WITHERED "Grief Relic" (2016)

(2.786) - Jezebel (6,66/10)

Label: Seasons of Mist
VÖ: 27.05.2016
Stil: Black Death Doom

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Es gibt Alben, die sind schwer zugänglich, weil sie unheimlich sperrig sind, sehr viel Kunst und Avantgarde. Dort gibt es meistens irgendetwas, das einen packt und dazu bringt, in die Tiefen abtauchen und es verstehen zu wollen. Und dann gibt es Kandidaten wie „Grief Relic“ von Withered, die so sehr an einem vorbeirauschen, dass man sie öfter hören muss, als sonst zum Schreiben eines Reviews üblich ist, damit überhaupt etwas hängenbleibt, das man mit Worten beschreiben könnte. Alben, bei denen man einiges an Motivation selber mitbringen muss, um sie noch einmal und noch einmal zu hören, bis sich vielleicht doch etwas festgesetzt hat, die aber von sich aus kein bisschen dazu einladen.

Withered kommen aus Atlanta (USA) und haben sich seit 2003 einer nihilistischen Mischung aus Doom, Death und Black Metal verschrieben, das müsste eigentlich genau meine Baustelle sein. Hier vorliegend haben wir das 4. Album, der Vorgänger „Dualitas“ ist schon fast 6 Jahre alt und seitdem hat es gewaltig in der Bandbesetzung gerappelt. Den Neuanfang „gramvolles Überbleibsel“ zu nennen statt irgendwas in Richtung „Phönix aus der Asche“ oder sonstiges „Yeah we’re back“-Gelaber, sagt schon einiges über den Nicht-Humor des Vierers aus.

Dumpf rumpelt das Album ohne größere Umschweife los, als hätte Withered schon früher angefangen und der Hörer kommt erst mitten im Lied hinzu. Viel mehr als eine Art deathmetallisches Grundrauschen im tieffrequenten Bereich passiert auch nicht, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es am dargebotenen Material oder am Sound liegt. Meditative Monotonie oder gewollter Sludge-Krach scheint hier nicht das zu sein, was Withered ausdrücken wollen, eher jede Menge Musik unter einem dicken Teppich begraben. Sollten songschreiberisch interessante Details vorhanden sein, gehen sie im allgemeinen Mulm unter. Bei „Withdraw“ habe ich mal aufgehorcht, nicht nur, weil es mit einem Piepen anfängt, sondern weil da fast sowas wie ein Groove zu hören war. „Feeble Gasp“ geht auch in Ordnung, bei „Distort, Engulf“ rumpelt es noch einmal etwas heftiger und irgendwann ist wieder Ruhe, ohne dass man einen Schluss in dem Sinne gehört hätte.

Am liebsten würde ich die Jungs zurück ins Studio schicken, damit der Scheibe ein differenzierterer Sound verpasst wird, damit man auch hört, was die spielen. Wahrscheinlich ist es aber doch genau so gewollt: düster und sinnlos als Soundtrack für depressive Verstimmungen.

Bewertung: 6,66 von 10 Punkten

Tracklist:
01. Leathery Rind
02. A Realm of Suffering
03. Withdraw
04. Feeble Gasp
05. Husk
06. Downward
07. Distort, Engulf
08. To Glimpse Godliness

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