CD-Reviews K-M

KAOS KREW – From The Ostrobothnian Plain (2020)

(6.003) Maik (8,9/10) Alternative Metal

Label: Inverse Music
VÖ: 31.01.2020
Stil : Alternative Metal

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Zugegeben, war ich beim ersten Durchhören dieser Scheibe ziemlich irritiert. Überfordert sogar. Denn die Bezeichnung „Alternative Metal“ ist ungefähr so treffend, als würde man sagen: „Mozart hat Musik komponiert.“ Ich war, ehrlich gesagt, verwirrt, wie ich die Mucke der Finnen einordnen soll. Das bin ich jetzt immer noch, aber mit jedem weiteren Durchgang öffnet sich einem die Komplexität des Albums. Es fängt mit einem herzschlagmäßigen Beat an, dann erzählt eine finstere Stimme etwas vom Pferd. Nee, will sagen, vom Ende der Eiszeit und den Jägern und Sammlern. Und dann wird’s rockig. Hier wird teilweise ziemlich der Doom- Hammer ausgegraben, was das Riffing angeht, auch eine ziemliche 70er Schlagseite ist zu bemerken. Das, eingebettet in moderne Sounds, macht einen beim ersten Durchhören schon mal etwas wuschig. Bei „Never Answer Why“ kommt, durch den Klargesang, noch eine Gothic/Dark Wave -Note hinzu. In der Mitte erinnert das Riffing an die Mucke von TIMO RAUTIAINEN.

Ganz abgedreht ist „Crazy“, da wird der Doom- Faktor noch mehr Richtung 70er geschraubt, sodass nun wieder eine Stoner-Note dazukommt. Und weil das alles noch nicht genügt, kommen im Album dann auch noch Facetten vom Industrialsektor, der Progressiv-Schiene und teilweise auch dem Schwarzmetall zum Tragen. Wie gesagt, ich war zunächst verwirrt. Doch irgendwie wächst das Album mit jedem Hördurchlauf. Mir kommt die Musik von KAOS KREW so vor, als hätte ein Alchimist alles, was ihm gefallen hat, in seinen Schmelztiegel geworfen, um zu sehen was dabei herauskommt. Und als ein amorpher Klumpen vor ihm lag, schlug er resigniert mit dem Hammer drauf, und siehe da, eine Schicht Schlacke platzte ab. Und so hämmerte er weiter drauflos, bis, Schicht um Schicht abgetragen, plötzlich ein kleines Bröckchen Gold vor ihm lag. Der amorphe Klumpen war das Album beim ersten Anhören. Die verschiedenen abgeschlagenen Schlackeschichten jeder Hördurchlauf. Und das kleine Stückchen Gold ist das Album mit dem Zungenbrechertitel „From The Ostrobothnian Plain“.

Die Band entzieht sich jeder Kategorie. Ich würde schlussendlich die Formulierung „Avantgarde Alternative Progressive Black Gothic Stoner Doom Rock Metal“ wählen. Aber wer kann damit schon was anfangen? Ich zumindest nicht. Das Ganze hat auch eine gewisse Härte und treibt auch tüchtig. Rest faszinierend, das Ganze. Probehören!

Anspieltipp: „Never Answer Why“ und „Crazy “

Bewertung: 8,9 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Entropy- Black Door
02. Never Answer Why
03. Dance For Me
04. Whiteout
05. Crazy
06. SS Hellion
07. Nobody’s Home
08. Roadrage
09. The Prophets
10. Electric Skin

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