KUZWEILIG UND MESSERSCHARF!



Mit dem Minialbum „Wardens“ feierten die schwedischen Jungspunde von Vittra einen faustdicken Einstand. Stilistisch in den Urgründen schwedischer Melodic Death Metal Pioniere der frühen 90er, arbeiten sie derzeit an ihrem ersten Longplayer. Dabei kreieren sie einen eigenständigen Sound aus melodischen Death Metal, Thrash und Black Metal. Was absolut ein spannendes und wendiges Unterfangen ist.

Höchste Zeit die sympathische Sippe, aus dem hohen Norden, hier in unserer Rubrik mal vorzustellen. Die Bandleader David und Johan waren so freundlich und standen uns Rede und Antwort. Und ab dafür…

Bitte stellt Euch kurz vor. Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt eine Band zu gründen? Wie habt ihr euch gefunden?

David: Meine Mutter war nicht sehr erfreut darüber, dass ich in meinem Zimmer wie wild geschrien habe. Also kam ich auf die Idee, eine Band zu gründen, damit ich mich weiterhin stimmlich austoben konnte. Also suchte ich einen Proberaum, um mit anderen Dudes abzuhängen, die es ebenso genossen.

Johan war Straßenmusiker und spielte jeden Tag Megadeth-Cover vor McDonalds, in der Hoffnung, etwas Schotter zu bekommen. Ich fütterte ihn mit Pommes, bis ich sein Vertrauen gewann, und dann wies ich ihn aber ab, was ihn natürlich verwirrte. Das ging so eine ganze Weile, hin und her. Eines Tages gab ich ihm ein Stück Käse und fragte, ob er eine Band gründen wolle, und sagte auch, dass es noch viel mehr davon geben wird, wenn er sich mir bei meiner Vision der totalen Weltherrschaft anschließt. Er nickte mit dem Kopf und so hatte die Geschichte von Vittra begonnen.

Johan: Ich denke, die Geschichte könnte auch ein wenig anders erzählt werden, aber ich sag einfach, dass es so hinkommt, dass Burger, Megadeth und Davids Mutter Schlüsselelemente unserer Bandgeschichte und unseres Seins sind. Etwas später wollte Alex, der früher mit David in einer anderen Band gespielt hatte, als Schlagzeuger mitmachen und zum Glück konnte er auch noch Gustav für Vittra begeistern.

Auf was habt ihr Wert gelegt, als ihr Musiker für eure Band gesucht habt? War es schwierig diese zu finden? Gab es Dinge, die ihr dabei über die musikalischen Qualitäten gestellt habt?

David: Menschen, die dieselbe Einstellung und dasselbe Engagement hatten wie ich. Es war natürlich anfangs schwierig, aber meistens läuft es so, wie es sollte, wenn man sich darauf einlässt. Humor und gesunde Beziehungen, jeder muss miteinander auskommen und sich wohl fühlen.

Johan: Wir haben einige Leute zur Probe spielen lassen, die ihre Instrumente wirklich richtig gut beherrschten, aber die Chemie stimmte einfach nicht. Mit Alex und Gustav haben wir beides, tolle Musiker und die passenden Maniacs zum relaxten abhängen.


Worauf lag der Fokus als ihr begonnen habt an dem Album zu arbeiten? Worin unterscheidet es sich zu früheren Aufnahmen? Nennt uns 3 Dinge die euer neues Album zu etwas Besonderen machen.

Johan: Wenn wir über die EP sprechen, denke ich, dass es nur eine Mischung aus unseren Einflüssen und dem Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit an den Arrangements ist. Es klingt nach Melodic Death Metal, Thrash und auch etwas Black Metal. Was uns meiner Meinung nach ausmacht und worauf wir weiter aufbauen werden, ist diese Kombination aus Death/Thrash mit starkem Songwriting und Hooks.

Da sich die Dinge durch die Pandemie etwas verlangsamt haben und wir nicht in der Lage waren, auf Tour zu gehen, haben wir uns entschieden, mit der Arbeit an einem Full-Length-Album zu beginnen, und wir sind jetzt seit November im Studio um mit den Aufnahmen zu beginnen. Wir sind wirklich gespannt darauf wie sich alles mit Vittra und unserem ersten Album entwickeln wird. Wir haben schon jetzt das Gefühl das es deutlich intensiver wird, als noch auf unserem Mini Album.

