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WOLFHEART – Tyhjyys (2017)

(3.503) - Thor (10) Winter Metal

Label: Spinefarm Records
VÖ: 03.03.2017
Stil: Winter Metal

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Es ist soweit, am Ende des Winters 2016/2017 erscheint langersehnt das dritte Wolfheart Album mit dem Titel „Tyhjyys“. Mit „Shores of Simpele“ beginnt die Reise, gefühlvolle akustisch nordische Klänge, die sich dazu durchringen melodisch und mit schreiendem Kriegerchor in die Geschwindigkeit und dunkle Kälte einzutauchen, begleiten einen an den Ufern des See`s Simpele und ebenen den musikalischen Weg durch eine fantastische 44 Minuten dauernde eisige epische Winterlandschaft.

Danach folgt die erste Singleauskopplung des Albums „Boneyard“. Mit hyperschnellen Riffs wird der Zuhörer bombardiert, melodisch begleitet von peitschenden Leadelementen, Tuomas Saukkonens einzigartigem Growling und erschreckend gut platzierten Chorklängen verfeinert, wirkt das ganze wie eine eisige dynamische Walze, die einem die Kälte nur so um die Ohren schmettert. Dabei wird das ganze unterbrochen von wieder ruhigen akustischen Elementen, die dir die frostige Welt geradezu aufzwingen, um anschließend im typischen schnellen melodischen Explosionsmodus einen eisigen Gänsehautkörper zu hinterlassen. Großartig.

„World on Fire“ zeigt, dass Melodie und Growling perfekt miteinander abgestimmt ein großartiges Halteseil für einen gesamten Song seien können, an das sich neben feinsten Pianoklängen und diesen immer wieder unglaublichen melodischen Parts auch die cleanen Vocals von Lauri und atmosphärische Choruntermalungen festkrallen und eine feste Einheit bilden. Dass die zweite Singleauskopplung „The Flood“ innerhalb von einer Woche gigantische 95.000 youtube Klicks aufweist, zeigt auf welchen Weg die Band ist.

Balladenhafte akustische Gitarrenklänge vereint mit Pianonuancen lassen einen über die kalten Wälder schweben, tief in eisige Gedanken versunken begleitet einen der einsetzende Sog aus tiefem Growling, drückenden Drums und träumerisch eisigen Melodien durch die weiße Winterwelt. Ein Gefühl des Glücks treibt einem fast die Tränen in die Augen.

„The Rift“ ist da wieder das ganze Gegenteil, schnell und aggressiv, mit dem Einsatz orchestraler Parts ist es dabei gelungen eine Atmosphäre zu schaffen, die einem die nötige Luft zum Durchatmen gibt bevor die Melodie der Geschwindigkeit den Kampf ansagt und beide gemeinsam tiefe Furchen in der nordischen Eiswelt hinterlassen.

Fast hymnenhaft startet „Call oft the Winter“, um sich anschließend in das melodische Treiben einzugliedern, wobei hier mehr die atmosphärische Tiefe der Begleitklänge staunen verbreitet, da sie im Zusammenspiel mit den gewohnten Growls und Leadparts schon fast ein folkloristisches Puzzlestück darstellen. Piano- und Akustikklänge tragen ihren Teil dazu bei, dem ganzen einen unglaublichen variantenreichen Touch zu bestätigen.

Dead White“ mit melodiös schleichendem Beginn schließt sich da nahtlos an, in eine stampfend drückende Rhythmuswalze übergehend die einem mit dem Parallelgesang von Growls und cleanen Vocals und ohne großartig vom eingeschlagenen Weg abzudriften keine ruhige Pause gönnt, wobei auch hier wieder dezent eingesetzte orchestrale Elemente das ganze verfeinern.

Es war vorher zu sehen und Tuomas bestätigte mir schon beim Metal Storm 4 im Oktober 2016 in Luzern das natürlich ein Song in finnischer Sprache das Album beenden wird. Der Titelsong “Tyhjyys” ist an tiefgreifendem Gefühl kaum zu überbieten.

Was für phantastische Gedanken treibt einem dieser großartige Song in den Kopf, träumend schwebend durch eisige Wälder ziehend, begleitet von traurig-brummigen Gesangsparts endet hier ein überragendes Album voller unglaublich genialer und epischer Melodien, technisch und gefühlsbetont, in einer gefrorenen Welt. Es handelt sich bei „Tyhjyys“ eindeutig um das bisher variantenreichste Album der Band.

Enorm abwechslungsreich, durch schnelle und langsamere Songs, den Einsatz von Kriegerchören und vielen orchestralen Elementen, wahnsinnigen Tempowechseln und unglaublich gänsehautproduzierenden Melodien lassen einem das Blut in den Adern gefrieren.

Ich habe das Gefühl, dass seit Joonas die Drums bedient die Songs noch schneller wirken als auf beispielsweise beim Debütalbum „Winterborn“. Die kompletten Rhythmusparts wurden von Tuomas gespielt, Mikka war für alle Leadparts zuständig. Lauris cleane Gesangsparts wurden perfekt dezent platziert und bilden mit dem Growling Saukkonens ein grandioses Zusammenspiel.

Alle Songs (Vorproduktion und Arrangements) stammen aus der Feder von Tuomas Saukkonen, lediglich einer wurde gemeinsam mit Mikka und Lauri geschrieben, da durch familiäre Ereignisse (Mikka – Geburt des Sohnes) und andere zeitraubende Beschäftigungen der Bandmitglieder einfach keine gemeinsame Zeit war. Sie entstanden, wie sollte es anders sein, alle im Winter. Wie sagte Tuomas in einem Interview: „Es ist eine schöne Jahreszeit, und für mich, wenn es Winter wird, kommt mein Leben zur Ruhe und ich bin dann ganz alleine.“ Dass scheint die Zeit für perfekte Songs zu sein.

Bewertung: 10 Punkte

Tracklist:
01. Shores Of The Lake Simpele
02. Boneyard
03. World On Fire
04. The Flood
05. The Rift
06. Call Of The Winter
07. Dead White
08. Tyhjyys

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