BEI DEN MÄDELS KEINE CHANCE?


Mit einer neuen EP namens „Die for something worthwile“ haben die Deather von Necrotted ein ziemliches Ausrufezeichen gesetzt. Der weiterentwickelte Sound hat nicht nur unseren Siggi mächtig geföhnt, sondern auch die Besucher der gerade erst beendeten Tour, bei der die Jungs aus Abtsgmünd ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellten. Gründe genug mit Fronter Fabian Fink ein paar Worte zu wechseln.

Fabian, Ihr seid gerade von einer Tour zusammen mit I declare war, Cytotoxin und Acranius zurückgekehrt. Wir war es?

Es war einfach nur fantastisch! Die Stimmung im Tourbus und auf den Shows war einfach nur grandios, wir hatten alle viel Spaß und eine tolle Zeit zusammen. Den Fans bei den Konzerten scheint das Tour-Package zudem auch bestens gefallen zu haben. Zumindest ging es absolut jeden Abend total ab (grinst).

Das freut mich sehr, da Ihr trotz drei vollständiger Alben am Start dennoch in meinen Augen noch recht jung und frisch seid und es ja nicht unbedingt in Deutschland üblich ist, dass relativ unbekannte Bands supported werden. Oder zählt Ihr Euch nach 11 Jahren im Business doch schon zu den alten Hasen?
Also ganz frisch sind wir nach 11 Jahren Bandgeschichte, 2 EPs und 3 LPs sicherlich nicht mehr. Trotz unseres noch immer jungen Durchschnittsalters von Mitte 20. Ich denke, dass wir mit dem Tour-Package einfach eine Nische getroffen haben für Metalfans der ganz harten Death Metal-Gangarten. Gefühlt haben alle Besucherinnen und Besucher eines Tourstops jede Band angeschaut.

Als ich Euch musikalisch 2014 mit "Utopia 2.0" kennenlernte, übrigens von Accuser Chef Frank Thoms persönlich empfohlen, schrieb ich, dass Ihr zwar über allen Maßen talentiert seid, ich Euch aber keine große Halbwertszeit attestieren würde. 5 Jahre später seid Ihr immer noch da und in meinen Augen mit einem Quantensprung an Qualität. Wie seht Ihr Euren bisherigen Werdegang bis hin zur neuen, aktuelle EP "Die for something worthwile"?

Ich denke, wir haben uns seit der Gründung 2008 und der ersten EP "Kingdom Of Hades" im Jahr 2010 stetig musikalisch weiterentwickelt. Wir erfinden das Rad zwar nicht neu und das ist auch gar nicht unser Anspruch. Allerdings schaffen wir es doch immer wieder neue Elemente in unseren musikalischen Stil zu integrieren. So zum Beispiel neuerdings mit Slam-Einflüssen oder Ausflügen in die Black Metal-Schiene.

Was ich auch als logische und konsequente Weiterentwicklung des Materials von "Worldwide warfare" bis hin zur neuen EP empfinde. Wobei...warum "nur" eine EP?

Die Antwort hierzu ist relativ einfach: Uns fehlte es an Zeit. Einerseits wollten wir schnellstmöglich einen Nachfolger zu "Worldwide Warfare“" raushauen, da die Story zu dessen inhaltlicher Konzeption noch nicht zu Ende erzählt war und auch musikalisch noch ein paar Ideen hatten, beispielsweise die eben erwähnten Ausflüge in Richtung Black Metal bzw. Blackened Death. Andererseits sind wir mittlerweile eben alle berufstätig, wohnen teils hunderte Kilometer voneinander entfernt. Das verlangsamt natürlich so einen Songwriting- und den Recording-Prozess. Und auch wenn wir bereits im Herbst 2018 mit den Studioaufnahmen durch waren, dauert es ja noch seine Zeit bis ein Werk bereit für die Veröffentlichung ist. Länger wollten wir unsere Fans aber auf keinen Fall auf neue Musik von uns warten lassen, zumal wir 2018 ja auch unser 10-jähriges Jubiläum gefeiert haben. Daher zwei Jahre nach dem letzten Full Length-Album "nur" eine EP.
Das es Dir persönlich an Zeit fehlt, kann ich mir lebhaft vorstellen, wie ich in meiner vorangegangenen Recherche feststellen konnte. Gibt es eigentlich irgendetwas, was Du nicht noch nebenbei machst? Ich meine, Dein Tag müsste ja 36 Stunden Minimum haben, oder?

