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70.000 TONS OF METAL 2024 - Mucke, Football, Beschiss und ein tonnenschwerer Bericht



27.-29.01.2024 - We are Hetero-friendly, komisches Freibier & Your Boat sucks! Tag 1-3

SAMSTAG, 27.01.2024

TAG 1 - We are Hetero-friendly

Das zweite Mal in offizieller Mission unterwegs führte uns die 70.000 Tons of Metal in diesem Jahr in die Dominikanische Republik, welche allerdings als Destination so einiges an Wünschen offenließ, doch dazu komme ich weitaus später in meinem Bericht.

Natürlich stand zuerst die Anreise an, die man allerdings fast in gleichem Wortlaut in unserem 23er Bericht nachlesen kann. Lediglich mit dem Unterschied, dass es diesmal nicht über Frankfurt, sondern die britische Hauptstadt ging und ich mich da ein wenig mit den örtlichen Sicherheitsbehörden anlegte, denn wie kann es sein, dass man sich im Duty-Free was zu trinken kauft, welches man sich bei Transfer in die USA, ohne die Zone im Flughafen zu verlassen, normalerweise mitnehmen darf, um dieses dann aufgrund einer erneuten Kontrolle wegschmeißen zu müssen? Tja, ein erneuter Nachteil des Brexit und so langsam hoffe ich, dass die Briten, die damals dafür stimmten, irgendwann die fette Quittung kassieren werden.

Während des Fluges über den großen Teich dann allerdings eine Hiobsbotschaft. Unser Gastgeber des über Air BNB gebuchten Domizils in Miami teilte uns mit, dass es dort Hunde gäbe. Leider ist meine Frau hochgradig allergisch gegen Tierhaare, womit wir kurzfristig quasi obdachlos waren. Also noch schnell über Booking.com ein Hotel gebucht, welches ich bereits im letzten Jahr ins Auge gefasst hatte, dann aber doch auf die private und vor allem billigere Variante umzuschwenken. Diesmal war es also dann so weit und ich war gespannt, was der Zusatz „Adults only“ bedeuten sollte. Aber das fanden wir dann schnell heraus und amüsierten uns darüber königlich.

Nach ereignislosen achteinhalb Stunden landeten wir dann in der größten Stadt Floridas, warteten mit knapp eineinhalb Stunden recht moderat an der Emigration-Control, um dann mit einem Uber Richtung Miami Beach zu gondeln. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Hafen vorbei, in dem mit großen Brimborium und Feuerwerk die erste Fahrt des neuen Schiffes der Royal Carribean, der Icon of the Sea, gefeiert wurde. Was für ein Brocken! Platz für 10.000 Passagiere und 3.000 Besatzungsmitglieder. Wir hielten kurz am Straßenrand und machten mächtig beeindruckt ein paar Fotos von diesem riesigen Pott, um danach weiterzufahren und uns gleich mit dem Lautmacher Jacky Lehman zu verabreden, der ebenfalls an der 24er Ausgabe der größten Metal Kreuzfahrt der Welt teilnehmen würde.

Als wir dann unser Hotel erreichten, kündigten mir riesige Regenbogenfahnen an, um was für ein Hotel es sich handelte und die Fußmatte am Eingang bestätigte dies mit dem Spruch „We are hetero-friendly“. Überraschend, aber ein absolut tolles Hotel, wobei ein Besuch im hoteleigenen Gym ausfiel, da ich beim Anblick der etwas fitteren Körper leise in mich hineinweinte, obwohl mir beim ersten Betreten ein paar Herren ihre Aufwartung machten, die beim Anblick von Sabrina dann allerdings erstarben und dennoch mein Selbstwertgefühl echt gesteigert haben.

Schnell raus aus den thermischen Klamotten des deutschen Winters und rein in die Shorts, Flip-Flops und Shirt und ab mit dem Lautmacher ins Finnegans Way, einem zwar etwas überteuerten Pub direkt am Ocean Drive, dafür aber saugemütlich und für den morgigen Tag bestens geeignet, um mit meinen 49ers das NFC-Finale zu erleben, doch dazu später mehr.

Nach 3 Bier und einem Whisky ging es dann in die offizielle Partyzentrale, ins Clevelander Hotel, wo an diesem Abend auf einer sogenannten Beach Party vier Bands spielen sollten, wovon wir aber die erste verpassten, was laut Aussage der bereits anwesenden Freunde aber nicht weiter verwerflich gewesen wäre. Also erneut Getränke geordert, wobei der sich in der Pina Colada befindliche Double Shot als Genickbrecher herausstellen sollte. Überhaupt sah das sich im Drink befindliche Röhrchen mit dem Extra-Kurzen aus wie ein dicker Strohhalm, durch den ich mehrfach versuchte, meinen Drink zu genießen, was mit lautem Gelächter quittiert wurde.

