MACHINE HEAD

Burn my eyes - 25th anniversary Tour

12.10.2019 - Leipzig @ Haus Auensee


Vor dem Konzert war ich schon etwas skeptisch, ob Machine Head wieder zu alter Form finden würden. Ende 2018 stiegen mit dem Ende der Catharsis-Tour Gitarrist Phil Demmel und Schlagzeuger Dave McClain aus, die nun endgültig nach 15 bzw. 22 Jahren das Weite suchten nachdem sich die Zusammenarbeit mit Robert Flynn, dem Sänger und Kopf der Band, zunehmend schwieriger gestaltete. Beide gingen übrigens zu ihren alten Bands zurück: Phil Demmel zu VIO-LENCE und Dave McClain zu SACRED REICH.

Anfang 2019 wurde die Jubiläumstour bekanntgegeben, mit der das Debütalbum „Burn My Eyes“ gefeiert werden sollte. Und hierzu gab es eine Überraschung, die es in sich hatte: Nach all den Jahren kommen für diese Tour die ehemaligen Mitglieder Logan Mader (Gitarre) und Chris Kontos (Schlagzeug) wieder, die diesen Metal-Meilenstein damals zusammen mit Robb Flynn und Adam Duce eingespielt hatten! Das Debütalbum wurde nach der Tourankündigung noch einmal live im Studio eingespielt und anschließend schrittweise online veröffentlicht. Es sollen zwei Sets gespielt werden, zuerst ein Best-Of der Zeit nach dem Debüt und dann „Burn My Eyes“ in voller Länge (fast) in Originalbesetzung! Der damalige Bassist Adam Duce und Machine Head werden wohl in diesem Leben nicht wieder auf einen Nenner kommen, aber mit Jared MacEachern von SANCTITY, die sich zu dem Zeitpunkt bereits aufgelöst hatten, wurde seinerzeit ja ein würdiger Nachfolger am 4-Saiter gefunden!

Wer der dauerhafte Ersatz für die verlorenen Musiker sein sollte, war aber immer noch nicht bekannt. Erst im September, also kurz vor Start der Tour, wurden dann endlich die „Neuen“ vorgestellt: Der Gitarrist Waclaw „Vogg“ Kieltyka, den einige von DECAPITATED kennen werden, und Matt Alston von DEVILMENT am Schlagzeug. Ob die beiden über die Tour hinaus bei Machine Head bleiben werden ist nach wie vor offen.

Die nächste Überraschung gab es dann am Tag vor dem Konzert als Machine Head mal eben so nebenbei den neuen Song „Do Or Die“ inkl. Video veröffentlichten! Musikalisch gibt der Song wieder richtig Vollgas, nur die Lyrics werden von vielen (durchaus berechtigt) aufgrund ihrer Einfachheit kritisiert. Nun ja, ein großer Lyriker war Robb wohl noch nie und auch „Aesthetics Of Hate“ ist dahingehend kein Meisterstück, aber auf der anderen Seite stellen beide Songs wohl auch ein Ventil dar, durch das der gute Robb sich und seinem Ärger etwas Luft macht. Es muss auch nicht immer alles super anspruchsvoll sein, manchmal will man auch einfach nur einen guten Song, der einem in den Arsch tritt und im Gesicht drückt! Mir gefällt’s.

