Bereits zum 4.Mal fand im holländischen Erica nun bereits das PITFEST statt, Grund genug endlich auch mal selbst dort vorbei zu schauen und das Zephyr`s Odem gebührend zu vertreten. Auf den 3 idyllischen Bühnen Punkhol, Skullcrusher und Crustbus sollte es in den nächsten Tagen lautstark und gewaltig zugehen. Denn das geilste Punk, Metal und Hardcore Festival der Niederlande hatte wie in den letzten Jahren, so auch in diesem Jahr wieder einiges zu bieten. Die Planungen dafür hatte ich bereits gegen Ende des letzten Jahres verankert und die Vorfreude darauf verschmolz in den letzten Monaten mit dem Start unserer Fahrt dorthin rasant.

Vorfreude ist die beste Freude und so gönnten wir uns bereits ein kleines Warmup auf dem CRYPTOPSY Gig in Berlin, eine Woche zuvor. Das war schon ziemlich arschgeil die Kult Death/Grinder nochmals zu sehen. Wir entschlossen uns bereits einen Tag vor Festivalbeginn anzureisen, dennoch gabs zur Einstimmung noch einen zusätzlichen gemütlichen Abend und wir zelebrierten dabei wie immer das Momentum, weil wir es eben können, haha. Einige Kaltgetränke wurden geköpft und wir ließen uns von einigen Kapellen der nächsten Tage saftig & fett die Lauscher massieren.

Nach einer guten Stärkung ging es dann am frühen Morgen von Berlin los und erfreulicherweise wurden wir von Staus und sonstigen negativen Begleitumständen verschont, so dass die Fahrt recht kurzweilig und flink über die Bühne ging. Wir übernachteten unweit, kaum 10km vom Veranstaltungsort in Niew Amsterdam. Dort hatten wir bei unserer Planung eine sehr gediegene Ferienwohnung gefunden. Überraschenderweise fuhr von dort aus auch der Shuttlebus zum Festival, was ich bei meiner Planung garnicht eingeplant hatte. Dennoch dachten wir auch über einen kleinen, lockeren Fußmarsch oder eine kleine Radtour nach, was sich sicherlich dort stilecht holländisch anbot. Die Vermieter der Ferienwohnung empfingen uns außerordentlich freundlich & herzlich, die Unterkunft war ein richtiger Wohlfühlort und wir konnten so bei gut gewählter, musikalischer Kost einige heitere und amüsante Stunden verleben. Zusätzlich schauten wir noch das Relegationshinspiel von Union Berlin, meiner eisernen Helden. Die sich recht beachtlich im Schwabenland mit einem 2:2 schlugen. Während ich diese Zeilen tippe, steht heute Abend das Rückspiel daheim in der Alten Försterei an, eigentlich kann ich gerade an nichts anderes denken. Und wer weiß wenn der Bericht dann morgen fertig ist sind wir sogar aufgestiegen. Was wäre das für ein Abschluß eines Berichtes, oha!

Halbwegs bis minder gut ausgeschlafen, starteten wir entspannt bei einem reichlichen Frühstück in den ersten Festivaltag. Wir schwelgten in Erinnerungen von unserem letzten gemeinsamen Ausflug zum Netherlands Deathfest vor zwei Jahren und genossen noch etwas die Ruhe unseren Häuschens, darauf entschlossen wir uns gemütlich zu Fuß nach Erica aufzumachen. Mit einem leckeren Getränk machten wir uns auf Schusters Rappen und kamen nach einer geruhsamen Wanderung durch die idyllische Landschaft am Ort des Geschehens an.

Hier starteten sogleich die Urväter des englischen D-Beat Alarms, VARUKERS. Was für ein lautstarker und brachialer Riffsturm, Fronter Anthony „Rat“ Martin und seine Jungs wirkten unglaublich vital und sorgten gleich am Nachmittag für den passenden Straßenköterbiss. Stark!

Mit GODS FORSAKEN bekamen wir zum ersten Mal Todesblei serviert. Die solide Hausmannskost dieser schwedischen Kapelle, mit JUST BEFORE DAWN & WOMBBATH Leuten, machte gleich angemessen Rabatz und zeigte einmal mehr eine typische Elchtodvariante, die live doch recht ordentlich funktionierte und mit Frontröhre Caligari durchaus punkten konnte.