David: Es braucht mehr Geschwindigkeit! Es wird weniger verspielt und mehr Rock'n'Roll sein. Geschwindigkeit, Schlagkraft und vielleicht eine Spur primitiver Wucht.

Was wolltet ihr mit der Wahl eures Bandnamen ausdrücken, standen auch andere Namen zur Auswahl? Was hat euch dabei bestärkt, Bücher oder besondere Filme?

David: Dass wir eine schwedische Band sind, fanden wir den Namen Vittra einfach ziemlich passend. Aber es war ursprünglich der Name Vildvittra, der uns inspirierte, aus dem Film Ronja Assdaughter (schwedisch für Ronja Rövardotter, deutsch: Ronja die Räubertochter) nach der Geschichte von Astrid Lindgren. Aber ich ignoriere diese Tatsache gerne, letztendlich ist das der tiefere Sinn hinter Vittra.

Johan: Uns wurde auch klar, dass es bereits eine Punkband namens Vildvittra gab. Jetzt haben wir natürlich gemerkt, dass es auch noch ein paar weitere Vittras gibt, aber… zu spät.


Sind euch Vorbilder wichtig? Haben bestimmte Musiker & Bands euch in irgendeiner Weise beeinflusst, wenn ja welche wären das? Wenn es diese musikalischen Ziehväter bei euch nicht gibt, was ist es dann?

David: Thorsten Flink (schwedischer Schauspieler) ist ein großartiges Vorbild, wenn man all die schlechten Dinge ignoriert, die er getan hat. Also nicht wirklich. Dissection hat mich sehr beeinflusst und es wäre seine Art zu schreien, da die Art zu singen verständlich war. Das hat mich schon beeindruckt.

Johan: Megadeth wurden ja bereits erwähnt und Dave Mustaines Riffing und Songwriting sind definitiv eine Inspiration für mich. Dann denke ich, dass ich mir das Songwriting unabhängig vom Genre anschaue. Wenn es um die menschliche Vorbildfunktion geht, bin ich mir nicht sicher, ob ich einen Musiker nennen würde, es geht eher darum, bodenständig und entspannt zu sein, aber dennoch engagiert.


Erzählt uns auf was legt ihr beim Songwriting besonderen Wert? Wie entstehen eure Songs, wer von euch ist dabei insbesondere beteiligt?

David: Ich suche immer nach diesem Gefühl. Wenn ich das Gefühl habe, dass es ein guter Song wird, dann weiß ich es einfach. Ich kann zugeben, dass Johan den größten Anteil am Songwriting hat, aber ich mag es, Dinge neu zu arrangieren und neue Ideen zu entwickeln.

Johan: Manchmal sogar, bevor wir die ursprüngliche Idee ausprobiert haben, haha. Scherz beiseite, ich finde es gut, dass wir uns beim Schreiben gegenseitig herausfordern, wir werden dadurch immer besser. Wir proben die Songs natürlich bevor wir ins Studio gehen und so werden wir alle daran beteiligt, sie zu arrangieren und ihre eigene Identität zu entwickeln. Um auf die Frage zurückzukommen, was ich schätze, würde ich sagen, dass der Song einen natürlichen Fluss haben sollte, aber er sollte nicht vorhersehbar sein.

Daran anknüpfend, was sind die Themen, die euch in lyrischer Hinsicht beschäftigen, woraus zieht ihr dabei eure Ideen? Gibt es Texter und Autoren, die euch dabei besonders imponieren?

David: Normalerweise denke ich mir einfach etwas aus, wenn ich etwas Passendes finde, um bei diesem Refrain oder dieser Bridge zu schreien. Ich fange dort an und es entwickelt sich einfach daraus und dann versuche ich, dem eine tiefere Bedeutung zu geben oder über erfundene Szenarien und Kreaturen zu schreiben.

Wo fand euer erste und auch beste Auftritt statt? Bevorzugt ihr eher Club oder Festivalauftritte? Welche wären das? Und wieso eigentlich?