Natürlich traf man hier auch schon eine Menge Musiker, die sich unterhielten, feierten oder einfach nur versuchten, dem Jetlag ein Schnippchen zu schlagen. Allerdings muss ich erwähnen, dass das benötigte Bändchen für drei Tage Pre-Party im letzten Jahr lediglich 10$ kostete, in diesem Jahr aber mit 150 Flocken exorbitant in die Höhe geschraubt wurde. Hätten wir uns niemals geleistet, doch Jacky hatte für uns die Einladungen von Victory, die er soundtechnisch auf dem Schiff betreuen sollte, was am Eingang für Gelächter bei uns sorgte. O-Ton der Frau am Einlass zu mir: „Oh nice, Victory from germany. We’re so glad to have you here“, was ich mit einem gönnerhaften Nicken erwiderte, Jacky aber nebenan lautstark erwähnen musste, dass Hermann Frank und seine Mannen erst am nächsten Tag in Miami aufschlagen sollte. Tja, 5 Sekunden Ruhm waren wie verpufft.

Zwischendurch enternten die Bostoner Thrash-Core Rabauken von Drive-By Bukake die Bühne und räumten mal so richtig auf. Rund um den hoteleigenen Pool bildeten sich die ersten Moshpits und auch die danach kostenlos verteilten Beer-Cooler wurden als Erinnerung dankend entgegengenommen. Eigentlich sollte dann eine Iron Maiden-Coverband aufspielen, doch stattdessen kam eine Tech-Death Band auf die Bühne, die so gar nicht zünden wollte und somit beschlossen Sabrina und ich, den ersten Tag mit einem kleinen Spaziergang und einem Halt bei Redhead Burger und dem besten Cheeseburger ever ausklingen zu lassen und komatös in Morpheus Arme zu sinken.

Ein spannender erster Tag, der aber gegen 23 Uhr Ortszeit seinen Tribut forderte. Nicht ohne sich kurz vor dem Wegdriften noch tierisch auf alle weiteren Schandtaten zu freuen, die da noch kommen würden.


SONNTAG, 28.01.2024

TAG 2 - Geil, es gibt Freibier! Obwohl….

Nach einem komatösen Tiefschlaf in unserem plüschigen Hotel machten wir uns daran, den Pool ein wenig zu bearbeiten, denn trotz des nach Urlaub duftenden Aufenthalts darf die eigene Fitness nicht darunter leiden. Also die Speedo übergestreift und rein in das kühle Nass. Natürlich unter den wachsamen Augen der sich auf den Balkonen versammelten Hotelgäste, die abchecken mussten, wer da um nachtschlafender Zeit seine Runden dreht.

So gestählt ging es in unser im letzten Jahr entdecktes Diner, um mit Steak und Eiern den zweiten Tag gebührend nahrungstechnisch einzuläuten. Voll war es, denn aus dem Geheimtipp schien sich ein 70k Hotspot entwickelt zu haben, in dem wir dann auch erstmals unseren guten Freund Keith aus Nashville begrüßen konnten. Was stand noch so an?

Am Tage des NFC-Finals in der National Football League war es für mich als Die Hard 49ers Fan natürlich ein Muss, im entsprechenden Trikot von Christian McCaffrey den Tag zu verbringen, was mit bei der Masse an Detroit Lions Sympathisanten heute das eine oder andere Mal hämische Kommentare einbrachte. Aber wie sagt man so schön: Zum Schluss kackt die Ente, doch dazu später mehr.

Dieses Jahr hatten wir die Öffnungszeiten des lokalen Alkohol Shops besser im Auge und somit statteten wir uns mit einer recht ansehnlichen Anzahl an alkoholische Mixgetränken aus, um am Strand dem bunten Treiben ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Dort fand zu früher Stunde Metal Yoga statt, was von meiner Frau mit einem „Der kann ja nur drei Figuren“ ziemlich missmutig kommentiert wurde. Natürlich begleitet von kräftigen Schlucken aus unseren in den üblichen braunen Papiertüten verborgenen Lustigmachern, die im Anschluss an die sandige Verbiege-Orgie Berühmtheit erlangen sollte.

