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YHDARL – Loss (2018)

(4.375) - Schaacki (9,5/10) - Black Metal

Label: I, Voidhanger Records
VÖ: 19.01.2018
Stil: Black Metal

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Der erste Ton von „Loss“ ertönt und sofort denke ich an URFAUST. Dieser aufweckende Schrei, mit dem YHDARL das Album eröffnen, dringt nämlich ebenso tief in die Seele ein und erschüttert. Sicher sind die Holländer ein Einfluss der Band, jedoch wird es noch viel mehr zu entdecken geben.

Denn wer bei einem flüchtigen Blick auf die nur drei Songs beinhaltende Tracklist denkt, hier wäre ein Kurzschuss am Start, der irrt gewaltig. Die Stücke erzielen eine Gesamtspielzeit von rund 50 Minuten! Das Wort „Überlänge“ trifft es also schon nicht mehr so ganz. Allerdings wäre ein anderer Weg wohl auch keine Alternative gewesen. Wo ich in jüngster Vergangenheit noch einer anderen Band die Kritik geben durfte, dass eine Teilung in mehrere Stücke den Songs vielleicht gut getan hätte, so wäre es im Falle von „Loss“ ein großer Fehler. Zwar tragen die drei Lieder alle samt Doppel-Titel – „Ignite - Ashes“, „Despise - Pity“ und „Sources - Nihil“ – was eine Einladung zum Cut sein könnte, doch ist es eben der Weg von A nach B, der das Kunstwerk entstehen lässt.

Die Übergänge funktionieren nahtlos und man bedarf sich keiner abrupten Breaks um ein neues Kapitel einzuleiten. Und dies ist ein verdammt wichtiges Detail, da die Atmosphäre nie abzureißen scheint. Oft erlebt man es anders und der Film, den man gerade im Kopf hat, ist plötzlich weg. Aber nicht mit YHDARL! Selbst wenn mal das Bremspedal getreten wird, dann nie bis zum Bodenblech. Und so lässt man den Akkord ausrauschen während aus dem Hintergrund sanft, zupfend sich wieder ein paar Klänge einweben.

YHDARL verstehen es großartig die Spannungskurven aufzubauen, die Atmosphäre zu halten und für eine Menge Abwechslung zu sorgen – so viel sei also schon mal gesagt. Dafür reißen sie auch gern mal ein paar Grenzen ein, spielen zum Beispiel mit Doom Metal („Sources - Nihil“) und auch Noise und Post Rock.

Neben Déhà (auch GOD ENSLAVEMENT; MALADIE), der sich nebst Gesangsparts für alle Instrumente verantwortlich zeigt, bereichert das Projekt seit 2010, drei Jahre nach der Bandgründung also, noch (Mit-)Sängerin Larvalis Lethæus. Die beiden Musiker aus Belgien und Frankreich ergänzen sich großartig und bieten auch stimmlich einen komplexen Kosmos. Hinzu kommen außerdem noch Gastparts von Old (DROHTNUNG), Daniel Neagoe (EYE OF SOLITUDE; CLOUDS), Todor Krasimirov und Yavor Dimov (DIMHOLT). Auch dies bietet eine Menge zusätzlicher Möglichkeiten.

So kann, um nur ein Beispiel zu nennen, neben bekannten Paarungen wie Kreischen + Growling auch zweistimmiger Klargesang sehr überzeugen.

Ein Lob sei noch dem sehr stilvollen Cover von Maxime Taccardi gewidmet, das hervorragend zum Klang des Albums passt.

Loss“ und auch YHDARL selbst sind für mich eine verdammt starke Entdeckung zum Beginn des Jahres. Dieser Band werde ich wohl noch genauer nachgehen, denn die Discographie hat in den über 10 Jahren des Schaffens eine Menge Material angehäuft, das es nun zu checken gilt. Auch live, davon bin ich überzeugt, wird diese Musik sicher grandios funktionieren und ich würde mich sehr freuen, dem beiwohnen zu können.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Ignite – Ashes
2. Despise – Pity
3. Sources - Nihil

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