David: Wir hatten vor ein paar Wochen unseren ersten Gig im Fredagsmangel (einem Club in Stockholm, Schweden) und es war großartig, alle waren sehr beeindruckt von unserer Show, kaum zu glauben. Ich würde gerne auf einem Festival spielen, ich glaube nicht, dass es besseres geben kann. Auf einer Bühne zu stehen, vor vielen Leuten, um uns spielen zu hören.

Johan: Clubshows sind großartig, um dem Publikum ein bisschen näher zu kommen, aber ich freue mich sehr auf einige Festivals, sowohl für neue Leute, die unsere Musik entdecken, als auch die Möglichkeit zu haben, selbst einige großartige Bands live zu erleben und anzutesten.


Gibt es Bands, mit denen ihr gern mal auf Tour gehen würdet? Und falls euch ein Veranstalter mal buchen möchte, was müsste er dafür auf die hohe Kante legen?

David: Ich würde gerne mit Jungle Rot touren, ich habe sie bei Gefle Metal gesehen und kennengelernt und sie sind absolut grandios. Ich müsste wahrscheinlich eine Weile aufhören zu arbeiten, also wäre es wie ein unvergesslicher Urlaub für mich.

Johan: Ich finde auch, mit Jungle Rot wäre es schon ziemlich geil. Auch einige schwedische Bands wie At the Gates, TheHaunted oder Arch Enemy. Das würde uns auf jeden Fall herauszufordern und unsere Grenzen auszuloten. Aber da wir noch sehr früh in unserer Bandhistorie stehen, liegt unser Fokus eher auf etwas gut organisiertes.


Wie war eigentlich das Catering auf euren bisherigen Shows, welche Getränke und Speisen sind dabei eure Favoriten gewesen? Was ist euer Lieblingsgetränk?

David: Mir recht wirklich ein einfaches Essen, aber es kann durchaus auch schön herzhaft und würzig sein. Es wäre sicher kein Schock, wenn ich Dir sagen würde, dass Bier mein Lieblingsgetränk ist, oder?

Johan: Nichts, was auffällt, denke ich. Ich bin ziemlich süchtig nach Coke Zero, muss ich zugeben. Ich bleibe meistens vom Bier weg, da ich keinen dicken Kopf gebrauchen kann.

Was ist das Besondere an eurer Metalszene, in Eurer Heimatstadt? Welche Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Johan: Wir kommen aus verschiedenen Städten und mein Eindruck von Västerås, wo die anderen Jungs herkommen, ist, dass es ein bisschen lahm ist, wenn es um Metal geht. Aus Falun und der Region Dalecarlia, in der ich lebe, möchte ich In Mourning erwähnen. Es gibt auch Sabaton, aber ich kann nicht sagen, dass ich ein großer Fan ihrer Musik bin. Aber sie sind extrem gut in dem, was sie tun. Sie sind in der Lage, regelmäßig Musik abzuliefern, aber sie legen wohl eher Wert auf die geschäftliche Seite der Dinge, einschließlich ihres eigenen Festivals.

Seit es eure Band gibt wer war bis jetzt am meisten empört oder entsetzt darüber, jemand aus eurer Familie oder doch die Kulturministerin oder Bürgermeister eurer Stadt?

Johan: Nicht wirklich, ich denke, wir sind nicht kontrovers genug. Sogar unseren Müttern scheint es zu gefallen.

Nach der Veröffentlichung eures aktuellen Albums, was sind eure Pläne?

David: Verdient mehr Geld, damit wir mehr Musik machen können, damit wir etwas Geld verdienen können, um mehr Musik zu machen.

Johan: Leider ist mit unserer Musik natürlich nicht sehr viel Geld zu verdienen, aber wir geben unser Geld für nichts Unnützes aus, sondern investieren in unsere Band. Wir hoffen 2022 dann unser Debutalbum am Start zu haben, das ist alles worauf wir derzeit hinarbeiten. Es bleibt spannend.


Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

David: Seien Sie ehrlich, haben Sie wirklich alles gelesen?

Johan: Ich freue mich darauf, euch nächstes Jahr mehr Musik zu geben und hoffentlich auch in ein paar europäischen Ländern live zu spielen, wir sehen uns dort!


TIMO

Interviewpartner:
David Döragrip (Vocals)
Johan Murmester (Guitars)


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