Tja, und da steht man dann im Haus Auensee in Leipzig und bangt und hofft, dass es trotz der neuen Konstellation immer noch für einen denkwürdigen Abend ausreicht… Und was soll ich sagen? Von Beginn an war die Stimmung euphorisch, die Band spielte und schrie sich die Seele aus dem Leib, das Publikum ging in dem altehrwürdigen Gemäuer so was von steil, dass es eine wahre Wonne war! Immer wieder skandierte die aufgeputschte Menge den altbekannten Ruf „Machine Fucking Head!“, Moshpits und Circle Pits wechselten sich ab, gingen ineinander über und die Crowdsurfer kamen wie am Fließband! Songauswahl und Stimmung waren bestens, so dass kurz vor Mitte des ersten Sets schon die ersten Klänge von „Locust“ lautstark bejubelt wurden, ähnlich wie später „Aesthetics of Hate“ und „Halo“.
Trotz des extrem rutschigen Bodens kam es meines Wissens zu keinen größeren Unfällen, so dass dieser Abend die gottverdammt geilste Saunaparty war, die man sich vorstellen kann! Warum Sauna? Nun, die Lüftung im Haus Auensee ist bestenfalls homöopathisch veranlagt und die durchdrehende Menge sorgte für die Wärme inkl. Bier und Schweiß buchstäblich überall, so dass es ungefähr nach 1 ½ Stunden begann laufend von der Decke zu tropfen. Die kleine Halle hat eine Wahnsinnsakustik und die Band gab alles um die Fans glücklich zu machen. Vogg und Matt entpuppten sich als würdige Nachfolger und ballerten den Fans die Songs mit einer Wucht direkt in die Fresse. Sagenhaft! Man merkte, dass hier Vollblutmusiker mit Herz bei der Sache waren, denn Machine Head spielten so routiniert und tight wie eh und je – als hätte es nie einen Besetzungswechsel gegeben.

Aufgrund des Gedränges und der allgemeinen Hitze wurden die Bars auf beiden Seiten der Bühne dermaßen belagert, dass im Pit schon Rufe nach einer Bierdrone laut wurden. Eigentlich ein Gedanke, den man ruhig mal weiterspinnen sollte... Etliche Crowdsurfer wollten auch gar nicht nach vorn durchgereicht werden sondern bestanden lautstark darauf, dass man sie zu einer der Bars durchreichen sollte. Mit Erfolg wie sich herausstellte! Nach 2 Stunden war dann das erste Set vorüber und entließ die schweißgetränkte Menge in eine 10-Minuten-Pause bevor dann der Höhepunkt des Abends kommen sollte: „Burn My Eyes“ komplett live!

Wie sage ich es mit Worten? Es war so abgefahren episch großartig genial brutal aufgespielt, einfach eine Dampframme, die gnadenlos alles zermalmt was in ihren Weg kommt! Ich weiß nicht mehr wie oft ich mir an dem Abend in Gedanken sagte „Du wirst wirklich zu alt für dieses Scheiße!“, aber Siechtum und körperliche Schwächen, die mit 20 nicht da waren, mal beiseite: Das waren insgesamt die geilsten 3 Stunden im Pit, die ich je erlebt habe! Was ein Fest! Nach dem obligatorischen Coversong inkl. kurzem Jam durch verschiedene Klassiker, den letzten Noten von „Block“ und der Verabschiedung der Band mit den obligatorischen Gruppenfotos war das Konzert vorbei und wird noch lange bei allen Anwesenden nachhallen, da bin ich mir sicher!

Auch wenn die Security unangenehm schnell und unnachgiebig den Saal und anschließend auch das Gelände räumte, sah man überall schweißgebadete, abgekämpfte und glückliche Metaller. Einige rauchten mit einem abwesenden Blick als wenn es die sprichwörtliche „Zigarette danach“ wäre. Für alle, die nicht dabei waren zum Schluss noch die Setlist des Abends. Solltet Ihr noch keine Karten für eines der anstehenden Konzerte in diesem oder im nächsten Jahr haben, seht zu! Die Dinger gehen weg wie warme Semmeln und es lohnt sich wenn man neben Thrash auch nur ansatzweise auf groovigen Metal der Marke PANTERA oder EXHORDER steht!

Erstes Set:
Imperium
Take My Scars
Now We Die
Beautiful Mourning
The Blood, The Sweat, The Tears
Bulldozer
Locust
This Is The End
I Am Hell (Sonata in C#)
Aesthetics Of Hate
Gitarrensolo
Darkness Within
Catharsis
From This Day
Ten Ton Hammer
Is There Anybody Out There?
Halo


„Burn My Eyes“-Set:
Real Eyes, Realize, Real Lies (vom Band)
Davidian
Old
A Thousand Lies
None But My Own
Schlagzeugsolo
The Rage To Overcome
Death Church
A Nation On Fire
Blood For Blood
I'm Your God Now
Over The Mountain (Coverversion, Original von Ozzy Osbourne)
Kurze Jam Session: Fast As A Shark (Accept), Rock You Like A Hurricane (Scorpions) und Cum On Feel The Noize (Quiet Riot)
Block


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