Ich wunderte mich schon, dass die Leute beim Yoga Bier tranken und das auch noch ohne die landestypische Verhüllung besagter Getränke. Als dann neben uns im Schatten des Rettungsturms die Kiste mit den restlichen Halbliter-Hülsen neben uns in den Sand gestellt wurden, fragte ich höflich, ob ich vielleicht eins haben könnte, da nach kurzer Zeit unsere Vorräte schon einen ziemlichen Verschleiß erlitten hatten. Na klar, also die Alu-Patrone genommen und in die Papptüte gesteckt.

Was ich denn da machen würde, wurde ich gefragt, denn wie sich herausstellte, ist Liquid Death weniger ein hefehaltiges Gebräu, sondern vielmehr reines Wasser, welches einfach nur aussieht wie Bier. Gab natürlich brüllendes Gelächter von allen um mich herumstehenden Menschen, die die Szene beobachteten und auch ich musste aufgrund meines Fauxpas mächtig schmunzeln. Den Werbeclip dieses nach Metal schmeckenden Wassers darf ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

Wir lernten eine ganze Menge netter Leute kennen und schnell stellte sich heraus, dass der Anteil an deutschsprachigen Mitreisenden in diesem Jahr verdammt hoch lag und alle schon aufgrund dessen, was vor uns lag, mächtig aufgeregt waren. Toll war der Kollege aus Belize, der ebenfalls mit einem 9ers Trikot am Strand auf den Kick Off am Abend wartete.

Natürlich lief mir auch wieder Michael Stanne über den Weg, bei dem ich fast vermutete, er hat The Halo Effect nur aus der Taufe gehoben, damit er jedes Jahr bei der Cruise Dabeisein darf. Seine Worte könnt Ihr in unserer Sonderausgabe von Tales from the Hard Side gerne nachhören.

Etwas angeschickert wanderten wir noch ein wenig an der Promenade entlang, verhafteten noch einen Cheeseburger, um dann bereits ins Finnegans Way zu pilgern, um für das nun folgende Spiel einen vernünftigen Platz zu ergattern. Jacky war auch wieder am Start und erlebte sein erstes Football Spiel in Gänze und zeigte sich danach ziemlich angefixt vom amerikanischen Nationalsport. Richtig gefreut habe ich mich über Mystic Prophecy Gitarrist Markus Pohl, der ebenfalls zu uns stieß und mit geballtem Fachwissen überzeugte. Dass der Mann allerdings Seahawks Fan ist, ließ seine Aktien ein klein wenig in den Keller sinken. Aber nur ein wenig…

Natürlich ergoss sich aufgrund von 17 Punkten Rückstand zur Halbzeit ein riesiger Eimer Häme der anwesenden Lions Fans über meinen Kopf, die ich nach dem letztendlich dann doch souveränen Sieg meiner Niners mit ca. 5 Minuten in die Höhe gestreckten Mittelfingern am Schluss konterte. Hach, was für ein schöner Abend.

Natürlich stand danach noch das Clevelander auf dem Programm, wo Karaoke Nacht angesagt war, ich allerdings aussetzte, da keiner der von mir avisierten Songs noch vorhanden waren. Also Freunde und Bekannte begrüßt und auch einen Lia, seines Zeichens Frontmann von Mystic Prophecy, der sich gefühlte 2 Stunden über den grauenhaften, bunten und selbstverständlich vollkommen überteuerten und scheinbar grauenhaft schmeckenden Drink beschwerte, sich dann irgendwann wortlos umdrehte und wild gestikulierend im Gewühl verschwand. Lustig.

Doch irgendwie war die Luft heute raus und wir bewegten uns in Richtung Hotel, wobei ich merkte, dass die Jalapeños auf den im Finnegans Way georderten Nachos ihre Wirkung nicht verfehlten und mein Magen langsam zu rebellieren begann. Kein Wunder, mag ich die Dinger normalerweise überhaupt nicht, was sich am nächsten Morgen rächen sollte.


MONTAG, 29.01.2024

TAG 3 - Your Boat sucks!

Alter Lachs, was hatte ich mir für einen flotten Otto eingefangen. Für alle, die diesen Begriff nicht kennen: Sprühwurst mit Jalapeños. Großartige Mischung und erneut der Beweis, dass ich scharf einfach nicht vertrage. Doch der Brüller kam erst noch. Sabrina saß bereits mit ihrem Starbucks Kaffee und einem Kippchen vor dem Hotel, als ich herausstürmte und mit dem Satz „Hölle, was brennt mir der Arsch“ für schallendes Gelächter sorgte. Denn solch ein Satz in einem Hotel für diverse Menschen ist für mich als Hetero etwas gefährlich.