Haha ein Tag mit 36 Stunden wäre gar nicht mal so schlecht, dann bekäme ich endlich mal etwas mehr Schlaf. Aber ja, neben einem stressigen, aber sehr erfüllenden Beruf und ehrenamtlichen politischem Engagement in der Freizeit auch noch Musik in einer Band zu machen - das ist gar nicht so einfach alles unter einen Gut zu kriegen. Eine saubere Terminplanung ist das das A und O.

Da schweife ich mal kurz ab, weil mich gerade das politische sehr interessiert: Wie findest Du persönlich die Koalitions-Zweckgemeinschaften in Brandenburg und Sachsen, um die AfD auszubremsen?

Naja, das sind für mich alles andere als wünschenswerte politische Konstellationen. Die Koalitionszweckgemeinschaften fußen ja lediglich auf einem Minimalkonsens der beteiligten Parteien. Eine klare politische Linie, geschweige denn eine progressive Politik wird da nicht herauskommen. Auf der anderen Seite ist es natürlich zu begrüßen, dass sich die demokratischen Parteien gegen die rechtsradikale, antidemokratische und rassistische AfD zusammenschließen. Diese blau-braune Partei darf niemals in Regierungsverantwortung kommen. Auch nicht aufgrund der Annahme, man könne sie dadurch "entzaubern". Den Fehler hat man in der Weimarer Republik bereits mit Hitler und der NSDAP gemacht. Und die fatalen Folgen hieraus sind ja bekannt...

Klare Kante, finde ich gut. Zurück zur Musik. Warum agiert Ihr eigentlich mit 2 Sängern? Ich muss gestehen, Euch live noch nie gesehen zu haben...

Wir hatten 2013 einen Besetzungswechsel. Nach längerer Überlegung habe ich damals vom Bass ans Mikrofon gewechselt. Gleichzeitig hatten wir mit Pavlos einen Kandidaten in Aussicht, dessen stimmlicher Klang uns super gefallen hat und der auch von meinem variierte. Daher haben wir bis Herbst 2018 mit 2 Sängern gearbeitet. Seit 2019 bin ich allerdings alleine, da Pavlos sich aus privaten Gründen eine Auszeit genommen hat. Das wird nun allerdings auch die Zukunft sein.
Schlimm oder eine Chance? Agierst du denn lieber am Mikro oder am Viersaiter?

Mittlerweile macht es mir mehr Spaß ins Mikro zu brüllen als die Saiten zu zupfen. Beides hat aber natürlich seine Reize (lacht).

Als Sänger bekommt man zumindest mehr weiblichen Zuspruch, hehe.

Davon ist bei unserer Musikrichtung leider überhaupt nichts zu spüren, hahaha.

Du hast ja in der Vergangenheit bei Hackneyed in die Saiten gegriffen, die sich zu meinem großen Bedauern 2013 zurückgezogen haben. Gibt es da eigentlich noch Kontakte oder die Idee, die Band vielleicht doch noch einmal aufleben zu lassen?

Naja, wir haben 2013 ja nur eine kreative Pause von etwas über einem jahr eingelegt und die Band 2014 noch einmal aufleben lassen, 2015 mit "Inhabitants Of Carcosa" ein weiteres Album veröffentlicht, eine Release-Tour dazu gespielt und 2016 - nachdem wir die endgültige Auflösung bekanntgegeben haben - noch eine große Abschiedstour gespielt. Also ist das Ende erst 3 Jahre her, Kontakte gibt es da natürlich immer noch. Ein Revival ist aber nicht geplant.

Verdammt, die "Inhabitants of carcosa" habe ich vollkommen vergessen, wahrscheinlich, da ich sie damals als nicht ganz so gelungen ansah. Verzeih mir bitte...

Kein Problem, Geschmäcker sind verschieden (grinst).

Nun steht aber Necrotted an erster Stelle und wenn man das neue Material zu Rate zieht scheint mir, Ihr seid nicht nur auf dem richtigen Weg, sondern auch kurz vor dem großen Sprung. Wann können wir denn den nächsten logischen Schritt, sprich einen neuen Longplayer erwarten? Abgesehen von der fehlenden Zeit, der Entfernung, etc.

Wir wollen uns nun - direkt nach der Tour - wieder dem Songwriting widmen und Material für ein neues Full-Length-Album schreiben. Das wird natürlich seine Zeit brauchen bis die ganzen Songs erst mal stehen, bis sie recorded sind und und und. Daher ist mit dem Album vor 2021 nicht zu rechnen, denke ich mal. Wir beeilen uns aber. Versprochen!


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