K-M

MARDUK – Viktoria (2018)

(4.807) - Schaacki (8,6/10) Black Metal

Label: Century Media Records
VÖ: 22.06.2018
Stil: Black Metal

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Da ist er nun, der heiß ersehnte Nachfolger von MARDUKs „Frontschwein“. Da die Band keinerlei Vorstellung mehr benötigt, gehen wir also auch direkt, wie die Band es selbst wohl nicht anders angehen würde, im Sturzflug auf die Scheibe ein.

Apropos Sturzflug – mit dem nicht ganz innovativen, aber dafür altbewehrten Signal eines Fliegeralarms begrüßt uns der „Werwolf“. Zugegeben, als ich den Song das erste mal hörte, war ich noch nicht so überzeugt und fragte mich, was MARDUK mir mit diesen zwei Minuten sagen wollten. Einzeln betrachtet ist die Nummer schnell durchs Gehör geblasen und hinterlässt noch wenig Spuren. Und doch ist der Song keine völlige Enttäuschung. Denn um das Album (und künftig sicher auch diverse Live Shows) zu eröffnen, eignet sich das kurzweilige Stück sehr gut. Ach und wer bei diesem Titel denkt, die Schweden würden jetzt Fantasy Themen vertonen, irrt natürlich. Diese Bestie kämpft einmal mehr auf dem Schlachtfeld. Denn erneut dreht sich die Thematik einer MARDUK Veröffentlichung um Kriegsgeschehen. Oder hätte jemand gedacht, dass die Band sich von ihrem Kurs abbringen ließe, nur weil man ihr irgendwelche fehlgeleiteten Ideologien unterstellt? Natürlich nicht! Stattdessen gibt es Panzer, Flammen und in seiner Farbgebung ein „ganz dezent“ provokantes Artwork. Die vier Schweden erheben also einen deutlichen Mittelfinger gen Fehlberichterstattung, wagen Behauptungen und Social Media.

So berichten sie lieber selbst, zum Beispiel über den „June 44“. Und das tun sie mit mächtig Wumms und schön ausladenden Melodien. Der zweite Song, den die Band bereits vorab vorgestellt hatte, folgt und hört auf den Namen „Equestrian Bloodlust“. Die Nummer erinnert mich ein wenig an „Between the Wolf-Packs“ vom Vorgänger „Frontschwein“, gerade durch seinen gezielten Einsatz von Pausen, was ein wenig Dynamik einbringt. Für etwas Abwechslung sorgen aber nicht nur diese, sondern auch solch langsame, schleppende Tracks wie „Tiger I“. Dieser überrollt den Hörer anfangs gefühlt mit Standgas – also langsam, damit es weh tut – beschleunigt später aber, sodass man die Ketten förmlich rasseln hört. Dieses Tempo wird in „Narva“ weiter ausgebaut und es entsteht wieder ein typisches MARDUK Dauerfeuer, inklusive fallender Bomben. Die in der Mitte eintretende Gitarre überrascht mit ihrer Steigerung von melodisch zu hymnisch daher umso mehr. „The Last Fallen“ deutet an, ein im Midtempo rockender Nackenbrecher zu werden, doch gibt es auch hier und da gezielt gesetzte Highspeed Attacken und Melodiebögen.

In feinster Panzer-Division-Manier prügelt dann der Titelsong „Viktoria“ daher. Hier wird’s neben der Musik auch gerade textlich besonders interessant. Denn erwartet man eine Siegeshymne, so wird man eines besseren belehrt: (übersetzt) „… zu jung den Tod zu fürchten, aber alt genug um zu sterben“– Das ist für mich kein Loblied auf den Krieg sondern das Kenntlichmachen trauriger Realität. Und genauso melancholisch wird der erste Refrain musikalisch untermalt.

Auch „The Devil's Song“ besticht nebst des Drumfeuers durch elegische Gitarren und der inhaltlichen Ironie, das selbst der noch so kampfesfrohe Soldat auch ständig mit dem Tode tanzt – so interpretiere zumindest ich die Worte MARDUKs. Auch der Abschluss „Silent Night“ hält wenig Glorifizierung bereit. Denn anstatt triumphal wild zu wüten, verlassen die Schweden den Panzer und marschieren – man möchte fast „geschlagen“ sagen – im Schritttempo vom Schlachtfeld.

Was soll man abschließend noch sagen? Wer MARDUK kauft, weiß, worauf er sich einlässt – er bekommt auch MARDUK und zwar immer die volle Ladung. „Viktoria“ schließt sich da nicht aus. Die Scheibe setzt wunderbar das „Frontschwein“ fort und könnte als kleiner Bruder betrachtet werden, quasi als das Grabenferkel. Warum der kleine Bruder? Nun ja, auch wenn die jüngste Veröffentlichung sehr zu gefallen weiß, so kommt es an seinen Vorgänger meines Erachtens nicht ganz ran, da mir einfach Dauergrananten wie „The Blond Beast“, „Wartheland“ oder auch der Titelsong des Vorläufers etwas fehlen. Aber vielleicht kristallisieren sich diese auch erst ab Durchlauf X so richtig heraus. Das findet ihr aber am besten selbst heraus, denn eine Kaufempfehlung kann ich ohne Zweifel aussprechen.

Bewertung: 8,6 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Werwolf
2. June 44
3. Equestrian Bloodlust
4. Tiger I
5. Narva
6. The Last Fallen
7. Viktoria
8. The Devil's Song
9. Silent Night

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