Natürlich gab es erneut ein Besuch in unserem Diner und im Anschluss trafen wir uns wieder mit Jacky, um per Uber zum Hafen zu fahren, um endlich dort einzuchecken, weshalb es uns erneut in die Staaten verschlagen hatte. Voll wie im letzten Jahr war es, doch statt der Sicherheitsunterweisung in der Abfertigungshalle konnten wir diesmal sofort aufs Boot, um dort per Fernseher darüber informiert zu werden, wie wir uns im Falle eines Untergangs am besten verhalten sollten.

Die Kabinen waren noch nicht bezugsfertig und somit fanden wir uns auf unserem geliebten Deck 11 ein, um das erste Fosters zu genießen und die Stimmung und Atmosphäre aufzusaugen. Und sofort fiel mir auf, dass die Stimmung in diesem Jahr irgendwie ausgelassener, lustiger war als im Vorjahr, denn das Sonnendeck war bereits jetzt übersäht mit feierwütigen Fans, die es kaum erwarten konnten, endlich voll loszulegen. Starke Atmosphäre, die die Vorfreude auf die nächsten Tage bei mir in Unermessliche steigen ließ.

Als wir dann zu unserer Kabine liefen, die in diesem Jahr auf Deck 6 direkt neben dem Fahrstuhl lag, rannten wir direkt in einen Livestream unserer Freunde von Décembre Noir und auch Endseeker trafen wir direkt danach, die sich fast als Nachbarn entpuppten. Unsere Unterkunft für die nächsten Tage war etwas geräumiger als im letzten Jahr und endlich konnten wir auch unsere Koffer auspacken, was für mich immer so viel bedeutet wie „Ankommen“. Frischen Schlüpper übergestreift und ab in den Bauch unserer schwimmenden Behausung.

Natürlich wollten wir auch beim Auslaufen unseres Schiffes dabei sein, doch scheinbar hatten andere Ozeanriesen Vorfahrt, was zur Folge hatte, dass die Independence of the Sea, quasi das Vorgänger Schiff der jetzigen Freedom, mit der wir unterwegs waren, an uns vorbeifuhr und uns die Passagiere des Schwesterschiffs fröhlich zu winkten. Was machten die Metalheads auf der Freedom? Quittierten die nette Geste mit einem lauten Sprech-Chor: Your Boat sucks! Alter, was haben wir gelacht!

Danach gab es ein weiteres Fosters, die weltberühmten Pizzastücke und ein schickes Mittagsessen, wobei wir erneut feststellen konnten, dass es die Amis bis heute nicht gelernt haben, vernünftig zu würzen, denn irgendwie schmeckte alles gleich. Egal, denn im Gegensatz zu Endseeker Lenny waren wir ja nicht zum Essen hier, zu hören in der zweiten Audio-Ausgabe zur Cruise. Nun noch schnell zum Presse Check-In und die tollen Kollegen von CMM-Marketing endlich mal live und in Farbe kennengelernt und ab zur Musike, die uns als erstes in mein geliebtes Studio B, den Ice Rink, führen sollte, in dem Heidevolk, kurz vorher als Heidivolk angekündigt, den Startschuss geben sollten.

Mit einigen technischen Problemen behaftet starteten die Niederländer in den viertägigen Wahnsinn und hatten trotz eines verdammt matschigen Sounds den ziemlich prall gefüllten Ice Rink sofort unter Kontrolle. Man merkte schnell, dass das Volk kein Bock mehr auf Miami Beach Schicchi hatte, sondern mit einer Blechhülse bewaffnet seiner Mucke frönen wollte. Und dazu lieferten die Niederländer den perfekten Soundtrack, der bei mir in den letzten Jahren auf Platte zwar nicht mehr so gezündet, live aber immer noch verdammt viel Schmackes hat, um einem den Start in die Cruise zu versüßen. Natürlich wurde dem Sachsenland ebenso gehuldigt wie der Vulgaris Magistrales und für mich waren Heidevolk schon jetzt eine richtig positive Überraschung.

Kurz bei Infected Rain in der Star Lounge vorbeigeschaut und festgestellt, dass die Bande doch gar nicht so schlecht ist, wie ich sie gerne in der Vergangenheit gemacht habe, doch Hauptaugenmekr lag nun auf dem ersten Set von Equlibrium, deren Chefvordenker Rene ich Donnerstagabend vor der Cruise noch aus Leipzig abgeholt habe, um somit den Auftritt überhaupt zu gewährleisten. Blöd nur, dass uns plötzlich alle Leute aus dem Royal Theater entgegenkamen, da der Auftritt ins Wasser fiel. Warum? Das Equipment war nach dem Verladen nicht mehr auffindbar und als es dann endlich erschien, hätte die Band vielleicht noch 10 bis 15 Minuten Spielzeit gehabt, womit man sich für den Abbruch entschied und sich auf den zweiten Gig zwei Tage später konzentrieren wollte. Schade.

