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HEXENSLAUGHT "Demo I" (2016)

(2.979) - Jezebel (3,5/10)

Label: Invictus Productions
VÖ: 09.08.2016
Stil: Death Metal
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Hexenslaught aus Seattle spielen grob gesagt Death Metal. Old School Death Metal. Also das, was man vor 20 Jahren Old School nannte, als damals einige neue Bands auftauchten, die heutzutage ihrerseits als Old School bezeichnet werden, um jene Neulinge vom ganz alten Stil abzugrenzen. Und weil derzeit der Ultra Old School Stil grad ziemlich angesagt ist, kommt so ein Teil wie „Demo I“ oder „Demo 2016“ (beides sind offizielle Bezeichnungen dafür) von Hexenslaught auch übern großen Teich bis zu uns. Natürlich ist das ein Tape-only Release und natürlich ist das Tape schon allein durch Pre-Orders ausverkauft und nur noch digital zu erwerben (sieh an, plötzlich ist man ganz modern).

Als Referenzen werden Possessed, Necrovore und Morbid Angel (alles, was vor „Altars of Madness“ kam) genannt und ich gehe auch mit Gitarrist Mike Larson d’accord, wenn er meint, dass dieses Subgenre des Death Metal so viel schöner ist als der typische Schwedentod (oder gar Melodic Death Metal) oder der X. Autopsy-Klon, von modernen Core- und Djent-Einflüssen ganz zu schweigen. So weit, so gut.

„We recorded the first demo in one take with 1 fucking mic” heißt es und genauso klingt es auch: man stelle sich eine Garage vor. Die nackten Betonwände sind mit Postern tapeziert, aber es gibt keine klangverbessernde Verkleidung, nichtmal Eierpappen an der Decke. In der Mitte hängt ein Mikro, die Band poltert los und ist stolz wie Oskar auf das, was im Aufnahmegerät angekommen ist. Wenn man 13 ist und die ersten Gehversuche wagt, ist das noch in Ordnung so. Normalerweise denkt man 10 Jahre später dann „Mann, was waren wir kacke“, kramt das höchstens noch zur Belustigung raus und ist ganz froh, dass dieses Tape damals doch nicht die Welt erobert hat.

Dabei ist das, was Hexenslaught spielen, gar nicht mal so dumm (sie sind auch keine 13 mehr, eher Mitte-Ende 20/Anfang 30), wenn man es denn hören könnte, ohne sich die Ohren zu verrenken. Man kann ihnen zugutehalten, dass sie nicht nur Möchtegern-Old School klingen, sondern das alles sehr brachial-authentisch rüberbringen. Man könnte dieses Demo in eine Reihe mit anderen „ersten Demos mit Dreckssound“ von nun inzwischen Kultbands stellen und würde keinen Unterschied feststellen, welches davon 1986 und welches 2016 aufgenommen wurde – aber ist das der sinnvoll? Soll man sich wirklich irgendein Dreckssound-Demo kaufen und hoffen, die Band wird später mal groß und man selber ist ja so true, man war von Anfang an dabei? Nee, also ohne mich.

Ich würde Hexenslaught wünschen, sie würden die Songs noch einmal richtig aufnehmen, mit einem Soundmenschen, der weiß, was er tut, aber – verdammt – Bassist und Sänger Claythanas ist im Juli gestorben (näheres ist nicht bekannt, der Fluch der 27 hat wieder einmal zugeschlagen), das wird also nix mehr. Mal sehen, ob man von denen je wieder etwas hören wird oder ob das nun das Ende der Band war.

Bewertung: 3,0 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Hellmouth
02. Altar Of Death
03. Devil’s Lust
04. Bleed For Satan
 

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