T-V

TAD MOROSE

Revenant (2013)

Wer es auch immer zu „verantworten“ hat, dass sich in der von mir für musikalische Großtaten seit gut zwanzig Jahren hochgeschätzten, zuletzt jedoch leider eher ungewöhnlich ruhigen schwedischen Stadt Bollnäs endlich wieder gehörig tut, dem gebührt mein ganz persönlicher Dank und Respekt, denn 2013 scheint ein verdammt gutes Jahr für die dortige Metal-Szenerie (gewesen) zu sein.

Nicht nur, dass die Burschen von Morgana Lefay endlich wieder auf dem Dampfer sind und uns auf dem „Bang Your Head!!!“-Festival in diesem Jahr mit einem furiosen Gig beeindruckt haben, auch ihre „Brüder im Geiste“ von Tad Morose melden sich nach einer Schaffenspause von zehn Jahren endlich wieder aus der Versenkung zurück und das noch dazu in Form eines tadellos klingenden Albums, dem insgesamt siebenten in der mehr als zwanzigjährigen Historie der Band.

Zwar ist mir nach wie vor nicht wirklich klar, weshalb nach der Veröffentlichung “Modus Vivendi“ 2003 dermaßen viel Sand ins Getriebe kam und der Truppe ein nahezu unbemerktes Ende bevorstand, doch das ist längst alles „Schnee von gestern“, denn immerhin konnte man in den letzten Jahren mitbekommen, dass die Band doch noch nicht Geschichte ist, auch wenn es nicht immer rosig ausgesehen hatte. Ein erster, hoffnungsvoller Hinweis auf weitere Taten war, dass nach dem Abgang von Sänger Urban Breed (der zuletzt mit Trail Of Murder sowie bei Pyramaze in Erscheinung trat) mit dem früheren Annihilator- und Overkill- (sowie aktuellen Duskmachine- und Liege Lord-) Mann Joe Comeau versucht wurde, etwas auf die Beine zu stellen, doch diese Kooperation dürfte aus vorwiegend geographisch-logistischen Gründen von nur kurzer Zeit gewesen sein, weshalb bald darauf einige weitere Band-Mitglieder das Handtuch warfen und Gitarrist Christer “Krunt“ Andersson plötzlich nur noch den 1994 zur Band gestoßenen Drummer Peter Morén auf seiner Seite wusste und so als einziges verbliebenes Original-Mitglied versuchen musste den Karren gemeinsam mit Peter aus dem Dreck zu ziehen.

Und genau dieses Unterfangen ist den beiden Recken gelungen und so gibt es auf dem neuen Album “RevenantTad Morose in der “Version 2013“ zu beklatschen, wobei zur Band neben beiden genannten Haudegen aktuell noch der frühere Torch und The Citadel-Gitarrist Kenneth Jonsson, der ehemalige Morgana Lefay-Klampfer Tommie Karppanen am Bass, sowie Sänger Ronnie Hemlin zählen, den man eventuell noch von Steel Attack kennt, wo sich dessen Wege mit jenen von Peter Morén offenbar zum ersten Mal gekreuzt haben, ehe die beiden bei Inmoria zusammen loslegten, wo sich im Laufe der letzten Jahren (sowie auf den bisher veröffentlichten zwei Alben) u.a. die bereits genannten Herren Andersson und Karppanen, wie auch Charles Rytkönen oder der frühere - Achtung, jetzt wird’s unübersichtlich – Tad Morose-Keyboarder Danne Eriksson betätig(t)en.

Langweilig dürfte also keinem der Musiker gewesen sein, allerdings scheint die Truppe ihr Hauptaugenmerk nun wieder auf Tad Morose gelegt haben, denn “Revenant“ ist ein wahres Leckerli für Liebhaber der Progressive/ Power Metal-Abteilung geworden und wird wohl selbst die durch langjährige Durststrecke vergrämten Fans im Nu zurückerobern können.

Zum einen, weil die Kompositionen zwar sehr wohl all jene Trademarks aufweisen für die man die Schweden immer schon geliebt hat (auch, weil die Band immer wieder an diverseste US-Prog/Power Metal-Ikonen des Undergrounds erinnert hat!), jedoch einem „Straffungsprozess“ unterzogen worden sein dürften und von daher deutlich kraftvoller, aber auch einen Tick heftiger klingen, und zum anderen, weil man mit Ronnie einen wahren Glücksgriff tätigen konnte, der ein Spektrum abdeckt, das von den Höhen eines Tim Owens bis hin zum vollmundigen, dezent an Ronnie James Dio erinnernden Timbre eines Patrick Nils Johansson reicht und dabei in allen Facetten über jeden Zweifel erhaben ist und mit einer wahrlich beeindruckenden Leistung glänzt.

Hinzuzufügen bleibt noch, dass die Jungs anno 2013 offenbar intensiver denn je daran gewerkt haben ihre Tracks bei allem Prog-Anspruch eingängig und nachhaltig zu gestalten. Und genau das ist Tad Morose geglückt, weshalb ich nur noch darum bitte, dass man die Band kurzfristig aus der Heimat kurzfristig „verscheuchen“ möge, damit sie sich mitsamt ihren Instrumenten zu uns begeben.

Bewertung: 9,0 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Beneath A Veil Of Crying Souls
02. Follow
03. Babylon
04. Within A Dream
05. Ares
06. Absence Of Light
07. Death Embrace
08. Dance Of The Damned
09. Spirit World
10. Timeless Dreaming
11. Millenium Lie
12. Gypsy

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