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PANZERFAUST – The Suns of Perdition, Chapter II: Render Unto Eden (2020)

(6.424) Schaacki (10/10) Black Metal

Label: Eisenwald
VÖ: 28.08.2020
Stil: Black Metal

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Die Kanadier PANZERFAUST sind zurück und präsentieren uns den zweiten Teil ihrer „The Suns of Perdition“-Tetralogie. Während ich mit dem ersten Teil noch meinen Erstkontakt mit der Truppe verzeichnen konnte, war ich auf die Fortsetzung dagegen enorm heiß und verfolgte das Herannahen dieser Veröffentlichung mit großem Interesse. Denn das vorangegangene Werk hatte mich sehr überrascht und in seinen Bann gezogen. Da war es nun sehr spannend, wie die Story fortgesetzt würde.

Schnell wird klar, dass das Niveau nicht nur gehalten, sondern gar gesteigert wurde. Denn schon der Opener „Promethean Fire“ kommt mächtig daher. Die Stimmung ist wie gewohnt drückend, das Tempo noch etwas gezügelt, was perfekt als Übergang zwischen dem letzten Song der letzten Scheibe zum neuen Material funktioniert. So wird hier also nicht gleich direkt abgefeuert, sondern verhältnismäßig noch ruhig marschiert, wenn auch mit äußerst schweren Stiefeln. Überraschend aber verdammt passend fügt sich hier ein Gast ein: Masha von den russischen Pagan Metallern ARKONA macht mit ihrem markanten Gesang einen tollen Job, die anschließende, sehr melodische Gitarrenarbeit macht die Atmosphäre perfekt. Der Auftakt von „Chapter II:Render Unto Eden“ unterscheidet sich enorm zum Einstieg des ersten Kapitels der „The Suns of Perdition“-Reihe, ist aber einfach großartig inszeniert und komponiert, denn er erzeugt eine sehr gelungene Spannungskurve. Das folgende „The Faustian Pact“ baut dieses weiter aus und bringt nun mehr Geschwindigkeit ins Geschehen. Aber dies passiert nicht von jetzt auf gleich, nein, PANZERFAUST steigern ihre Dynamik gefühlt mit jedem Takt. Ständig erwartet man den finalen Ausbruch, doch bis dieser kommt, vergehen – Achtung Spoiler – gute drei Minuten. Der Hörer wird richtig angegeilt und hingehalten und dann kommt es über ihn. Diese vier Kanadier verstehen es wirklich super, den perfekten Höhepunkt auszureizen. Nach nur zwei Songs sind inzwischen bereits 18 Minuten geradezu verflogen. Langeweile ist hier einfach Fehlanzeige. Begünstigt wird dies mit Sicherheit auch durch einen gesteigerten Fokus auf die Gitarrenarbeit von Brock ‘Kaizer’ Van Dijk. Im neuen Kapitel der Reihe geht der Saitenakrobat noch vielseitiger mit seinem Instrument um und beschert uns reichlich Melodien. Gerade Titel Nummer drei, „Areopagitica“, lebt von diesen.

Aber auch das folgende, wieder etwas langsamer und stampfender beginnende „The Snare of the Fowler“ besitzt viel davon. Doch auch Basser Thomas Gervais zeigt einmal mehr, was man aus dem Tieftöner rausholen kann. Bei diesem Zusammenspiel benötigt es wirklich nicht zwingend einer zweiten Gitarre. Und wen die Klampfen noch nicht überzeugen konnten, der wird spätestens beim kompletten Ausrasten des Drummers sein Grinsen nicht mehr so leicht verstecken können. Denn nun legt Fellgerber Alexander Kartashov so richtig los. Schon beim letzten Album konnte dieser Mann mich begeistern. In diesem Track – und wie sollte es bei einem Titel, in dem das Wort ‚Snare‘ steckt anders sein – setzt er neue Maßstäbe für sich und das neue Album. Welch ein brutal guter Song!

Dass PANZERFAUST es lieben, ihre Songs langsam aufzubauen, habe ich bereits erwähnt. Auch der Abschlusstrack „Pascal's Wager“ lässt sich viel Zeit und schafft eine besondere Atmosphäre. Dezente Gitarre, coole Bass Licks und gut dosiertes, dynamisches Drumming begleiten eine lange Spoken Word Passage. Nach abermals drei Minuten geht das Inferno in die letzte Runde und die brutalen und garstigen Vocals von Oberröhre Goliath entfesseln noch einmal ihre volle Kraft. Dass ich ihn bisher noch nicht erwähnt habe, heißt nicht, dass sein Part bisher unwichtig war, auf keinen Fall, doch die Entwicklung der instrumentalen Fraktion, speziell eben Kaizers Gitarrenarbeit, stach an vielen Stellen einfach besonders hervor.

Wie ich eingangs sagte, bereitete mir der gerade einmal gut ein Jahr alte Vorgänger „Chapter I: War, Horrid War“ schon viel Freude, doch was PANZERFAUST mit „Chapter II: Render Unto Eden“ abliefern, ist echt irre und eine extreme Steigerung. Egal ob es um Melodie, Kraft, Dunkelheit oder eben Überraschungen, wie zum Beispiel die Kollaboration mit Masha, geht, hier gibt es von allem mehr. Ich hatte einen gewissen Anspruch, hatte vielleicht auch mit einer guten Scheibe gerechnet, aber das Ergebnis haut mich echt um. Da kann ich nur die Höchstnote geben, denn ich finde auch einfach nichts, das ich kritisieren kann oder will. Bleibt nur noch zu fragen: Wann geht „The Suns of Perdition“ in die nächste Runde? Ich freu mich schon jetzt drauf…

Bewertung: 10 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Promethean Fire
02. The Faustian Pact
03. Areopagitica
04. The Snare of the Fowler
05. Pascal's Wager


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