Den ersten Heimvorteil münzte die Amsterdamer Hardcore Legende VITAMIN X gleich lautstark und adrenalingetränkt um. Was war das für ein pfeilschnelles Geballer der Straight Edge Männers, die wilden Riffattacken und einen bärenstarken Fronttiger wie Marko Korac sieht man doch immer wieder gern. Auch vor der Punkhol Stage wurde gleich wild und hemmungslos das Tanzbein geschwungen und das herzliche Miteinander tat ihr Übriges hinzu. Geil!

Auf der Skullcrusher Bühne gab es mit 1914 den ersten westeuropäischen Auftritt der ukrainischen Durchstarter, die im letzten Jahr mit „The Blind Leading The Blind“ ein grundauf bodenständiges und aufrüttelndes Album durch den Kananonenschacht gejagt hatten. Und ihre eigene Interpretation einer angeschwärzten Death/Doom Offenbarung zelebrierten. Auch live bestätigte man diese besondere Eigensinnigkeit und zelebrierte in den Militärklamotten des 1.Weltkrieges ein doch sehenswertes Inferno, wobei ein besonderes Augenmerk im Laufe des Gigs immer mehr auf Kumar fiel. Dessen von Ruß und Dreck verschmierte Leib verlagerte seine Präsenz immer mehr vor die Bühne. Was unweigerlich zu zahlreichen Kontakt mit den dort Anwesenden führte. So fand ich wurde wirklich mal anders in musikalischer und berührender Form der Wahnsinn des Krieges dargestellt und bildete so eine gute Symbiose mit dem Thema von 1914. Starker Auftritt.

Mit Antichrist Demoncore oder kurz ACxDC ging es auf der Punkhol Bühne demnach wieder hoch her und die kalifornischen Power Violencer zeigten sich mit ihrem Highspeed Alarm von ihrer herrlich tighten Seite. Auch hier war wieder eine Menge Aktion vor der Bühne, die durchaus sehenswert war. Ein wilder und giftiger Auftritt der Westküsten-Grinder.

Danach rückten OVERRULED im geplanten Billing nach vorn, da ONSLAUGHT leider nicht auftreten konnten. Aber womöglich im nächsten Jahr dann dabei sind. Die Holländer hatten noch im letzten Jahr ihr Debut veröffentlicht und konterten heimgestärkt einen erfrischerten Heavy Thrash aus den Speakern, der doch eine Menge gute Laune unterbreitete. Die energischen und melodischen Songs kann ich zweifellos auch zu den Highlights diesen Tages zählen. Zwischendurch ließen wir uns auf dem herrlich familiären Areal mit dem ein oder anderen köstlichen Bier die Kehlen pflegen. Hierfür kauften wir uns die notwendigen Marken, die jeweils für 2,50€ zu erwerben waren. Was ich preistechnisch für völlig in Ordnung fand. Auch reichlich bissfestes gab es an den vielen abwechslungsreichen Ständen zu erwerben, die preislich ein etwas gehobenes Niveau hatten, aber durchaus geschmackvoll waren. Nicht selten luden uns hier auch Anwohner aus Erica zu dem ein oder anderen Gelage ein, welch ein Freudenfest. Mir gefiel die herzliche und liebevolle, freundschaftlich familiäre Art auf dem Festival und über die ganze Zeit wurde mein erster Eindruck immer wieder bestätigt. Großartig!

Im Anschluß ging es dann wiederum weiter auf der Punkhol. Die englischen D-Beat Pioniere DISCHARGE machten demnach wahrlich keine Gefangenen und es sollte an diesem ersten Festivaltag doch der bewegenste Gig werden. Sämtliche zahlreichen Hits wie „Decontrol“, „Protest and Survive“ oder „War is Hell“ wurden angemessen lautstark zelebriert. Der ganze Laden tobte und ich schaute ausnahmslos in glückliche und zufriedene Gesichter. Was für ein Abriss, die Jungs blasen auch 2019 noch sämtliche Jungspunde durch den Hechsler. Wuchtig! Einen runden Abschluß fand ich für diesen Tag mit dem Auftritt von VENOM INC., die alten Inselaner und VENOM Recken Demolition Man und Mantas haben vor vier Jahren hier eine gute neue Heimat gefunden. Unterstützt werden sie von Kling, den man auch von RIBSPREADER kennt, was live durchaus wunderbar funktionierte. Neben eigenen Kreationen, gab es natürlich auch viele alte VENOM Klassiker wie „Warhead“ oder „Leave Me In Hell“, die mit den klassichen Zugaben „Countess Bathory“ und „In League With Satan“ herzallerliebst abgeschlossen wurden. Maniac Herz wat willste mehr. Kurz darauf enterten wir den gemütlichen, kleinen Shuttlebus und liesen uns zurück in unser Domizil beamen. Prost!

