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SURTURS LOHE – Seelenheim (2016)

(3.034) - Jezebel (9,0/10)

Label: Einheit Produktionen
VÖ: 02.09.2016
Stil: Pagan Metal
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Thüringen scheint so etwas wie die Pagan-Hochburg des Landes zu sein. Neben Menhir, Odroerir, XIV Dark Centuries, Gernotshagen und einigen anderen kommen auch Surturs Lohe aus dem grünen Herz Deutschlands. Zum 20jährigen Bandjubiläum beschenken sie sich und uns mit ihrem 4. Album „Seelenheim“; acht Titel und insgesamt 47 Minuten Laufzeit sind die Eckdaten.

Dabei gehen Surturs Lohe sehr ernsthaft zu Werke. Wir haben hier keine feuchtfröhliche Wikingerparty, keine simplen „Wir und unsere Trinkhörner gegen den Rest der Welt“-Hymnen, auch keinen folkig angehauchten Mittelalterkitsch. Nun ist es bei mir oft so: je ernster sich jemand nimmt, umso witziger finde ich das, aber hier bin ich still. Das ist schlicht und ergreifend richtig gut.

Das Album startet mit dem hörspielreifen „Der Kaiser im Berg“, bei dem Friedrich Rückerts Barbarossa-Gedicht rezitiert wird. „Lohe Surt“ rast dann fast Black Metallisch und ein wenig Bass-arm los, bevor Sängerin Alraun ab dem Titelstück zum Zuge kommt und vornehmlich die leiseren Töne das Bild bestimmen. Sie hat eine klassisch ausgebildete Altstimme (meinetwegen auch Mezzosopran), sie quietscht nicht, sie haucht nicht, sie nervt nicht mit Geträller, sie singt einfach nur sehr schön. Sowas ist im Metal selten zu finden, selbst die leidige Schöne-und-Biest-Falle wird gekonnt umschifft. „Unter den Linden“ ist eines der bekanntesten Gedichte von Walther von der Vogelweide und das abschließende Duo „Schwertleite“/ „Schildwacht“ ist der unumstrittene Höhepunkt an Kompositionskunst. Abgesehen von „Lohe Surt“ und „Seelenheim“ (und ein klein wenig bei „Schildwacht“) verzichtet auch die männliche Stimme auf Growlen und Keifen, das finde ich vom Aufbau des Albums her sehr interessant.

Wahrscheinlich musste der olle Surtur mit seinem lohenden Feuerschwert erst das alte Melodic Black Metal Korsett zerschlagen, bevor sich das neue Gewand entfalten konnte. Und dieses Gewand ist mächtig, episch, eher von Klassik als vom Folk inspiriert, mit (echten) Flöten und Streichern, Klavier und Akustikgitarren, mit sehr sorgfältig komponierten Melodielinien und ohne Keyboard-Pomp. Beeindruckend.

Bewertung: 9,0 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Der Kaiser im Berg
02. Lohe Surt
03. Seelenheim
04. Unter den Linden
05. Gotengrab
06. Sumar kehre Heim
07. Schwertleite
08. Schildwacht

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