CD-Reviews K-M

MOONLIGHT HAZE – Animus (2022)

(7.707) Maik (4,0 /10) Pop Rock


Label: Scarlet Records
VÖ: 18.03.2022
Stil: Pop Rock

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Wem kürzlich ein unmenschlicher Schrei aus Richtung Schwabistan zu Ohren kam, der an eine Mischung aus Godzilla, Chris Barnes und dem Rancor erinnerte, dem sei erklärt: Das war ich. Denn mein Metal-Raumschiff ist einmal mehr unglücklich mit dem Planeten Traellos Elsos Alpha kollidiert.

Es mag ja sein, dass sich solche Musik verkauft wie warme Semmeln, weshalb es immer mehr Gruppen wie MOONLIGHT HAZE gibt. Und zugegeben sind das auch zumeist talentierte Musiker, die da am Wirken sind. Aber warum, um alles, was uns Stromgitarrensüchtigen heilig ist, muß man das dann immer unter dem Banner „Metal“ verkaufen? Nur, weil da ein paar Elektrogitarren mitspielen dürfen, ist das noch lange kein Metal. Und schon gar kein Power Metal, selbst wenn man sich das „symphonic“ noch davorknetet. Dann wären STATUS QUO, die ROLLING STONES und BRUCE SPRINGSTEEN ja auch Metal. Ha! Genaugenommen, sind die sogar mehr Metal als viele dieser female fronted Pseudo-Metal-Bands.

Wie nehmen also als Grundgerüst eine metallische Basis, Gitarre, Bass, Schlagzeug. Das wird mit omnipräsenten Keyboards aufgebrezelt, dazu kommt noch eine hübsche Lady mit angenehmem Gesangsstimmchen, und dann schreiben wir ein paar poppige Songs, die hart am Schlagerfach vorbeischrammen.

Und zugegeben, das klingt alles schön, und nett, und melodisch. Geht auch dem Normalhörer flockig und ohne wehzutun zart ins flauschige Ohr, und man kann auf Zuckerwattewolke 12 schön relaxen. Willkommen im Schlaraffenland, wo einem Milch und Honig in die Ohren fließen, und vorgeben, harte Drops zu sein! Ab und zu darf die Gitarre mal zaghaft den Versuch unternehmen, sich aus dem bombastischen Gemisch aus Keyboards, Chören und dem Engelsgesang herauszuschälen, wird aber recht schnell wieder in die Schranken gewiesen. Aus! Böser Hund!

Dann kommt auch mal ein leichter Folk- Einfluss zum Tragen, wie in „The Thief And The Moon“, aber eher so die poppige Variante. Tanzbar und nett. Aber letztlich nicht viel heavier als HELENE FISCHER oder JULIANE WERDING. Und da kommt mir eben der bösige Terminus „Trällerelsenmetal“ in den Kopf. Zugegeben ist dieser Begriff nicht besonders nett. Aber wenn die Leute diese Art Mucke nicht immer auf Gedeih und Verderb dem Genre Metal zuordnen, sondern einfach ganz ehrlich Pop-Rock dazu sagen würden, kämen solch un-nette Bezeichnungen gar nicht auf.

Ach ja, beim Titelsong gibt es auch mal etwas Growlgesang, der aber nicht wirklich so etwas wie metallische Härte auf die Sahnetorte schmiert. Und am Ende kann ich wirklich nur frei nach METALLICA sagen: „Nothing Else Trällers!“ Denn hier haben wir eben nur ein hart am Schlagerufer segelndes Pop-Rock-Album, welches mit Metal so viel zu tun hat, wie ich mit kanonischem Kirchenrecht.

Dazu kommt noch, dass sich das poppige Konzept irgendwann auch sehr schnell abnutzt. Immer dieselben Keyboardteppiche, dieselben Gesänge, dieselben kurzzeitigen Gitarrenklänge, das wirkt am Ende eben nur noch weichgespült, glattgebügelt und eben tausendprozentig auf Mainstream getrimmt.

Der einzige Song, der wenigstes ein bisschen abgeht, ist „A Ritual Of Fire“, bei dem die Gitarre aber wieder derartig im Hintergrund verschwindet, und nur mal kurz ein Solo darbieten darf, dass es echt keinen Spaß macht. Dreht den Regler der Axt hoch, Ihr Schlümpfe! Und spätestens ab der Mitte – ich habe es mittels drei Hördurchgängen überprüft – plätschert der ganze Schmonzes einfach nur noch an mir vorbei, und ich sehne händeringend das Ende dieser Scheibe an. Bemitleidet mich gefälligst, ihr herzlosen Bagaluten! Drei Hördurchgänge! Alter!

Wer sich gerne auch mal Popmusik und Schlager reinzieht, gerade mit einem leichten Folkbezug, kann sich gern mal mit dem Mondschein-Dunst berieseln lassen. Für den beinharten Metaller ist das eher das Diabetes-Schock-Programm. Punktemäßig wird das dann ein Mittelwert. Musikalisches Können einerseits, völlige Abwesenheit metallischen Bezugs andererseits ergeben letztlich nun mal keine Höchstnote.

Anspieltipp: möchte ich niemandem aufs Ohr drücken


Bewertung: 4,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Nothing
02. It’s Insane
03. Kintsugi
04. Animus
05. The Thief And The Moon
06. Midnight Haze
07. Tonight
08. Never Say Never
09. We’ll Be Free
10. A Ritual Of Fire
11. Horror Thunder



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