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GAEREA – Mirage (2022)

(7.987) Schaacki (10/10) Black Metal


Label: Season of Mist
VÖ: 23.09.2022
Stil: Black Metal


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Es gibt in diesem Jahr schon wieder eine ganze Menge großartiger Veröffentlichungen. Alteingesessene binden alte wie neue Fans, Nobodys präsentieren sich mit Granaten und dann gibt es da noch Gaerea – die fünf Portugiesen, die seit ihrer Gründung vor sechs Jahren sich scheinbar das Ziel gesetzt haben, den Underground nicht nur aufzumischen sondern wohl sogar zu erobern. Wie könnte man es sonst erklären, dass die jungen Musiker in der besagten Zeit bei dauerhafter Live Präsenz im Zwei-Jahres-Takt ein Highlight nach dem anderen raushauen.

Stetig sind ihre Veröffentlichungen auf höchstem Niveau und abermals stetig ist eine Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer Spielweise und ihrer Trademarks auszumachen. Nach ihrer selbstbetitelten EP im Gründungsjahr 2016 überzeugte das Debüt „Unsettling Whispers“ (2018) auf ganzer Linie und doch konnte der Nachfolger „Limbo“ (2020) dieses toppen. Und obwohl es schon fast nicht mehr möglich wirkte, kann auch das neue Werk „Mirage“ dieser Tradition folgen und die Messlatte noch ein Stückchen höher legen.

Klar bleiben Gaerea ihrem inzwischen bekannten, eigenen Sound treu und doch haben sie mit einer großen Menge Fingerspitzengefühl wieder ein paar Nuancen herausgekitzelt, die bisher noch im Repertoire der Portugiesen so nicht wahrzunehmen waren. So wurden zum Beispiel die Strukturen noch ein bisschen weiter gedehnt und verständlicher und eingängiger aufgeschlüsselt, was dem Hörer einen noch schnelleren Zugang ermöglicht. Denn ein klares Markenzeichen der Band ist es seit jeher, einen immensen Output an musikalischen Informationen zu liefern. Dass diese nun also noch fixer ankommen, ist eine Bereicherung und lässt die Kompositionen noch schneller zünden. Dazu tragen auch die Melodien (wieder) stark bei. Gerade die Leads machen ihrem Namen wirklich alle Ehre und führen die Hörer genial durch die Tracks.

Damit ziehen sie in ihren Bann und anschließend in die nochmals dichtere Atmosphäre. Jene entsteht auch durch die Lyrics über die Bürde des Seins, Verwüstung, schmerzerfüllte Träume und Verzweiflung, die Gaereas Sänger in seiner unnachahmlichen, authentischen Art zu übertragen weiß. Wer die Bands schon einmal live erleben durfte oder eines ihrer vielen Videos gesehen hat, wird beim Hören sofort das spezielle, einmalige Acting des Frontmanns vor Augen haben.

Nicht außer Acht zu lassen ist abermals auch die Rhythmusabteilung. Neben wirklich starken Basslinien ist es vor allem Drummer Diogo Moto, vor dem man schon beinahe auf die Knie gehen will. Was der Bursche hier wieder aus den Kesseln klopft, ist einfach faszinierend. Schnell, brutal und auch rhythmisch anspruchsvoll bringt er mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks einfach alles zum Vorschein, was dieses Instrument hergibt.

Gaerea ackern und ackern – auf den Bühnen wie beim Songwriting. Sie kennen weder Stillstand noch Einfallslosigkeit. Sie haben ihre Nische geschaffen und bauen diese immer weiter aus, perfektionieren sie geradezu. Während sich immer wieder Bands formieren, die alten Tugenden nacheifern, wandeln Gaerea ungeachtet dessen strickt auf dem Weg eines modernen Black Metals, den sie selbst schon extrem prägen und dem sie wohl auch künftig immer mehr ihren Stempel aufdrücken werden.

Anspieltipps: „Salve“, „Arson“ und „Laude“


Bewertung: 10 von 10 Punkten


TRACKLIST

1. Memoir
2. Salve
3. Deluge
4. Arson
5. Ebb
6. Mirage
7. Mantle
8. Laude
9. Dormant (Bonus track)



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