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MASCHARAT – Mascharat (2017)

(4.011) - Jezebel (7,5/10) - Anonymous Black Metal

Label: Séance Records
VÖ: 15.09.2017
Stil: Anonymous Black Metal

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Viel ist über Mascharat nicht bekannt. Sie stammen aus Mailand und werden wohl so ähnlich wie „Maskerade“ ausgesprochen, was der Bedeutung des Namens nahekommt. Gerade im Black Metal ist es zur Zeit schwer angesagt, anonym zu bleiben, also sich hinter Masken zu verstecken, entweder als Anti-Egotrip oder aus purem Nihilismus. An der Stelle wäre interessant, ob Mascharat live auftreten und wenn ja, welche Art Maske sie dann tragen. Mehrere der Songtitel weisen auf Venezianische Masken hin und diese finden sich auch auf dem Cover wieder. Die beiden Hut-Bürger tragen eine „Bauta“, die Frau mit der Hand vor dem Mund steht für „Mora“ (bzw. Moretta) und die Schnabelmasken der Pestdoktoren („Médecin de Peste“) haben die meisten wahrscheinlich schon mal irgendwo gesehen. Das prägnante Stadtwappen am Tor gehört übrigens auch zu Venedig.

Das ganze hübsche Konzept nützt natürlich nichts, wenn die Musik Grütze ist. Hier kann ich aber gleich Entwarnung geben, denn Mascharat machen auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum einiges richtig. Das Intro eröffnet den Reigen mit dramatischer Klaviermusik (ein echtes Klavier, richtiges Holz), die sich immer weiter steigert, sodass der Übergang zu „Bauta“ erst einmal ein hässlicher Bruch im Klangbild ist. Die Songs atmen den Spirit des Black Metal der frühen 90er und haben leider auch den fürchterlichen Sound von damals. Freilich können die Mailänder nicht so ganz die nordische Kälte rüberbringen und die Gitarren sind sehr mittenlastig (mediterran gemixt?). Das vollkommen stimm- und konturlose Keifen des Sänger mach die Sache nicht gerade zugänglicher, aber sobald man sich an diese Bedingungen gewöhnt hat, wird die Scheibe immer besser, je öfter man sie hört. Interessant ist auch, dass die Texte auf Italienisch (bzw. Französisch) sind. So geht die Reise, mal rasend schnell, mal atmosphärisch und immer ein wenig verspielt durch 6 Lieder und ein Instrumental auf dem Cembalo, bevor sich beim Outro der Kreis wieder schließt.

Wer Black Metal einerseits sehr klassisch, aber doch irgendwie ungewöhnlich mag, sollte bei Mascharat unbedingt mal reinhören.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Intro
02. Bauta
03. Médecin de Peste
04. Mora
05. Vestibolo
06. Simulacri
07. Iniziazione
08. Rito
09. Outro

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