K-M

LINGUA MORTIS feat. RAGE

LMO (2013)

So richtig Fan orchestraler Metal Werke war ich eigentlich noch nie, denn Klein-Olli braucht immer was, wo er gepflegt aufstampfen und die Birne kreisen lassen kann. Allerdings gebe ich zu, dass ich bereits das 1996er Werk damals noch von Rage feat.Lingua mortis richtig kräftig fand, doch zu diesem Zeitpunkt experimentierten einfach viel zu viele Bands mit einem orchestralen Mammutsound und somit war dieses Album eine mehr als starke Randnotiz in den Annalen der Metal Geschichte. Als dann aber 1999 der Ausnahmegitarrist und klassische Musikabsolvent Victor Smolski die Herner Powermetal Institution mit seinem Können veredelte war es lediglich eine Frage der Zeit, bis dieses Projekt eine Wiederauflage erleben würde, die nun in Form der „LMO“ CD vorliegt und mehr als zu begeistern weiß.

Wussten die Jungs bereits am letzten Samstag mit ihrem Auftritt in Wacken zu überzeugen, so kann dies dieses musikalische Juwel allemal, denn hier gibt es endlich einmal die Symbiose, wie sie sein soll. Kraftvolle Musik, die, egal ob nun das Orchester oder die Band den Takt angibt. Dazu die scheinbar immer variabler werdende Stimme von Peavy, der wie ein guter Wein im Alter immer besser zu werden scheint, das tollen und teils schon an den legendären Fates Warning Drummer Steve Zimmermann erinnernde Schlagzeugspiel von Andre Hilgers und natürlich das über allem thronende Gitarrenspiel des brillanten Victor Smolski, den ich seit seiner ersten Arbeit auf „Ghosts“ ehre und schätze. Das sind alles Zutaten, die dieses Album zu einem opulenten Hörgenuss werden lassen. Bereits das eröffnende „Cleansed by fire“ ist trotz seiner recht ordentlichen Länge zu keinem Zeitpunkt langweilig, Vielmehr hat man nach diesen ersten zehn Minuten den Drang, das Teil nochmal von vorne zu hören. Die Chöre, die progressiven Elemente und der traumhafte Gesang aller Protagonisten lässt diesen Song bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ein Maßstab setzen, an dem sich die darauffolgenden Stücke messen lassen müssen, was zum Teil spielend gelingt. „Scapegoat“ beispielsweise ist straighter, geht mehr nach vorne und dennoch wirken die Flöten niemals aufgesetzt, sondern passen einfach harmonisch zum Gesamtbild. Richtig geil finde ich das „Quasi“ Gitarrenduell zwischen den Streichern und Maestro Smolski auf „The devil’s bride“, was ich so bislang noch nicht zu Gehör bekam. Das Peavy aber auch etwas schnulziger kann beweist der sympathische Bassmann auf „Lament“ und auch wenn das Schmalz ein wenig aus den Boxen trieft, so ist dieses Duett mit seiner Gesangspartnerin gewiss ein Highlight auf dem Album. Mit persönlich sind da etwas härtere Klänge lieber, die es nach der Pink Floyd artigen Bridge namens „Oremus“ mit meinem erklärten Lieblingssong „Witches‘ judge“ gibt. Anfänglich eine große Oper, die dann in satten Gitarrenriffs mündet und für mich ganz klar das Aushängeschild und die Referenz der Scheibe ist. Etwas zu Goth-lastig hingegen ist mir „Eye for an eye“, bevor dann das ebenfalls monumentale „Afterglow“ den eigentlichen Reigen beschließt. Doch ein kleines Bonbon haben die Jungs ganz zum Schluss noch übrige, denn mit „One more time“ und dem immer noch genialen „Straight to hell“ von göttlichen „Welcome to the other side“ von 2001 covern sich die Jungs selbst, peppen diese beiden Granaten orchestral auf und beschließen somit eine CD, die in diesem Jahr ein absolutes Furiosum darstellt.

Die Arbeit an diesem Album muss extrem gewesen sein, doch ausgezahlt hat sie sich allemal, denn Lingua mortis, oder besser gesagt „LMO“ ist ein außergewöhnliches Meisterwerk, welches Metalfans genauso wie normale Musikliebhaber begeistern sollte. Bis auf ein paar kleinere Faktoren bin ich ebenfalls von dieser Scheibe restlos begeistert und empfehle wirklich Jedem, hier mal ein Ohr (oder sogar zwei) zu riskieren. Bei mir jedenfalls läuft das Album seit vier Tagen raus und runter…

Bewertung: Epische 9,2 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Cleansed by fire
02. Scapegoat
03. The devil's bride
04. Lament
05. Oremus
06. Witches' judge
07. Eye for an eye
08. Afterglow
09. Straight to hell
10. One more time

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