Halbwegs ausgeschlafen gab es Samstag erstmal ein üppiges Katerfrühstück, was wir angemessen zelebrierten. Und sind am Nachmittag dann mittels Shuttlebus direkt zur TEETHGRINDER Show gedüst, wir überlegten ob wir vielleicht im nächsten Jahr mit dem Fahrrad von unserer Unterkunft zum Festival fahren sollten. Die ausgebauten Wege sind eingentlich für diese kleine Radltour wie gemacht. TEETHGRINDER zeigten ein gewohnt blitzartiges, aggressives Grindmanifest. Wobei es absolut nix zu bemängeln gab. Die letzten Katerverspannungen verflogen danach recht fix nach dem ersten Kontrapils. Wir trafen einige langjährige, gute Freunde und fachsimpelten und witzelten vielfach. Einfach köstlich!

Nun wurde es Zeit ein wenig den Barden von WOMBBATH zu lauschen, die mit einem handfesten, zuweilen ruppigen Death Metal der alten Schule den Hammer kreisen ließen. Vor der Bühne füllten sich zart & bedächtig die Reihen. Die kompakte Darbietung der Schweden machte eine wirklich gute Figur und wurde lautstark abgefeiert. Mit einer schwungvollen Partie Punk/Crust & Roll ging bei MALIGNANT TUMOUR nun auf der Punkhol wieder mächtig die Post ab, entweder vor oder auf der Bühne tummelten sich immer wieder zahlreiche Freaks die hier eine große Party zelebrierten. Die Zeiten des pomadig, schnöden Goregrind sind bei den Jungs echt längst Geschichte, umsomehr begeisterten sie mich mit ihrer erfrischenden Lust auf diesen rotzigen Punkpegel.

Ein große Überraschung war für mich HERDER, obwohl ich mir zuvor in der heimischen Bude den ein oder anderen Song anhörte, bliesen sie live doch ordentlich auf den Wanst. Der bratzige Gitarrensound und diese immense Wucht des Sludge Stoner Komplotts funktionierte saustark und machte die Crustbus Stage zu einem einzigartigen Moment, wovon man nur bei wenigen Livegigs sprechen kann. Es muss sich rumgesprochen dass die Kombo aus Groningen sich demnach auflösen würde und hier ist wohl nach drei wirklich guten Album Ende, es war zu Beginn des Gigs wirklich kein reinkommen zu dieser kleinen Bühne. Wahnsinn was für ein Andrang! Danach gings wieder flott zur Sache, mit SEEIN RED. Die holländischen Grindcore Veteranen bliesen laustark zum Angriff. Die ruppigen, adrenalingetränkten Eruptionen funktionierten live unübersehbar und die Punkhol wurde wiederum zu einem wilden Tanzlokal umfunktioniert. Allein das zuschauen von soviel Glückseligkeit bereitete mir eine große Freude, Grund genug auch mal in die vordersten Reihen zu pirschen.

Nun waren die Lokalpatrioten von ASPHYX an der Reihe, für mich zum ersten Mal dass ich die Helden meiner Jugend vor heimischer Kulisse bestaunen durfte. Die Skullscrusher Stage wurde rappevoll, wir noch nicht, haha. Frontbeerzerker Martin van Drunen ist und bleibt ein exzellenter Entertainer, wahrlich. ASPHYX hatten die Massen komplett im Griff und begeisterten mit zahlreichen hochkarätigen neuen Gassenhauern wie „Deathhammer“ und vielfachen alten Hits wie „Vermin“ oder „Wasteland Of Terror“. Kannste nicht besser machen. Premiere feierten bei mir auch die alten Helden INTEGRITY, die amtliche Hass und Wutbrocken aus den Boxen dröhen ließen. Die meist schleppenden, zuweilen giftigen Songs boten einen wunderbaren Kontrast zu der vielfachen Ballerakrobatik des Festivals, was für ein gut gefülltes Punkhol sorgte.

Bei den Itaienern CRIPPLE BASTARDS war das Skullcrusher doch eher mager gefüllt, was sie dennoch nicht davon abhielt einen bewegungsfreudigen Gig runter zu brettern. Bei dem schönen Wetter gönnten sich die meisten dann wohl eher ein gemütliches Pils bei einem erhellenden Plausch, wie auch immer. Gleichzeitig war die Crustbus Stage bei dem Surprise Gig wieder amtlich gefüllt. Die bereits erwähnten 1914 luden nochmal zur 1.WK Berichtserstattung und funktionierten auf dieser eher kleinsten Bühne des Festivals noch deutlich intensiver. Diesmal verzichtete man komplett auf den Militärlook, was den intensiven, konaktfreudigen Sound der Kapelle nicht schmälerte.

