K-M

MYRKUR – Mareridt (2017)

(4.030) – Elmo (4,5/10) Black Metal

Label: Relapse Records
VÖ: 15.09.2017
Stil: Post-Folk Black Metal

Facebook   Webseite   Kaufen

Was als sagenumwobenes Ein-Frauen-Black-Metal-Projekt begann, das ist nun im Post-Rock-Folk-Alternative-Universum ankommen und zieht dort seine Bahnen und zitiert den anfangs bemühten Schwarzmetall nur noch phasenweise. Dabei kommt eine eigenwillige, atmosphärisch dichte Mixtur heraus, die getragen von facettenreichen Vocals, gefällig tönt und seine Momente hat. Wie zum Beispiel im Opener „Mareridt“ und dem folgenden „Maaneblot“. Der Gesang des Titeltracks ist unschlagbar gut, die Melodieführung ist unverkennbar.

Was wurde schon über die Dame geschrieben, anstatt sich mal auf die Musik zu konzentrieren. Dies wurde ja noch durch allerlei Promokniffe befeuert. Denn es ist ja so... um heutzutage noch irgendwas im Musikbusiness zu erreichen, da braucht es schon Kontroversen und nur das Besondere hat in der schnelllebigen Szene länger als 15 Minuten Bestand. Deswegen konzentrier ich mich immer lieber auf das Gehörte....

Wenn man das tut, dann merkt man schnell, dass bei allem Tamtam um die Person des ehemaligen Models, am Ende gut produzierter Post-Folk-Schwarz Metal bleibt, der unter zu Hilfe Name von allerlei folkloristischem Tand die durchschnittlichen Ideen aufwertet und aber durchaus für Abwechslung sorgt. Kein Track ist wie der andere. Nichts baut aufeinander auf, sondern man befindet sich auf einer steten Reise durch oben benannte Genres. Songstrukturen gibt es weniger im herkömmlichen Sinne. Parts werden einfach aneinandergereiht.

Das geht meist gut, aber zuweilen auch schief. Wenn die letzten beiden Tracks als Instrumental und als Acapellasong mit verfremdeten Spoken Word offiziell als Songs eines Full-Length-Albums gelten sollen, würde ich mich als Käufer dieser Cd maßlos ärgern. Sowas kann man heute doch mal nebenher mit Cubase recorden. Das machen die Kids doch alle nach der Schule als Hobby. Von einer Berufsmusikerin, die sich als Künstlerin inszeniert, dann sowas kredenzt zu bekommen, das grenzt schon an Größenwahn und Selbstüberschätzung. Aber vielleicht gibt es auch hierfür eine Hörerschaft, die sich dafür begeistern mag. Ganz bestimmt sogar.

Einflüsse hat jeder Musiker. Wenn jedoch so stumpf und dreist kopiert wird wie in „Crown“ , dann weiß ich auch nicht weiter. Lana del Rey sollte für die Melodie, die Phrasierung und die Produktion Royalties bekommen. Es klingt wie ein schwächerer Song der erfolgreichen US-Amerikanerin. Man kann förmlich hören, wie Amalie eine del Rey Cd gehört hat und sich dachte.... mach ich auch. Das hat an dieser Stelle einen wirklich fahlen Beigeschmack. Ist am Ende die Stilvielfalt dieses Albums einfach nur Beliebigkeit und Willkür? Es ist traurig und komisch zugleich.

Das Album gleicht einer Ideencollage, die zwei hörbare Songs hervorgebracht hat. Der Rest ist Brainstorming mit tollen Chören und interessanten Folkeinsprengseln und Sich-Mal-Ausprobieren. Klingt ganz okay und ist echt nett. Schön, dass sich Relapse so ins Zeug legen. Da merkt man, dass Profis ihr Handwerk verstehen und ganze Arbeit leisten.

Bewertung: 4,5 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Mareridt
02. Måneblôt
03. The Serpent
04. Crown
05. Elleskudt
06. De Tre Piker
07. Funeral(featuring Chelsea Wolfe)
08. Ulvinde
09. Gladiatrix
10. Kætteren
11.Børnehjem

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

The new breed

VERLOSUNGEN

wo wir sind

P P P

Schrod's...

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Join the Army

Damit das klar ist

Unsere Partner