H-J

JINJER "King of Everything" (2016)

(2.983) - Steppo (7,8/10)

Label: Napalm Records
VÖ: 29.07.2016
Stil: Groove Metal / Progressive Metalcore
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Beste Ukrainische Metalband 2013, Support Shows für Trivium, fast alle großen Festival-Bühnen in Europa bespielt und nun bereits das 3. Album am Start. Klingt doch nach den besten Voraussetzungen für Jinjer. Allerdings erwartet man bei solch einer opulenten Band-Biografie auch gern dementsprechend viel. Musikalisch bewegt man sich zwischen Groove und progressiven Metalcore gemixt mit Elementen aus Jazz, Funk und Reggae. Na dann mal Lauscher geputzt auf und auf Play gedrückt!

Der „Prologue“ erinnert eher an die guten alten Alternative Zeiten in den 90ern. Müsste sich das Album an seinem Intro messen lassen, wäre es fader als Krankenhaus-Kaffee. Aber es kommen ja noch 9 Tracks. Und schon „Captain Clock“ hat es echt in sich und ballert mir jede seine seiner 286 Sekunden mit ordentlich Schmackes in die Fresse. Fast schon Erdkern-tiefe Gitarren, ein zorniger Bass und dazu die giftspuckenden Vocals von Sängerin Tatiana Shmailyuk – ein Hartholz-Brett der Extraklasse! An den Saiteninstrumenten herrscht ein buntes Treiben. Teilweise geht es hier sehr komplex zur Sache und so wartet fast jeder Song mit progressiven Hochglanz-Riffs auf. Man merkt vor allem bei Songs wie „I Speak Astronomy“ und „Pisces“ ganz klar, dass Sandra Nasic ein großes Vorbild für Sängerin Tatiana ist. Leider wirken die Clean Vocals oftmals deplatziert und zu überladen. Das martialische Gebrülle steht ihr irgendwie besser. Aber dank „Sit Stay Roll Over“ hat man gar nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Erstklassiger Entstaubungskur für von der Putzfrau vernachlässigte Boxen. Auch die nächsten beiden Songs warten mit feinstem technischem Geknüppel auf. Der letzte Song „Beggars Dance“ ist doch etwa sehr exotisch und eigentlich klar dem Swing-Jazz zuzuordnen.

Hach. Man. Warum hauen Jinjer hier so völlig genrefremde Tracks auf die Platte? Das verwirrt sicherlich viele Hörer und zeigt vor allem eins: die Band ist sich noch nicht ganz einig, in welche Richtung es langfristig gehen soll. Klar will man der breiten Hörerschaft sein ganzes musikalisches Spektrum zeigen, aber irgendwie ist das zu viel des Guten. Die Clean Vocals sind zwar schön und wackeln kein bisschen, trüben jedoch teilweise die düstere Stimmung und kommen an Stellen zum Einsatz, wo man auch hätte drauf verzichten können. Betrachten wir mal nur die Titel 2 bis 8 haben wir es mit einem ziemlichen dicken Progressive Core Brett zu tun. Granitharte Riffs und bitterböse, abgrundtiefe Growls machen das Ganze hier zu einem echt geilen Album. Ich würde mir wünschen, dass sich die Band mehr in diese Richtung entwickelt, denn dort liegen definitiv ihre Stärken.

Bewertung: 7,8 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Prologue
02. Captain Clock
03. Words Of Wisdom
04. Just Another
05. I Speak Astronomy
06. Sit Stay Roll Over
07. Under the Dome
08. Dip a Sail
09. Pisces
10. Beggars Dance
 

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