K-M

MORTAL SIN

Psychology of death (2011)

Zum Glück bin ich ein alter Mann…“ (Zitat Knorkator), denn wie hätte ich sonst in jungen Jahren meine absolute Affinität zum Thrash Metal ausbilden können? Wie sonst hätte ich Perlen wie beispielsweise „Mayhemic destruction“ von den damals noch nicht mal dem Underground bekannten Mortal Sin anno 1986 entdecken können? Eben jene Platte war auch dafür verantwortlich, dass ein damaliger Freund von mir vom Rap a’la Run DMC zum Metal konvertierte. Allein dieser Umstand rechtfertigt schon den Umstand, Mortal Sin einen gewichtigen Platz in meiner persönlichen Historie einzuräumen. Umso mehr freute ich mich 2008, die Australier in Wacken endlich mal wieder live zu sehen, was letztmalig 1989 im Rahmen der Testament Tour erfolgte. Himmel, ist das alles lange her…Und nun also endlich mal wieder ein neues Studioalbum, welches mit einer Veröffentlichungsspanne von „nur“ vier Jahren diesmal recht zügig der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, bedenkt man, das zwischen dem verhunzten Power Metal Scheibchen „Every dog has it’s day“ und dem Comebackalbum „An absence of faith“ satte 16 Jahre lagen. Also…Bühne frei…

Psychology of death“ heißt das Teil und ist ein Donnerhall sondergleichen. Da sind keine alten Herren am Werk, die noch mal auf den Thrash Revival Zug aufspringen möchten, vielmehr weiß der Fünfer einfach aus dem Effeff, welche Riffs, welche Akkorde und welche Texte der geneigte Thrash Jünger braucht, um glücklich, selig und etwas debil vor sich hinzugrinsen. So jedenfalls war es bei mir, denn so…und ich meine GENAUSO…hat Thrash zu klingen. Wuchtig, wütend, rifflastig, toll produziert und mit einem fetten Bumms ausgestattet bietet dieser 9 Tracker alles was man braucht, um sich ordentlich die Rübe abzuschrauben. Dazu der markante Gesang von Matt Maurer, der symptomatisch für den Sound der Australier ist und dadurch der Mucke einen mehr als hohen Widererkennungswert beschert. Egal welches Tempo die Jungs einschlagen, es kracht und rummst an allen Ecken und Enden was meinen Nachbarn dazu veranlasste mich zu bitten, die Musik doch etwas leiser zu drehen. Der Titeltrack ist eine saufette Mitgröhlhymne, „Blood of my enemies“ besticht durch tolle Tempiwechsel, „Paralysed by fear“ schleppt sich tonnenschwer durch die Boxen und „Burnt into your soul“ ist die eigentliche Hitsingle mit einem Monsterrefrain. Wo man nun bei vielen Scheiben die Befürchtung haben muss, dass der Rest einen qualitativen Leistungsabfall zu verzeichnen haben würde, treten Mortal Sin noch mal kräftig aufs Gaspedal und hauen mit der Exodus Reminiszenz „Deny“, dem heftigen „Doomed to annihilation“, dem Motörhead artigen und schwer ins Tanzbein gehende „Kingdom of pain“, der zukünftigen Livehymne „Down in the pit“ und dem mit Abstand besten Song des Albums „Hatred“ tonnenschwere Viertelpfünder raus, die nicht nur verbrannte Erde, sondern auch einen selig grinsenden Reviewer hinterließen.

Lasst Euch auf der gerade stattfindenden Thrashfest nicht täuschen, denn Mortal Sin sind keine Altherrenband und hoffentlich noch lange nicht am Ende. „Psychology of death“ setzt in 2011 ein dickes Ausrufezeichen und darf getrost als Referenzwerk für viele momentan aus den Kellerräumen an die Oberfläche kriechenden Jungcombos angesehen werden. Ich freue mich jedenfalls diebisch über dieses Album und das beim Gig in Berlin stattfindende Interview, bei dem ich vor den Jungs für dieses Klassalbum vor Respekt mein Knie beugen werde…und das trotz fortgeschrittener, altersbedingter Arthritis

Bewertung: 10 von 10

Trackliste:

01. Psychology of death

02. Blood of my enemies

03. Paralysed by fear

04. Burned into your soul

05. Deny

06. Doomed to annihilation

07. Kingdom of pain

08. Down in the pit

09. Hatred

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