Etwas abenteuerlich waren die Pisspötte zu dieser Zeit, die gnadenlos überfüllt waren. Man wusste nur schwer wohin mit seinen Wasserstandsmeldungen. Aber das ist echt ein kleineres Übel was sicher auch schon bald optimiert werden kann. Daran habe ich jedenfalls null Zweifel. Weitermachen!

Die nächste gute halbe Stunde gehörte nun den legendären old school Crusties von SKITSYSTEM, die Schweden schredderten auf ihrer unvergleichlichen Art ihren brachialen Sound in das Pit. Ein mächtiger Auftritt, der weniger mit Melodie, sondern vielmehr mit einer massiven Wucht den alten Kadaver in Bewegung brachte. Hier gab es absolut kein halten mehr, komplette Entgleisung. Bäääm! Was für eine Livemacht.

Komplett dagegen anstinken konnten zwar die alten Ruhrpott Bengel von SODOM nicht, aber lieferten einen schon länger nicht mehr von ihnen gehörtes old school Brett ab. Ich will damit sagen, es war einfach absolut geil all die alten Gassenhauer mal wieder um die Lauscher getreten bekommen zu haben. Ich kann mich jedenfalls schon länger nicht mehr erinnern dass sie mal mit „Agent Orange“ eröffnet hatten und gleich mit „Sodomy & Lust“ nachlegten. Allein schon das Bühnenoutfit erstrahlte sowas von klassisch im Persecution Mania Stil, was einfach auch heute immer noch wahnsinnig imposant wirkt. „Nuclear Winter“, „One Step Over the Line“, „Tired & Red“ sind heutzutage eben immer noch die absolute Vollbedienung. Was wunderbar auch hier funktionierte. Ich bin wirklich gespannt auf den ersten Longplayer in dieser neuen Besetzung.

Die Punkhol füllte sich danach wieder rasant, kein Wunder bei dem nun folgenden Act. Ratzbatz ging es auch schon los. WOLFBRIGADE! Live sind sie einfach der absolute Wahnsinn. Was für eine Livepower, was bebte es vor der Bühne. Die Schweden hatten absolut alles im Griff und boten die komplette Crust/Punk/Metal Vollbedienung. Hier still stehen zu bleiben ein Ding der Unmöglichkeit. Ganz wilde Kiste. Was ging da die Post ab, muss man selbst erlebt haben. Ist einfach nicht in Worte zu fassen. Phänomenal. Den Abschluss zelebrierten wir ausgelassen mit einigen Pils und erfreuten uns nochmals an unseren Gedanken an diesem großartigen Festival. Im Hintergrund zeigten die legendären THANATOS noch ihr können und unsere altehrwürdigen Dudes waren noch so einzigartig und brachten uns mit ihrer Karre zu unserer Unterkunft. Feinste Brigade! Danke!

Den Tag darauf ging es dann wieder zurück in die Heimat. Die Rückfahrt war wie jedes Mal doch ein wenig zäh, aber so ist das halt nach diesen üppigen Tagen. Da hies es erstmal lang machen und Kräfte tanken. Am Montag ging es für mich dann unbedingt noch zum Relegationsrückspiel meines geliebten 1.FC Union, welches wir wahnsinniger Weise durch 0:0 mit dem Aufstieg in die Bundesliga beschreien konnten. Was war das für eine Siegesfeier, was haben wir im Anschluß gebechert und uns alle mal kräftig in den Arm genommen, wir hatten wieder alles gegeben und konnten unsere Freude nicht in Worte fassen. So ist das eben bei Union Berlin! Unsere Mannschaft kann jetzt eben auch spielen wie wir saufen, haha!

Zurück zum Pitfest: Was für ein tolles Festival haben wir dort erlebt. Soviel herzliche, freundliche Menschen kennen gelernt. Einzigartig & familiär. Wir sind unbeschreiblich glücklich dort gewesen zu sein! Zu Recht das geilste Punk/Hardcore/Metal Fest von den Niederlanden! Ihr seid einfach komplett geil! Wir kommen auf jeden Fall wieder. Metal Punks Armageddon!


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