Crypta hob ich mir für den obligatorisch 5:15 Uhr Gig am Donnerstag auf, denn ich hatte tierisch Bock auf Waltari, die an ihrem zweiten Tag das komplette „Torcha“ Album auf die Bühne bringen wollten. Ergo für mich ein Aufwärm-Gig…der vollkommen in die Hose ging. Der Sound war eine Vollkatastrophe, denn außer dem Bass von Frontmann und Pumuckl Verschnitt Kärtsy Hatakka war nichts zu hören und die Songs konnte man lediglich erahnen. Und dabei hatte ich meiner Frau die Finnen so derbe angepriesen, die allerdings rümpfte nur die Nase, schüttelte den Kopf und zog von dannen. Ok, hoffen wir auf den zweiten Gig.

So zog es uns also zu den von mir in den letzten Jahren ziemlich schlecht bewerteten Kataklysm, die mich allerdings massivst überraschten, denn man hatte sich für den ersten Gig eine komplette Aufführung des großartigen 2004er Album „Serenity in fire“ auf die Fahnen geschrieben und das knallte amtlich! Die Band war in starker Verfassung und das Publikum ging vom ersten Ton an steil. Ganz starker Auftritt, den ich nach den ganzen Katastrophen der letzten Jahre so niemals erwartet hätte.

Ich muss hier noch eine wichtige Anmerkung hinzufügen, denn alle Bands konnten und wollten wir uns gar nicht ansehen, denn das hätte den Rahmen gesprengt. Dennoch versuchte ich, zumindest bei jeder mal reinzuschnuppern, um mir eine Meinung zu bilden. Dennoch ließen wir Einherjer und Temperance nun aus, einmal wegen keine Zeit und zum anderen wegen Desinteresse und zogen uns ans Heck des Schiffes zurück, um alleine die klare Sternennacht zu genießen. Es ist schon bemerkenswert, wie man trotz der Masse an Leuten dennoch immer einen Platz findet, um auch mal Fünfe gerade sein zu lassen.

Im Royal Theater gab es dann zum ersten Mal The Halo Effect, die Sabrina vom ersten Ton an begeisterten, dennoch nach einer halben Stunde ihr Ende fanden, denn im Studio B gab es Warkings, die ebenfalls den Geschmack meiner holden Weiblichkeit trafen und sofort für den Donnerstag Gig auf dem Pooldeck notiert wurden. Die auftretende Frage, warum der Gitarrist namens Crusader so aussieht wir unser Kumpel Markus Pohl, mit dem wir ja Football geschaut hatten, konnte ich nicht beantworten und verwies auf einen eventuellen Zwillingsbruder.

Nun aber Blind Guardian und das Theater platzte aus allen Nähten. Leider gab es heute genauso wenig einen der angekündigten oldschool Sets wie auch zwei Tage später auf dem Pooldeck, aber die Krefelder rockten dennoch ordentlich und auch der Sound war klasse. Das Publikum fraß der Truppe um einen etwas hüftsteif wirkenden Hansi Kürsch aus der Hand und sang textsicher jeden Song mit. Ja auch für mich als oldschool Guardian Fan war das wirklich gut, allerdings nicht sonderlich überragend, da die Band für mich irgendwie satt wirkt. Das merkte man auch einen Tag später, denn die angesetzten Interviews wurden ohne Gründe abgesagt und auch sonst sah man von der band während der Cruise so gut wie gar nichts und solch ein Rockstar-Gehabe hat auf der 70k nichts verloren.

Ich schaute noch kurz bei den Franzosen von Acod vorbei, schnüffelte an den muffigen Bühnenoutfits von Fleshgod Apocalypse im Studio B und zollte dann meinem Körper Tribut, der sich weigerte, weiterhin wach bleiben zu sollen. Schade, denn Pentagram Chile und Avulsed wollte ich eigentlich schon noch sehen, aber dafür gibt es ja auf dem Boot immer noch die zweite Möglichkeit.


70.000 Tons of Metal-Special Vol.1


27.-29.01.2024 - We are Hetero-friendly, komisches Freibier & Your Boat sucks! Tag 1-3


Das zweite Mal in offizieller Mission unterwegs führte uns die 70.000 Tons of Metal in diesem Jahr in die Dominikanische Republik, welche allerdings als Destination so einiges an Wünschen offenließ. Dafür ließen sich die Bands nicht lumpen. Unser Mega-Bericht zur 2024er Ausgabe der größten Heavy Cruise der Welt!


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