier irgendjemandem empfehlen. Mag sein, dass es Menschen gibt, denen sowas hier gefällt, aber die möchte ich besser nicht kennenlernen. Ist das jetzt Kunst oder kann das weg?



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