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GRAVE DIGGER – Symbol Of Eternity (2022)

(7.940) Maik (8,8/10) Heavy Metal


Label: Rock of Angels Records
VÖ: 26.08.2022
Stil: Heavy Metal

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Noch großartige Vorstelle einer der dienstältesten Metalformationen Deutschlands wie GRAVE DIGGER anzustellen, wäre Energieverschwendung. Denn wer diese Band nicht kennt, ist hier definitiv auf der falschen Homepage gelandet.

Pünktlich im Zweijahresrhythmus beschicken die Grabschaufler mit ihrem einundzwanzigsten Studioalbum erneut die Metalgemeinde mit Metalmucke. Vierundzwanzig Jahre nach „Knights Of The Cross“ widmen sich Chris Boltendahl und Co einmal wieder der Thematik der Kreuzzüge, wobei hier das Hauptaugenmerk auf die Templer und vor allem den ersten Kreuzzug von 1095 gerichtet wird. Dabei wird diese Sache nicht etwa beschönigt oder heroisch verbrämt, sondern es wird auch knallhart der Finger in die Wunden der in diesem Zusammenhang begangenen Gräueltaten gelegt.

Nach einem epischen, soundtrackmässigen Intro „The Siege Of Akkon“ wird uns auch gleich der erste Hit und Mitsingtrack mit dem Titel „Battle Cry“ präsentiert, der schon mal heftig das metallische Blut in Wallung bringt, und recht treibend den anfänglichen Enthusiasmus der Kreuzfahrer widerspiegelt. Der Song kann live schon mal das erste Eis brechen.

GRAVE DIGGER haben für mich auf jedem Album mindestens einen Song, der mir sofort, schon während dem ersten Anhören, ins Blut geht und von dem sich die ganze Scheibe aufrollt. Das ist auf „Symbol Of Eternity“ der nun folgende Song „Hell Is My Purgatory“, den ich erstens als meinen persönlichen Favoriten auf dem Album benenne, und der sich zweitens sofort als Ohrwurm in meinem Hirn festgesetzt hat, und dort ständig herumkreist. Zu dem Track gibt es auch ein recht cooles Video. Cool nicht nur wegen dem Song, sondern auch wegen des Wetters. Näheres dazu könnt Ihr dem Interview entnehmen, welches Olaf und ich für die 22. Ausgabe unserer Audio-Show „Tales From The Hard Side“ mit Chris geführt haben.

Mit „King Of The Kings“ beweisen GRAVE DIGGER ihr Gespür für episch hymnische Metalsongs, die dennoch über genügend Heavyness verfügen, was nicht nur an Chris Boltendahls im Vergleich zu anderen Sängern aggressiverer Stimme liegt, sondern auch an den heavy Riffs, die Axel Ritt aus dem Sechssaiter zaubert.

Der Titeltrack wird nun etwas ruhiger und besinnlicher, und macht irgendwie das Zusammenspiel schwindender religiöser Hingabe mit den immensen Strapazen des Krieges musikalisch fühlbar, was sich in desolat klingenden Strophen und dem hymnischen, aber schon düsterer wirkenden Chorus zeigt. Der schleppende, fast doommässige Rhythmus unterstreicht das zusätzlich.

Das Instrumentalstück „Saladin“, welches die Zeit des dritten Kreuzzuges anschneidet, leitet über in das darauffolgende „Nights Of Jerusalem“, welches wieder in den ersten Kreuzzug wechselt, und die Eroberung der Stadt 1099 und das darauffolgende Massaker an der Bevölkerung beschreibt. Der Song vereint wieder treibende Passagen mit einer doch düsteren Note. Wieder etwas flotter stellt sich „Heart Of A Warrior“ dar, der ein typischer GRAVE DIGGER- Rocker ist, und ordentliche Kerben in die antiken Gemäuer säbelt.

Doch im Weitergehen werden die Songs merklich getragener, nicht mehr ganz so treibend, dem anfänglichen Pathos mischen sich doch vermehrt düstere Untertöne bei, womit GRAVE DIGGER den Verlauf dieser Kreuzzüge auch musikalisch einzufangen verstehen. Denn meistens zerfaserten die Unternehmungen doch in Machtallüren der einzelnen Gruppierungen. Im ersten Kreuzzug bildeten sich beispielsweise mehrere von den Kreuzfahrern gegründete Königreiche, die sich zum Ende auch noch gegenseitig befehdeten.

„Holy Warfare“ zieht das Tempo zwar noch einmal an, doch das dieses Konzept abschliessende „The Last Crusade“ vermittelt trotz des hymnischen Aufbaus doch auch eine düstere, desolate Stimmung, die den irrsinnigen Unternehmungen der Kreuzzüge, die zumeist in Desaster und Zerstörung endeten, einen letzten Spiegel vorhalten.

Nach dem Geschichtsunterricht des vom ‚Indiana Jones des Heavy Metal‘ Chris Boltendahl geführten Kreuzfahrerschiffs GRAVE DIGGER überraschen die Kollegen mit einem recht aussergewöhnlichen Cover, nämlich dem Song „Hellas Hellas“ des griechischen Künstlers VASILIS PAPAKONSTANTINOU, den die Band sogar für ein Duett gewinnen konnte. Damit bekommt das Album einen frischen und fröhlichen Abschluss. Näheres dazu kann man ebenfalls in der Ausgabe 22 von TFTHS erfahren.

Nun, GRAVE DIGGER haben mal wieder abgeliefert, und die Band scheint auch immer noch hungrig genug zu sein. „Symbol Of Eternity“ startet recht rasant und wird gegen Ende merklich düsterer und bedrückender, was natürlich auch ein wenig am Thema liegt. Dass die Geschichte, ins besonders die der Kriege, eben keine heroischen Stories von Helden, Edelmut und weisen und gerechten Königen ist, wie es andere Bands gern darstellen, sollte klar sein. Und GRAVE DIGGER haben das immer deutlich herausgestellt.

Dennoch kommt das neue Album meiner Meinung nicht ganz an den Vorgänger „Fields Of Blood“ heran, obwohl natürlich ein Song wie „Hell Is My Purgatory“ ab nun für immerdar in meiner persönlichen Hitliste vertreten sein wird. GRAVE DIGGER- Fans können mit dem Album allerdings nichts verkehrt machen.

Anspieltipp: „Hell Is My Purgatory“ und „Dreams Of Nowhere“


Bewertung: 8,8 von 10 Punkten


TRACKLIST



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